Dienstag, 09 Juni 2020 13:01

„Wieso sollte man Geld hinauspulvern?“

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Gemeinderat Glurns: Einstimmig für die Auflösung und für die Liquidation der Rambach Konsortial GmbH Gemeinderat Glurns: Einstimmig für die Auflösung und für die Liquidation der Rambach Konsortial GmbH

Glurns - Mit einem Verwaltungsüberschuss von rund 540.000 Euro schließt die Stadtgemeinde Glurns ihr Haushaltsjahr 2019. Davon sind 379.000 Euro frei verfügbar. Für die Abschlussrechnung gab es bei der Ratssitzung am 27.Mai von der Rechnungsrevisorin Manuela Aondio. „Wir haben eine stabile Finanzsituation“, sagte Gemeindesekretär Georg Sagmeister. Gemeinsam mit BM Luis Frank gab es höchstes Lob für die Buchhaltung, die Petra Windegger betreut. Als Vergleich - von Stadt zu Stadt sozusagen - gab es einen Seitenhieb von Sagmeister: „Wenn die Gemeinde Bozen einen Verwatlungsüberschuss von 100 Millionen Euro ausweist, dann heißt das, dass nicht viel getan worden ist.“ Um auch in die Finanzsituation Stabilität zu bringen, sei, so Sagmeister, die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Taufers und Graun enorm wichtig. Die Verwaltungseinheit sei im Februar genehmigt worden und man habe dafür 310.000 Euro für die verbleibenden 10 Monate erhalten. „Wir müssen von dem weg, dass jede Gemeinde herummurkst“, sagte Sagmeister wörtlich.
Um Finanzstabilität ist es auch beim Tagesordnungspunkt „Auflösung der Rambach Konsortial GmbH und Einleitung der Liquidation“ gegangen. BM Frank betonte, dass die Konzession vom Konzessionsgewinner Hannes von Hepperger erworben werden konnte. Die Quotenverhandlungen mit der Rambach Konsortial GmbH habe für die Glurnser dann einen Anteil von 20% ergeben. Für den Bau waren die umliegenden Gemeinden durchaus skeptisch, wegen des niedrigen Strompreises. Im Konsortium sei immer klar kommuniziert worden, dass das Konsortium nach dem Bau aufgelöst werde. Es habe, so Frank, Unstimmigkeiten mit der Gemeinde Mals gegeben. Mit dem Bozner Steuerberaterbüro Winkler&Sandrini habe man die Richtung ausbaldowert: Nach der Auflösung und der Liquidation des Konsortiums werde die Gemeinde Taufers das Werk verwaltungsmäßig führen und technisch werde bereits der Probebetrieb von VION begleitet. Man erwarte sich eine Jahresproduktion von 22 Millionen Kilowattstunden. VION habe ein Angebot zur Stromabnahme zu einem Fixpreis von 45 Euro pro Megawattstunde für 1,5 Jahre geboten. „Dann wäre das kostendeckend“, sagte Frank. Sagmeister sekundierte mit Berechnungen „Hauptpunkt des Streites sind die Abschreibungen. Bei der öffentlichen Buchhaltung sind keine Abschreibungen vorgesehen.“ Sagmeister sagte, dass es effizient wäre, wenn die Konzession auf eine Gemeinde laufe. Frank legte noch drauf: „Wieso sollte man Geld hinauspulvern?“. Damit dürfte die Konfrontation mit der Gemeinde Mals komplett sein. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates von Taufers, war auch der Beschluss in Glurns einstimmig. (eb)

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