VinschgerWind

Neuer Webauftritt für die Denkmalpflege

PM150917 webauftrittEinblick in die Erhaltung und Erforschung des architektonischen, kunsthistorischen und archäologischen Erbes Südtirols gibt eine neue Webseite des Landes.

Das neue Webportalwww.provinz.bz.it/denkmalpflege bietet in übersichtlicher Weise und mit vielen Bildern wichtige Informationen zur Tätigkeit derLandesämter für Bau- und Kunstdenkmäler, Bodendenkmälerund demSüdtiroler Landesarchiv. "Die neue Webseite folgt unserem Anspruch, den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur öffentlichen Verwaltung zu erleichtern und alle Dienste möglichst bürgernah, effizient und einfach abzuwickeln", betont IT-LandesrätinWaltraud Deeg. "Besonders im Bereich Denkmalpflege gibt es viele interessante Angebote, die die Bürger gerne nutzen, vom Monumentbrowser, dem digitalen Verzeichnis aller denkmalgeschützten Bauten Südtirols bis hin zu nützlichen Infos zur Geschichte des Denkmalschutzes in Südtirol. Mit dem neuen Layout wird das Angebot nun für die Bürger noch attraktiver", ergänzt Denkmalpflege-LandesratFlorian Mussner.

"Ich freue mich, dass nun auch die Abteilung Denkmalpflege im neuen Weblayout der Südtiroler Landesverwaltung online ist. Die vollständig überarbeitete, neue Webseite dient als wichtige Schnittstelle für die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern im Zeitalter der Digitalisierung und soll allen einen kompetenten Einblick in die Bemühungen rund um die Erhaltung, Restaurierung und Erforschung unseres reichen architektonischen, kunsthistorischen und archäologischen Erbes ermöglichen", erklärt die geschäftsführende Leiterin der Landesabteilung DenkmalpflegeChristine Roilo.

Der BereichBau- und Kunstdenkmälerbietet wichtige Informationen für Eigentümer von denkmalgeschützten Bauten und Kunstwerken, und zwar von der Genehmigung von Umbauprojekten und Planungsarbeiten, dem Denkmalrecht und den Pflichten der Denkmaleigentümer bis hin zu den Beitragsmöglichkeiten und den steuerlichen Begünstigungen mit den nötigen Vordrucken und Formularen. Informiert wird auch über die fachgerechte Restaurierung und denkmalpflegerische Instandsetzung von Oberflächen, Fenstern, Dächern, Wandmalereien, Wappen und Inschriften, Täfelungen, Holzdecken, Böden, Türen, Stuckdekorationen und Öfen, wobei die spezifischen denkmalpflegerischen Anforderungen charakterisiert werden.

Im Bereich "Denkmal des Monats" wird monatlich ein ausgewähltes Bau- oder Kunstdenkmal näher vorgestellt. Über denMonumentbrowser, dem auf den neuesten Stand gebrachten Verzeichnis aller denkmalgeschützten Bauten in Südtirol, kann schnell und einfach nach Bau- und Kunstdenkmälern in allen Südtiroler Gemeinden gesucht werden. Die Zuständigkeiten der einzelnen Zoneninspektoren sind ebenso zu finden wie Hinweise zur korrekten digitalen Einreichung von Ansuchen sowie interessante Informationen zum Ansitz Rottenbuch, dem Sitz der Abteilung Denkmalpflege.

Der ThemenbereichBodendenkmälerinformiert anschaulich über die Aufgaben und die Tätigkeiten des zuständigen Amtes. Die Bürger erhalten umfassende Informationen beginnend mit der archäologischen Kontrolle bis hin zur systematischen Ausgrabung und Dokumentation archäologischer Schichten und Strukturen. Wesentliche Aufgabe des Landesamtes für Bodendenkmäler ist zudem die Restaurierung, Erhaltung und Archivierung des archäologischen Fundgutes. Des Weiteren werden Informationen zur Unterschutzstellung, archäologischen Zonen (Archaeobrowser,Landschaftspläne) und der Finanzierung von archäologischen Untersuchungen gegeben. Die wissenschaftliche Auswertung und die Vernetzung mit naturwissenschaftlichen Disziplinen bilden die Grundlage für die Vermittlung wichtiger Inhalte an die Bevölkerung in Form von Ausstellungen, Führungen und Vorträgen. Am Monatsbeginn wird jeweils ein Neufund präsentiert, zudem werden neue Veranstaltungen und Veröffentlichungen mitgeteilt.

Außerdem informiert die Webseite der LandesabteilungDenkmalpflegeüber aktuelle Veranstaltungen und Publikationen sowie über die gesetzlichen Grundlagen im Denkmalschutz, über Unterschutzstellungen, Eigentumsübertragungen und die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern. Alle Vordrucke und Gesuchsformulare sowie die Kontaktinformationen zu allen Mitarbeitern können schnell abgerufen werden. Von der Startseite gelangt man auch zur neuen Webseite des Südtiroler Landesarchivs, die bereits im August 2016 freigeschaltet wurde.

Die neue Webseite der Abteilung Denkmalpflege verfügt über einen starken Suchmotor und ist optimiert für die Darstellung auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets.

LPA

Berglandwirtschaft Landesrat Schuler international Konferenz Südtirol

PM150917 berglwAlmen und Tiergesundheit, Bär und Wolf sprach Agrarlandesrat Schuler bei einem Symposium in St. Johann im Pongau im österreichischen Bundesland Salzburg an.

Die Entwicklung der Landschaftsstrukturen und Landnutzung im Alpenraum, die Auswirkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik auf die Berglandwirtschaft und die Erwartungen der Gesellschaft an die Berglandwirtschaft: Diese Themen standen gestern und heute (14. September) im Mittelpunkt einer international besetzten Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft im Alpenraum.

Im Anschluss an den wissenschaftlichen Teil der Konferenz war ein politischer Teil mit Vertreterinnen und Vertretern der Alpenregionen angesetzt. In seinem Eröffnungsstatement ging AgrarlandesratArnold Schulerdabei auf die großen Herausforderungen für die Berglandwirtschaft in den kommenden Jahren ein. Neben den Verhandlungen der kommendenFörderperiode der EUsprach er auch die Bewirtschaftung derAlmen, die Herausforderungen im BereichTiergesundheitund die Bedrohung durch die GroßraubtiereBär und Wolfan. "Viele Schwierigkeiten und Entscheidungen können wir als politische Vertreter den Bäuerinnen und Bauern abnehmen, und es gibt immer noch Herausforderungen, die unseren Landwirten unter den Nägeln brennen. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen", erklärte Landesrat Schuler.

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es vor allem um die verschiedenen Ziele, die in den Ländern des Alpenbogens für eine positive Zukunft der Landwirte des Berggebietes erreicht werden müssen. "Wir müssen unsere Landwirtschaft besser und auf Augenhöhe kommunizieren", betonte Landesrat Schuler. Aufgabe der Politik sei es, die besten Entscheidungen für die Bevölkerung zu treffen und sich dabei nicht von Emotionen leiten zu lassen.

Landesrat Schuler nutzte diese Tage auch, umNetzwerkezu pflegen und zu knüpfen und neue Mitstreiter im Alpenraum - von Frankreich über die Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien bis nach Slowenien - für die Belange der Bäuerinnen und Bauern im Alpenraum im Allgemeinen und für Südtirol im Besonderen zu finden. "Südtirol", unterstrich Landesrat Schuler, "ist abhängig von den Entwicklungen, die rund um unser Land geschehen. Wir können durch unsere Autonomie Vieles verbessern. Wir brauchen jedoch Verbündete in der gesamten EU, um auch großräumige Herausforderungen zu meistern."

LPA

Umstellen auf Carving

s2 erwin 2854Hut ab vor den Oberländern: Eine junge Generation dort hat das vollzogen, vor dem es der Gründergeneration aus verschiedensten, vielleicht auch nachvollziehbaren Gründen gegraust hat: Die Gesellschaft Schöneben AG hat die Haider AG aufgenommen. Die Haider AG ist im Bauch der Schönebner gelandet. Wie auch immer man es dreht und wendet, letztlich war und ist dieser Schritt eine Notwendigkeit. Von vielen möglichen Schritten, von denen einer ohnehin gemacht werden musste, wohl nicht der schlechteste. Die Ferienregion am Reschenpass ist deckungsgleich mit den Gemeindegrenzen - also ist es wohl eine Notwendigkeit zumindest innerhalb dieser Ferienregion zusammenzuarbeiten. Es ist Fluch und Segen zugleich, dass diese Ferienregion am Reschen (mit Maseben lange Zeit drei) zwei Skigebiete hat. Dass aus diesen zwei eine einzige Gesellschaft geworden ist, muss demzufolge als richtiger Schritt eingestuft werden.
Das Aufrichten der beiden Skigebiete ist jeweils einer Gründergeneration in St. Valentin und in Reschen zu verdanken, die dem Tourismus im Oberland, vor allem dem Wintertourismus, die Tore weit geöffnet hat. Ohne die Skigebiete ist die touristische Entwicklung im Oberland nicht denkbar.
Die Zeiten bleiben nicht stehen, das wissen auch die Gründer, die ihre Skigebiete den Zeiten immer wieder anpassen mussten - tempora mutantur - und deshalb ist es zuweilen so, dass von Bisherigem radikal Abschied genommen werden muss.
Das Oberland hat mit der Fusion, mit der künftigen Zusammenarbeit, umgestellt. Von den herkömmlichen Skiern auf Carving - scharfe Kanten ermöglichen scharfe Kurven. Mal schauen, welche Schwünge die Skigebiete gemeinsam zusammenbringen.

Eigenverwaltungen

Im beratenden Gremium des Nationalparkes werden die Eigenverwaltungen, die sich dafür zu einer Vereinigung zusammengeschlossen haben, wieder vertreten sein.

Kaunertal genehmigen!

s4 titel 12 12Langtaufers/Bozen - In einem offenen Brief an LH Arno Kompatscher und an die Landesräte fordern 8 Gemeinderäte, also die Mehrheit, der Gemeinde Graun die Landesregierung auf, die Machbarkeitsstudie Langtaufers-Kaunertal zu genehmigen. Auch weil die Gemeinde Graun im Vinschgau zu den strukturschwächsten Regionen Südtirols zähle. Andrea Frank, Josef Thöni, Magnus Blaas, Patrick Eller, Thomas Federspiel, Alfred Hohenegger, Daniel Stecher und Stefan Stecher sind der Meinung, dass die Verbindung Langtaufers-Kaunertal „aufgrund der Höhenlage Schneesicherheit und eine Verlängerung der Wintersaison“ bringe, „wodurch die Auslastung unserer Betriebe steigen wird.“ Die Unterzeichner befürworten gleichzeitig die Verbindung der Skigebiete Haideralm und Schöneben. „Mit der Verbindung Haideralm-Schöneben schaffen wir ein neues starkes Angebot, das zudem dazu beitragen wird, zwei der vier Fraktionen unserer Gemeinde noch stärker zusammenzuführen.“  Bemerkenswerterweise fehlt die Unterschrift von BM Heinrich Noggler, obwohl der Gemeinderat im Mai 2016 mit einer Zweidrittelmehrheit die Machbarkeitsstudie für die Verbidnung Langtaufers-Kaunertal befürwortete und gehemigt hat. (eb)

Spekulationswelle

s5 titel 22 08Vinschgau - So wie’s ausschaut, wird die Vinscher SVP mit zwei bindenden Kandidaten zur Landtagswahl in einem Jahr antreten. Von diesen zwei bindenden soll ein Kandidat eine Frau sein. Weil diese Vorgabe so gut wie fix ist und weil der Name oder die Namen der Frauen noch nicht fix sind, öffnet die Vinschger SVP den Spekulationen Tür und Tor. Als mögliche Kandidatinnen kommen die Latscher VizeBM Sonja Platzer oder die Vinschger Frauenchefin Heidi Gamper aus Martell, oder die Elfi Kirmair, wohnhaft in Laas und SVP Vizefrauenchefin, oder Dieter Pinggeras Busenfreundin Kunigunde Marsoner aus Schlanders, oder die ehemalige Obfrau des Wirtschaftsringes  Bezirk Vinschgau Rita Egger in Frage. Namen, die fallen, wenn sich Zeitungen umhören.
Auf der Männerseite ist die Kante klarer: Sepp Noggler will es noch einmal wissen. Wer sich in Vorwahlen als männlicher Gegenkandidat gegen ihn verbrennen lassen möchte, steht noch nicht fest. Von Dieter Pinggera weiß man, dass er allerorten mitteilt, Lust zu verspüren. Mehr nicht. (eb)

Gemeinden kaufen SELfin Aktien

s5 tabelleVinschgau - Die Vinschger Gemeinden fassen in ihren Gemeinderäten derzeit Beschlüsse für den Ankauf von  SELfin Aktien. Vor gut einem Jahr hat die Bezirksgemeinschaft Vinschgau das SELfin Aktienpaket von der Gemeinde Bozen (welche aus der SELfin aufgrund der Fusion von Etschwerken mit SEL aussteigen musste) um rund 2 Millionen Euro übernommen und in der Zwischenzeit für die Gemeinden gebunkert. Seit April 2017 ist im Verwaltungsrat der SELfin Bezirkspräsident Andreas Tappeiner. Die Aufteilung der SELfin Aktien erfolgt im Vinschgau zu 35% als Fixanteil und zu 75% aufgerechnet auf die Einwohner einer jeden Gemeinde. Die Zahlungen sollen in drei Jahresraten erfolgen, beginnend mit 2017 Die Gesamtsumme pro Gemeinde ist in der Tabelle ersichtlich.
Die SELfin ist unter anderem auch an der Konzession am Reschenstausee beteiligt und zwar mit 15 Prozent. Die Vinschger übernehmen 4,6 % der gesamten SELfin Aktien und werden damit zusätzlich zu den vorhandenen 8% nochmals mit 0,7 % an der Reschenkonzession beteiligt. (eb)

„Langtaufers-Kaunertal“ um jeden Preis?

Langtaufers/Bozen - Wiederholt lesen wir in verschiedenen Medien zum Thema „Gletscheranbindung Langtaufers Kaunertal“ Aussagen, die es sich zu hinterfragen lohnt.
Es wurde geschrieben, dass „80% der Langtauferer Bevölkerung die Gletscheranbindung wollen“. – Es gab nie eine offizielle Abstimmung in der Gemeinde oder im Tal zu diesem Thema. In die 2016 gegründete „Oberländer Gletscherbahn AG“, die das Vorhaben vorantreibt, haben 70 Bürger aus Langtaufers eingezahlt. Dies entspricht gerade einmal 17% der Talbevölkerung.
Wir lesen auch, dass wir mit „sanftem Tourismus“ nicht weiterkommen. In der Gemeinde Graun diskutieren wir seit über 30 Jahren verschiedene Ideen zur Förderung der wirtschaftlichen, touristischen Entwicklung, in der Tat auch solche, die wohl dem „sanften Tourismus“ zuzurechnen sind, etwa das Langlaufprojekt oder der Panoramawanderweg. Sie erstickten in den Rufen nach der Gletscheranbindung. Wir haben – abgesehen von einigen privaten, mitunter sehr erfolgreichen Kleininitiativen – bislang nicht an der Umsetzung von Ideen des „sanften Tourismus“ gearbeitet. Deren Erfolglosigkeit zu behaupten, verbietet sich deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt. „Sanfter Tourismus“ heißt nicht „Nichtstun“.
Versprechen wie jenes von der Schaffung 70 neuer Arbeitsplätze durch eine skitechnische Erschließung ringen uns Berglern ein müdes Lächeln ab. Ist es nicht blauäugig, auf aufwendige skitechnische Erschließungen zu setzen, nachdem in der jungen Vergangenheit das Kleinskigebiet Maseben-Langtaufers geschlossen wurde und das Skigebiet Heideralm-St.Valentin nur durch die Übernahme seitens der Schöneben AG vor dem „Aus“ gerettet werden konnte? Aktuelle Begebenheiten zeigen zudem, wie schwer wir uns tun, Stellen im Gastgewerbe zu besetzen. Wir erinnern an die offenen Stellen z.B. bei der Melager Alm, im Berghaus Maseben oder in der Mensa der Erlebnisschule, die wir allesamt nicht mit einheimischen Personen besetzen konnten.
Die Ruhe, die Stille, die klare Luft, das kristallklare Wasser und die Ursprünglichkeit, die unser bis heute naturbelassenes Tal auszeichnen, wollen wir geschätzt und geschützt wissen! Durch große, fremdfinanzierte Erschließungsprojekte zerstören wir diese Ressourcen für mehrere Generationen. Dabei sind genau sie unser Kapital. Wir sind gut beraten, die Zukunft unseres Tales selbst in die Hand zu nehmen und es schrittweise für uns und unsere Nachkommen in Wert zu setzen. Es ist an der Zeit, die Idee „Gletscheranbindung“ fallen zu lassen und unsere Energien Projekten zuzuwenden, die wir aus eigener Kraft verwirklichen können. Aktionärsanteile bei einer Gesellschaft wie der „Oberländer Gletscherbahn AG“, die die kritische Höhe, um mitzubestimmen, nicht erreichen ca. (150.000 Euro/11% aus der Gemeinde Graun – 80.000 Euro/6%  aus Langtaufers und 70.000 Euro/5% aus anderen Fraktionen der Gemeinde Graun), gewährleisten schwerlich langfristige Lösungen im Interesse unseres Tales. Wir fordern: 100% Langtaufers statt 70% Kaunertaler Gletscherbahn AG!
Von den Politikern auf Gemeinde- und Landesebene wünschen wir uns, dass sie vor ihrer Entscheidung neben den mitunter – wie wir darzulegen versucht haben – fragwürdigen Argumenten der lokalen und regionalen Befürworter (u.a. Wirtschaftskammer Tirol, HDS, HGV und LVH) auch und vor allem jene Menschen anhören, die unser Tal zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Respektieren wir das jahrhundertalte Wissen über unseren Naturraum und die Leistungen von Generationen und übernehmen wir gemeinsam die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in Langtaufers.
80 Unterschriften aus Langtaufers zu dieser Stellungnahme liegen dem Vinschgerwind vor

150 Wohnungen im Kasernenareal

s4 Projekt KasernenarealSchlanders - Es ist das größte Wohnbauprojekt, das je im Vinschgau vorgestellt wurde. Auf dem 4 ha großen Kasernengelände in Schlanders sollen 150 Wohnungen, Gewerbe- und Geschäftslokale und ein Innovations- und Gründerzentrum entstehen. Die Gesamtkosten betragen 42,7 Millionen. Ein privater Investor soll das Projekt umsetzen. 

von Heinrich Zoderer

Es entsteht ein neuer Dorfteil, ein städtisches Dorf bzw. eine dörfliche Stadt mit Wohnmöglichkeiten für rund 500 Personen.

Die Wende im Oberland

s6 schoenebenReschen/Graun/St. Valentin - Schöneben übernimmt die Haideralm. Dem Fusionsprojekt haben beide außerordentlichen Vollversammlungen kürzlich zugestimmt. Damit soll auch der Verbindungslift zwischen St. Valentin und Schöneben verwirklicht werden. LH Arno Kompatscher hat die finanzielle Unterstützung zugesagt. Der Traum in Graun. Und: Die Kritiker halten sich zurück.

von Erwin Bernhart

Im Oberland ist in Sachen Skigebiete die Wende eingeleitet.

Konzeptuelle Denkmalpflege

s14sp4 abschlussIn Mals findet die Abschlusspräsentation der praktischen Arbeiten des Masterlehrganges „Konzeptuelle Denkmalpflege“ der Donau Universität Krems und der Bauhütte Müstair statt. Zur Vernissage mit Umtrunk im Kulturhaus Mals am Freitag, 15.9.2017 um 19 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Besichtigung der Abschlussarbeiten: Am Samstag, 16.9. von 9:30-18 Uhr und am Sonntag, den 17.9. von 9:30-14 Uhr im Kulturhaus Mals.

Generalversammlung Kolping International

s14sp1 48717h480w640Kolping im Vinschgau - Ende September wird in Lima eine Woche lang von Kolping beraten werden. Und das mit Vertretern aus 60 Ländern der Welt. Insgesamt werden etwa 250 Delegierte von Kolpingverbänden aus allen Kontinenten dabei sein. Derzeit laufen noch die Vorbereitungen, sowohl in Köln – Zentrale von Kolping International – als auch in Lima. Bei der Tagung in Peru werden zwei Leitanträge im Vordergrund der Diskussion stehen. Ein Antrag beschäftigt sich mit dem Selbstverständnis von Kolping als Mitgliederverband. Im zweiten Leitantrag, der zur Diskussion steht, werden Änderungen des für alle Kolpingverbände verbindlichen Generalstatuts vorgestellt. Berichte aus dem Generalsekretariat, aus allen Kolpingländern, sowie auch die Auseinandersetzung mit dem Päpstlichen Schreiben „Laudato Si“ stehen auf dem Programm.
Es wird auch ein neuer Generalvorstand gewählt werden, der für die nächsten fünf Jahre für die Geschicke des Verbandes verantwortlich ist. Der Generalpräses als Vorsitzender, derzeit der Priester Ottmar Dillenburg, steht nicht zur Wahl. Er ist der Nachfolger des Verbandsgründers Adolph Kolping.
Kolping Südtirol wird an der Generalversammlung in Lima mit vier Vertretern dabei sein. Die Südtiroler Vertreter werden sich ebenso in die Diskussion über die Leitanträge einbringen.
Im Vorfeld der Versammlung in Lima, wird in einer Entwicklungspolitischen Fachtagung mit über 70 Teilnehmern, die Entwicklungszusammenarbeit von Kolping und der spezifische Ansatz der Mobilisierung der Zivilgesellschaft erörtert werden.

„Vinobarden“ genießen Kultur und Wein

s14 8291Schluderns/Burgeis/Laatsch - Die  illustre Gesellschaft der „Vinobarden“ fröhnt der Kultur und dem Wein. Gegründet wurde der weltweite „Vinobardenstaat“ 1995 von sieben Überetscher Weinbauern. Seither entstehen immer neue „Marktgrafschaften“. Oberhaupt ist „Fürst“ Jul Bruno Laner. Dieser hatte den Begriff „Vinobarden“ 1994 in einer Publikation erschaffen. 

von Magdalena Dietl Sapelza

Eine Gruppe von Südtiroler „Vinobarden“, angeführt von Jul Bruno Laner, war kürzlich während einer Kultur-und Weinreise in den Vinschgau anzutreffen.

Ist Eigenverantwortung ein Fremdwort?

Aus dem Gerichtssaal - Angefangen hat alles in Amerika: die ausgefallenen Haftungsklagen, mit denen Verbraucher die Hersteller von Produkten auf Schadenersatz verklagten, weil sie durch deren Mängel oder fehlende Hinweise auf davon ausgehende mögliche Gefahren zu Schaden gekommen waren. Legendär ist der Fall der Hausfrau, die vom Hersteller eines Mikrowellenherdes Schadenersatz erhielt, weil dieser es unterlassen hatte, in den Gebrauchsanweisungen darauf hinzuweisen, dass der Herd nicht als Trockner für feuchte Gegenstände taugte. Die Hausfrau hatte nämlich ihren durchnässten Kater in die Mikrowelle geschoben, um ihm dort das Fell zu trocknen, wo er leider verkohlte. Dieser und eine Unzahl von ähnlichen Fällen haben dazu geführt, dass wir beim Kauf eines Geräts statt einer lesbaren und allgemein verständlichen Gebrauchsanweisung eine ellenlange Schwarte mit allen möglichen Hinweisen ausgehändigt bekommen, die letztendlich doch niemand liest!
Aber in punkto zweifelhafter Haftungsklagen haben wir Europäer schon längst nachgezogen. In früheren Beiträgen haben wir von Fällen auf Almen in Tirol berichtet, wo hundeführende Touristen von weidenden Kühen „auf die Hörner“ genommen wurden. Diese Vorfälle haben nun die dortigen Tourismusvertreter, die Landwirtschaftskammer und den Alpenverein veranlasst, eine konzertierte Aufklärungskampagne zu starten und eine auch dem dümmsten Touristen verständliche Broschüre mit dem Titel herauszugeben: „Eine Alm ist kein Streichelzoo“!
Doch wir brauchen nicht in die Ferne zu schweifen, um Beispiele für buchstäblich bei den Haaren herbeigezogene Haftungsfälle zu finden. Da kam vor zwei Jahren anlässlich des Dorffestes in Schlanders eine honorige Bürgersfrau auf einer Schutzabdeckung der Strom- und Wasserleitungen, welche die Dorfstraße überquerte, ins Stolpern und „verstauchte“ sich das Knöchel. Die Dame war sich nicht zu schade, die Organisatoren des Dorffestes für ihren selbstverschuldeten Sturz verantwortlich zu machen! Doch die Krönung war sicherlich heuer im Juni der Fall eines Mountainbikers, welcher sich bei der Abfahrt über den Downhill-Trail am Schlanderser Sonnenberg an einer „haarigen“ Stelle „dersteßte“. Er hatte die Kühnheit, sich an den Tourismusverein als Betreiber des „Trails“ zu wenden und diesen mit der Begründung für seinen Sturz verantwortlich zu machen, die „Piste“ hätte wegen ihrer Gefährlichkeit gesperrt gehört! Als ob er als Downhiller nicht gerade auf holprige Fahrten „scharf“ war und notfalls an der schwierigen Stelle hätte absteigen können! Also anstatt die Schuld bei anderen zu suchen und Juristen zu bemühen, sollten wir uns lieber an der eigenen Nase nehmen und auf die Eigenverwantwortung besinnen!

Peter Tappeiner,
Rechtsanwalt

Der Malser Weg als Buch

s16 titelMals/Buchvorstellung - Alexander Schiebel ist Filmemacher aus Salzburg. Über ein Filmprojekt kam er in den Vinschgau und erfuhr von den Bestrebungen, die Gemeinde Mals pestizidfrei zu machen. Er hörte von der Volksbefragung und den Schwierigkeiten, das Ergebnis umzusetzen. Die Geschichte dieses kleinen Dorfes im Obervinschgau fesselte ihn so sehr, dass er mit seiner Familie den Wohnsitz in den Obervinschgau verlegte und seit drei Jahren an einem Dokumentarfilm arbeitet und im Internet eine Plattform für die Protagonisten des Malser Weges anbietet. Er ist dabei nicht nur zum Chronisten und Begleiter, sondern selbst zum engagierten Protagonisten geworden. Als Filmemacher ist er ein großartiger Geschichtenerzähler. In guter Hollywoodmanier kann er Spannung erzeugen und eine Dramatik entwickeln. In seinem Dokumentarfilm „Das Wunder von Mals“ spricht er vom kleinen gallischen Dorf, das Widerstand leistet gegen eine übermächtige Agrarlobby, gegen den Bauernbund und die Landesregierung. Am 8. September hat Schiebel sein Filmprojekt und seine ganze Arbeit im Kulturhaus von Mals als Buch präsentiert. Auf 242 Seiten erzählt er auf lockere und leicht lesbare Weise seine Reisegeschichte in den Vinschgau, seine Begegnung mit den Menschen, über die Auseinandersetzung um die Zukunft der Landwirtschaft, den Bemühungen um die Volksbefragung und um eine lebenswerte Zukunft ohne Pestizide. Es ist eine subjektive Geschichte, bilderreich und wortgewaltig. Er spricht vom unbeugsamen Dorf, den charismatischen Querdenkern, von Eigensinn und Kampf. Schiebel nennt sein Buch bei der Vorstellung eine Kriminalgeschichte. Es ist eine Anleitung zum Widerstand und die Geschichte eines Aufstandes. Bürger leisten Widerstand gegen das Vorrücken der Apfelmonokulturen und gegen den Einsatz von Pestiziden. Die guten, gesundheitsbewussten Bürger gegen die übermächtige Agrarindustrie. Der Inhalt besteht aus interessanten Geschichten,  lebendigen Dialogen und vermittelt tiefgründige Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten, die anfangs ignoriert und belächelt wurden, daraus aber einen Widerstandgeist entwickelt haben, der bis heute anhält. (hzg)

„Reschenbahn ist Investition in die Zukunft“ – Tiroler Radtour in Landeck

PM 060917 reschenbahnIn Landeck war heute Dienstag die Süd-Tiroler Freiheit im Zuge der Tiroler Radtour zu Gast. Mit dem Vizebürgermeister von Landeck, Peter Vöhl (ÖVP), diskutierte man vor allem über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Tourismus und den öffentlichen Verkehr über den Reschenpass. Man war sich schnell einig: „Die Realisierung der Reschenbahn wäre eine einmalige Gelegenheit für die gesamte Region!“

 Am Treffen nahmen die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll und Bernhard Zimmerhofer, sowie das Landesleitungsmitglied Stefan Zelger teil.
 

Zimmerhofer betonte beim Treffen, dass die Süd-Tiroler Freiheit bereits einen Antrag im Landtag eingereicht hat, um dietouristische Zusammenarbeitüber die Unrechtsgrenze hinweg zu stärken. Konkret wurde vorgeschlagen, die Skigebiete Langtaufers und Kaunertal zu verbinden. Ein Ansinnen, dass nun private Interessenten umsetzen wollen. Vizebürgermeister Pöhl war ebenso wie die Süd-Tiroler Freiheit davon überzeugt, dass dies eine große Chance für diese eher strukturschwache Gegend sei. Man war einhellig der Meinung, dass man zwar keine neuen Skigebiete aus dem Boden stampfen, Verbindungen und vertretbare Eingriffe in die Natur aber nicht von vorne herein ausschließen sollte.

 

Knoll ging beim Gespräch in Landeck vor allem auf dieReschenbahnein, mit welcher er sich intensiv beschäftigt. „Die Weiterführung der Bahnlinie von Mals nach Landeck wäre eine historische Chance. Diese Bahnverbindung würde das Inntal und den Vinschgau verbinden und brächte — gemessen an den Einwohnerzahlen und der Bedeutung für die Tourismuszentren entlang der Strecke, aber auch im Hinblick auf die internationalen Anschlussmöglichkeiten in Landeck — einen großen Nutzen“, zeigte sich Knoll überzeugt. „Neben der Bedeutung als öffentliches Nahverkehrsmittel, wäre die Reschenbahn auch von großem touristischen Nutzen. Zwischen Mals und Landeck befinden sich die Skigebiete Haideralm, Schöneben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels, die direkt an die Bahn angeschlossen werden könnten. Auch der Rad- und Wandertourismus würde im Sommer davon profitieren“, betonte Knoll.

 

Diese Meinung teilte auch Vöhl. Für Landeck sei die Reschenbahn ein großes und hochinteressantes Thema. Man müsse das Thema weiterverfolgen und intensivieren, allerdings fehle hier oftmals der Rückhalt von höherer Stelle. Für den gesamten Westen Tirols wäre die Fortführung der Bahn bis nach Landeck aber ein großer Gewinn, betonte Vöhl. Hier möchte die Süd-Tiroler Freiheit weiter ansetzen und vor allem Aufklärung und Willensbildung leisten.

 

Nachdem die Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit gestern rund 80 Kilometer von Innsbruck nach Landeck mit dem Rad zurücklegten, ging es heute weiterüber den Reschenpass nach Meran, wo morgen ein Treffen mit Bürgermeister Paul Rösch auf dem Programm steht. Die Süd-Tiroler Freiheit radelt dieser Tage durch ganz Tirol, um sich mit Kommunal- und Landespolitikern und Bürgern aus allen Landesteilen zu treffen.

 

Von der Tiroler Radtour 2017,

Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit.

Pariser Vertrag: Autonomie ist Übergangslösung zur Selbstbestimmung.

PM 310817 knollDer Jahrestag des Pariser Vertrages, der von der SVP am 5. September gerne als Tag der Autonomie zelebriert wird, ist gewiss kein Freudentag, da er den unfreiwilligen Verbleib Süd-Tirols bei Italien markiert. Vielmehr ist er ein Tag des Erinnerns, dem die klare Botschaft erwächst, dass die Autonomie nicht das Ende der Süd-Tiroler Geschichte bedeutet und die Zugehörigkeit zu Italien lediglich ein vorübergehende Albtraum ist, der früher oder später überwunden wird.

Der Pariser Vertrag steht nicht für Freiheit und Selbstverwaltung, sondern für die Verhinderung der Selbstbestimmung. Die Süd-Tiroler wurden 1946 mit einem Vertrag abgespeist, der lediglich minimale Schutzbestimmungen vorsah und selbst diese geringen Zugeständnisse wurden von Italien nicht eingehalten. Auch heute noch zeigt sich, dass die Autonomie auf tönernen Füßen steht und nicht von Bestand ist. Auf Italien kann man sich nicht verlassen, was eben erst vereinbart wurde, hat hat kurz darauf schon keine Gültigkeit mehr.

Genauso gefährlich wie die permanenten Angriffe Italiens auf die Autonomie, ist aber auch der fortschreitende Identitätsverlust der SVP. Grundsäulen der Autonomie, wie der muttersprachliche Unterricht, das Recht auf Gebrauch der Muttersprache und der ethnisch Proporz, werden immer öfter von der SVP untergraben und in Frage gestellt. Selbst die Umwandlung in eine Territorialautonomie ist kein Tabu mehr.

Umso wichtiger ist es daher, bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die Süd-Tiroler nur deswegen eine Autonomie haben, weil sie keine Italiener sind. Die Autonomie ist somit nur eine Übergangslösung zur Selbstbestimmung.

Süd-Tiroler Freiheit,

Freies Bündnis für Tirol.

Wolf und Bär zerstören das Süd-Tiroler Landschaftsbild

PM 310817 kleintierzuechterLangfristig wird sich das Süd-Tiroler Landschaftsbild verändern, sollte Bär und Wolf nicht gestoppt werden, so das Ergebnis eines Treffens zwischen der Süd-Tiroler Freiheit und dem Kleintierzuchtverband.

Die Funktionäre der Süd-Tiroler Freiheit trafen sich zu einem Austausch mit dem Obmann des Kleintierzüchterverbandes Lorenz Müller und der Geschäftsführerin Barbara Mock, um die Zukunft der Berglandwirtschaft und der Kleintierzucht zu diskutieren.„Die Schafe, Ziegen usw. sind schon seit 2004 in Gefahr, damals kam der Bär wieder nach Süd-Tirol. Die Schäden durch Bär wurden finanziell zwar vergütet, aber die Folgeschäden durch Tiere, welche aus Angst verschwunden oder verunglückt sind, werden nicht vergütet. Zudem vergütet niemand einem die züchterische Tätigkeit sowie die moralischen Schäden“ so Christoph Mitterhofer, Landwirt und Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Meran.„Ohne Einzäunung soll es nun in Zukunft keine Vergütungen geben, dies sei ein Hirngespinst, nur in den allerwenigsten Fällen ist das Abzäunen einer Alm möglich, abgesehen von den Problemen die für Wanderer, Radfahrer usw. entstehen,“ resümiert Dietmar Weithaler, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit im BurggrafenamtDie Züchter und Landwirte werden in Zukunft die Weiden und Almen aus Angst um ihre Tiere meiden. Dies wird unsere Landschaft einschneidend prägen. Die Almen werden wieder zuwachsen und nur noch Gunstlagen werden weiterhin bewirtschaftet. Die Tiere werden dann auf Mähwiesen weiden und im Winter wird man Futter zukaufen müssen, was wiederum die Rentabilität schmälert für den Eigentümer wurde im Gespräch erörtert.Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit Bernhard Zimmerhofer sichert der Berglandwirtschaft Rückhalt im Landtag zu: „Wir werden, wo nötig und so gut als möglich, die Berglandwirtschaft unterstützen und auch weiterhin uns für den Erhalt des Landschaftsbildes einsetzten.“

 

Süd-Tiroler Freiheit

Bär und Wolf auf die Abschussliste? Ein Plan ist besser als hysterischer Alarmismus

PM 310817 grueneSeit Tagen läuft die Diskussion um das Auftreten von Bär und Wolf und deren mutmaßliche Attacken in Südtirol auf Hochtouren. Aufregung und Zorn der betroffenen LandwirtInnen sind vollkommen verständlich: Obwohl entsprechende Testergebnisse erst zum Teil vorliegen, besteht kaum mehr Zweifel daran, dass zumindest einige der Schafe und Kälber die im Umfeld von Plattkofel, Fedaia-, Fassa- und Ultental gerissen wurden, auf das Konto von Wölfen gehen. Der medialen Erregung und dem Wunsch nach „Lynchjustiz“ mit sofortigen Abschüssen von Großwild ist allerdings entgegen zu halten:

  • Die Gefährdung und Schadensentwicklung durch Bären ist zumindest in Südtirol in den Jahren 2014, 2015 und 2016 auffallend zurückgegangen. Es sind nur mehr minimale Schaden dokumentiert, von Attacken auf Tiere ist kaum, von solchen auf Menschen überhaupt nicht die Rede. Mit entsprechendem Management ist das „Bärenproblem“ in Südtirol bis auf weiteres gut handhabbar und wird auch seitens des zuständigen Amtes sorgsam reguliert.
  • Anders ist die Situation angesichts des wachsenden Auftretens von Wölfen: Hier gefährden die vermehrten Attacken zwar längst nicht die gesamte Almwirtschaft und deren große Viehbestände, aber doch sensible Almregionen an den Grenzen zum Trentino. Hier sind genaue Erfassungen des Problems notwendig, um Maßnahmen zu ergreifen. Dabei ist zu bedenken, dass der Wolf auch in den Alpen zur autochtonen Fauna gehört. Seine Rückkehr ist nicht über Wiederansiedlungsprogramme erfolgt, sondern auf natürlichem Wege.
  • Andere Regionen, wo der Wolf als Teil der Biodiversität betrachtet wird, darunter auch das benachbarte Trentino, haben bereits wirksame Strategien zu Prävention und Schadensbegrenzung entwickelt. So etwa Elektrozäune, Einsatz von Nachtpferchen oder von Herdenschutzhunden, Anpassung der Beweidungsmodalitäten usw. Wir haben keine Kenntnis davon, dass diese Maßnahmen auch in Südtirol angemessen zum Einsatz kämen.
  • Im Gegenteil, hierzulande wird sogar die wissenschaftliche Begleitung dieses Phänomens abgelehnt. Der Vorschlag der Grünen, hierzu ein wissenschaftliches Beratungsgremium einzusetzen, wurde im Landtag im Juli 2014 knapp versenkt. Dabei ist er aktueller denn je, wenn man die Notstandslogik überwinden will. Teil eines sinnvollen Managements wäre es zunächst, von der bisherigen Alleinzuständigkeit des Amtes für Jagd und Fischerei abzugehen und die Perspektive einer kompetenzübergreifenden Dienststelle aufzubauen. Vorbildhaft ist das Trentino, wo verschiedene Institutionen zusammenarbeiten, von der Landesverwaltung über das Naturmuseum MUSE bis hin zu den Gemeinden und der Universität.
  • Ein wissenschaftlicher, intersdisziplinärer Ansatz ist notwendige Voraussetzung für jegliche Folgemaßnahme. Die Entnahme einzelner Tiere ist kein grundsätzliches Tabu. Allerdings darf eine solche erst dann erfolgen, wenn sich die Vorsorge- und Schutzmaßnahmen als erfolglos erwiesen haben. In Südtirol verbeißt man sich indessen in die Vorstellung eines “wolfsfreien Landes” und setzt auf diese – typisch für Vorwahlzeiten! – Illusionsstrategie. Illusion auch deshalb, weil der Wolf nicht vor den Landesgrenzen Halt macht. Daher zielt auf Staats- und auf Unionsebene die Gesetzgebung in Richtung des Zusammenlebens zwischen Mensch und Wolf.
  • Dem Südtiroler Bauernbund ist deshalb in seinen Forderungen deutliche Mäßigung dringend angeraten. Es liegt auf der Hand, dass er die Frage von Bär und Wolf in ihrem politischen Druck- und Erpressungspotenzial nutzt, um den Landesrat in Schach zu halten.

In dieser allgemein aufgeheizten Stimmung raten wir zu einer sachlichen Debatte.

Ein Managementplan, Unterstützung in Prävention, Schutz und im Falle eventueller Schäden, wissenschaftliches Monitoring und Schaffung von Synergien sowie eine effektive Kommunikation wären notwendige Bausteine einer sinnvollen Gesamtstrategie, die wir der der Landesregierung empfehlen.

Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa

                                                                                                                     Bozen, 31.08.2018

Orso e lupo sulla lista degli abbattimenti?

Meglio un piano gestionale che l’allarmismo isterico.

 

Da giorni si discute sulla comparsa di orso e lupo in Alto Adige e sui numerosi attacchi susseguitisi nel corso dell’estate. Agitazione e rabbia da parte degli allevatori coinvolti sono più che comprensibili: anche se per ora è disponibile solo una parte dei risultati delle analisi, non ci sono dubbi che almeno alcune delle pecore e dei vitelli uccisi nelle zone del Sassopiatto, sul passo Fedaia, in Val di Fassa e in Val D’ultimo siano state uccise dai lupi. L’agitazione mediatica e il desiderio di giustizia fai da te sono però da arginare:

  • I danni provocati dagli orsi sono calati in modo evidente nella nostra provincia dal 2014 al 2016. In questi ultimi anni sono stati documentati solo danni minimi provocati da attacchi agli allevamenti e non sono state registrate aggressioni nei confronti delle persone. Con una gestione adeguata il “problema orso” può essere arginato facilmente e viene regolato in maniera corretta dall’ufficio competente.
  • Diversa è la situazione della crescente presenza del lupo: i ripetuti attacchi mettono in pericolo intere aree dedicate all’alpeggio al confine con il Trentino. Per questi casi sono necessari dei rilevamenti accurati per individuare dei provvedimenti adeguati.
  • Bisogna aver ben presente che il lupo è una specie autoctona anche sulle Alpi e il suo ritorno è un fenomeno naturale, non è dovuto a nessuna „reintroduzione forzata“ ed è il segno di una crescita della biodiversità. Esistono infatti efficaci strategie di prevenzione e riduzione del danno che in altre regioni, compreso il vicino Trentino, hanno dato risultati positivi: recinzioni elettrificate, raduno delle greggi nelle ore notturne, utilizzo di cani pastore, modifiche delle modalità del pascolo e così via. Non risulta che queste misure siano state ancora adeguatamente utilizzate nella nostra provincia.
  • Al contrario qui da noi viene addirittura rifiutato un accompagnamento scientifico del fenomeno. La proposta dei Verdi a questo proposito di adibire un tavolo di lavoro scientifico sui grandi predatori è stata bocciata nel 2014 per pochi voti. Eppure il discorso è più che mai attuale: occorre superare la logica dell’emergenza e la gestione affidata semplicemente all’ufficio caccia e pesca, che in queste condizioni è sovraccaricato di un compito troppo grande per un solo ufficio. Serve invece una sinergia tra diverse istituzioni volta a creare un servizio che metta in comunicazione e collaborazione le diverse competenze. Esemplare è l’esperienza del Trentino, dove collaborano diverse istituzioni, dall’amministrazione provinciale con il Servizio fuanistico affiancato dalla Fondazione Mach, fino al Museo di scienze naturali (MUSE), i Comuni interessati e il Parco Adamello Brenta.
  • Una risposta tecnico scientifica adeguata e l’adozione di misure di prevenzione e contenimento sono la condizione indispensabile per ogni ulteriore passo. Gli abbattimenti non sono un tabù insormontabile, tuttavia qualsiasi ipotesi di questo tipo non potrà mai essere indiscriminata e deve essere sottoposto alla precisa condizione che siano state adottate prima tutte le misure preventive possibili e che esse si siano rivelate inefficaci. Agitare dunque l’idea di un Sudtirolo “libero da lupi” e quindi sottovalutare la necessità di adottare le misure preventive a disposizione vuol dire coltivare una pericolosa illusione. E di illusione si tratta perché il lupo non conosce i confini della nostra Provincia e la legislazione, sia a livello statale che europeo, punta a rendere possibile la convivenza tra essere umano e lupo.
  • Al Südtiroler Bauernbund consigliamo perciò di abbassare i toni. È chiaro che sta utilizzando la questione di orsi e lupi come arma per tenere in scacco l’assessore.

Suggeriamo quindi, in questa atmosfera surriscaldata, un dibattito concreto e funzionale. Un piano gestionale, sostegno per la prevenzione, protezione e risarcimenti di eventuali danni, monitoraggio scientifico, creazione di sinergie e comunicazione efficace sarebbero le pietre miliari su cui basare una strategia complessiva e sensata. E così ci aspettiamo si muova la Giunta provinciale.

Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa

 Bozen, 31.08.2018

ZWEI LÄNDER SKIARENA: DIE NEUE MARKE STEHT FEST

PM 310817 skiarena

Die Skigebiete von Nauders, Schöneben, Haideralm, Watles, Trafoi und Sulden schließen sich bekanntlich zum größten grenzüberschreitenden Kartenverbund Nord- und Südtirols zusammen. Nun haben die Architekten der Kooperation den Namen der Skigebiets-Allianz präsentiert: Zwei Länder Skiarena.
 

Ab der kommenden Wintersaison 2017/18 ist es soweit: alle Mehrtageskarten ab zwei Tagen Gültigkeit und mehr öffnen in den beteiligten Skigebieten die Drehkreuze zu 211 Kilometern Winterspaß. Gästen von Nauders am Reschenpass bis nach Sulden im Vinschgau erschließt sich damit ein abwechslungsreiches Angebot an Wintersport-Möglichkeiten. Die Bekanntgabe dieses größten Kartenverbundes zwischen Nord- und Südtirol hat vor wenigen Monaten positives Echo ausgelöst. In den vergangenen Wochen haben die Macher des Verbundes noch an einer gemeinsamen Wort-Bild-Marke gearbeitet. Als Ergebnis dieses Prozesses wurde nun die Marke „Zwei Länder Skiarena“ präsentiert.

TURM IM RESCHENSEE UND ORTLER ALS MARKENBOTSCHAFTER

„Das Markensujet ist der visuelle Ausdruck unserer gemeinsamen Strategie. Wir präsentieren unseren Gästen eine attraktive Ski-Region, in der das sprichwörtlich Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile“, erklärten die beiden Vorstände der Bergbahnen Nauders AG, Karl Stecher und Manfred Wolf, gemeinsam mit den beiden Südtiroler Verbunds-Sprechern Andreas Lechthaler (Präsident der Schöneben AG) und Erich Pfeifer (Geschäftsführer der Seilbahnen Sulden) im Rahmen einer Präsentation. Die Wort-Bild-Marke zeigt als Symbol der gemeinsamen Region den Kirchturm von Graun im Reschensee mit dem Ortler im Hintergrund. Daneben gibt in der begleitenden Linie eine stilisierte Bergkette mit sechs Gipfeln und der Verweis auf die 211 Kilometer Wintervergnügen der Markenbotschaft eine ansprechende grafische Form.

NEUE QUALITÄTS-DIMENSION FÜR GELEBTE URLAUBSPRAXIS

Mit dem neuen Produkt des gemeinsamen Skipasses und der daraus abgeleiteten Werbelinie wollen auch die beiden an der Entwicklung beteiligten Tourismus-Organisationen Tourismusverband Tiroler Oberland und Vinschgau Marketing reüssieren. Die zentrale Werbebotschaft vermittelt neben der gemeinsamen Ski-Kompetenz auch die Attraktivität der – wenn auch durch eine Staatsgrenze getrennten – gemeinsamen Lebens-, Kultur- und Urlaubsregion. „Die Reschenregion und das Vinschgau verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Die Möglichkeit, bei uns grenzüberschreitend erholsame Zeit zu verbringen, wird von unseren Gästen schon seit vielen Jahren genutzt. Sei es im Rahmen der Vorgänger-Skipasskooperationen. Oder bei vielen anderen ganzjährigen Aktivitäten vom Langlauf bis zum Mountainbiken und Wandern.  Das Angebot im Rahmen von Zwei Länder Skiarena verleiht dieser gelebten Praxis eine neue Qualitäts-Dimension“, betonen Manuel Baldauf, Geschäftsführer von Nauders Tourismus, und Kurt Sagmeister, Direktor von Vinschgau Marketing.

Vom Erfolg der größten Skigebiets-Kooperation zwischen Nord- und Südtirol sind die beiden Touristiker jedenfalls überzeugt. Die Gäste-Reaktionen waren bereits nach der ersten Ankündigung der neuen Allianz ausgesprochen positiv. Von gezielten Marketing-Aktivitäten unter dem nun ausgearbeiteten Markendach versprechen sich die Werbeverantwortlichen dies- und jenseits des Reschenpasses weitere deutliche Impulse für die kommende Wintersaison.

 

 

150 Jahre Brennerbahn: Die Einheit Tirols auf Schiene bringen.

PM 310817 tafelVor genau 150 Jahren fuhren die ersten Züge von Innsbruck über den Brenner nach Bozen. Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, hat heute an der 150-Jahrfeier der Brennerbahn in Innsbruck teilgenommen und betont aus diesem Anlass die zukünftige Bedeutung der Eisenbahn für das Zusammenwachsen der Tiroler Landesteile.

Mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels werden Bozen bzw. Innsbruck in nur knapp 45 Minuten zu erreichen sein. Tirol rückt damit näher zusammen und auch der Arbeits- und Wirtschaftsmarkt wird dadurch wieder stärker vernetzt werden.

Die Süd-Tiroler Freiheit setzt auf eine bestmögliche Vernetzung der Tiroler Landesteile mit der Eisenbahn und spricht sich daher auch für dieFertigstellung der Reschenbahnbis nach Landeck, die Wiedererrichtung und Anbindung derTaufererbahnan die Zillertalbahn sowie fürdirekte Zugverbindungen zwischen Lienz, Bruneck und Innsbruckaus.

Bei der heutigen 150-Jahrfeier fuhr erstmals ein Railjet von Innsbruck nach Süd-Tirol und stieß auf allgemeine Begeisterung. Der Antrag der Süd-Tiroler Freiheit zur Einführung einer direkten Railjetverbindung von Bozen nach Wien ― der vom Landtag genehmigt wurde ― ist ein weiterer Schritt zur stärkeren Anbindung Süd-Tirols an das Vaterland Österreich und sollte nun so schnell als möglich umgesetzt werden.

PM 310817 knollEs gilt, die Wiedervereinigung Tirols auf allen Ebenen auf Schiene zu bringen, die Einheit Tirols muss nämlich auch auf wirtschaftlicher und menschlicher Ebene wachsen. Wenn die Menschen durch direkte und schnelle Zugverbindungen wieder einander näher kommen und der Tiroler Wirtschaftsraum durch kurze Transportwege zu einer einzigen Region verschmilzt, ist die politische Wiedervereinigung Tirols nur mehr eine Frage der Zeit.

L.-Abg. Sven Knoll.

„Schön fürs Auge, gut für die Natur“

PM 310817 apfel1Igel-Iglus und blühende Kräuter: Außergewöhnliche Ideen zur Gestaltung einer Obstwiese

Wenn nicht gerade Blütezeit ist, wird immer wieder über das Landschaftsbild diskutiert, das in Teilen Südtirols von  Baumreihen, Stützsäulen, Hagelnetzen geprägt ist. Auch das Thema der Artenvielfalt, und wie sich diese in Obstanlagen entwickelt, wird häufig hinterfragt. Diverse Studien dazu – u.a. der EURAC –  belegen diese zwar mit Daten und Fakten, aber oftmals ist das „bunte Treiben“ in der Obstwiese bei oberflächlicher Betrachtung nicht ersichtlich. Es gibt immer mehr Bauern, die zusätzlich neue Ideen entwickeln, um Artenvielfalt in ihren Obstwiesen zu fördern und diese dann in die Tat umsetzen – so beispielsweise die Bauersfamilie Platzgummer vom Lunhof in Latsch. 

Wer sich mit dem Bauern vom Lunhof in Latsch zum Gespräch verabredet, sieht sich gleich drei Generationen gegenüber: Bauer Hannes Platzgummer wird von seinem Vater Elmar ebenso begleitet wie von seinem Sohn Jonathan (3). Mit sichtlicher Freude präsentieren sie eine Obstwiese in Hanglage oberhalb des Dorfes, die sie in diesem Jahr neu angelegt haben und nach der integrierten Anbauweise pflegen. Auf rund 4.000 Quadratmetern wachsen hier die Clubäpfel Ambrosia® – und weil diese Äpfel viel Mittagssonne brauchen, prüften die Bauern schon im vorigen Sommer wochenlang genauestens, wie die Sonne um die Mittagszeit steht und wie sich ihr Stand im Lauf der Tage und Wochen vor Erntebeginn verändert. Das Ergebnis: Die locker angelegten Baumreihen fallen, ganz anders als die umliegenden anderen Bäume, im spitzen Winkel von der Konsortialstraße ab; darüber sind wie in dieser Gegend üblich die Drahtseile als Vorbereitung für Hagelnetze gespannt, entlang der Baumreihe ist Tropfberegnung vorgesehen.

Das Besondere an dieser Obstwiese ist aber ganz etwas Anderes. Wer die Kugelgasse hinaufspaziert, wird am Rand der jungen Obstwiese Steinhaufen entdecken: nach jeder zweiten Baumreihe jeweils einer – insgesamt sind es acht Haufen. Die Gebilde sind etwas höher als einen halben Meter und aus einer Vielzahl von Steinen sorgfältig aufgestockt – das kann kein Zufall sein. „Es war die Idee meines Vaters“, lacht Hannes Platzgummer, „der hat sich hier eine ganz schöne Fleißaufgabe angetan.“ Aber wie kam er bloß darauf? „Naja, als wir hier den Acker umgegraben haben und den Boden mit dem Grubber aufgelockert haben, kamen eine ganze Menge Steine ans Tageslicht“, erzählt Elmar Platzgummer. „Da war die Frage: bringen wir sie weg oder was könnten wir sonst damit tun? Und so entstand die Idee, Steinmandln draus zu machen.“

Iglu-Häuser für Igel

Die Steinhaufen sind in Wahrheit kleine Häuschen – innen hohl, kunstfertig aufgeschichtet in Gewölbebautechnik und mit kleinen Eingangsöffnungen. „Hier wäre gedacht, dass sich Kleintiere ansiedeln, zum Beispiel Igel – dann wären das richtige Igel-Iglus... Ob sie dann wirklich drin wohnen, ist schwer zu sagen“, schmunzelt Elmar Platzgummer. Bei zwei, drei dieser Igel-Iglus sind im Eingangsbereich niedergetretene Gräser zu beobachten. „Kann gut sein, dass sich hier was eingenistet hat“, freut sich Elmar Platzgummer darüber, dass sich die Arbeit gelohnt hat – denn einige Mühe haben die Iglus schon bereitet: „Da ist er schon ein paar Stunden dabei geblieben, bis die Iglus richtig standen und stabil waren“, ergänzt Sohn Hannes.

Neben den Stein-Iglus fällt noch eine bunte Blütenvielfalt ins Auge, die zwischen den Baumreihen nicht nur leuchtet und duftet, sondern auch summt und brummt: Eine Vielzahl an Schmetterlingen und noch mehr Bienen und Hummeln schwirrt hier in Scharen rund um die teils meterhohen Stauden und ihre Blüten. Malven-Gewächse, aber auch Dill und allerlei andere Gewürze gedeihen hier und sorgen für bunte Abwechslung zwischen den Jungbäumen und den reifenden Früchten.

Keine Probleme, aber ein bisschen Herzschmerz

Aber: Wie lässt sich all das mit der bäuerlichen Arbeit in der Apfelanlage vereinen? Werden die Stein-Iglus nicht zum Hindernis beim Rangieren mit dem Traktor, die Blüten und Insekten zum Problem im Umgang mit der Baumpflege? „Im Gegenteil!“ bestätigen Elmar und Hannes Platzgummer. „Gar manche haben uns gesagt: Hier werdet ihr mit Läusen Probleme bekommen und mit anderen Schadinsekten und Tieren. Aber wir stellen fest: Mit Läusen und anderen Schädlingen haben wir überhaupt keine Probleme, und für eventuelle Mäuse ist die Katze da“, sagt Hannes Platzgummer. Elmar ergänzt: „Das Einzige ist, wenn man ab und zu mit dem Traktor hineinfahren muss: Wenn ich die vielen Blüten vor mir sehe und ich weiß, jetzt muss ich drüberfahren, da hat es mir schon im Herzen weh getan.“

Glücklicherweise stehen die Kräuter immer wieder auf, solange die Stängel nicht zu verholzt sind. „Es ist einfach etwas Schönes fürs Auge und auch gut für die Umwelt“, stellt Elmar Platzgummer fest. Vermutlich wird er sich auch für weitere Neuanlagen etwas Besonderes einfallen lassen. Seine Freude dran hat auch Enkel Jonathan, der die Iglus regelmäßig nach Bewohnern inspiziert – und der es jetzt eilig bekommt und voraus auf den Traktor klettert: „Komm Opa, wir müssen Mulchen!“

FH solidarisch mit Bauernbundobmann Tiefenthaler

PM 310817 freiheitlGroßraubwild nicht mit Südtirols Almwirtschaft vereinbar

Bozen - „Landesbauernbundobmann Leo Tiefenthaler betreibt alles andere als Panikmache wenn er in der derzeitigen Ausbreitung der Wolfs- und Bärenpopulationen den Untergang der Südtiroler Almwirtschaft in Gefahr erkennt.“ so der freiheitliche Parteiobmann Andreas Leiter Reber in einer Aussendung.

„Unabhängig des ökologischen und touristischen Stellenwerts den die Almen in Südtirol einnehmen, scheinen viele Befürworter von Wolf und Bär nicht zu begreifen, dass die Nutztierhaltung auf den kleinstrukturierten Bauernhöfen in Südtirol existenziell von der Almwirtschaft abhängig ist. Über 30 Prozent der gesamten Landesfläche Südtirols wird von den beweideten Almflächen eingenommen, allein daran ist ihre große wirtschaftliche Bedeutung für unsere Viehhaltungsbetriebe ablesbar. Der für ausreichenden Schutz vor Wölfen notwendige Personalaufwand und die entsprechenden Schutzmaßnahmen sind beim Gelände, Umfang und der Struktur der Südtiroler Almen unrentabel und würden einen landwirtschaftlichen Betrieb derart belasten, dass sich eine Almbeweidung nicht mehr rechnet. Ein endgültiges Wegfallen der Almweiden könnte nur durch den Import enormer Futtermengen ausgeglichen werden, der die meisten Bergbauernhöfe ebenso zur Aufgabe zwingen würde.“ mahnt Leiter Reber.

„In ganz Europa sind Wolf und Bär auf dem Vormarsch, was beweist, dass die mit großem finanziellem Aufwand betriebenen Projekte zur Wiederansiedelung erfolgreich waren. Gerade im Sinne eines verantwortungsvollen Artenschutzes kann Großraubwild nur in jenen Gebieten einträchtig angesiedelt und heimisch werden, die aufgrund ihrer Größe, Besiedelung und landwirtschaftlichen Nutzung dafür geeignet sind – die Südtiroler Almen kommen dafür nicht in Frage!

Die Südtiroler Landesregierung ist aufgefordert den Südtiroler Bauernbund zu unterstützen, sich klar gegen eine Ausbreitung von Wölfen und Bären auszusprechen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Der heurige Almsommer geht bereits zu Ende, aber es muss jetzt auf römischer und europäischer Ebene interveniert werden, um die Bewirtschaftung unserer Almen und den Fortbestand unser bäuerlichen Betriebe auch morgen noch garantieren zu können. Auch ein gemeinsames Auftreten der Europaregion Tirol ist hier mehr als angebracht. Wir Freiheitliche sind bereits aktiv und werden auch in Österreich um Unterstützung für den Erhalt der Almwirtschaft suchen.“ so der freiheitliche Parteiobmann abschließend.

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