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Dienstag, 10 Dezember 2019 14:23

Angst vor Weihnachten?

Zum Nachdenken - von Pater Urs Maria Stadelmann - Nun sitze ich in meiner Mönchszelle und versuche die gewünschten Zeilen über das bevorstehende Weihnachtsfest niederzuschreiben. Schreiben kann herausfordernd sein. Vielleicht gehört es darum auch zum klösterlichen Leben dazu? Kaum von ungefähr schreibt der hl. Benedikt von Nursia (+547) in seiner Regel, dass der Abt seinen Mönchen alles Notwendige geben soll, wozu eben auch der Schreibgriffel gehörte (vgl. Benediktsregel 55,19). Der Wandel der Zeit ging jedoch auch an den Klöstern nicht spurlos vorbei und der Griffel wurde wohl oder übel durch den Computer ersetzt. Also definitiv nichts mehr mit dem Schreiben auf Wachstafeln im romantischen Kerzenlicht - sogar im Kloster. Die guten alten Zeiten sind vorbei und wir gehen in rasantem Tempo auf eine unbestimmte Zukunft zu. Da könnte man es geradezu mit der Furcht zu tun bekommen. Wer kennt es nicht, dieses unangenehme Gefühl im Bauch, wenn man ins Ungewisse blicken muss? Ähnliches hat bereits Maria vor gut 2000 Jahren erfahren, als ihr der Erzengel Gabriel erschien und ihr einen Sohn verheißen hatte. Diese Botschaft war so ungeheuer für die Jungfrau Maria, dass sie selber erschrak. „Fürchte dich nicht“, waren die Worte des Erzengels auf ihren Schreck. Die Furcht war anscheinend auch im Leben Mariens präsent. Ob Maria auch Angst verspürte?
Zumindest vielen Eltern dürfte die Angst um ihre Kinder bekannt sein. Auch dazu gibt es eine passende Erzählung in der Heiligen Schrift.
Als Josef und Maria vom alljährlichen Paschafest in Jerusalem wiederum nach Nazareth reisten, bemerkten sie nach einer Tagesreise, dass der zwölfjährige Jesus sich nicht wie angenommen unter den Verwandten und Bekannten befand. Jesus blieb nämlich ganz unbemerkt im Tempel zurück und wurde erst nach drei Tagen wiedergefunden. „Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.“ (Lk 2,48). War das nun Furcht, Angst oder schlicht ein Ausdruck elterlicher Fürsorge? Dies mag nach einer eher müßigen Frage klingen doch scheint es mir s52 i 01beachtenswert, dass in der Weihnachtserzählung öfters von Furcht die Rede ist, doch niemals von Angst. Auch die Hirten auf dem Feld sollten sich nicht fürchten (vgl. Lk 2,10). Doch was meint nun Angst?
Ein Beispiel von Angst wird uns ebenfalls im Lukasevangelium geschildert, in der Erzählung von den Knechten, denen ihr Herr eine ansehnliche Summe anvertraute, mit der sie in seiner Abwesenheit wirtschaften sollten (vgl. Lk 19,11ff). Tatsächlich tat dies auch der Großteil der Knechte mit großem Erfolg. Nur von einem Knecht heißt es, er habe das Geld in einem Schweißtuch verwahrt und in der Erde vergraben. Der Grund war: Er hatte Angst vor seinem strengen Herrn. Mit der Vorgehensweise dieses Knechtes war der Herr jedoch ganz und gar nicht zufrieden. Auch er hätte Handel betreiben oder das Geld zumindest auf der Bank anlegen sollen. Doch er tat es nicht, weil er eben Angst hatte. Die Angst hat daher etwas Lähmendes an sich, sie hindert den Menschen, Initiativen zu ergreifen und lässt ihn manchmal sogar Wesentliches im Leben verpassen.
Bei der Furcht hingegen, die uns in der Weihnachtserzählung im Zusammenhang mit Maria und den Hirten begegnet, verhält es sich nicht so. Es trat keine Lähmung ein, sondern es tat sich eine ganz neue Wirklichkeit auf, auch wenn diese für Maria und die Hirten im ersten Augenblick noch nicht fassbar erschien. Die Furcht ist konstruktiv und öffnet die Zukunft, die Angst hingegen hemmt und hat stets etwas Bedrohliches an sich. Bestimmt hatte der hl. Petrus Angst, als er auf dem Wasser Jesus entgegengehen wollte und dann zu sinken drohte. „Er schrie: Herr, rette mich!“ (Mt 14,30). Konnte Petrus denn nicht schwimmen? Ganz im Gegenteil, er war Fischer von Beruf und es war Petrus, der dem Auferstandenen ans Ufer vom See von Tiberias entgegen geschwommen ist (vgl. Joh 21). Die Angst bringt somit noch eine Eigenschaft mit sich: Sie raubt die Hoffnung, neigt zur Extreme und gaukelt dem Menschen gerne vor, er befinde sich in einer existenziell aussichtslosen Situation.
Aussichtslos war die Situation hingegen vor der Menschwerdung Gottes. Gerade Gott ist es, der dem verlorenen Menschen entgegengekommen ist, um ihm die Fülle der Lebensfreude zu schenken (vgl. Joh 17,13). Die weihnachtliche Zeit bietet dem Menschen somit alljährlich die Gelegenheit, über das tiefe Geheimnis der Menschwerdung und der Erlösung nachzudenken. Dies darf durchaus mit einer gewissen (Ehr-)Furcht geschehen. Unpassend ist nur eines: Die Angst. Denn das Licht ist gekommen, um die Finsternis zu vertreiben (vgl. Joh 1,5). Dies sollten wir niemals vergessen, nicht einmal in unseren tiefsten Ängsten und Nöten. Denn es ist letztendlich die vollkommene Liebe, welche die Ängste vertreibt (vgl. 1 Joh 4,18). Und diese Liebe Gottes kam zu uns verborgen und unscheinbar im Jesuskind.

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:19

Der Zauber der Adventszeit

Rabland - Zu einem „musikalischen Nachmittag zur Einsimmung in den Advent“ hat die Katholische Frauenbewegung von Rabland am Samstag vor dem ersten Adventsonntag eingeladen. Der Einladung sind viele Rablander in den festlich geschmückten Geroldsaal gefolgt. Für stimmige Musik haben die Frauensiggruppe „Vokal“, „Die Sumserinnen“, Helli und s51 1786Peter und Manuel Lampugnani gesorgt. Annemarie Erlacher, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in Rabland, hat zur Adventszeit passende Texte vorgetragen, von denen sich die Rablander in ihre Kindheitserinnerungen versetzen ließen. Mit selbstgebackenen Kuchen und mit Kaffee versüßten dann die Frauen vom Vorstand die rund 100 Senioren, Eltern mit Kindern und der Frauenbewegung Wohlgesinnten. Mit viel Einsatz und mit viel selbstlosem Engagement bedienten Marianne Vent, die Stellvertreterin der Katholsichen Frauenbewegung und die Mitarbeiterinnen Maria Gstrein, Tilla Illmer, Anni Gerstgrasser, s51 1796s51 1780Roswitha Gerstgrasser, Annemarie Mitterer und Ida Zischg die Leute, die sich in der adventlich atmosphärischen Umgebung prächtig zu unterhalten verstanden. Die bereitgestellten Adventskränze fanden Wohlgefallen. Lobende Worte für die Initiative und allgemein für den Einsatz der Katholischen Frauen das gesamte Jahr über fand Gemeinderefernt Hartmann Nischler in einem kurzen Statement.
Der Reinerlös aus der Veranstaltung kommt einem guten Zweck zugute. Die Spende geht an die Familie des bei einem Freizeitunfall tödlich verunglückten Thomas Oberperfler aus Partschins. (eb)

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:18

Der Nikolaus kommt zweimal

Prad am Stilfserjoch/Nikolausumzug - Der Nikolaus kommt auch in Prad, ebenso wie in anderen Orten, in der Nacht vom 5. Dezember und bringt Geschenke für alle braven Kinder. Insgesamt drei Nikoläuse machen Hausbesuche im Hauptort und der Agumser Nikolaus zieht dort von Haus zu Haus. In Prad kommt der Nikolaus am Dorfplatz aber schon am Tag zuvor, am 4. Dezember. Da findet der traditionelle Koatlacker Nikolausumzug statt. Nach Einbrechen der Dunkelheit startet der Nikolaus mit den 15 Engeln, dem Rutenträger und einem Ziehwagen mit den Nikolaussäckchen genau um 18 Uhr von der Schmiedgasse in Ortsteil Koatlack. Der Nikolauszug mit den beiden Lichtträgern und dem Buchträger geht zu Fuß der Hauptstraße entlang vom Ortsende bis fast zum Ortsanfang, um dann über die Silbergasse zum Hauptplatz zu gelangen. Auf dem Weg geht der Nikolaus auf die Schaulustigen am Straßenrand zu, gibt allen die Hand und wünscht alles Gute. Die Engel verteilen Nüsse und Mandarinen. Der Nikolaus mit den Engeln repräsentiert das Gute, das Freundliche, das Helle. In einem bestimmten Abstand zum Nikolauszug kommt dann eine Horde von 100 Tuifl mit sechs geschmückten Wägen. Sie stellen die Mächte des Bösen und der Finsternis dar. Mit ihren Larven wollen sie die Menschen erschrecken. Sie schlagen die Besucher, machen Lärm, sind unberechenbar. Begleitet wird der Zug von einem Zwickesel und zwei Fuhrmännern, die mit ihren Peitschen knallen. Am Dorfplatz tritt zuerst der Nikolaus mit seinen Begleitern auf, erzählt die Nikolausgeschichte, spricht ein Gebet und singt ein Lied. Dann wird der Platz frei gemacht für die Tuifl und ihr lautes Gehabe. (hzg)

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:18

Prämierter Käse

Penaudalm - Beim ITALIAN CHEESE AWARD wurden Ende Oktober in Verona die 33 besten Käse Italiens prämiert. Mit dabei der Senn Trientbacher Felix von der Penaud Alm im Schnalstal - als einzige Südtiroler Alm nominiert. In der Kategorie „Stagionato“ erreichte der „Bergkönig“ das Finale. Der 1-jährig gereifte Bergkäse schaffte den Sprung unter die drei besten Käse Italiens. Die Senner Trientbacher Felix und Linser Maria durften mit großer Freude den Preis im VERDI Auditorium der Messe Verona entgegennehmen.

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:17

Neujahrskonzert 2020

Kulturhaus Karl Schönherr - Schlanders - Neujahrskonzert 2020: Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg in Schlanders
Das Orchester gilt seit drei Jahrzehnten als einer der bedeutendsten musikalischen Botschafter Russlands und gastiert regelmäßig mit Solisten von Weltrang in den wichtigsten europäischen Konzerthäusern.
Mit dem Programm „Petersburger Schlittenfahrt“eröffnen die 40 Musiker/innen zusammen mit zwei Solisten mit einem glanzvollen Konzert im Kulturhaus Karl Schönherr das neue Jahr. Unter der Leitung von Juri Gilbo, einer charismatischen Musikerpersönlichkeit, spielen sie u.a. Werke von Mozart, Bizet, Puccini, Verdi, Donizetti, Kalman, Herman…
Die von der Presse als „Russischer Edelstein“ gefeierte Sopranistin Diana Darnea und der sibirische Bass Igor Storozhenko singen Arien und Duette aus bekannten Opern, Operetten und Musicals.
Freuen Sie sich auf die „Petersburger Schlittenfahrt“ und lassen Sie sich von der Russischen Kammerphilharmonie schwungvoll ins Jahr 2020 begleiten!

Karten sind im Büro des Kulturhauses und an der Abendkasse ab 19.00 Uhr erhältlich. Vormerkungen: Telefon 0473 732052 oder kulturhaus@schlanders.it

Unterstützt vom Amt für deutsche Kultur, der Marktgemeinde Schlanders, der Raiffeisenkasse Schlanders, der Fa. Pedross AG und von Parkhotel „Linde“.

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:15

Bunter Adventmarkt der Lebenshilfe

Schlanders - Am ersten Adventsonntag gibt es immer den Markt der Lebenshilfe im Haus Slaranusa in Schlanders. Die Behindertenwerkstatt präsentiert verschiedene Produkte, welche die Arbeitsgruppen während des Jahres hergestellt haben: Kerzen, gestrickte Socken, Webereien, Adventskränze, Spielsachen aus Holz, Weihnachtskrippen, Teppiche, Weihnachtskarten und Körbe. Von 9:30 bis um 17 Uhr gab es neben dem Markt auch noch Kaffee und verschiedene Kuchen, Gulasch- und Kürbiscremsuppen. In der Backstube konnten Kinder und Erwachsene Kekse backen. Am Eingang s48 LebenshilfeHolzspielzeugwurde eine Krippe aufgebaut und in den Gängen waren die Bilder der Kunstgruppe „Ich und Ich“, die Kurt Hofer mit den Klienten der Werkstätte gemacht hat, zu bestaunen und zu erwerben. Die Produkte der Lebenshilfe können auch beim Weihnachtsmarkt in Glurns oder das ganze Jahr im Dorfladen in der Göflanerstraße, aber auch in der Werkstätte in der Dr. K. Tinzlstraße neben dem Krankenhaus in Schlanders erworben werden. (hzg)

Dienstag, 10 Dezember 2019 14:13

Tagesmütter Diplome übergeben

Kortsch/Vinschgau - Die Freude über den Abschluss stand in den Gesichtern geschrieben. Die 14 frisch ausgebildeten Tagesmütter sind die zweite Gruppe, die den Lehrgang an der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Kortsch absolviert und allesamt mit Bravour bestanden haben. Eineinhalb Jahre haben die angehenden Tagesmütter Fleiß und Einsatz gezeigt. Insgesamt wurden 460 Unterrichtsstunden geleistet, informierte der neue Schulstellenleiter Andreas Paulmichl (i. Bild oben rechts)., davon 100 Praxisstunden. Die Inhalte waren vielfältig. Die Themen Entwicklungspsychologie und Erziehung beanspruchten den größten Stundenanteil, und auch die Lerninhalte s48 4277Gesundheitslehre und Erste-Hilfe gestalteten sich mit 75 Stunden intensiv. Kommunikation, Haushaltsführung oder Spiel und Fördern teilten sich die Stundentafel mit den Themen Ernährungslehre oder Hygiene. Der Höhepunkt am vergangenen 29. November war die Verleihung des Berufsbildungsdiploms an die Tagesmütter. „Ich wünsche euch Erfüllung in eurem Beruf, es gibt keine schönere Aufgabe, als Kinder zu begleiten“, sagte Paulmichl. Direktorin Monika Aondio (i. Bild oben Bildmitte): „Ich wünsche euch viel Freude.“ Und die Koordinatorin der Sozialgenossenschaft für Tagesmütter Maria Egger: „Es ist ein Beruf der Zukunft. Viele Familien haben keine Omas und Mütter müssen und wollen arbeiten.“ Der größte Dank von allen Seiten ging an Carmen Januth (i. Bild oben links), die Leiterin der Ausbildung. (ap)

So erlebte Matsch den 17. November 1939

von Roland Domanig

Als hätte der Wettergott in der letzten Woche dieselbe Wettersituation wieder so schaffen wollen, wie sie auch vor 80 Jahren, am 17. Nov. 1939 in Süd- Nord -und Osttirol herrschte. Eine unfreundliche Wetterlage, wie sie damals auch 5 deutsche Kriegspiloten vorfanden, die nach einem Langstreckenflug in den Westen Europas gerne wieder auf ihren bayrischen Heimatflughäfen hätten landen wollen.

Rückblende
Freitag, 17. November 1939, um ca. 10 Uhr, das Matscher Hochtal ist bis weit hinauf in eine dumpfe Nebelmasse gehüllt. Schnee liegt bereits im Dorf Matsch und den umliegenden Bergen. An diesem Tag feiern die Gläubigen in der Pfarrkirche zum Hl. Florinus ihren Kirchenpatron, es ist “Florini” , Matscher Kirchtag.
Während des Festgottesdienstes zerreißt plötzlich aufbrausender, sich steigender Motorlärm die Stille des voll besetzten Gotteshauses. Aufgeregt stürmen Männer aus der Kirche ins Freie, sie können im Nebel nichts Genaueres erkennen, der Motorlärm ist verschwunden. „Das muss ein Flugzeug gewesen sein, wohin ist es wohl geflogen….?“
Nach der Messe lenkt die Mina vom Glieshof ihr Ross und den Schlitten in Richtung Matscher Alpe, als sie beim “Hochnkoundl” auf einen dort hockenden Soldaten trifft. Dieser spricht vom Absturz seines Fliegers in großer Höhe, 3 tote Kameraden sind zu beklagen. Sie bringt den geschockten Mann ins Dorf, wo er im Gasthaus Weißkugel gepflegt u verarztet wird.

s46 Herr Serafin TheinerZeitzeuge Sepp Kofler
So ähnlich ist der Absturz vom 17. November 1939 im Gedächtnis der Herrn Sepp Kofler vlg. Tumpaschin gespeichert geblieben. Er verfasste für die Chronik eine perfekte schriftliche Darstellung der Vorgänge um den Absturz einer deutschen He-111 Militärmaschine weit oberhalb der heutigen Gondalm.
Kofler schreibt weiter:
„Dr Fliagr hat an altn Zirm gstraft.
Baschgler hobm Zohnradlan und Schraufn ghoult,
a Mühlradl und a Hexl hobm sie gmocht.
Die Mander hobm sie Tabag ban Fenschter ausiglong
Der Nogler Simat hat sagor an Gugger g‘fundn
Vieli Sochn hats Militär selber khoult…“

s46 Herr Serafin TheinerZeitzeuge Serafin Heinisch (vulgo Theiner)
Genau 80 Jahre später, am 17. Nov. 2019 sitzen Matscher Männer nach der Messe fröhlich zusammen, denn es ist „Florini“. Es fällt das Stichwort Flieger und Serafin Heinisch meldet sich:
„Damals war auch schlechtes Wetter, aber weniger Schnee als heute, noch am selben Tag machte ich mich als Sechsjähriger mit meinem um ein Jahr jüngeren Freund Hans auf , um das Flugzeug aus der Nähe anzuschauen, wir strebten einfach den Erwachsenen nach. Bei der “Tschullerhütt” (am heutigen Standort der Gondaalm ) kam uns schon der erste Suchtrupp entgegen und hieß uns umkehren, wahrscheinlich um uns den Anblick des Schreckens zu ersparen, zwei Insassen waren im Flugzeugwrack eingeklemmt und entsprechend entstellt. Der einzig Überlebende war der Pilot, er ist noch bei seinem schwerverletzten Kameraden geblieben, bis dieser gestorben sei, dann sei er einfach talwärts gerutscht“.
Die metallenen Wrackteile sammelten die Menschen ein und brachten sie in Leiterwage nach Mals zum Alteisenhändler.

Hintergrundinformationen
Am 17. Nov. 1939 starteten im damaligen Nazibayern von Bad Wörishofen und von Landsberg aus zwölf Militärmaschinen Richtung Belgien, Niederlande und Frankreich. Sie sollten Propagandaflugzettel abwerfen und so bei den Nachbarstaaten
die deutsche Luftwaffe als effektiv und als nicht verwundbar provozieren. Dass von den 12 Maschinen 5 nicht mehr zurückkehrten ist dann eher eine Aktion des Versagens geworden mit mehreren Ursachen:
Ungenügende Vorbereitung für Langstreckenflüge in der neu geforderten Höhe von 7000 Metern.
Unsichere Wettervorhersage, allgemein weiß man, dass der November oft Stürme, Schnee und Nebel bringt.
Vielleicht hat militärischer Ehrgeiz trotz gefährlicher Wettervorhersage dennoch den Start befohlen.
Aus der Kombination dieser Bedingungen kam es zu Propeller- und Flügelvereisungen, zum Abdriften vom Kurs, zu Sauerstoffmangel der Besatzungen, zur Fehlnavigation und in der Folge zum Absturz oder Notlandung von fünf Flugzeugen.

s46 Zum Lesen von KoflerWo gingen die 5 Flieger zu Boden?
Bis zum Jahr 2010 wusste im Privaten niemand, wo die 5 verlorenen Flieger vom 17. Nov.1939 niedergegangen waren. Einzig der Absturz bei der Mitterkarhütte bei Untertilliach/Osttirol war eindeutig diesem Datum zuzuordnen.
2012 konnte der Absturz von Hochfilzen/Kitzbühel mit 4 Toten auch diesem Datum zugerechnet werden. Eine höchst unpräzise, da damals geheim gehaltene Info tauchte auch 2012 auf in der es hieß:
2 Verluste in Italien! bei Bozen und Merano. Der Name Südtirol wurde offensichtlich vermieden. Diese 2 absturzbezogenen Orte würden wohl nie zu finden sein.

Ein Zufall klärt auf
Der Möltener Bürger Herr Alfred Marchio legt im Zuge einer historischen Diskussion 2 alte Fliegerfotos auf den Tisch. Eines mit einer notgelandeten Dornier 17M und eines mit dem Rumpf einer He-111 Maschine. Sensation: Im ersteren Fall steht auf der Rückseite des Fotos Völs bei Bozen, 17. Nov. 1939 und im zweiten Fall 17. Nov. 1939 Matsch im Matschertal. Das sind die gesuchten Flieger drei und vier!! Nachbemerkung am Rande: Der 5. Flieger ist im Gebiet des heutigen Sloweniens niedergegangen, Näheres unbekannt.

Matsch gestern und heute
Die drei namentlich bekannten, toten Besatzungsmitglieder wurden wahrscheinlich nach Deutschland überführt, durch den Stahlpakt vom 22. Mai 1939 war das politisch sicher kein Problem. Der Name des Überlebenden ist unbekannt.
Dem früheren Lehrer und vielseitig aktiven Herrn Josef Telser aus Matsch wurde zu seiner großen Überraschung vor 1 ½ Jahren das Foto des abgestürzten Matscher Fliegers gezeigt mit der Bitte, noch vorhandenes Wissen um den Absturz von 1939 zu erheben. Tatsächlich konnte Telser selbst sofort sein Wissen preisgeben. Er kenne den Platz, wo einst der Flieger niederging genau, er habe selbst noch größere Wracksteile gesehen, auf die ihn sein Vater beim Hüten immer wieder hingewiesen hatte. Auch die typische Anordnung der dort damals wachsenden und vom Flieger beschädigten Zirben könne er selbst noch heute identifizieren. Siehe auch Foto. Freundlicherweise führte er heuer im Sommer den s46 Kleine FundstückeFlugzeughistoriker Roland Domanig in das ehemalige Absturzgelände oberhalb der Gondaalm. Auf der immer noch zirbendurchsetzten Hochfläche sind praktisch fast keine Flugzeugreste mehr zu finden. Nur dem geschulten Auge fallen zwischen den Preislbeeren ein paar kleine typische Aluminiumrippen auf sowie ein rostiges Rohranschlussstück und einige Plexiglasscherben auf. Herr Telser hat auch in der Polizeistelle nach schriftlichen Dokumenten nachgefragt, hat das Sterbebuch nach einer Eintragung durchsuchen lassen und hat Herrn Kofler Sepp zu seinen wichtigen Zeitzeugenaussagen überreden können.
Die Matscher Chronik konnte so durch seine Mitarbeit und mit der Hilfe anderer Interessierter aktuell bereichert werden.

Ergänzende Informationen werden gerne entgegengenommen:
E-Mail: domanig.tirol@utanet.at
Tel: 0043 676 38 69 065

 

Infos:
Dass der November damals immer ein trügerisches Flugrisiko darstellte, beweist auch dieses Unglück: Am 22. Nov. 1938 stürzte in Winklern bei Lienz der dreimotorige Marchetti- Linienflieger am Flug von München nach Venedig infolge von Schnee und Flügelvereisung ab. Drei Tote, ein Überlebender.

Dienstag, 10 Dezember 2019 13:57

Nachhaltiges Konsumverhalten

Schlanders - Saisonal, regional, biologisch – was davon hilft sich selbst gesund zu ernähren und dabei noch der Umwelt zu helfen? Diesen und anderen Fragen gingen die Schüler der Klasse 1 A der WFO | Schlanders im Rahmen des WFO-AKTIV nach. Gestaltet wurde der Aktivtag von Prof. Heidemaria Pohl und Prof. Ludwig Riml.
In einer Diskussion innerhalb der Klasse über die Vorteile von regionalen, saisonalen und biologischen Lebensmitteln kam die Gruppe zum Schluss, dass diese Nahrungsmittel große Vorteile bieten. Zum einen werden die Transportwege auf ein Minimum reduziert und die Arbeitsbedingungen für die Menschen, die am Produkt beteiligt sind, sind besser.
Auch kann man durch einen regionalen Einkauf die einheimische Wirtschaft stärken und man erhält gesunde, sehr frische und ohne unnötige Verpackungen belastete Waren. Damit die Schüler auch ein praktisches Beispiel zum Thema regionaler Einkauf erfahren konnten, ging es am Vormittag des 20.11.2019 zum „Bioexpress“ nach Algund.Nach einer Zugfahrt und einem kurzen Spaziergang gelangte die Klasse zu dem Obstmagazin „Bioexpress“. Dort erfuhren die Schüler vieles über die Lagerung und Verpackung von regionalen Obst- und Gemüsesorten. Auch wurde das Erkennen von Gemüsesorten geübt und zum Schluss wurde noch ein großer Obstkorb verkostet.Den Schüler wurde mit diesem Besuch einmal mehr die Wichtigkeit eines kritischen und nachhaltigen Konsumverhaltens bewusst gemacht.
Elias Pazeller

Dienstag, 10 Dezember 2019 13:56

Plastik - ein Problem, das uns alle betrifft

Kortsch - Plastik – Ein Problem, das uns alle betrifft - Schülerwettbewerb zur politischen Bildung
Ende November beschäftigte sich die 2. Klasse der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch intensiv mit dem Projekt „Plastik – Segen oder Fluch?“ Zwei Wochen lang arbeiteten die Jugendlichen in den Fächern Deutsch, Geschichte, Englisch, Italienisch und Religion engagiert und Schritt für Schritt an verschiedenen Aufgabenstellungen, welche vom Projektinitiator, nämlich der Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland, vorgegeben wurden. Das Endergebnis waren sechs Infotafeln, auf welchen Themen, wie Plastik beim Einkaufen, Plastik in den Weltmeeren oder Plastik in Textilien kritisch hinterfragt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt wurden. Die Infotafeln wurden anschließend via Mail nach Bonn geschickt, wo sie von einer Jury bewertet werden. Den Höhepunkt des Projekts bildete der Besuch der Sterzinger Umweltaktivistin Maggy Gschnitzer. In ihrem zweistündigen Vortrag regte sie die SchülerInnen zu einem achtsameren Umgang mit der Umwelt an. In diesem Zusammenhang wurden auch Verbesserungsmöglichkeiten thematisiert. Am Ende überreichte die begeisterte Klasse der Referentin eine kleine Spende für ihre weiteren Projekte. Auch dank der authentischen Art der Referentin, hinterließ diese Projektwoche einen bleibenden Eindruck bei allen Beteiligten.

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