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„Nicht nur einsteigen und Gas geben“

s46 gocartEr sitzt wenige Zentimeter über dem Boden in einem Kart, ist voll fokussiert, gibt Gas und versucht den schnellsten Weg durch die Schikanen zu finden. Die Rede ist von Markus Schuster aus Schlanders.  Der 33-Jährige gehört zu den besten Go-Kart Fahrern des Landes und kürte sich vor wenigen Wochen zum Landesmeister im Autoslalom. Dass es in der Motorsportszene nicht bloß um „einsteigen und Gas geben“ geht, sondern viel mehr dahinter steckt, wird in seinen Erzählungen schnell klar.

Von Sarah Mitterer

Egal ob Michael Schumacher oder der aktuelle Weltmeister Lewis Hamilton. Sie alle haben einst ihre Motorsportkarriere im Kindesalter im Go-Kart gestartet und sich dann in die Königsklasse hinaufgearbeitet.

Auch Markus Schuster entdeckte bereits im zarten Alter von sieben Jahren seine Liebe zur Geschwindigkeit. Für ihn war das damals nur ein Spaß, zu jener Zeit hatte er noch nicht gedacht, dass er später einmal an verschiedenen Rennen teilnehmen und um Siege mitfahren würde. Als Jugendlicher nahm er schließlich an einigen Autoslaloms teil, doch mit 18 Jahren galt sein Interesse dem „Auto Tunning“, bei dem er einige Erfolge feiern konnte. „Doch den Motorsport habe ich nie vergessen“, erzählt Schuster. Schließlich kehrte er mit 25 Jahren zurück zu seiner großen Leidenschaft, dem Go-Kart fahren (125 cc – höchste Rennklasse). Zunächst reiste er mehrmals nach Bozen und drehte einige Runden im Safety Park. Ein Jahr später nahm er an seinem ersten Rennen auf der Rundstrecke teil. „Viele verwechseln diesen Sport mit dem Freizeitfahren. Doch das ist nicht zu vergleichen. Denn die Freizeit Go-Karts erreichen nicht solche Geschwindigkeiten wie ein professionelles Renn-Kart, das schon einmal auf ein Tempo von über  130 km/h kommt!“ erklärt er.
Dass der Motorsport zum Höchstleistungssport gehört, merkt man auch als der Schlanderser von seinem Training erzählt: „Die meisten Leute glauben man muss nur einsteigen und Gas geben. Doch es braucht viel mehr in diesem Sport!“ Denn um mit der Spitze mithalten zu können, benötigt man einiges an körperlicher Fitness. Daher musste der Kfz-Mechaniker (Auto O.K. Schlanders) seine Ernährung umstellen, verlor an Gewicht, arbeitet mittlerweile mehrmals in der Woche an seiner Ausdauer und absolviert ein Spezialtraining mit Martin Stark (ProActive Südtirol) zur Verbesserung der Körperspannung.
Da Schuster, wie er erzählt, sich unter Druck nicht richtig konzentrieren könne, suchte er nach einer Lösung und entschied sich an kleineren Wettbewerben mit geringeren Budgets teilzunehmen, um dort die nötige Konzentration für die Rennen auf der Rundstrecke zu erlangen. So fiel seine Entscheidung, wie bereits in seiner Jugendzeit, an Autoslaloms  in Südtirol teilzunehmen. Und dieser Entschluss war goldrichtig, wie er vor wenigen Wochen bewies. Er sicherte sich den Landesmeistertitel im Autoslalom in der Klasse der Go-Karts.
Eines wurde im Gespräch mit dem neuen Landesmeister schnell klar: Im Motorsport gehört viel mehr dazu als nur Gas geben und bremsen. Es erfordert Mut, Reaktionsvermögen und enorme Fitness. Und genau diese Eigenschaften besitzt Schuster, weshalb sein Erfolg mehr als verdient ist.

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