VinschgerWind

Rom-Info ins Tal

s8 017von Albrecht Plangger - Die wichtigste Nachricht der letzten Woche: Am 2. Mai haben wir Südtiroler Parlamentarier uns in Rom mit dem neuen österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen getroffen. Es war eine „herzliche Begegnung unter Freunden“. Als Nachbar zum Kaunertal hat er mir viel Zeit gewidmet und wir haben über meine dortigen Bürgermeisterkollegen, über die Steinbock- die Energie- und Lift-Projekte gesprochen. Ich habe ihm den Wunsch mitgegeben, er solle uns doch einmal im Vinschgau besuchen. Mal sehen, ob wirklich etwas daraus wird. Der Partito Democratico hat Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi am 30. April wieder zum politischen Parteisekretär ernannt. Nun wird sich diese Partei wieder voll ins politische Geschehen einbringen. Beim Wahlgesetz ist der PD mit dem früheren Wahlgesetz „Mattarellum“ bei den anderen Parteien abgeblitzt. Nun kommt die bundesdeutsche Version eines Wahlgesetzes: 50% der Abgeordneten werden direkt in ein-Mann/Frau Wahlkreisen gewählt. Die anderen 50% werden nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Der Wähler hat zwei Stimmen. Eine Stimme für den Direktkandidaten seines Wahlkreises und eine Zweitstimme für eine Partei, deren Kandidaten auf einer Landesliste zusammengestellt werden. Dazu kommt noch die Sperrklausel von 5%. Die Lega und die Südtiroler Volkspartei können sich mit diesem Wahlrecht anfreunden, alle Anderen sind strikt dagegen. Dem PD wirft man mit diesem Wahlrecht vor, das Wahlgesetz weit nach hinten verschieben zu wollen, da man mindestens einige Monate brauchen wird, um die neuen Wahlkreise zu definieren. Mag richtig sein, aber zur Zeit will im Grunde niemand ein Wahlgesetz und schon gar nicht wählen…

Michael Nigg bleibt HGV-Ortsobmann

s8sp4 Ortsversammlung PradKürzlich fand im Gasthof „Stern“ in Prad die Jahresversammlung der Ortsgruppe Prad des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) statt. Michael Nigg vom Gasthof „Stern“ wurde dabei erneut als Ortsobmann bestätigt. Ihm stehen im neu gewählten Ortsausschuss Alfred Karner vom Hotel „Zentral“, Fabian Rungg von der Pension „Astoria“, Karl Unterberger von der Pizzeria „Sandheim“ und Karin Wunderer vom Camping „Sägemühle“ zur Seite.

Bauern stellen aus

s8sp234 1320Naturns/Plaus/Partschins - Eine beachtenswerte Initiative fand am 6. Mai 2017 im Areal der Obstgenossenschaft Texel in Naturns statt: Unter dem Motto „Zwischen Berg und Tal“ stellten Land- und Bergbauern ihre Produkte, ihr Tun, ihre Arbeit aus. Groß war der Andrang - das „Erlebnis für die Sinne“ ist gelungen.

von Erwin Bernhart

Mit der Veranstaltung „Zwischen Berg und Tal“ hat man in Naturns die bäuerliche Vielfalt ins Zentrum gerückt.

Gefahrenzonenplan vorgestellt

s9 6727Schluderns - Die Gemeinden Südtirols sind aufgefordert, sich mit den Gefahrenzonenplänen auseinander zu setzen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Grundlagen sind die von Fachexperten untersuchten und je nach Gefahrenstufen (rot, blau, gelb, grau) klassifizierten und ausgewiesenen Gefahrenzonen. Der Gefahrenschutzplan von Schluderns wurde kürzlich vorgestellt.
Die Lage der Gemeinden mit den möglichen Gefahren für die urban besiedelten Räume wird derzeit von Fachexperten des Landes genau unter die Lupe genommen.

7,5 Gigawattstunden Strom

s10 1362Vinschgerwind-Interview

Vinschgerwind: Als Direktor der Südtiroler Transportstrukturen AG begleiten Sie die Arbeiten zur Elektrifizierung der Vinschgerbahn. Sind die bisherigen Arbeiten im Zeitplan?
Joachim Dejaco: Viele Arbeiten, viele Tätigkeiten und die planerischen Vorbereitungen sind im Zeitplan.

„Dem Gast sind Grenzen Wurst“

s8 5058Burgeis/Obervinschgau - Die Raika Obervinschgau konnte für ihr periodisches Wirtschaftsbeiratstreffen am Dienstag (07.03.) einen namhaften Referenten gewinnen. Prof. Harald Pechlaner, Leiter des Institutes für Regionalentwicklung und Destinationsmanagement der EURAC Bozen, informierte über folgende Themen: - Fachinputs zum Thema Regionalentwicklung und Destinationsmanagement; - Impulse für den Obervinschgau; - Diskussion Plenum. „Regionen sind zu Spielball der Globalisierung geworden“ stellt Pechlaner fest. Und Unsicherheit entsteht durch demografischen Wandel, Klimawandel, Wertewandel, Wirtschaftskrise, Gesetzliche Rahmenbedingungen und Konkurrenzdenken zwischen den Gemeinden (Kirchturmpolitik). Für unsere Region gilt das eine Ziel: die Kräfte zu bündeln und orts-, gemeinde-, grenzen- und branchenübergreifend nachdenken und entsprechend handeln. „Geht’s auf die Gipfel und schaut euch die Landschaft an“ empfehlt uns Pechlaner. Dort ist unsere Grenzregion Vinschgau, Obergricht und Engadin grenzenlos als Einheit sichtbar. Nur eine echte Grenzregion versteht etwas von grenzübergreifender Regionalentwicklung. Kooperation ist besonders im Hinblick auf den Wintertourismus (Kartenverbund, Skibus …) wichtig. Weitere grenzüberschreitende Attraktionspunkte wären Langlaufloipen, Ski- und Rodelpisten, Biketrails, sportliche und kulturelle Veranstaltungen etc. „Hotels machen sich vom Skigebiet immer öfter unabhängig. Wellness statt Skifahren ist das neue Angebot, deshalb nie auf einen Berg setzen. Den klassischen Winter-und Sommertourismus gibt es nicht mehr.“ sagt Pechlaner. „Der Abbau aller Grenzen würde nicht die Freiheit erhöhen, sondern die Vielfalt vernichten. Die entscheidende Frage in Bezug auf eine Grenze ist …. ob sie Lernen zulässt.“ Der Obervinschgau mit seinem Seeplateau, seinem Landschafts-, Kultur- und Erlebnisraum hat alle Voraussetzungen sich vom Massentourismus hin zum Individualtourismus zu wenden. Dazu sind erforderlich: Authentizität, Kultur, Emotionen, säkularisiert-spiritueller Tourismus, intellektuelle Redlichkeit. Das alles kann sowohl durch Natur und Landschaft, als auch durch Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft erlebt werden. „Man muss weniger in Marken denken und mehr in Produkten, die dem Gast geboten werden.“  Um die Region weiter zu entwickeln, muss etwas getan werden, damit ein Prozess in Gang kommt. Man müsse sich einigen können und nicht (gewollt oder ungewollt) aneinander vorbeireden. Dem Gast sind Staatsgrenzen Wurst. Er will die Region und ihre Menschen erleben, für die er sich entschieden hat. (aw)

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