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Lebensmittelverschwendung: Landesregierung bringt Gesetz auf den Weg

PM 070218 lebensmittelSüdtirol unterstützt bereits seit einigen Jahren Initiativen gegen die Lebensmittelverschwendung. Ein neues Landesgesetz soll diese Anstrengung verstärken.

In Italien landen jedes Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 8 Milliarden Euro im Müll und rund 1,4 Millionen Tonnen landwirtschaftliche Erzeugnisse werden erst gar nicht geerntet. Zwei Millionen TonnenLebensmittelwirft die Industrie weg, 300.000 Tonnen das Gastgewerbe. "In unserer Gesellschaft ist scheinbar das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln sehr zurück gegangen. Mit demGesetzentwurf, den wir heute (6. Februar) beschlossen haben, stellen wir uns diesem Trend entgegen, schaffen zielführende rechtliche Grundlagen und sensibilisieren vor allem zu einem sorgsamen Konsum", sagte SoziallandesrätinMartha Stockernach der Sitzung der Landesregierung. Diese hatte sich darauf geeinigt, Initiativen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und von anderen Produkten – dazu gehören Medikamente, Produkte für die Körperpflege und Reinigung, aber auch Kleidung - zu fördern.

"Wir unterstützten Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, überschüssige Produkte zu sammeln und sie Bedürftigen zu spenden. Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut, wir sorgen auch dafür, dass überschüssige Produkte wirtschaftlich aufgewertet werden", erklärte Stocker und gab zu bedenken, dass für die Herstellung eines jeden Lebensmittels wertvolleRohstoffewie Wasser und Arbeitskraft notwendig seien. Gelingt es, dieLebensmittelverschwendungeinzudämmen, werde auch mit ihnen sorgsamer umgegangen.

Der Landesgesetzentwurf zur "Förderung von Initiativen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und anderen Produkten" ist ein weiterer Schritt auf einem Weg, den Südtirol schon seit mehreren Jahren beschreitet. So unterstützt das Land schon seit Längerem Projekte desBanco Alimentareund des VereinsVolontarius, mit denen die Sammlung und Weitergabe von Lebensmitteln und Medikamenten gefördert werden. "Unser Ziel ist jetzt eine verstärkte Bewusstseinsbildung und die Sensibilisierung der Bevölkerung, der Unternehmen, aber auch derGastronomie", sagte Stocker. Die Initiativen sollen von einfachen Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu gezielten Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen der Konsumenten und der Förderung des Mitnehmens von übriggebliebenem Essen reichen. Darüber hinaus schaffe der Gesetzentwurf Klarheit darüber, welche Regeln und Verfahren bei der Sammlung, Lagerung und Weitergabe überschüssiger Lebensmittel und Medikamente einzuhalten sind.

An der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs, der auch auf die Entschließung des Europäischen Parlaments zum Thema "Schluss mit der Verschwendung von Lebensmitteln – Strategien für eine effizientereLebensmittelversorgungskettein der EU" zurückgeht, waren alle Vereine und Verbände eingebunden, die in Südtirol im Bereich der Sammlung und Verteilung von Lebensmittelüberschüssen und Medikamenten tätig sind, zu den Treffen eingeladen waren auch der Hotelier- und Gastwirteverband HGV und der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol HDS. Zur Planung, Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen wird nun einKoordinierungstischeingerichtet, die Mitglieder dieses Tisches wird Stocker nach Genehmigung des Gesetzes durch den Landtag ernennen.

ep

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