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VinschgerWind

Leserbriefe - Meinungen 16-18

Zur Kulturseite „Das Feigenblatt“ von Hans Wielander Vinschgerwind 15/2018
Als wir drei Geschwister im kindlichen Alter in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts mit unseren Eltern das erste Mal am „walschen“ Nackedei vorbei fuhren, weckte der kraftstrotzende, in seiner entblößten Unbekümmertheit Pferde-bändigende Jüngling unsere ganze Aufmerksamkeit.
Mutter meinte jedoch, der Mann hätte ja jämmerlich zu kalt - so ganz ohne Bekleidung - und sie würde ihm mit der selbst gesponnenen Schafwolle zumindest eine Unterhose stricken.
Da jedoch auch beim  dritten Mal des Vorbeifahrens die Unterhose noch nicht fertig war oder wir sie schlichtweg vergessen hatten, schwand unser Interesse an der nackten Männlichkeit. Der Fall war damit erledigt.
Weder Teufel noch Trump hat sich so unseres Seelenheils bemächtigt!
Franz G. Angerer, Kortsch


Zur Causa Marmortransport
Nachdem der, aus Laas stammende Rechtsanwalt Dr. Peter Tappeiner, zum x-ten Mal seine schulmeisterlichen Rechtsbelehrungen gegen die Fraktion Göflan und die Gemeinde Schlanders schießt, möchte ich den werten Lesern des Vinschgerwindes einige Fakten in dieser Sache zur Kenntnis bringen:

Der Stadel des Tafrazhofes ist im Jahre 1978 abgebrannt. Daraufhin erwirkte der Tafrazbauer Johann Gurschler eine Lkw-taugliche Zufahrt, die erst einen Neubau des Wirtschaftsgebäudes ermöglichte. Einige Jahre danach wurde die Sicherung und Verbauung des Tafrazbaches dringend notwendig, da dieser stark erosionsgefährdet war und immer wieder Muren bis ins Tal beförderte.
Das Amt für Wildbachverbauung hatte mit der Fraktion Göflan deshalb eine Zufahrtsstraße zum Tafrazbach geplant und festgelegt. Die Fraktion führte die Holzschlägerungsarbeiten auf dieser Trasse aus, die ca. 400 Meter oberhalb der Wiesen des Tafrazhofes angelegt worden war um der Streitliebe des Bauern auszuweichen.

Diesem gelang es aber, die Landwirtschaftsschutzbehörde gegen diesen Trassenverlauf mobil zu machen und die Verbindung zum Wildbach durch seinen Hof und oberhalb der Felder errichten zu lassen. Nun gingen die Schwierigkeiten erst los: Die Fraktion hatte zweimal nach Absprache und mündlicher Zusage der Bauern einen Teilungsplan erstellt in dem die Fläche zwischen dem neuen Weg und den Feldern einvernehmlich zugewiesen wurden. Beide Male verweigerte der Tafrazer Bauer trotz mündlicher Zusage im Nachhinein die Unterschrift. Nun gab es immer wieder Schwierigkeiten bei der Durchfahrt, dass es der Fraktion Göflan zu bunt wurde und diese eine neue Umfahrung des Hofes um ca. 250.000 Euro erbauen ließ. Schon im Jahre 2005 gab es eine schriftliche Streitbeilegungserklärung (außergerichtlicher Vergleich), die von allen Seiten unterschrieben wurde und von Landeshauptmann Durnwalder als Durchbruch bewertet wurde. Doch weit gefehlt, es kehrte keine Ruhe ein. Nun nimmt der Bauer Johann Gurschler seinen Anteil an der Fläche des Weges im Ausmaß von 3/304 Teile (sic. 1/100stel !) zum Vorwand dem Marmortransport mit gerichtlichen Eingaben zu verhindern.

Bei Licht betrachtet, wird der Tafrazer Bauer, meiner Meinung nach in dieser Sache von einem notorischen Streithanselsyndrom geplagt und gibt Einflüstern und Unterstützern von außen Raum den Abtransport des Göflaner Marmors zu verhindern. Damit bestätigt er die alte Volksweisheit, die da lautet: Die Goas krahlt sou long, bis sie letz ligg!
Elmar Dietl, Göflan

 

Wehe, wehe...

s16 bienenWenn Himbeer-, Erdbeer- und andere Plantagen von den Bauern mit „Süßwasser?“ behandelt werden, könnte auch Bienensterben eintreten. Wehe, wehe, wenn Insekten aussterben.
„Kreuter Luis“,
Luis Tappeiner, Tschengls

 

Nachgedacht

von Don Mario Pinggera

s10sp1-098Vor nicht allzu langer Zeit waren Feriendestinationen wie die Türkei oder Ägypten ziemlich undenkbar. Zu groß waren Angst und Bedenken vor eventuellen Terroranschlägen. Aktuelle Zahlen der Reiseveranstalter lassen aufhorchen: die Reiseveranstalter melden einen Zuwachs der Buchungen in diese Länder von zum Teil über 40% gegenüber dem Vorjahr. Ein Veranstalter meinte gar, diese beiden Länder sind dieses Jahr das Hauptgeschäft.  Aber wie kann das sein? Ein totaler Stimmungswandel in zwei Jahren? Es dürften mehrere Gründe dafür verantwortlich sein. So schlimm Attentate in beiden Ländern waren, aufgebauscht wird das Ganze durch die Medien. Nur die Medien. Es ist uns nicht bewusst, wie (fern)gesteuert wir mittlerweile von diesen sind. Das furchtbare Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin hat ja auch nicht zur Folge, dass die Stadt nicht mehr bereist wird. Nein, bei der Türkei kam noch etwas Wichtiges hinzu: die politische Situation. Präsident Erdogan hat mit seiner Partei das Land total umgebaut. Demokratische Grundrechte wurden massiv eingeschränkt. Ist das aber ein Grund, das Land nicht mehr zu bereisen? Oder sollte man es nicht genau deswegen bereisen und so den zahlreichen Menschen in der Türkei, die anders denken, signalisieren, dass sie nicht alleine sind? Ein anderer Grund, dass Ägypten und die Türkei wieder stark frequentiert werden, ist ein offenbar hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Haben Griechenland, Spanien und Italien die letzten Jahre davon profitiert, dass die beiden anderen Länder gemieden wurden, indem sie beiläufig kräftig die Preise erhöht haben, könnte sich jetzt alles sehr schnell umkehren.
Mitten in die Sommerpause kommt dann noch die Meldung, dass im September in Österreich ein Gesetzesentwurf zum sogenannten Doppelpass kommen soll. So sehr jetzt einige Morgenluft wittern: machen wir uns nichts vor. Da sind noch einige Hürden zu nehmen. So ist die Abgrenzung, wer denn in Südtirol das ‚Recht‘ auf einen Pass hätte, noch völlig im Unklaren. Zudem muss Italien bei diesen Überlegungen mit ins Boot geholt werden, und auch Österreich kann ein solches Gesetz nicht am eigenen Volk vorbei entscheiden. Ein Referendum ist denkbar. Und bereits jetzt werden Stimmen von in Österreich lebenden und Steuer zahlenden (!) Ausländern vernehmbar, die ebenfalls gerne den österreichischen Pass hätten. Es bleibt spannend!

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