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Wo sind die Ärzte?

s4 1837Mals - Den zwei Gemeindeärzten Raffaela Stocker und Josef Stocker flatterte Ende 2016 eine unerwartete Kündigung der Räumlichkeiten ihres Arztambulatoriums im Alten- und Pflegeheim Mals ins Haus - unterzeichnet vom Bezirkspräsidenten Andreas Tappeiner. Warum?

von Erwin Bernhart

Wo seid ihr jetzt? Warum seid ihr nicht mehr im Altersheim? Warum seid ihr da weggegangen? „Eis schaugs a lei af enk!“


Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen hat in den letzten Wochen fast mehr Zeit in Anspruch genommen als die Behandlung ihrer Patienten. Raffaela Stocker und ihr Bruder Josef Stocker haben bis vor kurzem ihre Gemeinschaftspraxis im Altenheim von Mals betrieben.
Das Martinsheim von Mals gilt als idealer Standort nicht nur für die kontinuierliche  Betreuung der Senioren im Heim, sondern auch für die Patienten von Auswärts: zentral gelegen, leicht erreichbar, Parkplätze und Apotheke in unmittelbarer Nähe.
Die gebürtige Malserin Raffaela Stocker hat vor sechs Jahren ihren Arbeitsplatz von Stilfs/Sulden nach Mals verlegt, um dort gemeinsam mit ihren Bruder Josef eine Gemeinschaftspraxis betreiben zu können, da der langjährige Amtsarzt Martin Brugger in Pension gegangen ist.
Nach einigen Hürden und Widerständen der Führung des Alten- und Pflegeheimes konnte das Ärztegeschwisterpaar das Ambulatorium im Martinsheim über die Bezirksgemeinschaft anmieten. Damit konnte eine Malser Tradition fortgeführt werden.
Gemietet wurde die Praxis von der Bezirksgemeinschaft nach Landestarif und Entrichtung stolzer Betriebskosten an das Alten- und Pflegeheim Mals.
In anderen Gemeinden ist es üblich, dass die Ärzte von Seiten der Gemeinde großzügig unterstützt und gefördert werden. Leider war es und ist es in unserem Fall, sagen die Geschwister Stocker, nicht so.
Mit dieser Tradition ist nun gebrochen worden. „Aus heiterem Himmel ist die Kündigung ins Haus geflattert“, sagt Raffaela Stocker. Die zwei Ärzte haben sich in die Malser Ortweinstraße zurückgezogen und dort mit nicht geringem finanziellen und organisatorischen Aufwand die Gemeinschaftspraxis aktiviert.
Der Kündigungsfrist sind sie zuvor gekommen, indem sie ihrerseits gekündigt haben und in die Ortweinstraße umgesiedelt sind.
Bezirkspräsident Andreas Tappeiner sagt, dass die Kündigung auf Wunsch der Altersheimleitung und der Sanitäts-Bezirks-Direktorin Irene Pechlaner erfolgt sei. Diese möchten die Räumlichkeiten für die Ärzte, die die Betreuung des Altersheimes übernehmen sollen, reservieren. Man habe, so Tappeiner, gekündigt, um einer, so wie es im Vertrag drinnen steht, stillschweigenden Vertragsverlängerung von weiteren sechs Jahren zuvorzukommen.“

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