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Protest der Vinschger Amtsärzte wirkt

s4 impfVinschgau - Der geharnischte Brief der Vinschger Amtsärzte zur Impfpflicht hat Wirkung gezeigt. Der Brief ging an den Landeshauptmann Arno Kompatscher, die Landesrätin Martha Stocker, den Generaldirektor des Sanitätsbetriebes Thomas Schäl, die Direktorin des Gesundheitsbezirkes Meran Irene Pechlaner, den Verantwortlichen des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Bezirkes Meran Simone Schmorak.


Die Vinschger Amtsärzte empörten sich über die Generaldirektion und der Sanitätsdirektion und schrieben unter anderm: „Am 14 Juni haben wir OHNE jegliche Information und vorherige Besprechung vom Südtiroler Sanitätsbetrieb die schriftliche Anweisung erhalten, dass ab 1. Juli 2017 das neue Impfdekret anzuwenden sei. Keiner von uns war in die Planung der lmpfkampgne miteinbezogen worden. Die beleidigenden Unterstellungen von Seiten der Generaldirektion und der Sanitätsdirektion, dass sich die Ärzte aus ihrer Verantwortung stehlen und ihren Aufgaben nicht gerecht werden wollen, sind fehl am Platz. ln den Städten und in vielen Gemeinden gibt es eigene lmpfzentren. ln der Peripherie hingegen trägt der Amtsarzt die alleinige Verpflichtung und Verantwortung, die lmpfungen durchzuführen. Zu glauben, dass Tausende von Impfungen nur so nebenbei verabreicht werden können, ist eine Blauäugigkeit von Seiten des Sanitätsbetriebs und eine Unverantwontlichkeit ohnegleichen. Wir schaffen es aus zeitlichen und organisatorischen Gründen und unter Einhaltung der rechtlichen Korrektheit nicht, die vielen Tausend zusätzlichen lmpfungen laut dem neuen Dekret zu übernehmen. Der Sanitätsbetrieb wusste seit längerer Zeit, was das Impfdekret beinhaltet. Um eine derart große Impfaktion auf die Beine zu stellen, braucht es eine rechtzeitige Planung und Organisation. Es ist sicherlich keine Lösung, eine bereits überforderte Berufsgruppe durch einen einseitigen Beschluss in die Verantwortung zu zwingen und sie dann als Sündenbock hinzustellen. Eine Lösung wäre die Einrichtung eigener Impfzentren in allen Sprengeln, so wie dies bereits in den Städten und in einigen Gemeinden gemacht wird. Im Interesse der Patienten fordern wir eine sofortige Aussprache mit den Verantwortlichen des Sanitätsbetriebes, damit eine einheitliche Lösung zum Problem lmpfen in Südtirol ausgearbeitet wird. Sollte das nicht passieren und sollte man wieder über unsere Köpfe hinweg entscheiden, bekräftigen wir hiermit unseren Beschluss im Rahmen der Amtsarzttätigkeit, den Impfdienst nicht mehr zu übernehmen und mit 1. August 2017 geschlossen von unserer Amtsarzttätigkeit zurückzutreten.“
Die Aussprache erfolgte promt am vergangenen Montag in Latsch. Es wurde folgender Kompromiss gefunden: Von Seiten der Verantwortlichen  des Dienstes wurde versichert, dass ab dem 1. Oktober in Schlanders ein Impfzentrum für den Mittelvinschgau eingerichtet wird, in dem extra eingestellte Ärzte für eine Entlastung der Amtsärzte sorgen. Im Gegenzug  werden diese die Impfungen bis 1. Oktober wie bisher tätigen.
Für den Obervinschgau soll es ab 1. Jänner 2018 im Sprengel Mals auch  ein voll funktionierendes Impfzentrum geben, wo die Obervinschger Amtsärzte in Turnussen impfen, untestützt von Sanitätsassistentinnen, die das Organisatorische übernehmen. Als Entlsatung wurden auch für Mals eigene Ärzte des Hygienedienstes in Aussicht gestellt. Sollten die versprochenen Entlastungen nicht wie vereinbart eintreten, behalten sich die Amtsärzte nach wie vor die Option vor, den Impfdienst zu kündigen.

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