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Evensong soll die Herzen ansprechen

  • Dachzeile: Laas/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Martin Moriggl dankte allen Mitwirkenden an der stimmgewaltigen, berührenden Andacht

Evensong, die ursprünglich in der anglikanischen Kirche beheimatete und von Laien getragene Andachtsform soll nun auch die Südtiroler Kirchen neu beleben. Im Vinschgau wurde diese neue Form am Sonntag, 12. Oktober 2025 in Pfarrkirche von Laas vorgestellt. „Evensong“, die gesungene Form des „Evening Prayer“, hat großes Potenzial, mit einer vom Gesang getragene Abendandacht Menschen aller Altersgruppen zu erreichen. Alle, die möchten, können sich daran beteiligen. „Die Kirche tut sich im Moment schwer, Menschen anzusprechen“, sagt der Diözesankirchenreferent der Kirchenmusik Südtirol (VKM) Dominik Bernhard in einem Interview im Katholischen Sonntagsblatt. „Unsere Intention ist es, mit Chormusik dem entgegenzuwirken und eine neue Liturgie vorzustellen, die zuallererst das Herz anspricht und auch von Laien getragen und gefeiert werden kann.“ Im Zentrum stehen die Chormusik und das gemeinsame Singen. Die mitfeiernde Gemeinde ist immer mit einbezogen.
Im Dialog mit der Gemeinde und dem Chor werden die Gottesloblieder und Chorstücke vorgetragen. Die Andachtsform ist indirekt auch eine Möglichkeit, dem wachsenden Priestermangel Rechnung zu tragen. Mit Evensong könnte es gelingen, die immer leerer werdenden Kirchen wieder als Orte der spirituellen Gemeinschaft zu beleben.
Im Herbst 2025 werden erstmals im ganzen Land Evensongs gefeiert. Für Chorleiterinnen und Chorleiter, Priester, Diakone sowie Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern und Andachten gibt es begleitende Einführungen. Ziel ist es, möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, in Zukunft selbst Evensongs zu gestalten. Dominik Bernhard hat dafür gemeinsam mit dem Liturgiereferat der Diözese Bozen-Brixen einen festen Ablauf erarbeitet. Dazu ist das Begleitheft „Südtiroler Evensong: Wissenswertes, Aufbau, Gestaltungsvorschläge“ erschienen, das bei den Veranstaltungen und beim Verband der Kirchenmusik erhältlich ist.
Im Vinschgau wird das von Verband der Kirchenmusik in Südtirol VKM gestartete Projekt „Evensong“ von den Chorleitern Gernot Niederfriniger (Mals), Ernst Thoma (Mals) Martin Moriggl (Glurns), Lukas Punter (Taufers i. M.) und Daniel Götsch (Naturns) mitgetragen.
Die liturgische Leitung übernahm Frau Irmgard Platter.
Alle Kirchenchöre von Reschen bis Partschins (ca. 150) beteiligten sich an diesem erstmaligen Projekt. Es wurden folgende Lieder gesungen: Der Kanonpsalm “Lobe den Herrn, Groß ist der Herr von PH. E. Bach, ein neues geistliches Lied, ein lateinisches Magnificat von L- da Viadana, das Vater unser von N. Rimskij Korsakov und das Abendlied von W. H. Monk. Vor Ort wurden die Lieder von den einzelnen ChorleiterInnen einstudiert. Gemeinsam geprobt wurde bereits am Freitag abends und am Sonntag nachmittags. Es war für alle ein schönes Erlebnis in einem so großen Chor mitzusingen. (mds)

Fabi-Treffen in Burgeis

  • Dachzeile: Burgeis
  • Weitere Fotos - 1: Das OK-Team v. l.: Luis Fabi, Andreas Fabi, Ludwig Fabi, Elmar Fabi und Stefan Fabi

1892 übersiedelte Josef Fabi und Katharina Rainer mit 11 Kindern von Tanas/Oberfrinig auf den Oberplanöf-Hof oberhalb von Burgeis. Daher wird der Hof von den Ortsansässigen auch „Fabi-Hof“ genannt, weil mit Ignaz Josef Fabi ein direkter Nachkomme von Josef Fabi den Hof immer noch in Pacht bewirtschaftet. (Besitzer ist das Kloster Marienberg). Aus der Großfamilie Fabi Josef gibt es nun in sechster Generation über 500 Nachkommen, die in allen Landesteilen Südtirols, im restlichen Italien, in Tirol, Burgenland, Bayern, Raum Stuttgart, Raum München, Regensburg und sogar in den Niederlanden leben. Von diesen weit verstreut lebenden und aufgespürten Fabi-Verwandten sind über 150 der Einladung zum 3. Fabi-Treffen nach Burgeis gefolgt. Auf dem Programm standen Führungen in der Fürstenburg, in der neuen Bibliothek im Kloster Marienburg und eine Dorfführung. Lebhaft wurden bei einem ausgezeichneten Mittagessen Erinnerungen und Neuigkeiten ausgetauscht, da das letzte Fabi-Treffen vor dreißig Jahren stattfand. Von großem Interesse war der Stammbaum (1 m hoch, 5 m lang), welcher auf der Bühne angebracht war. Er wurden von den Anwesenden genauestens studiert und mit weiteren Daten ergänzt. Viele Erinnerungs- und Familienfotos wurden bei einer Fotobox gemacht und als tragendes Andenken konnte jeder Anwesende eine Stofftasche mitnehmen, welche von der Künstlerfamilie Stefan und Josef Fabi gestaltet wurde. Der nun Großteils vollständige Stammbaum soll die kommenden Fabi-Generationen dazu animieren, weiterhin Fabi-Treffen zu organisieren. (lu)

Familienwallfahrt

  • Dachzeile: St. Martin im Kofel

Die heurige Wallfahrt nach St. Martin findet am Samstag den 13. September statt. Treffpunkt ist der Dorfplatz (obere Parkplatz) in Tschars um 6 Uhr morgens. Von dort gehen wir zu Fuß über den Kirchsteig nach Trumsberg und weiter nach St. Martin. (Insges. ca. 1.150 Höhenmeter) Auf Niedermoar/Trumsberg kann, wer will, eine kurze Frühstückspause machen. Wer es lieber weniger anstrengend hat, kann mit dem Auto bis zum Parkplatz nach Trumsberg fahren. Um 9 Uhr treffen dann alle Teilnehmer bei der nahen Josefskapelle zusammen. Weiter führt der Steig über Greit und Platztair nach St. Martin. Dort versammeln sich die Gläubigen zur feierlichen Abschlussmesse um 11 Uhr.
Neben den persönlichen Anliegen beinhaltet die heurige Wallfahrt auch die Schwerpunkte Glaube, Hoffnung, Liebe.
Die Veranstalter freuen sich auf deine Teilnahme und wünschen allen einen schönen und erfüllenden Tag!

Feierliche Fahnenweihe und Musifest

  • Dachzeile: Eyrs
  • Weitere Fotos - 1: Die Musikkappelle aus der Nordtiroler Partnergemeinde Mieming begleitete die Festmesse
  • Weitere Fotos - 2: Stefan Biedermann und die von im angefertigte Musifahne der MK Eyrs.

Am vergangenen Pfingstsonntag, dem 24. Mai wurde in Eyrs, im Rahmen einer Feldmesse mit Einmarsch und einem anschließenden Musifest in der Sportzone, die von Manfred Zangerle gespendete und vom Eyrser Künstler Thomas Biedermann gestaltete Musifahne eingeweiht und gefeiert. Zangerle war einer der ersten Covid-Patienten in Südtirol und musste intubiert werden und war „heilfroh nach der Corona-Zeit wieder in die Dorfgemeinschaft zurückkehren zu dürfen.“ Nicht „nur“ deswegen, sondern auch als Dank an die Musikanten- und Dorfgemeinschaft gab Manfred Zangerle, der einst fast als Senator für den Vinschgau nach Rom gezogen wäre und viel für das Dorf Eyrs geleistet hatte, die Fahne in Auftrag. Thomas Biedermann, der nach der Messe das Design der Fahne erklärte, verwendete dafür eigene Farbtechniken. Obwohl die Fahne nicht gestickt, sondern bemalt wurde, könne diese einige Jahrhunderte überdauern. Die Festmesse wurde von der Musikkapelle der Eyrser Partnergemeinde Mieming musikalisch begleitet. Pfarrer HW. Jolly nutzte die Gelegenheit, um drauf hinzuweisen, dass der Pfingstsonntag nicht nur der Tag des Heiligen Geistes, sondern auch der Geburtstag der Kirche ist. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde Zangerle mit der Ehrenmitgliedschaft bei der Musikkapelle und mit einer Ehrenurkunde für seine 35-jährige Mitgliedschaft geehrt. Sebastian Prieth, Obmann der Musikverbandes Vinschgau hob hervor, dass die Festlichkeit etwas Besonderes sei, denn allzu viele Fahnenweihen gäbe es letzthin nicht mehr. Die Fahnenpatenschaft hat Bettina Kobler übernommen. Nach der Festmesse zogen die Musikkapellen aus Laas, Eyrs, Tschenlgs und Mieming zum Festgelände, wo noch bis spät in die Nacht gefeiert wurde. (uno)

Feine Feier zu 700 Jahre Spauregg

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1: die „Ritter von Andrain“

Zu einer Feier haben Baronesse Alexandra und Tochter Diana von Goldegg in den wunderbaren Garten von Schloss Spauregg geladen. Mit von der Partie waren die „Ritter von Andrian“, mit Schwerter und Rüstungen, mit mittelalterlich gekleideten Frauen und mit kleinem Markt. Das Organisatorische hat der Bildungsausschuss Partschins übernommen
Grund für die Einladung war ein runder Geburtstag des Ansitzes Spauregg. Alexandra von Goldegg hat dazu mit finanzieller Hilfe von der Gemeinde und der Raiffeisen-Kasse Partschins und des Bildungsausschusses Partschins eine kleine Broschüre „Spauregg 1326 - 2026“ herausgegeben.
Aus dieser Broschüre und aus dem Stegreif hat Alexandra von Goldegg aus der Geschichte des Anwesens Spauregg und vor allem von jenen Menschen erzählt, die Eingang und Erwähnungen in Urkunden gefunden haben. Alles beginnt mit einem Heinrich von Spaur, der in den Akten eines Rechtsstreites im Jahre 1326 als „Herr Ritter Heinrich, Sohn des verstorbenen Randold von Spaur, wohnhaft im Dorf Partschins...“ Erwähnung findet. Ein Hans von Spaur findet sich dann um 1431. Gegen Ende des 16. Jahhunderts wird bei den Schlossbesitzern neben dem „Gaudenndten thurn Diettrich von Stahlburg“ auch „ain paursmann Marthin Khircher genanndt“, der auf Spaur gewohnt hat. 1615 nennt sich ein Mang Cristain „von und zu Pauregg“. Über die Besitzer im 18. und im 19. Jahrhundert erzählte Alexandra von Goldegg weiter und verwies darauf, dass 1876 Spauregg grundlegend und zwar von ihrem Urgroßvater Hugo umgebaut worden ist. Hugo war ein Neffe jenes Franz Ferdinand Ritter von und zu Goldegg und Lindenburg, der die Musikkapelle von Partschins sozusagen gegründet hat.
1926 wechselte Spauregg um 800.000 Lire Besitzer und zwar an die Opera nazionale per i combattenti. 1946 ist dem Leonhard Baron Goldegg der Rückkauf von Spauregg gelungen. „Seit den 1980er Jahren bin ich nun „Herrin auf Spauregg“. Seit 1993 ist es Diana mit mir. Ich habe Spauregg erhalten und es war der Mühe wert“, sagt Alexandra von Goldegg.
Zum Gelingen der Veranstaltung haben auch die Schützen, die Feuerwehr und eine Abordnung der Musikkapelle Partschins beigetragen. (eb)

Festival suido – 2026 - a viecherei

  • Dachzeile: Mals/Tartscher Bichl

In der letzten Septemberwoche, vom 21. bis 26. September, veranstaltet die Bürgergenossenschaft Obervinschgau (BGO) ein ganz besonderes Festival in Schluderns und den umliegenden Ortschaften. Unter dem Titel „suido – a viecherei“ d.h. Sui do (di Obervinschger), ladet die BGO alle ein, miteinander zu feiern, nachzudenken und sich kreativ mit der Region Obervinschgau auseinanderzusetzen. Eine Viehausstellung wird das Herzstück, drumherum gibt es Musik und geführte Wanderungen. Bei einem Pressegespräch am 28. Mai wurde die Initiative auf dem Tartscher Bichl vorgestellt. Michael Hofer von der BGO erinnerte daran, dass vor 10 Jahren, am 29. Februar 2016 die Bürgergenossenschaft gegründet wurde mit dem Ziel, gemeinsam an einer ökologischen und nachhaltig ökonomischen Entwicklung des Oberen Vinschgaus zu arbeiten. Seit 2019 führt die BGO die Bio-Dorfsennerei in Prad und seit 2022 das Kulturcafé Salina in Glurns. Wie Konrad Meßner, der Kurator dieser neuen Initiative erklärte, ist das SUIDO-Festival der Auftakt eines 12-jährigen Kulturprogramms der BGO. 2026 steht das Festival unter dem Thema „a viecherei“ und meint damit weit mehr als Landwirtschaft. Und es wird nicht nur angeboten, sondern zum Mitmachen animiert. In Musikwerkstätten werden Stücke erlernt, die am Abend in Wirtshäusern, Altenheimen, Schulen und im Dorf, lebendig und nicht immer vorhersehbar, dargeboten werden. Angeboten werden geführte Wanderungen rund um Schluderns und im Obervinschgau. Raphael und Alexander Agethle vom Englhof in Schleis berichteten, dass in einem dreitägigen Symposium Fachleute aus Landwirtschaft, Architektur, Klimaforschung und Veterinärmedizin über den Stallbau der Zukunft diskutieren werden. Am letzten Festivaltag gibt es eine besondere Viehschau. Bäuerinnen und Bauern bringen ihre schönsten Tiere nach Schluderns. Bewertet wird nicht nach bestehenden Richtlinien, sondern nach dem Triple-A-System, einem Modell, das langlebige und ausgeglichene Tiere in den Vordergrund stellt. Adrian Gamper ist der Koordinator des Festivals. (hzg)

 

Nähere Infos:
https://www.suido.bz/

Filmmusik, Polka und Walzerklänge im Dorf

  • Dachzeile: Partschins
  • Redakteur: Astrid Fleischmann
  • Weitere Fotos - 1:

Am Donnerstag, 30. Juli, spielte die Musikkapelle Partschins im Widumsgarten ein Abendkonzert.
Der langjährige Kapellmeister Michael Pircher dirigierte die Musiker. An diesem Abend erklang ein besonderes Stück, der Marsch „Klang der Treue“. Dieses Musikstück hat Vize-Obmann Christoph Österreicher komponiert. Es ist und war ein Dankeschön an den Kapellmeister zum diesjährigen Jubiläum. Seit 30 Jahren gibt Michael Pircher bei der Musikkapelle Partschins den Takt an.
„Musik verbindet die Generationen“ liest man auf der Internetseite der Musikkapelle Partschins. Dass es so ist, hat dieses gut besuchte Abendkonzert gezeigt. Alt und Jung, Einheimische und Gäste genossen das bunt gemischte Programm aus Märschen, Polka, Walzer und modernen Medleys sowie Filmmusik. Die Musikstücke warten gut gewählt, abwechslungsreich und für jeden Geschmack war etwas mit dabei. Zu den Klängen von „Night Fever“ und dem „Frank Sinatra Classics-Medley“ haben einige mit den Füßen gewippt.
Die Musikant*innen begeisterten mit musikalischer Vielfalt und ihrer Spielleidenschaft. Das Ambiente, der Garten mit Blick auf den Kirchturm, sowie das angenehme laue Lüftchen rundeten diesen Konzertabend ab.
Diese Aufführung fand im Rahmen der Sommerkonzertreihe statt, die die Musikkapelle Partschins in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Partschins ins Leben gerufen hat. Startschuss war der 30. Juli. Bis Ende September finden Konzerte im Widumsgarten Partschins und in Rabland auf dem Kirchplatz statt, immer donnerstags um 20.30 Uhr. Die Konzerte in Rabland finden am 20.08. und 03.09.2026 statt.

Filmteam dreht im Vinschgau zum „Akt 75“

  • Dachzeile: Vinschgau/Bozen

Der Südtiroler Theaterverband wurde vor 75. Jahren aus der Taufe gehoben. Seither unterstützt der STV als Dachorganisation die vielen Theaterbühnen in Südtirol auf vielfältige Weise. Theater-Literatur wird angeboten, für Autorenrechte gesorgt, steuerrechtliche Fragen auch im Zusammenhang mit den Vorgaben rund um den 3. Sektor werden geklärt und vieles mehr.
Am Samstag, 16. und Sonntag, 17. Mai 2026 wird das 75. Jubiläum in der „Messe Bozen“ mit dem Theaterfestival „Akt 75“ groß gefeiert. Dabei präsentieren über 40 Theatergruppen rund um die Uhr ihre kreativen Produktionen verteilt auf vier Bühnen. Das Repertoire umspannt Erwachsenentheater, Kindertheater, Seniorentheater, inklusives Theater und sogar Puppentheater. Die Mitwirkenden aus dem Vinschgau sind die Theaterwerkstatt der IVHS Vinschgau, Jugendtheater JUVI Schlanders, die Theatergruppe Kortsch, die Heimatbühne Langtaufers und die Volksbühne Laas. Der Festakt am Sonntag wird von den Musikgruppen „The Snoopps“ und „Titla“ umrahmt. Zum 75. Jubiläum gestaltete die Theaterwissenschaftlerin, Buchautorin und Filmemacherin Astrid Kofler einen Filmbeitrag für RAI Südtirol. Zusammen mit dem Kameramann Helmut Lechthaler besuchte sie im vergangenen Februar Vertreterinnen und Vertreter mehrere Bühnen in Südtirol. Zu Gast war das Filömteam auch bei Vinschger Theater Akteure der Theatergruppe Kortsch und der Theaterbühne Schluderns, wo sie Interviews führte.
In der „Theaterküche“ in Schluderns erzählte beispielsweise die langjährige Regisseurin Christl Stocker Perkmann von ihrer Theatertätigkeit. Sie war vor über 50 Jahre als Spielerin, dann als Souffleuse ins Theatergeschehen eingestiegen. Viel zu erzählen hatten auch Heini Riedl und Erna Gander Rauch, die beide jahrzehntelang auf der Bühne standen, genauso wie die Regieassistentin Magdalena Dietl Sapelza, die die Geschicke hinter der Bühne über Jahre koordiniert hat. (mds)

Infos:
Der Film ist am 15. Mai 2026 in RAI Südtirol zu sehen

Formulare Formulare Puttega

  • Dachzeile: Schlanders/Theaterverein
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Ein ganz normaler Tag beginnt mit Yogaübungen und gesundem Frühstück. Aber dann wird es kompliziert. Der alte Vater soll ins Altersheim angemeldet, das kranke Knie muss behandelt, ein Paket aufgegeben und das Enkelkind im Kindergarten angemeldet werden. Zu Mittag gibt es eine saftige Wurst beim Würstelstand. Auf der Bank müssen unklare Abbuchungen gestoppt und eine neue Biotonne muss auch angefordert werden. Alles einfach zu erledigen, wenn es nicht die Bürokratie, die Digitalisierung, die festgelegten Zuständigkeiten und die vorgeschriebenen Behördenwege gäbe. So wird alles zum Hindernislauf, zur Geduldprobe, wenn es immer wieder heißt: da sind wir nicht zuständig, bitte anmelden, Formulare ausfüllen und warten. Zum Glück ist es nur eine Parodie, gespielt vom Theatervereins Schlanders. Zum Glück ist alles gar nicht so schlimm und die Beamten nicht so unfreundlich, eben alles nur Theater, damit die Leute etwas zum Lachen haben. (hzg)

Fotorealistische Zeichnungen und Drechselarbeiten

  • Dachzeile: Schlanders/Ex-Avimundus
  • Weitere Fotos - 1: Stefan Pircher mit seinen Drechselarbeiten

Der Bildungsausschuss Schlanders eröffnete am 1. August zum 6. Mal in den Sommermonaten eine Ausstellung im ehemaligen Vogelmuseum ex avimundus in der Kapuzinerstraße. Unter dem Titel „Kontraste“ konnte Günther Vanzo vom Bildungsausschuss wieder zwei Hobbykünstler aus Schlanders für die Ausstellung gewinnen. Es ist einmal Andrea Garber aus Kortsch, die ihre fotorealistischen Zeichnungen präsentiert und zum anderen Stefan Pircher, der seine vielfältigen Drechselarbeiten ausstellt. Gudrun Warger, die Präsidentin vom Bildungsausschuss begrüßte zur Ausstellungseröffnung die Bürgermeisterin, die Kulturreferentin, die Hobbykünstler und die kunstinteressierten Bürger, Freunde und Verwandten der Künstler. Kunhilde von Marsoner, die Kulturreferentin, lobte die Initiatoren, sowie den Mut und das kreative Potential der Hobbykünstler. Kontraste führen zu spannenden Auseinandersetzungen, erzeugen Reibung und zeigen die Vielfalt, so die Kulturreferentin. Günther Vanzo sprach über den Fotorealismus und Hyperrealismus als Reaktion auf die abstrakte Malerei. Mit viel Geduld und Ausdauer zeichnet Andrea Garber mit Polychromos Stiften nach einer Vorlage Porträts, aber neuerdings auch Motorräder und Autos. Stefan Pircher hat erst vor fünf Jahren das Drechseln, eine alte Handwerkskunst, entdeckt und erzeugt seit dieser Zeit vor allem Vasen und Schüsseln aus Laubhölzern. Die Ausstellung konnte vom 1. bis 15. August besichtigt werden. (hzg)

Freizeitverein KH Schlanders

  • Dachzeile: Freizeitverein KH Schlanders

Am 5. Juni fand in der idyllischen Umgebung des Fischerteichs in Schlanders das traditionelle Sommeranfangsfest des Freizeitvereins des Krankenhauses Schlanders statt. Rund 130 Mitglieder nahmen daran teil und machten die Veranstaltung einmal mehr zu einem gelungenen Treffpunkt für Gemeinschaft, Entspannung und Austausch. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte Wieser Linn, die mit ihrer Musik eine lebendige und heitere Atmosphäre schuf. Als Ehrengast durfte der Verein zudem Markus Thaler vom Hörzentrum Südtirol begrüßen – beide trugen wesentlich zum Gelingen des Festes bei.
Der im Jahr 1987 gegründete Freizeitverein des Krankenhauses Schlanders ist seit Jahrzehnten eine wichtige Institution für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel des Vereins ist es, durch die Organisation von Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen das Wohlbefinden außerhalb des Arbeitsalltags zu fördern. Gerade in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld wie dem Gesundheitswesen schaffen solche Angebote wertvolle Momente der Erholung und stärken gleichzeitig den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen.
Darüber hinaus engagiert sich der Verein aktiv für die Region, indem er Kooperationen und Vergünstigungen mit lokalen Betrieben organisiert. Damit wird auch das Prinzip „do leb i, do kaf i“ („wo ich lebe, kaufe ich ein“) unterstützt und ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der lokalen Wirtschaft geleistet.
Seit Februar 2025 ist ein neuer Vorstand im Amt, bestehend aus einem engagierten und motivierten Team:
Der Präsident Stefano Zani, die Vizepräsidentin Daniela Leoni, die Kassierin Verena Walder, die Schriftführerin Claudia Bachmann, die Ausschussmitglieder Oberhofer Lukas, Riedl Tina und Stricker Ossi und die Rechnungsrevisorinnen Comper Sonja und Spechtenhauser Marika
Ein besonderer Programmpunkt des Festes war die Siegerehrung der ersten Ausgabe der „5 KAMPF JAHRESCHALLENGE“, einer neuen und äußerst unterhaltsamen Initiative, die die Mitglieder von Oktober bis Mai begleitet hat. Ziel war es, gemeinschaftlich Sport, Spaß und fairen Wettbewerb zu erleben.
Der Wettbewerb umfasste fünf Disziplinen: Schießstand, Bowling, Darts, Rodeln, Minigolf
Das innovative Format stieß auf große Begeisterung und förderte in besonderem Maße den Teamgeist und die Teilnahmebereitschaft der Mitglieder. Als Gesamtsieger der ersten Ausgabe wurde Gluderer Markus ausgezeichnet – unter großem Applaus der Anwesenden.
Das Fest endete in einer äußerst positiven und geselligen Atmosphäre und unterstrich einmal mehr die große Bedeutung des Freizeitvereins als Ort der Begegnung und des Ausgleichs für das Krankenhauspersonal.

Abschließend lädt der Vorstand alle Interessierten ein, den Verein zu unterstützen oder Kooperationen einzugehen. Interessenten können sich per E-Mail an folgende Adresse wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Frühlingsmarkt - Pflanzen, Blumen und Geselligkeit

  • Dachzeile: Schluderns
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Zum Frühlingsmarkt am 9. Mai 2026 hatten sich so viele Markttreiber angemeldet wie selten zuvor. Das Wetter war angenehm warm und der Bedarf an Pflanzen aller Art, und Blumen für den anstehenden Muttertag war groß. Auch Stände mit Obst und Gemüse waren Anziehungspunkte genauso wie die Versorgungsstände. Viele Marktbesucherinnen und Besucher waren aus dem Dreiländereck angereist, was die unterschiedlichen Dialekte vom Tirolerischen bis hin zum Rätoromanischen verrieten. Der Rathausplatz war den Verkaufsständen mit den regionalen Produkten vorbehalten. Die andere Stände mit den unterschiedlichsten Angeboten, die von Kleidern, Schuhen, Süßigkeiten, Spielzeug, Kosmetik- und Reinigungsprodukten bis hin zu Geschirr und Pfannen reichten, verteilten sich auf den umliegenden Dorfstraßen. Ein Wermutstropfen: Ein Großteil der bäuerlichen Bevölkerung fehlte. Denn zeitgleich fand neben der Schludernser Sportzone die Jungzüchter-Braunviehschau statt. (mds)

Für Gesundheit und gegen die Einsamkeit

  • Dachzeile: Taufers i. M.
  • Weitere Fotos - 1: Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer beim Vortrag im KVW-Raum

Die KVW-Verantwortlichen von Taufers i. M. um die Vorsitzende Margit Geiser bieten ein buntes Programm für Jung und Alt. „Alle Altersgruppen sind bei den Veranstaltungen willkommen“, betont Geiser. Gut besucht war zu Jahresbeginn der Vortrag mit dem ehemaligen Primar der Geriatrie in Meran, Christian Wenter im KVW-Raum zum Thema „Gesund und fit bis ins hohe Alter“. Seine Botschaft: Es gelte sich abwechslungsreich zu ernähren, ausreichend zu trinken und sich zu bewegen. Ausgewogene Ernährung bestehe aus viel Obst, aus Gemüse, Getreideprodukte, aus wenig Fleisch und noch weniger Süßes. Er sprach auch über die Einsamkeit und regte an, über einen Mittagstisch für Alleinstehende nachzudenken. Zur Gesundheitsprävention zählen auch die Tätigkeiten der drei KVW Turngruppen vom Herbst bis zum Frühjahr, deren Abschluss am 26. April 2026 im KVW Raum gefeiert wird. Interessierte sind herzlich eingeladen. „Vielleicht bekommt dann jemand Lust, im Herbst mitzumachen“, so Geiser.Von Oktober bis Mai werden an jedem zweiten Freitag im Monat im KVW-Raum alte Filme aus dem Vinschgau gezeigt, darunter auch Streifen der Tauferer Amateurfilmer Roman Wiesler und Andreas Wiesler. Am 12. April 2026 fand im Seniorenraum erstmals ein Preiswatten in Zusammenarbeit mit den BB-Senioren statt. Das Interesse daran hat überrascht und ermutigt zur Wiederholung. Bisher gabs in Taufers nur Jassturniere. Der Erlös des Preiswattens wird der Krebshilfe Vinschgau gespendet. (mds)

Für Urlaub auf dem Bauernhof gerüstet

  • Dachzeile: Kortsch/Vinschgau

Insgesamt neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten den diesjährigen Grundlehrgang „Urlaub auf dem Bauernhof“ an der Fachschule für Hauswirtschaft in Kortsch. Am vergangenen 20. März 2026 erhielten sie bei einem kleinen Festakt ihr Diplom.
8 Stunden absolvierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: drei Männer und sechs Frauen. Der Inhalt, den es zu stemmen galt, verteilte sich auf drei Blöcke. Der erste Block mit 42 Stunden widmete sich der Produktentwicklung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten einen Businessplan zu erstellen, Kosten und Preise zu kalkulieren und beschäftigten sich auch mit den rechtlichen Bestimmungen.
Im zweiten Block mit 39 Stunden standen Hauswirtschaft und Management im Fokus. Neben der Planung und der Organisation von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten informierten die verschiedenen Referenten über den Verkauf von hofeigenen Produkten. „Im dritten Block mit 17 Stunden ging es um die Kommunikation“, erklärte Schulleiter Andreas Paulmichl, „unter anderem auch wie man die KI nutzt und sich nicht zum Knecht machen lässt.“ Traditionell beendet wurde die Diplomverleihung genüsslich: Mit Köstlichkeiten aus der Küche der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung. (ap)

Gelungene Matinee

  • Dachzeile: Schlanders

Im Rahmen des Jubiläumsjahres „40 Jahre Bildungsausschuss Schlanders“ bot dieser, neben vielen anderen interessanten Angeboten, die Ausstellung Kontraste/Contrasti mit Andrea Garber und Stefan Pircher. Die beiden Schlanderser Künstler stellten vom 01.08. bis 15.08 im Ex-Avimundus, Kapuzienerstraße 2, ihre Werke aus, Andrea zeichnet, Stefan drechselt. Am Sonntag 09.08. lud der Bildungsausschuss Schlanders in den Ausstellungsraum zu der ersten Matinee ihrer 40jährigen Vereinsgeschichte. Christine Weithaler, ebenfalls gebürtig aus Schlanders, las ihre eigenen Texte die vom Sein, sein lassen, der Natur und dem Leben und dessen Kontraste handelten. Die berühmte Geigenvirtuosin Alena Savina begleitete sie und unterstrich die Texte harmonisch mit ihrer Geige und sorgfältig gewählten Stücken bekannter Komponisten. Den knapp 30 interessierten Besucher:innen bot sich eine feinfühlige Symbiose an berührenden Texten und Musik. Ein toller Erfolg zur Freude der Kulturreferentin von Schlanders, Kunhilde von Marsoner und des Bildungsausschusses, vertreten durch Gudrun Warger und Günther Vanzo. Beim gemütlichen kleinen Umtrunk sprachen die Gäste den Wunsch nach einer baldigen Wiederholung einer solchen Veranstaltung aus. (chw)

Gemeinsam feiern und Gutes tun

  • Dachzeile: Partschins

Kinderfest in Partschins: Gemeinsam feiern und Gutes tun
Strahlende Kinderaugen und jede Menge Spaß: Beim Kinderfest im Widumgarten in Partschins stand auch heuer wieder eines im Mittelpunkt – die Kinder aus dem Dorf zusammenzubringen und ihnen einen besonderen gemeinsamen Nachmittag zu schenken.
Bei verschiedenen Spielen, Kinderschminken und einem abwechslungsreichen Programm konnten sich die kleinen Besucher nach Herzenslust austoben. Für Staunen und Begeisterung sorgte Magic Amadeus mit seiner Zaubershow. Vor allem aber war es das herrliche Kinderlachen, das den Widumgarten an diesem Nachmittag erfüllte.
Organisiert wurde das Kinderfest gemeinsam vom Katholischen Familienverband Partschins (KFS) und dem Tourismusverein Partschins. Ein herzliches Dankeschön gilt dem KFS für die tolle Zusammenarbeit und den großen Einsatz.
Im Rahmen des Kinderfestes konnte außerdem die jährliche Spendenaktion abgeschlossen werden. Bei den heurigen beiden Castle Beats Konzerten im Innenhof der Stachlburg und dem Kinderfest kamen durch die freiwilligen Spenden von Gästen und Einheimischen insgesamt 887,78 Euro zusammen. Der Tourismusverein Partschins rundete diesen Betrag auf 1.000 Euro auf, der KFS Partschins unterstützt die wertvolle Initiative und spendet zusätzlich 250 Euro.
Die gesamte Spendensumme kommt dem Wünschewagen zugute und unterstützt damit eine Initiative, die schwerkranken Menschen besondere Herzenswünsche erfüllt.
Ein großes Dankeschön gilt allen, die bei den Veranstaltungen gespendet haben, sowie allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Kinderfestes beigetragen haben.

Gemeinsam Hoffnung schenken

  • Dachzeile: Latsch

Der schöne Brauch der Kräuterbuschenweihe zu Hoch Unser Frauen ist den Bäuerinnen und der Bauernjugend von Latsch seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen. Auch heuer wurden zahlreiche kleine Kräutersträußchen gebunden. Diese Aktion findet im Garten des Altersheimes Latsch statt, damit auch die Bewohner/innen an diesem alten Brauch teilhaben können. Nach der Festmesse vom Hoch Unser Frauen Tag werden die Sträußchen gegen eine freiwillige Spende verteilt.
Die heurige Spende kommt zwei Familien zugute, die durch schwere Schicksalsschläge völlig unerwartet aus ihrem bisherigen Leben gerissen wurden.
In einer jungen Bergbauernfamilie hat der plötzliche Tod des jungen Familienvaters die Ehefrau und ihre drei schulpflichtigen Kinder schwer getroffen. Obwohl die junge Familie von Angehörigen bestmöglich unterstützt wird, sind die Sorgen um die Zukunft dennoch groß. Mit unserer Hilfe möchten wir ein wenig Hoffnung schenken und dazu beitragen, die Folgen dieses schweren Schicksalsschlags zu bewältigen.
Die andere Familie hat völlig unerwartet die Mutter verloren hat. Der Vater steht nun allein mit seinen zwei kleinen Kindern vor der schweren Aufgabe, den Alltag neu zu gestalten und gleichzeitig für seine Kinder da zu sein. Auch die finanzielle Belastung ist durch das verminderte Einkommen durch die Teilzeitarbeit groß.
Jede Hilfe und jeder Beitrag ist ein wertvolles Zeichen der Solidarität. Er lindert Sorgen, schenkt ein Stück Sicherheit und zeigt den betroffenen Familien, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. “Wir sind so dankbar, dass die Latscherinnen und Latscher wieder so großzügig waren und schlussendlich eine stolze Summe von 3.416,78 € gespendet wurde. Ein herzliches Vergelts Gott an alle, die diese Aktion unterstützen und mit ihrer Spende dazu beitragen, zwei Familien in einer besonders schweren Zeit zur Seite zu stehen” so die Ortsbäuerin Irmi Oberhofer.

Gemeinsam: SOVI und Südtiroler Kinderdorf

  • Dachzeile: Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Karl Brunner, Direktor des Südtiroler Kinderdorfes

Die SOVI (Sozialgenossenschaft Vinschgau) wurde 2005 als erste Sozialgenossenschaft im Vinschgau gegründet, um eine regionale Lücke zu schließen: Bis dahin mussten Kinder und Jugendliche aus dem Vinschgau, die außerfamiliäre Betreuung benötigten, oft in Einrichtungen wie das Südtiroler Kinderdorf in Meran bzw. in Brixen oder das Liebeswerk in Meran ausweichen. Unter anderem diese Situation führte zur Idee, ein eigenes, nahes Angebot im Vinschgau zu schaffen – die SOVI war geboren. Damit ähneln sich die Einrichtung von ihrer Entstehungsgeschichte, weil auch das Südtiroler Kinderdorf vor 70 Jahren unter anderem gegründet wurde, damit Kinder aus Südtirol im eigenen Land und unter Wahrung der eigenen Muttersprache untergebracht werden konnten. Heute sind beide Einrichtungen aus der Soziallandschaft Südtirols nicht mehr wegzudenken, eng miteinander verbunden und arbeiten u.a. im Netzwerk des CRAIS zusammen.
Die Zusammenarbeit funktioniert auch auf Ebene der konkreten sozialpädagogischen Arbeit sehr gut, wo ein reger Austausch über Konzepte und die konkrete Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stattfindet. Die Leiterin der SOVI, Silvia Valentino, unterstreicht: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer das Wohl der Kinder und Jugendlichen. Das gelingt nur im Team und durch eine gute Zusammenarbeit im Netzwerk. Ein regelmäßiger Austausch schafft dabei nicht nur eine gemeinsame Grundhaltung, sondern gibt uns auch den nötigen Rückhalt in fordernden Situationen. Wenn alle Partner an einem Strang ziehen, um den jungen Menschen Halt zu geben, dann können wir wirklich etwas bewegen. Unsere stationären Angebote und die ambulanten, präventiven Maßnahmen greifen Hand in Hand. Dadurch entsteht ein stabiles Auffangnetz, das sich positiv auf die Entwicklung der Jugendlichen auswirkt. Es gibt ihnen Halt und schafft einen sicheren Lebensraum, in dem zielgerichtete und langfristige Perspektiven für die Zukunft möglich werden.“ Karl Brunner, Direktor des Südtiroler Kinderdorfes fügt dem hinzu: „Als Südtiroler Kinderdorf freuen wir uns über die gute Zusammenarbeit mit der SOVI und unseren anderen Partnerorganisationen im ganzen Land. Wir schaffen so gemeinsam ein Netz, das auffängt und entwickeln einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft in Südtirol gemeinsam weiter.“

Gesamttiroler Maitanz in Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders

Der Gesamttiroler Maitanz am 16. Mai 2026 im Schlanderser Kulturhaus wird zweifelsohne einer der Höhepunkte der Volkstanzgruppe Schlanders im Vereinsjahr 2026“, so der Obmann der Gruppe Manfred Ratschiller bei der Jahreshauptversammlung am 17. Januar beim Schupferwirt in Anwesenheit der neuen Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner. Den Schlandersern, die für den Maitanz von der Raiffeisenkasse Schlanders unterstütz werden, wird diese Ehre des abwechselnd in Nord- und in Südtirol stattfindenden Tanzfestes bereits zum vierten Mal in der 60jährigen Vereinsgeschichte zuteil. Erwartet werden rund 250 Tänzerinnen und Tänzer aus Nord- und Südtirol und entsprechend laufen die Vorbereitungen bei der Gruppe auf Hochtouren. An dieser Stelle seien alle Vinschger*innen herzlich dazu eingeladen; besonders freuen würde sich die Volkstanzgruppe Schlanders auch ehemalige Mitglieder begrüßen zu dürfen. Zahlreich angekündigt hat sich bereits die jüngste Freundschaft der Schlanderser Volkstanzgruppe, eine Gruppe aus Kirchbach in der Steiermark, welche im Juni letzten Jahres besucht wurde.
Auch abseits des Maitanzes werden die Mitglieder der Volkstanzgruppe im heurigen Jahr wieder sehr aktiv sein, ob bei den Mittwochs-Auftritten im Sommer im Schlanderser Musikpavillon, beim Erntedankfest in der Schlanderser Pfarrkirche oder bei Auftritten im Seniorenheim. Das Gesellige wird zwischen Winterwanderung, Sonnenaufgangstour, Grillfest und Törggelewanderung ebenfalls wieder nicht zu kurz kommen. „Im Jubiläumsjahr 2025 konnten wir fünf neue junge Mitglieder begrüßen, die für frischen Wind in unserer Gruppe sorgen. Es wäre toll, wenn wir auch 2026 Zuwachs bekommen würden“, so der Obmann Manfred Ratschiller.

Für Fragen zur Teilnahme am Maitanz oder einer wöchentlichen Probe Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. / Mobil 333 6176751

Gesamttiroler Maitanz in Schlanders

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Der Gesamttiroler Maitanz ist neben dem Kathreintanz einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Volkstänzerinnen und Volkstänzer aus Nord-, Ost- und Südtirol. Seit mittlerweile fast 30 Jahren wird dieses Frühjahrstanzfest abwechselnd in Nord- und Südtirol veranstaltet. Nachdem es 2025 im Nordtiroler Kirchbichl stattfand, war 2026 wiederum Südtirol an der Reihe. Die Wahl des Austragungsortes fiel auf Schlanders, wo es am 16. Mai 2026 im Kulturhaus Karl Schönherr veranstaltet wurde. Die Organisation wurde der Volkstanzgruppe Schlanders anvertraut. „Für unsere Volkstanzgruppe war es eine besondere Ehre, den Maitanz mittlerweile bereits zum vierten Mal in unserer 60-jährigen Vereinsgeschichte veranstalten zu dürfen. Viele unserer Mitglieder waren bei der Organisation der letzten Maitanzfeste in Schlanders bereits mit dabei “, so Manfred Ratschiller, der Obmann der Volkstanzgruppe Schlanders. „Zudem war es für uns auch eine Gelegenheit, nochmal unser 60-Jahr-Jubiläum in einem größeren und feierlichen Rahmen zu feiern“, freut sich der Obmann. Gekommen waren zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer aus allen Teilen Tirols, Ehrengast und Kulturreferentin der Gemeinde Schlanders, Kunhilde von Marsoner, sowie die jüngste Freundschaft der Schlanderser Volkstanzgruppe, eine Gruppe aus Kirchbach in der Steiermark, welche im Juni letzten Jahres von den Schlandersern besucht wurde.
Maitanz-Premiere hatte auch die „Readlmusi“, eine junge siebenköpfige Vinschger Tanzlmusik, die gekonnt durch den Abend begleitete.
Letztlich war der Maitanz auch eine Gelegenheit des Austausches der beiden Arbeitsgemeinschaften, vertreten durch die beiden Obfrauen Helga Hetzenauer (ARGE Volkstanz in Tirol) und Monika Rottensteiner Rosatti (ARGE Volkstanz in Südtirol), welche sich gemeinsam der Pflege des Tiroler Volkstanzes und Brauchtums verschrieben haben und sich sehr über das gelungene Maitanzfest freuten und der Volkstanzgruppe Schlanders ihren Dank und Komplimente für die Organisation aussprachen.

Gotteshausleute und Herrschaftsleute

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Eine sehr gut besuchte Veranstaltung beim „Malettes-Bildungsherbst“ fand am Samstag, den 11. Oktober im Gasthaus Lamm in Laatsch statt. Unter dem Thema „Laatsch im Wandel der Zeit“ in memoriam Lucius Stocker, organisierte der Bildungsausschuss Mals einen Filmabend und einen Vortrag. Die Malser Historikerin Mercedes Blaas referierte zum Thema: Die Calvenschlacht. Wer sind die Gotteshausleute? Franz Josef Paulmichl zeigte in einem Kurzfilm die baulichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und Andreas Paulmichl gab interessante Erläuterungen zur Häusergeschichte. Heute gibt es zwischen dem Vinschgau und dem Münstertal bzw. Engadin eine Staatsgrenze, eine Sprachgrenze und eine Religionsgrenze, so Blaas. Doch über 1.000 Jahre bis 1816 gehörte der Vinschgau kirchlich zum Bistum Chur. Auch politisch gehörte der Vinschgau, besonders der Obervinschgau über 500 Jahre bis 1665 zu den Bündnern. Die Untertanen des Fürstbischofs von Chur, der auch die weltliche Macht besaß, wurden Gotteshausleute genannt. Sie mussten dem Bischof Steuern zahlen und für ihn Kriegsdienste leisten. Im 12. Jahrhundert bauten die Tiroler ihren Einfluss im Vinschgau aus. Viele Jahrhunderte lebten Gotteshausleute neben Herrschaftsleuten, den Untertanen der Tiroler bzw. der Habsburger friedlich nebeneinander. In einigen Obervinschgauer Dörfern, wie z.B. in Mals, wo die Gotteshausleute besonders zahlreich waren, gab es zwei Dorfmeister, einen Herrschafts- und einen Gotteshausmann. Je mehr es allerdings im späten Mittelalter den Grafen von Tirol gelang, auch im Vinschgau ihre landesherrlichen Rechte durchzusetzen, umso schwieriger wurde die Situation für die Gotteshausleute. In der Calvenschlacht 1499 mussten die Vinschgauer Gotteshausleute an der Seite der maximilianischen Truppen gegen die Bündner kämpfen. Nach der Calvenschlacht kam der Wendepunkt. Die Bündner hatten zwar die Schlacht an der Calven gewonnen, aber die Gotteshausleute im Vinschgau verloren. (hzg)

Große Ehre für die Schützenkompanie Tschengls

  • Dachzeile: Tschengls

Am 28. Juni 2026 wurde in Bregenz gefeiert, denn seit genau 80 Jahren bemüht sich der Verband der Südtiroler in Vorarlberg darum, die Verbindungen zwischen diesen beiden Ländern nicht abreißen zu lassen. Immerhin haben über 10.000 Personen aus Südtirol im Zuge der Option in Vorarlberg eine neue Heimat gefunden.
Beim Festakt, der sich im Kloster Mehrerau am Stadtrand von Bregenz abspielte, war auch die Haspinger Schützenkompanie Tschengls anwesend. Unter der Führung von Hauptmann Simon Thurner gestalteten die Tschenglser Schützen gemeinsam mit weiteren Verbänden aus dem „Ländle“ den feierlichen Einmarsch und geleiteten die Ehrengäste, unter anderem Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, zum Sonntagsgottesdienst in die Klosterkirche. Nach der Messe feuerte die Kompanie eine Ehrensalve ab.
Teile der Dorfbevölkerung von Tschengls begleiteten ihre Schützenkompanie, erfreuten sich am Festtag und ließen ihn im benachbarten Gasthof Lamm ausklingen. Es kam zu Begegnungen mit weiteren abgewanderten Landsleuten oder deren Nachkommen, beispielsweise Frau Resi Böckle aus Götzis, die diesen Besuch angeregt hat.
Der Dank gebührt der Schützenkompanie von Tschengls, die nach nach Joachim Haspinger, dem Freiheitskämpfer von 1809, benannt ist. Dieser hatte sich nach der Niederlage der Tiroler unter schwierigsten Bedingungen monatelang auf der Tschenglsburg versteckt. Die Tschenglser Schützen haben mit ihrer aktiven Beteiligung einen großen Beitrag zum Gelingen des Festes geleistet.

Jakob Raffeiner

Grundsteinlegung Pflegewohnheim - ein historischer Moment

  • Dachzeile: Schluderns

Mit der Grundsteinlegung des neuen Pflegewohnheimes in Schluderns am 30. Juli 2026 ist nun der definitive Start des Baubeginns im Herbst 2025 zementiert. BM Heiko Hauser sprach von einem historischen Moment für Schluderns und bedankte sich bei allen am Bau Beteiligten. Nach den Abbruch- und Aushubarbeiten schreiten die Bauarbeiten nun zügig voran. Seit dem ersten Beschluss zum Neubau eines Seniorenheimes im Jahre 2016 sind zehn Jahre vergangenen. Hindernisse wie die Preiswerhöhung nach der Coronakrise und Schwierigkeiten rund um die Grundverfügbarkeit mit dem Rekurs eines Anrainers haben den Baubeginn verzögert. Aus den veranschlagten 14 Millionen Euro sind nach und nach 28 Millionen geworden. Das wäre, laut Hauser, nicht mehr finanzierbar gewesen. Und das machte die Verkleinerung des Baues erforderlich. Aus drei Stockwerken wurden zwei. Doch nun soll es zügig weitergehen, damit die Seniorinnen und Senioren (sie kommen vorwiegend aus Schluderns, Prad und Stilfs) schon bald vom Ausweichquartier in der „Alte Mühle“ in die 38 Einzelzimmer und die sechs Doppelzimmer übersiedeln können. Geführt wird das Heim von der Direktorin Sibille Tschenett im Rahmen des Konsortiumbetriebs Laas/Schluderns. Zur Grundsteinlegung gratulierten neben den im Bau involvierten Verantwortlichen unter anderen die politischen Vertreter LR Rosmarie Pamer, Bezirkspräsidentin und BMin von Taufers i. M. Roselinde Gunsch, BM Rafael Alber aus Prad, BMin Verena Tröger aus Laas, Christian Knoll als Delegierter der Gemeinde Stilfs sowie die Schludernser Alt BMs Kristian Klotz und Peter Trafoier. Feierlich umrahmt wurde die Grundsteinlegung von der Musikkapelle Schluderns. Eine Gruppe „alte Mädels“ aus den Reihen der anwesenden Heimbewohner überraschten mit einem netten Lied. (mds)

Handwerk mit Seltenheitswert

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Du hast das Bodenleger-Handwerk im Familienbetrieb Kofler in Schluderns von der Pike auf gelernt. Mit dem Gesellenbrief in der Hand zählst du heute zu den wenigen ausgebildeten Bodenlegern im Vinschgau, die berechtigt sind, Lehrlinge auszubilden. Würdest du Lehrlinge aufnehmen?

Kurt Kofler: Ja, wir würden uns über einen fleißigen Lehrling sehr freuen. Der Beruf des Bodenlegers ist mangels Lehrlinge mittlerweile zu einem seltenen Beruf geworden und droht langsam auszusterben. Die Unternehmen, die in diesem Bereich entstehen und sich als Bodenleger- Betriebe ausweisen, beschäftigen meist keine gelernten Gesellen. Es gibt derzeit vielleicht noch eine Hand voll aktive Gesellen im Vinschgau. Und diese Betriebe bilden auch keine Lehrlinge mehr aus.

Die Firma Kofler hat sich als zuverlässige Firma längst einen Namen gemacht. Was ist das Schöne am Beruf Bodenleger?
Kurt: Das Schöne ist die Abwechslung der Materialien, die verschieden bearbeitet werden müssen. Diese erfordern in unterschiedlichen Aufgabenbereichen großes Handwerksgeschick. Wir lieben die Herausforderung und lösen auch die schwierigsten Aufgaben. Das ist unser Anspruch.

2018 hast du gemeinsam mit deinem Vater die Gesellschaft Kofler Innenausstattung GmbH gegründet. Mittlerweile bist du alleiniger Gesellschafter. Was zeichnet dein Unternehmen aus?
Kurt: Im Bereich Böden sind wir sehr stark und bieten eine Vielzahl von verschiedenen Produkten, Materialien und Dienstleistungen. Wir schöpfen aus jahrzehntelanger Erfahrung, setzten auf höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Mit einer spezifischen Beratung können wir das Richtige für die unterschiedlichsten Ansprüche bieten. Das gilt auch für die Bereiche Sonnenschutz, Markisen und Plissee. Wir lieben die Herausforderung und bemühen uns, selbst die schwierigsten Aufgaben zu lösen.

Welche Arbeit war für dich bisher die herausforderndste bzw. auf welche bist du besonders stolz?
Kurt: Da gibt es einige Arbeiten im Laufe der Jahre, die ich aufzählen könnte. Am aktuellsten ist die Arbeit in der vergangenen Woche. Da durfte ich im Haus eines privaten Kunstsammlers in der Schweiz einen Parkettboden sanieren. Der Raum ist speziell für ein Gemälde von unschätzbarem Wert geschaffen worden, das die wohl bekanntesten Engel der Welt zeigt. Diese lenkten uns schon ein bisschen von unserer Arbeit ab. In den vergangenen 20 Jahren hatte ich bereits öfter das Privileg, in anderen Räumen dieses herrschaftlichen Hauses zu arbeiten. Dass ich nun vor der Kulisse des einzigartigen Werkes den Boden bearbeiten durfte, ist für mich etwas ganz Besonderes.

 

s39 koflerKurt Kofler
Jg. 1989

Kofler Innenausstattung – Bodenbeläge Schluderns
Alleiniger Gesellschafter seit 2024
Mitarbeiter 2
Ausbildung:
Landesberufsschule Schlanders
Gesellenbrief erworben 2007
Auszeichnungen:
2006 GOLD beim Lehrlings-wettbewerb in Innsbruck
2006 SILBER bei den Landes-meisterschaften in Bozen
2008/09 GOLD bei der Europa-meisterschaft in Hannover

 

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HD Bikers Naturns: CHARITY zum Zweiten

  • Dachzeile: Naturns

Die HD Bikers Naturns haben es wieder getan: wie im Vorjahr veranstalteten die Motorradfreunde ein Benefizfest auf dem Pfadfinderplatz und spendeten den gesamten Reinerlös, dieses Mal an eine in Not geratene Familie aus Naturns.
Es war wiederum eine gelungene Veranstaltung für alle Naturnserinnen und Naturnser, aber auch für viele weiteren Gäste aus Nah und Fern, die am 13. Juni auf dem sogenannten Zeltlagerplatz in Naturns organisiert wurde. Als Special Guest war auch der mit einigen Bikern befreundete Frei-Wild-Frontmann Philipp Burger zugegen.
Kulinarisch wurden die Besucher von der 30-köpfigen Gruppe der HD Bikers und dem Team von Verena’s Wein Boutique bestens verpflegt. Dazu sorgten ab 10 Uhr vormittags bis nach Mitternacht vier verschiedene Musikgruppen für beste Unterhaltung. Wie im Vorjahr brachte zum Abschluss die Band Black Peter zu ausgelassener Stimmung.
Und das Beste daran: der gesamte Reinerlös der Veranstaltung, welcher durch einige Spenden aufgerundet wurde und am Ende stolze 8.000 Euro betrug, konnte einer bedürftigen Familie aus Naturns übergeben werden.
Hannes Grassl, Empfänger der Spende, bedankt sich bei den HD Bikern: „Ihr habt damit nicht nur eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt, sondern auch ein starkes Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität gesetzt.“ Seine Frau Madlen ist an Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom erkrankt. ME/CFS ist eine schwere, neuroimmunologische Multisystemerkrankung. Schon kleinste Anstrengungen, wie ein Gespräch, Licht, Geräusche oder kurzes Aufsetzen, können zu einer schweren Verschlechterung führen. In der schwersten Form sind Betroffene dauerhaft ans Bett gebunden und auf umfassende Pflege angewiesen. Für das Ehepaar „ist diese Unterstützung sehr wertvoll, sie schenkt neben großer finanzieller Erleichterung auch Hoffnung, Mut und das Gefühl, nicht allein zu sein.“
Nach den gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Erfolgen, die diese Benefizveranstaltung in den letzten beiden Jahren zweifellos erzielt hat, wird es im nächsten Jahr wohl zur dritten Auflage kommen.

Heilpflanzen mit allen Sinnen erleben - in Theorie und Praxis

  • Dachzeile: Schlanders

Von April bis September des heurigen Jahres fand zum vierten Mal - aufgeteilt auf drei Module zu je fünf Tagen - die Phytotherapie-Ausbildung mit der namhaften Apothekerin, Buchautorin und Dozentin Cornelia Stern in der Basis Vinschgau in Schlanders statt.
Die Leiterin der Heilpflanzenschule in Südtirol, Juliane Stricker, Organisatorin und Kursbegleiterin der Ausbildung, war erfreut über die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Südtirol, Deutschland und der Schweiz. Wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Wirkungen der Heilpflanzen und deren Anwendungen bei vielerlei Beschwerden wurden besprochen.
Die Inhaltsstoffe in den Heilpflanzen waren ein wichtiger Teil davon, sowie die korrekte Herstellung von Tinkturen, Salben und Tees. Zwischen Theorie, Praxiseinheiten und ein täglicher Gartenrundgang konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Besonderheiten der Heilpflanzen kennenlernen.
Im Basisgarten wurde ein kleiner Heilpflanzengarten angelegt, um den Teilnehmern und Besuchern die Vielfalt der wirksamen Pflanzen näher zu bringen.
Für Schlanders und ganz Südtirol ist die Heilpflanzenschule ein besonderer Ort der Begegnung für interessierte Menschen geworden.
Für alle, die sich im Bereich Natur, Gesundheit und Selbstversorgung weiterbilden möchten, bietet die Heilpflanzenschule verschiedene Ausbildungen und Seminare an.

Infos unter www.heilpflanzenschule.it

Heiß, heißer, Klimashow

  • Dachzeile: Kortsch
  • Weitere Fotos - 1: Franziska Blaas, oew und Maya Sophie Goepfert vom Sogym in Brixen zeigten die Klimashow anlässlich des Welternährungstages
  • Weitere Fotos - 2: Schulstellenleiter Andreas Paulmichl eröffnete das Buffet, das unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ zubereitet wurde

Kein leeres Bla-bla, sondern Konkretes kündigten die zwei Referentinnen Franziska Blaas und Maya Sophie Goepfert vor versammelter Schulgemeinschaft der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Kortsch an. Der Welternährungstag (16. Oktober), naturgemäß ein Fixtermin im Schulkalender, weil mit der Schulausrichtung eng verbunden, wurde heuer am 21. Oktober 2025 inhaltlich mit einer Klimashow gefüllt.
Der Klimawandel ist menschengemacht, die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar. Fakten wurden vorausgeschickt, um dann konkret Veränderungen anzustoßen. „Wir shoppen was das Zeug hält“, sagt Blaas von der Oew, der Organisation für eine solidarische Welt. Mindestens ein neues Kleidungsstück wird in Europa durchschnittlich pro Mensch und Woche gekauft. Das macht in Summe 60 Kleidungsstücke pro Jahr. „Rund 40 Prozent tragen wir fast nie. Was können wir konkret in der Modebranche tun, um den Klimawandel aufzuhalten?“ Weniger Kleidung kaufen, auf Second-Hand Kleidung zurückgreifen oder Kleidertauschpartys organisieren. Nicht weniger Auswirkungen haben technische Geräte aufs Klima. Ein Laptop zum Beispiel braucht 20.000 Liter Wasser für die Produktion. Zwei Prozent der Gesamtemissionen fallen auf das Internet zurück. Goepfert, Schülerin am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Brixen: „Nutzt euer Handy solange es geht, lasst es reparieren, schont die Akkus und kauft Second-Hand ein.“
16.000 Mahlzeiten hat ein Mensch bis zur ersten Klasse Oberschule zu sich genommen. Lange und teilweise irrsinnige Transportwege liegen hinter den Produkten. Verpackungsmüll sprich Plastik inklusive. Während in manchen Ländern ein Drittel der Lebensmittel im Müll landen, leiden 735 Millionen an Unterernährung. „Lebensmittel lokal und saisonal einkaufen, unverpackt und auf keinen Fall wegschmeißen“, gaben die zwei Referentinnen den SchülerInnen mit auf den Weg. Und: Mit Bus und Bahn fahren, denn „in Südtirol haben wir mehr zugelassene Autos wie Menschen. Südtirol ist Spitzenreiter in Europa.“
„Zurück zu den Wurzeln“ – so nannte sich der kulinarische Abschluss der Veranstaltung, einerseits um die Aufmerksamkeit auf regionale und saisonale Lebensmittel zu lenken. Zum anderen, um dem Wurzelgemüse Pastinake, Karotte, Sellerieknolle und Rote Beete einen gebührenden Auftritt zu geben.
Die Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch und die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Burgeis beteiligen sich übrigens nicht an den Protestmaßnahmen der Lehrpersonen. Alle außerschulischen Tätigkeiten werden durchgeführt. (ap)

Herbstgedichte und Musik

  • Dachzeile: Schloss Goldrain/Matinee

Zu einer literarisch-musikalischen Matinee unter dem Titel „Befiehl den letzten Früchten voll zu sein“, lud das Bildungshaus Schloss Goldrain am Sonntag, den 12. Oktober ins Schloss. Die Direktorin Gertrud Wellenzohn bemüht sich, zusammen mit den beiden Bildungsreferentinnen Andrea Hanni und Maria Raffeiner, neben Seminaren und Workshops über Ernährung, Gesundheit und Natur, zur beruflichen und persönlichen Fortbildung, auch ein vielfältiges kulturelles Programm auf die Beine zu stellen. Angeboten werden Konzerte, Theateraufführungen, Kabaretts, Lesungen und Diskussionen. Am 12. Oktober, einem schönen Herbsttag, überraschten der Autor und Kabarettist Horst Saller aus Schlanders mit bekannten und unbekannten Herbstgedichten und der Pianist Nico Platter aus Naturns mit seinen malerischen Improvisationen. Zu hören waren Herbst-, Oktober- und Novembergedichte von Theodor Storm, Rainer Maria Rilke, Theodor Fontane, Heinrich Heine und H.C. Artmann. Eindrucksvoll beschrieben wird die Ernte, die reifen Früchte, die letzten Sommertage, der frische Wind, die fortziehenden Schwalben, die Wolken und das Nebelspiel im November. Vorgelesen wurde auch ein Gedicht von Norbert C. Kaser über den Stegener Markt. Überrascht hat Saller auch mit zwei Herbstliedern von Konstantin Wecker und Heintje, dem Kinderstar aus den 60er Jahren. Lustig war das Herbstgedicht von Joachim Ringelnatz, interessant das Wörtergedicht von Carl Zuckmayer und nachdenklich das Liebesgedicht von Hermann von Gilm. Saller begann die Lesung mit dem Gedicht „Der Herbst, der war mir lieber“ von Sidonie Grünwald-Zerkowitz und beendete sie mit dem Gedicht „Welkes Blatt“ von Mascha Kaléko. Ganz spontan antwortete Nico Platter nach jedem Gedicht mit einer musikalischen Improvisation, einmal leise, harmonisch und meditativ, dann wieder sprunghaft, laut und kontrastreich. Nach der Lesung gab es zur Mittagszeit eine warme Kürbiskremsuppe und gebratene Kastanien. (hzg)

Heute. Hier. Jetzt

  • Dachzeile: Schlanders
  • Redakteur: Angelika Ploner (Interview)
  • Redakteur Bild:

Es ist mittlerweile lieb gewordene Tradition, dass eine Delegation des Südtiroler Kulturinstituts, des Kulturhauses und der Gemeinde Schlanders pünktlich zum Start der Theatersaison des Südtiroler Kulturinstituts in Schlanders zu Besuch in die Vinschgerwind-Redaktion kommt. Heuer trudelten Peter Silbernagl, der Direktor des Südtiroler Kulturinstituts, Martin Trafoier, Verwaltungsratsmitglied des Südtiroler Kulturinstituts, Monika Holzner Wunderer, Präsidentin des Kulturhauses Schlanders und Kunhilde von Marsoner, Kulturreferentin der Gemeinde Schlanders am 19. September ein und überbrachten Programmhefte und viel Information dazu. Es ist genauso lieb gewordene Tradition der Kulturdelegation einige Fragen zu stellen. Persönliche und unpersönliche – immer mit Bezug zu Stücken und Programm.

Vinschgerwind: Herr Silbernagl: Wären Sie gerne ein Milliardär?
Peter SilbernaglPeter Silbernagl: Da halte ich es mit Seneca: „Nicht auf die Größe des Vermögens, sondern auf die des Geistes kommt es an.“ Und an der Größe des Geistes zu arbeiten ist eine schöne Lebensaufgabe.

Vinschgerwind: Der Auftakt im Strafprozess gegen Renè Benko erfolgt am 14. und 15. Oktober 2025 in Innsbruck. Zeigleich, am 15. Oktober, wird der „Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ in Schlanders gezeigt. Warum sollte man sich Benko in Schlanders und nicht in Innsbruck ansehen?
Peter Silbernagl: Ich weiß nicht, wie lange ein Strafprozess in Österreich dauert. Aber er bietet wohl kaum in 90 spannenden Minuten das Ergebnis jener investigativen Recherche, welche die Redaktion von DOSSIER gemacht hat und Basis des Stückes ist. Wenn Calle Fuhr als Schauspieler selbst auf der Bühne steht, wird das Signa-Wunderland garantiert unterhaltsam und wohl auch verständlicher beleuchtet als vor Gericht. In Innsbruck bekommt man vielleicht Benko selbst zu Gesicht, in Schlanders lernt man das System verstehen, das einen Benko ermöglichte.

Vinschgerwind: Frau Von Marsoner, Sie sind die neue Kulturreferentin der Marktgemeinde Schlanders. „Oleanna – ein Machtspiel“ wird das St. Pauli Theater Hamburg am 25. November 2025 in Schlanders auf die Bühne bringen. Ist Politik nicht auch ein Machtspiel?
Kunhilde von MarsonerKunhilde Von Marsoner: Ja, tatsächlich dreht es sich in der Politik um Macht, nämlich wer Entscheidungen trifft, welche Interessen sich durchsetzen, wie Ressourcen verteilt werden. Dieses Ringen um Einfluss mag wie ein Spiel wirken, da es auch oft Gewinner und Verlierer gibt. Aber Politik umfasst mehr als Macht: Sie ist auch Aushandlung, Gestaltung gemeinsamer Regeln und das Ringen um Werte und Gerechtigkeit. Sie ist auch eine Suche nach Lösungen, die für möglichst viele tragbar sind.
Vinschgerwind: „Starkes Schauspiel“ ließ die Hamburger Morgenpost wissen. Warum werden Sie sich das Stück ansehen?
Kunhilde Von Marsoner: Das Stück behandelt Macht, Sprache, Missverständnisse und Geschlechterrollen – Themen, die heute in Zeiten von #MeToo, Debatten um Machtmissbrauch und Gleichstellung aktueller sind denn je.

Vinschgerwind: Herr Trafoier: Sie waren 39 Jahre lang Oberschullehrer. Wieviel Humor braucht Schule?
Martin TrafoierMartin Trafoier: Ein humorvoller Unterricht schafft ein entspanntes Lernklima, weckt Aufmerksamkeit und Interesse und tut der Schüler-Lehrer-Beziehung gut. Ich habe zum Beispiel im Grammatikunterricht gerne skurril-verrückte Beispielsätze verwendet, in der Hoffnung, dass dadurch der Unterricht aufgelockert wird und sich grammatikalische Strukturen leichter einprägen lassen. Ein Beispiel für’s Passiv? ”The butcher is being followed by a green cow with a Trump tattoo.” (Der Metzger wird von einer grünen Kuh mit einem Trump-Tattoo verfolgt.)

Vinschgerwind: Das Stück „Post von Karlheinz“, das am 21. Jänner 2026 vom Metropol-theater München im Kulturhaus Schlanders gezeigt wird, verspricht messerscharfen Humor gegen Hass und Hetze. Was versprechen Sie sich von diesem Stück?
Martin Trafoier: In Online-Kommentaren lassen manche Internet-Nutzer ihrer Wut und ihrem Hass freien Lauf. Mit einer Vielzahl von gehässigen, rassistischen und beleidigenden Kommentaren wurde auch der Autor des Stücks Hasnain Kazim überhäuft, ein in Oldenburg geborener Journalist mit indisch-pakistanischen Wurzeln. Geistreich und mit spitzer Zunge hat er den „richtigen Deutschen“ wie „Maria gegen Scharia“ oder „Siegfried Drachentöter“ geantwortet und mit ihnen gechattet, „denn wenn wir schweigen, beginnen wir, den Hass zu akzeptieren.“ Diese Chats wurden 2018 als Buch veröffentlicht, und Jochen Schölch hat daraus eine Sprechoper für vier Personen komponiert. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Vinschgerwind: Frau Wunderer, wann dachten Sie das letzte Mal „Oh mein Gott?“
Monika WundererMonika Wunderer: Spontan denke oder sage ich das oft, vor allem, wenn ich positiv oder negativ überrascht werde. Das letzte Mal dachte ich es mir wohl, als ich meine neugeborene Enkelin im Arm hielt: “Oh mein Gott, wie schön! Danke!“

Vinschgerwind: Und was erwarten Sie sich vom Stück von Anat Gov, das am 24. Februar 2026 auf die Bühne in Schlanders kommt?
Monika Wunderer: „Ich erwarte mir ein zeitgenössisches Stück, das einen kritischen Blick auf aktuelle Themen unserer Zeit wirft. Ich erwarte mir spannende Dialoge, gewürzt mit einer großen Portion Humor, und Antworten auf meine Fragen: Verzweifelt selbst der Schöpfer an seiner Schöpfung? Wie gelingt es der Psychologin Ela in nur einer Stunde seine Pläne zu ändern und die Welt zu retten?
Ich bin neugierig und freue mich darauf überrascht und berührt zu werden, zum Nachdenken gebracht zu werden, aber auch zu lachen und das alles gemeinsam mit dem Publikum zu teilen.

Vinschgerwind: Herr von Hohenbühel, gendern Sie gerne?
Hans-Christoph HohenbühelHans-Christoph Hohenbühel: Das Wort „gendern“ spaltet die Gemüter. Aber wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter geht, sind wir uns wohl alle einig. Und das ist für mich das Entscheidende.

Vinschgerwind: „Kalter Weisser Mann“ wird die Theatersaison des Kulturinstituts in Schlanders am 14. April 2026 abschließen. Das Gastspiel des Renaissance-Theaters Berlin macht die letzte Ruhe zur Unruhe. Setzt das Südtiroler Kulturinstitut einen Höhepunkt als Schlusspunkt?
Hans-Christoph Hohenbühel: Es ist ein Stück über eine Trauerfeier, bei der einem die Tränen höchstens vor lauter Lachen kommen, versprochen! Hier werden sämtliche Reizthemen unseres modernen Social-Media-Zeitalters auf die Spitze getrieben. Ein Schlusspunkt voller Humor und Tiefgang.

 

Historische Fotos sind Anziehungsmagnete

  • Dachzeile: Schluderns/VUSEUM

Der Zustrom der Besucherinnen und Besucher am „Internationalen Museums Tag“ am Sonntag, den 17. Mai 2026 im Vintschger Museum/VUSEUM war sehr groß. Und das freute das Chronistenteam mit Alexander Lutt, Gerold Hauser und Severin Walter. Die historisch interessierte Dreiergruppe, die sich vor zwei Jahren zusammengefunden und 2025 als Dorfchronisten die Betreuung des Schludernser Gemeindearchivs übernommen hatten, präsentierte eine besondere Ausstellung. Im Zusammenhang mit ihrer Archivarbeit waren sie auf ein große Passfotosammlung gestoßen - teils mit Namen versehen. Am „Internationalen Museumstag“ zeigeten sie diese mit anderen historischen Fotos, alten Schriften und Dokumenten der Öffentlichkeit. Auch Filme von Franz Lutt wurden gezeigt. Die drei Chronisten gaben gute Einblicke in ihre wertvolle Arbeit. Diese ermöglicht den Blick in die Vergangenheit und dokumentiert die Gegenwart. Die Chronisten beschäftigen sich mit Bild- und Schriftdokumenten mit Familienforschung mit Höfegeschichten und auch mit den Schludernser Ehrenbürgern. Allgemein bekannt waren den meisten Schludernserinnen und Schludernsern bisher nur die vier Persönlichkeiten Friedrich Hoppe (ernannt 1970), Klotz Franz (1982), Eduard Wallnöfer (1987) und Josef Frank (1990). Die Recherchen der Chronisten brachten noch weitere Ehrenbürger aus längst vergangenen Zeiten zutage. Es sind dies die vier einstigen Ortspfarrer Alois Rainalter, Johann Kuntner, Karl Pali und Johann Georg Dietl sowie der Ingenieur Joachim Stern, der sich um die Verbauung des Saldurbaches im Matschertal gekümmert hatte.
Beim Internationalen Museumstag kam auch das spannende Familien Quiz „Actionbound“ gut an, gestaltet von der VUSEUM Mitarbeiterin Anna Tschenett. Dabei lässt sich über das Handy die Dorf- und Museumsgeschichte erleben. (mds)

Historische Schätze des Dorfes entdecken

  • Dachzeile: Rabland
  • Weitere Fotos - 1:

Trotz Hitze fanden sich am Freitag, 10. Juli um 18 Uhr auf dem Kirchplatz über 60 Interessierte ein, um Rabland und seine historischen Besonderheiten kennenzulernen. Über das rege Interesse freute sich der Bildungsausschuss sehr.
Bei der fachkundigen Begehung erzählte Johannes Ortner, Kultur- und Sozialanthropologe, Wissenswertes über die alten Höfe am „Venostenweg“, dem St. Jakobus-Kirchlein, der „Rooblter Goss“ sowie dem Namen des Dorfes. Hierzu gibt es verschiedene Deutungen, z. B. „Rabenfelder“ oder „Rübenfeld“ vom romanischen ravul abgeleitet. Johannes Ortner erklärte bei der ersten Station, dem „Moar“, dass dieser auch Rablandhof genannt wurde und als Ursprung des Dorfes gelte. Die Flur „Rablat“, auf welcher der Maierhof entstand, bezeichnete die nutzbaren Flächen. Sehr wahrscheinlich hat Rabland vom hochmittelalterlichen Maierhof seinen Namen. Aber die Namensherkunft bleibt offen.
Der Durchzugsverkehr in Rabland war bereits vor fast 2000 Jahren schon heißes Thema, denn die Via Claudia Augusta führte durch das Dorf. Beim Hanswirt informierte der Referent über das Römische Straßendenkmal, das 1552 dort gefunden wurde und dessen Replik heute im Eingangsbereich steht.
Der Heimatpflegeverein hat mit den Rablander Schützen und Johannes Ortner die Broschüre „das Besondere Rabland“ erstellt. Diese wurde verteilt.
Den Umtrunk am Ende begleiteten Andrea Leitner, ihr Sohn Armin und Leo von Oberbrunn mit Musik. Alte Dorfansichten, die Hans Gorfer, Heini Frei und Renate Schweizer Gstrein zur Verfügung gestellt haben, rundeten die historischen Einblicke ab.
Astrid Fleischmann

History of Rock mit Geigen und Celli

  • Dachzeile: Schlanders/Kulturhaus
  • Weitere Fotos - 1: v. l.: Claudio Cavallin (Kontrabass) und Philipp Götsch aus Naturns (Posaune)

Zu einem ungewöhnlichen Konzert mit Songs bekannter Rock- und Popgrößen aus den 70er, 80er und 90er Jahren lud am 27. September das Kulturhaus Schlanders in Zusammenarbeit mit dem Konzertverein Musica viva Vinschgau ein. Im Sparkassensaal des Kulturhauses präsentierte das 9-köpfige Kammermusik Ensemble Athesis ein Medley der Rolling Stones und der Beatles, außerdem „Smoke on the water“ von Deep Purple, „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin, „Bohemian Rhapsody“ der legendären britische Rockband Queen, „Wish you were here“ von Pink Floyd, „Highway to Hell“ der australischen Hard-Rock-Band AC/DC und „The sound of silence“ von Simon and Garfunkel. Die bekannten Bands gaben ihre Musik in erster Linie mit Gitarren und Schlagzeug zum Besten, die Profimusiker spielten diese bekannten Lieder auf Geigen (Elena Sofia Ferrante, Francesca Vanoncini, Adamo Rossi), Celli (Maria Chiara Gaddi und Matteo Bodini aus Schlanders), Bratsche (Francesco Zecchi, Carolina Paolini) und Kontrabass (Claudio Cavallin). Philipp Götsch aus Naturns begleitete das Ensemble mit seiner Posaune. Während die Gesellschaft sich immer stärker aufspaltet, findet in der Musikwelt genau das Gegenteil statt. Die verschiedenen Musikrichtungen inspirieren sich gegenseitig, vermischen sich und entwickeln sich so weiter. So kann man in der Volksmusik musikalische Elemente aus der Klassik und vom Jazz hören, während bekannte Orchester auch moderne Songs aus der Rock- und Popmusik spielen. Beim gut besuchten Konzert im Sparkassensaal wurde auch nicht nur am Ende der Stücke geklatscht, sondern, wie bei einem Rockkonzert auch bei besonderen Stellen die Musiker durch heftigen Applaus noch angefeuert und bejubelt. Und wie der Schlussapplaus gezeigt hat, hat es dem Publikum und den Musikern gefallen. (hzg)

Hochkarätiges Sinfoniekonzert mit Star-Dirigent

  • Dachzeile: Glurns/Reschen

Die Orchesterakademie „Ski & Musik“ bot den Gästen im Glurnser Stadtsaal am 26. März 2026 ein hochklassiges Sinfoniekonzert bei freiem Eintritt. „Es ist eine Musik, die wir sonst nie zu hören bekommen und für die wir nach Bozen oder Meran fahren müssen“, betonte Bürgermeister Erich Wallnöfer abschließend in seiner Dankesrede.
Die 42 Musikerinnen und Musiker, darunter zum Großteil Amateure, aus ganz Deutschland servierten den Gästen unter der Leitung des schottischen Dirigenten Riley Court-Wood einen Ohrenschmaus der Extraklasse. Er ist „Leverhulme Conducting Fellow at the Royal Conservatoire of Scotland“ und hat beispielsweise schon das BBC Scottish Symphony Orchestra sowie die Scottish Opera und das Hebrides Ensemble dirigiert. Zur Aufführung kamen die Sinfonie Nr. 98 in B-Dur die Ouvertüre von Joseph Haydn komponiert in den Jahren 1791/92. Die Sinfonie war 1792 in London uraufgeführt worden. Es folgte „Pavane pour une oinfante defunte“, gewidmet einer verstorbenen Prinzessin und ein Frühwerk von Maurice Ravell, entstanden 1899 und uraufgeführt 1902 in Paris. Den Abschluss bildete die „Sinfonetta“ von Francis Poulenc. Es ist sein einziges sinfonisches Werk, das dieser 1947 als Hommage an Haydn komponiert hat. Die Musiker:innen der Orchesterakademie Ski & Musik gastierten seit über 50 Jahre in Langtaufers. Zwei Wochen lang genießen die Musikerinnen und Musiker einerseits den Skispaß auf Schöneben und andererseits bereiten sie sich auf die zwei Abschlusskonzerte vor. Das erste Konzert fand am 25. März im Vereinssaal von Reschen statt. Ein Sprecher der Gruppe bedankte sich bei den Familien Fliri und Patscheider für die Gastfreundschaft, bei den Musikkapellen für die leihweise zur Verfügungstellung einzelner Instrumente, so der Pauken, bei den Sponsoren und bei der Stadtgemeinde Glurns. Ein spezieller Dank ging an den Chorleiter Martin Moriggl, der den Aufenthalt der Musikerinnen und Musiker im Vinschgau seit Jahrzehnten begleitet. (mds)

Hohe Auszeichnung für „Sui Drei“

  • Dachzeile: Innsbruck/Vinschgau

Das Trio „Sui Drei“ mit Lukas Punter, Jakob Raffeiner und Gernot Niederfriniger wurde beim 9. Volksliedwettbewerb am 31. Jänner 2026 im ORF Landesstudio Tirol in Innsbruck mit dem Prädikat „Ausgezeichnet“ gewürdigt. Die drei Vollblutmusiker und Sänger überzeugten mit ihrer Darbietung, und sie erntete kräftigen Applaus.
Der 9. Tiroler Volksliedwettbewerb zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das Tiroler Volkslied ist. Rund 100 Sängerinnen und Sänger und zahlreiche Ensembles aus Tiroler Musikschulen und aus Musikmittelschulen nutzten die Bühne des Wettbewerbs, um zu zeigen, wie selbstverständlich Volksliedgesang heute in der musikalischen Bildungsarbeit verankert ist. Damit wurde unterstrichen: Singen verbindet Generationen und schafft Gemeinschaft, vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter. Beim festlichen Abschlussabend präsentierten ausgewählte Gruppen ihre Lieder vor großem und begeistertem Publikum.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderen Erich Deltedesco (Südtiroler Chorverband), Martin Waldauf (Chorverband Tirol) und Gernot Niederfriniger (Südtiroler Volksmusikverein). Der Obmann des Tiroler Volksmusikvereins Peter Margreiter freute sich und meinte: „Es wächst eine neue Generation heran, die mit Freude, Neugier und Selbstverständlichkeit singend ihren Platz findet.“ (mds)

Holzbau und Zukunftswald im Fokus

  • Dachzeile: Naturns

Welche Rolle kann Holz für das Bauen der Zukunft spielen? Und wie müssen die heimischen Wälder bewirtschaftet werden, damit sie den Herausforderungen des Klimawandels standhalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Informationsabend in Naturns im Rahmen der Sensibilisierungskampagne „Vom Baum zum Produkt“ von IDM Südtirol und ProRamus.
Im Mittelpunkt stand die Zirbenholz-Installation „Vom Baum zum Produkt“ am Rathausplatz. Sie machte anschaulich, welchen Weg Holz vom heimischen Wald über Forstwirtschaft, Planung und Handwerk bis zum fertigen Produkt zurücklegen kann.
Die Bedeutung des Holzsektors für Südtirol ist beträchtlich. Nach Angaben von IDM sind rund 2.900 Betriebe im verarbeitenden Holzgewerbe tätig, etwa 20.000 Menschen beziehen ihr Einkommen aus dem Wald- und Holzsektor. Der Bereich erwirtschaftet jährlich rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz.
„Holz ist für uns nicht nur ein Baustoff, sondern ein Rohstoff, der unmittelbar mit unserer Landschaft, unseren Wäldern und unserer regionalen Wirtschaft verbunden ist“, betonte Bürgermeister Zeno Christanell bei der Begrüßung.
Herbert Niederfriniger von holzius zeigte anschließend unter dem Titel „Im Kreislauf: Holzbau lokal und zirkulär gedacht“, wie regionale Wertschöpfungsketten funktionieren und welche Chancen eine möglichst lange und kreislauforientierte Nutzung des Rohstoffs bietet. Architekt Jürgen Wallnöfer stellte in seinem Beitrag „Holz – der Baustoff vor unserer Haustür!“ die Möglichkeiten der Holzbauweise vor. Im Fokus standen dabei Planung, Konstruktion und die Frage, wie heimisches Holz bei modernen Bauprojekten sinnvoll eingesetzt werden kann.
Dass Naturns selbst bereits auf diese Bauweise setzt, unterstrich Bürgermeister Christanell. Erst vor kurzem wurde dank der Fördermittel aus dem Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza (PNRR) im Generationenpark ein neues Gebäude für die Kindertagesstätte und den Kindergarten in Holzbauweise errichtet. Das Projekt wurde nach den Plänen von Architekt Stephan Marx von der Vinschger Firma Lechner umgesetzt und konnte innerhalb von nur neun Monaten fertiggestellt werden.

Hörstoff aus dem Tal

  • Vorspann: Noch ein Podcast aus dem Vinschgau! Nachgefragt bei den Macher:innen vom Optionen Podcast, der in der BASIS produziert wird. Darin spüren sie zusammen mit ihren Gästen den großen und kleinen Fragen des Lebens nach, besprechen Wege und Wagnisse, um zu hinterfragen und zu unterhalten. Was nie fehlt: gesellschaftskritische Kante, das Freilegen der politischen Dimension im Alltäglichen und der Blick für neue Perspektiven.
  • Dachzeile: Teil 2
  • Redakteur: Maria Raffeiner
  • Weitere Fotos - 1:  In der laufenden 2. Staffel unterhalten sich die Moderatoren u.a. mit Thomas Hochkofler, Südtirols bekanntestem Schauspieler.

Vinschgerwind: Wer sind die Köpfe, Stimmen und Herzen hinter eurem Podcast?
Dominik Pazeller: Brigitta Villaronga und Damian Eberhöfer führen als Hosts durch die Gespräche. Brigitta ist Moderatorin, Coach und Bergbäuerin. Nachdem sie sich als Managerin einige Jahre die Welt angeschaut hat, wurde der Vinschgau ihre neue Basis. Damian stammt aus Martell und ist über Eyrs und Laas nach Wien gekommen. Heute arbeitet er dort als Ingenieur für nachhaltige Technologien und Wärmerückgewinnung. Zu seinen Passionen zählen neben Umweltschutz das Lebensmittelretten, Kajakfahren und Werkeln. Um Technik, Aufnahme, Schnitt und visuelle Umsetzung kümmert sich Marco Telfser aus Kastelbell. Er hat sein Hobby des Fotografierens und Filme Machens zum Beruf gemacht, außerdem spielt er in der Band „The Flatmates“ und ist gerne in den Bergen. Ich bin verantwortlich für Konzept, Vorbereitung, Öffentlichkeitsarbeit und Regie: Dominik Pazeller aus Schnals, mehrere Jahre im Ausland gearbeitet und studiert. Bin heute in der BASIS wieder angekommen und arbeite dort im Bereich Kommunikation, Marketing und PR. Robin Diana (Robin’s Huat) unterstützt uns beim Audio-Mastering und mit seiner Musik.

Vinschgerwind: Wie kam euch die Idee zum Podcast?
Als wir in der BASIS-Community immer wieder über Abwanderung, Lebensentscheidungen und die Herausforderungen der heutigen Zeit gesprochen haben. Uns wurde klar: Viele stehen vor ähnlichen Fragen – aber es fehlen Raum und Zeit für ehrliche Gespräche.

Vinschgerwind: Was möchtet ihr vermitteln?
Mut. Perspektiven. Offenheit. Orientierung. Wir wollen zeigen, dass Lebenswege selten geradlinig sind, dass Zweifel dazugehören und dass niemand mit seinen Fragen allein ist.

Vinschgerwind: Was macht euch am meisten Spaß?
Wenn Gäste sich öffnen. Wenn Gespräche unerwartet tief werden. Wenn es lustig oder emotional wird. Und wenn wir merken: Diese Geschichte berührt, weil man sich entweder wiedererkennt oder neue Perspektiven für sich entdeckt.

Vinschgerwind:Was soll der Titel des Podcasts ausdrücken?
Optionen Podcast soll daran erinnern, dass es immer mehrere Wege gibt. Optionen stehen für Möglichkeiten – und für die Freiheit, sich immer wieder neu zu entscheiden (oder auch nicht).

Vinschgerwind: Wie ist der Optionen Podcast aufgebaut?
Eine Stunde Gespräch. Ein Gast im Mittelpunkt. Wir gehen weniger in die Breite, dafür stärker in die Tiefe – mit Fokus auf zwei bis drei Kernthemen pro Folge.

Vinschgerwind: Wie viele Folgen habt ihr bisher produziert und welche ist die meist gehörte?
Seit dem Start im April 2025 wurden 18 Folgen veröffentlicht. Die meistgehörte Folge ist jene mit Patrick Strobl, vor allem wegen seiner unglaublichen Offenheit und Ehrlichkeit.

Vinschgerwind: Diesen Gast wünschen wir uns:
Menschen, die besonders sind – egal ob bekannt oder „Local Hero“. Wir freuen uns immer über Vorschläge!

Vinschgerwind: Die technische Seite.
Wir arbeiten mit professionellem Audio-Equipment, nehmen in Studioqualität auf und setzen seit 2026 ergänzend auf Video-Reels für Social Media – bewusst authentisch und ohne große Inszenierung, um die intime Qualität der Gespräche zu erhalten. Unser Aufnahmeort ist die BASIS Vinschgau in Schlanders – ein Ort für Kultur, Austausch und neue Ideen. Ohne BASIS kein Optionen Podcast.

Vinschgerwind: Wer steht hinter euch?
Die BASIS Vinschgau Venosta als Raumgeber und Unterstützer sowie eine wachsende Community an Hörer:innen, die uns regelmäßig Feedback gibt.

Vinschgerwind: Wo ist der Optionen Podcast hörbar?
Auf Spotify und YouTube sowie mit Videoausschnitten auf Instagram. Neue Folgen erscheinen alle drei Wochen: jeden dritten Donnerstag um 18:00 Uhr.

Vinschgerwind: Was plant ihr derzeit?
Freut euch auf die kommenden Folgen mit Gästen aus Psychologie, Naturfotografie, Gastronomie, Comedy und einem Gast, der über 5.000 Jahre alt ist. Die nächsten Aufnahmen für das zweite Halbjahr 2026 mit vielen weiteren Gäste-Highlights starten im April.

Im Gedenken an die Gefallenen der Ortlerfront

  • Dachzeile: Spondinig

Am Seelensonntag findet seit 1977 die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung im Gefallenenfriedhof an der Staatsstraße in Richtung Reschen vor Spondinig statt. Die Feier wurde von der Musikkapelle Tschengls umrahmt. Die Ehrenformation stellte die Schützenkompanie Tschengls, Eyrs unter dem Kommando von Hauptmann Simon Thurner. Pfarrer Werner Maier hielt die Gedenkmesse und Herbert Tschimben, Obmann des östreichisch ungarischen Soldatenfriedhofes Meran, hielt die Gedenkrede. Der Friedhof in Spondinig wurde 1915 angelegt. Hier sind über 145 Krieger verschiedener Nationalität begraben. 1940-1941 wurden ihre sterblichen Überreste vom Faschistischen Regime aus politischen Gründen in andere Friedhöfe überführt. Heimische Krieger wurden in der eigenen Heimatgemeinde begraben. Der Friedhof wurde vergessen und verwahrloste. 1976 nahmen sich Männer des S.K.F.V (Südtiroler Kriegsopfer- und FrontkämpferVerband) dem Wiederaufbau an. Die Gemeinden Schluderns und Laas, das Forstinspektorat Schlanders und der Landesbauhof Lichtenberg unterstützten sie dabei. Im hinteren Teil des Friedhofs steht ein Monument, erbaut von L. Hujer erbaut und 1977 von Mayr renoviert. An der Wand dahinter hängen Tafeln mit der Geschichte des Friedhofes, sowie den gefallenen Österreichern, österreichischen Protektoraten und Südtiroler. Außerhalb des Gräberfeldes gibt es die Begräbnisstätte für Soldaten der k.u.k Armee (die „kaiserlich und königlich“ Armee der österreichisch-ungarischen Monarchie). Durch den aktiven Einsatz von Johann Bitschnau (Frontkämpfer und Lehrer +1929) wurde 1915-1916 westlich des Friedhofs eine Gedenkkappelle errichtet. Tschenett Adalbert aus Tschengls kümmert sich seit Jahren um die Abhaltung der Gedenkfeier. Sie ist auch ein Gedenken an die Kämpfer, die am Ortler ihr Leben ließen und dort begraben sind. (chw)

In Schnals wird seit 4.000 Jahren gekäst

  • Dachzeile: Unser Frau archeoparc

Schnals ist eines der besterforschten Seitentäler in den Alpen“, sagt der Archäologe und Vizedirektor im Amt für Archäologie Huber Steiner. Seit gut 10 Jahren werden in Schnals am Langrubjoch, am Gurgler Eisjoch und am Tisenjoch Fundstücke geborgen, die weit in Frühzeiten zurückreichen. Der Archeoparc in Schnals ist ein guter Ort, ab und zu archäologische Standortbestimmungen vorzunehmen und diese haben auf Einladung der Direktorin Johanna Niederkofler Hubert Steiner und Andreas Putzer am 16. Oktober getan und sie konnten mit einigen Neuigkeiten aufwarten.
So hat Andreas Putzer, der über die Siedlungsgeschichte im Hochgebirge und da vor allem über Alm- und Weidewirtschaft forscht und seit 10 Jahren das Schnalstal der Almen kennt wie seine Westentasche, anhand von 60 gefundenen Scherben mit einer neuen Nachweistechnik an einer befreundeten Uni in England nachweisen lassen, dass im Schnalstal seit rund 4.000 Jahren gekäst wird. Was bislang aus guten Gründen vermutet worden ist, ist nun wissenschaftlich anhand von Milchfettuntersuchungen an Scherben bewiesen worden. Der Lehm für die Tonreste stammt interessanterweise aus dem Meraner Becken. Putzer wies darauf hin, dass die Almwirtschaft als saisonaler Aufenthalt an den Waldgrenzen um 2000 v. Chr. eingesetzt und zwischen dem 16. und 14. Jahrhundert v. Chr. eine massive Nutzung erfahren hat. Im 14. Jahrhundert sind die Siedlungsplätze so gut wie erschlossen, es kommen keine neuen hinzu. Die Fundstelle auf Penaud geht auf 1.800 v. Chr. zurück und wird durchgehend bis 1.400 bewirtschaftet. Von einer 9000 Jahre alten Fundstelle über einem nachgewiesenen Rastplatz von Jägern im Tisental, über die Almwirtschaft in der Bronzezeit kann im Schnalstal eine kontinuierliche und bis heute andauernde Besiedelung nachgewiesen werden. Für Putzer steht fest, dass das Schnalstal trotz seiner Unzugänglichkeit aufgrund der großen Weideflächen, des Vorhandenseins von reichlich Holz, Wild und Wasser und der bereits seit langem genutzten Übergänge für Alm- und Weidewirtschaft attraktiv gewesen ist und bleibt.
Hubert Steiner hat anhand von diversen Funden - von bis zu 2 Meter langen Dachschindeln auf 3000 Metern am Langrubenjoch um 1300 v.Chr., Lederreste aus der Kupferzeit, von einem Schneereifen aus Birkenholz (eine Art Schneeschuh, der auf 3700 v.Chr. datiert und damit älter als Ötzi ist) am Eisjoch, von einem sauber genähten Schuhrest, von zugespitzten Holzstöcken auf dem Tisenjoch usw. nachweisen können, dass die Übergänge kontinuierlich genutzt worden sind und dass sich Ötzi somit nicht verirrt haben kann. Steiner hat auch über den Fund von gut erhaltenen Steinbockresten am Lodner auf 3.200 Metern berichtet. Steiner ist überzeugt, dass mit weiteren Funden zu rechnen ist. Im Schnalstal und auch an den Übergängen im Süden, von Ulten kommend über Martell, über das heutige Vigiljoch. Es gebe noch viel zu tun und man komme mit den Datierungen von Fundobjekten kaum nach. (eb)

Interessantes, vielschichtiges Bozen

  • Dachzeile: Marienberg/Vinschgau/Bozen
  • Weitere Fotos - 1: mit großem Interesse verfolgen die Mitglieder des Freundeskreises Marienberg den Ausführung von Helmut Stampfer in der alten Pfarrkirche von Gries
  • Weitere Fotos - 2: Heinrich Moriggl mit Gastgeber Günther Ziernhöld

Die faschistische Architektur und deren Bedeutung - das Gerichtsgebäude, der ehemalige Sitz der faschistischen Partei, der Siegesplatz und das Siegesdenkmal - hat der bekannte Historiker Hannes Obermair einer großen Gruppe von Mitgliedern des Freundeskreises Marienberg am 18. Oktober beschrieben, erklärt und in diverse Kontexte gestellt. Die riesigen Katakomben unter dem Siegesdenkmal beeindruckten wegen ihrer Größe aber auch wegen der erläuternden Texte und Tafeln. Mit dem Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Helmuth Stampfer waren die anschließenden Erläuterungen der alten Pfarrkirche der ehemalig selbstständigen Gemeinde Gries ein Genuss und der Flügelaltar von Michael Pacher ein Glanz.
Nach dermaßen vielen geschichtlichen, architektonischen und kunsthistorischen Eindrücken war der von Pater Pius Rabensteiner und Pater Peter Perkmann begleiteten Gruppe unter der kundigen Führung von Präsident Heinrich Moriggl nach Entspannung zumute. Die wurde im privaten Garten von Freundeskreismitglied Günther Ziernhöld bei Marende und Wein gefunden. Günther Ziernhöld hatte die Einladung vor längerer Zeit ausgesprochen und der Vorstand mit Freundeskreis-Präsident Heinrich Moriggl, Kassier und Internetkoryphäe Gerhard Kapeller und den Vorstandsmitgliedern Sibille Tschenett, Andreas Waldner und Erwin Bernhart konnten diese Einladung heuer elegant in den traditionellen Herbsttag „Kultur und Kulinarium“ einbauen. Günther Ziernhöld hat am Reichrieglerweg gegenüber vom Gscheibten Turm prominente Nachbarn und mit Marjan Cescutti hat sich einer davon zu den Freunden Marienbergs dazugesellt. Cescutti, der langjährige Vorsitzende des Südtiroler Kulturinstitutes, der langjährige Schlern-Schriftenleiter und Kunstmäzen erfreut sich im Vinschgau größter Wertschätzung und er hat sich inmitten des Vinschger Zungenschlages sichtlich wohlgefühlt. (eb)

Internationale Wald-Fachtagung

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: v.l.: Hanspeter Staffler ist gemeinsam mit dem verstorbenen Andreas Feichter Initiator für die Umgestaltung am Vinschger Sonnenberg
  • Weitere Fotos - 2: Raimund Rechenmacher rief Geschichte wach

Mit hochkarätigen Fachleuten und entsprechenden Vorträgen haben der Landesforstdienst, das Forstinspektorat Schlanders und die Bezirksgemeinschaft Vinschgau am Donnerstag, den 21. Mai und mit Exkursionen am Freitag, den 22. Mai vor allem auch auf 30 Jahre Umstrukturierung der Schwarzföhrenwälder am Vinschger Sonnenberg aufmerksam gemacht.
Nach einer Einführung vom Amtsdirektor des Forstinspektorates Schlanders Georg Pircher und nach Grußworten von Landesrat Luis Walcher, vom Direktor der Abteilung Forstdienst Günther Unterthiner und von Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch wurde in den Vorträgen von Raimund Rechenmacher, von Hanspeter Staffler und von Georg Pircher selbst ein rückblickender Überblick über den Werdegang der Wälder mit Schwerpunkt Sonnenberg gegeben.
In seinen „Notizen zum Sonnenberg“ brachte der Bibliothekar der Mittelpunktsbibliothek Schlanders Raimund Rechenmacher historische Darstellungen und Bilder vom Vinschger Sonnenberg, wies darauf hin, dass im 18. Jahrhundert mit Schutzbauten und im 19. Jahrhundert mit Aufforstungen (Dr. Flora in Mals, Dr. Vögele oberhalb von Schlanders, dasheutige „Doktorwaldele“) begonnen worden ist.
Hanspeter Staffler, der 2009 seine Dissertation zum Vinschger Sonnenberg verfasst hat und gemeinsam mit Andreas Feichter als Initiator der Umstrukturierung gilt, holte in seinem Vortrag weit aus, beleuchtete den Waldbestand aus Sicht der Ansiedlung der Menschen im Tal mit zunehmenden Weidedruck. Die Rodung des Sonnenbergwaldes erfolgte allerdings erst mit der Bevölkerungszunahme am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit mit dem ernüchternden Ergebnis: „1785 war Tabula rasa - es gab keinen Wald mehr am Vinschger Sonnenberg“, sagte Staffler. Kein Wald bedeutete auch kein Wild. Erst mit der Entdeckung und dem Einsatz von Steinkohle wurde der Nutzungsdruck aus dem Wald genommen, sodass eine langsame Erholung zu beobachten war. Mit dem „Reichsforstgesetz“ und dem „Servitutenpatent“ um 1853 wurde der Wald erstmals als Naturraum anerkannt und der Schutz festgeschrieben.
Georg Pircher brachte einen Überblick über das vom Forstdients in den vergangenen Jahrzehnten bzw. in den Aufforstungsperioden 1884-1912, 1926-1935, 1951-1965 und 1986-2005 Geleistete. In der letzen Perioden wurden 2 Millionen Bäume gepflanzt und bis zu 189 Keute bei der Forst angestellt. Viele weiter Fachvorträge folgten und somit bekommt die Waldpflege mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. (eb)

INTERREG-Projekttag zur Waldbrandbekämpfung

  • Dachzeile: Schluderns

Feuerwehrleute aus dem Abschnitt 2 des Feuerwehrbezirkes Oberer Vinschgau, aus Samnaun (CH) und aus dem Oberen Gericht/Prutz (A) trafen sich am Samstag, den 20. September 2025 zur Abschlussveranstaltung des grenzüberschreitenden Interreg Projektes „Terra Raetica“ im Lehrsaal der Feuerwehrhalle von Schluderns. Begrüßt wurden die Feuerwehrleute vom Schludernser Bürgermeister Heiko Hauser und dem Feuerwehrkommandanten des Ortes Harald Thanei. Die beiden hatten die Veranstaltung im Vorfeld vorbereitet und zogen die Fäden. Anwesend waren die Förster Ulrich Ruepp und Andreas Klotz von der Forststation Mals, der Bezirksinspektor Oberer Vinschgau und Brandschutzfachmann David Waldner und der stellvertretende Amtsdirektor im Forstinspektorat Schlanders Andreas Platter als Referent. In Theorie und Praxis drehte sich an diesem Tag alles um die Waldbrandbekämpfung, ein Thema das in Zeiten des Klimawandels mit immer mehr lang anhaltenden Trockenperioden aktueller ist denn je. Die Großbrände am Trumsberg bei Kastelbell und bei Prad in diesem Jahr haben gezeigt, wie wichtig schnelles und koordiniertes Eingreifen ist. Die Feuer konnten rechtzeitig eingedämmt und Hofstellen bei St. Martin im Kofel beziehungsweise bei Stilfs geschützt werden. Dasselbe galt für die Sendemasten am Montoni oberhalb von Agums bei Prad. Damit die Brandbekämpfung gelingt, sind neben Tankwagen und Löschgeräte auch regelmäßige Aus- und Weiterbildungen wichtig. Und dem wird in Feuerwehrkreisen landesweit Rechnung getragen. Im Dreiländereck Vinschgau, Graubünden und Bezirk Landeck ist auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung, wie sie Rahmen von Terra Raetica und INTERREG ermöglicht wurde. Um einen Waldbrand erfolgreich bekämpfen zu können, ist der erste Schritt die gründliche Erkundung der Lage. Dann müssen Prioritäten gesetzt werden: 1. Schutz der Menschen, 2. Schutz der Tiere, 3. Schutz der Strukturen (Gebäude, Straßen, Versorgungsleitungen), 4. Schutz schnell brennbarer Vegetation.
Nach den Lehrgängen in Theorie am Vormittag ging es zur Praxisvorführung an der großen „Tschött“ in den unteren Leiten bei Schluderns. Dort wurden Übungs-Feuer gelegt, Löschvorgänge gestartet und das theoretisch Gelernte wirklichkeitsnah umgesetzt.
Um im Notfall speziell bei Waldbränden, aber auch bei allen anderen Bränden gut gerüstet zu sein, ist ein koordiniertes Handeln und ein fachgerechter Umgang mit Löschgeräten entscheidend. (mds)

Jugend: Alkohol in Jugendtreffs?

  • Dachzeile: Jugend

Die Frage, ob in Jugendtreffs und -zentren Alkohol an Volljährige ausgeschenkt werden soll, wird oftmals kontrovers diskutiert. Dafür sprechen Argumente, die vor allem pädagogisch begründet sind und den Blick auf die Lebenswelt Jugendlicher richten.

Zunächst gilt: Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – auf Festen, in der Familie, im Freundeskreis. Ein Jugendtreff oder Jugendzentrum, der diesen Teil der Lebenswelt völlig ausblendet, läuft Gefahr, an der Realität vorbeizugehen.

Der pädagogische Wert liegt auf der Hand. Der kontrollierte Ausschank macht Altersunterschiede deutlich: Volljährige haben Rechte, die Jüngeren noch nicht zustehen. Dies kann Gesprächsstoff schaffen über Verantwortung, Reife und gesetzliche Grenzen. Eine klare Regel - Bier nur in begrenzter Menge, ausschließlich an Volljährige und zu bestimmten Anlässen – verdeutlicht zudem, dass Genuss erlaubt, aber seine Grenzen hat. Wird Alkohol in einem geschützten Rahmen ausgeschenkt, kann dies dazu beitragen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Besucher*innen könnten als Modell dienen: Sie zeigen, dass Alkoholkonsum maßvoll, sozial verträglich und ohne Exzesse möglich ist.
Tatsache ist auch, dass z.B. ein gemeinsames Bier ein Ritual der Gemeinschaft sein kann. Daraus ergeben sich einige Fragen: Besteht die Gefahr, dass vielleicht ab 18-Jährige die Einrichtung meiden und sich stattdessen in weniger kontrollierte Umgebungen zurückziehen, wenn dieses Bedürfnis in Jugendtreffs ignoriert wird? Könnte der Ausschank auch zur Integration dieser Altersgruppe beitragen? Oder spielt das keine Rolle im Hinblick darauf, ob über 18-Jährige Jugendeinrichtungen besuchen? Am besten könnten uns wohl die Jugendlichen selbst sagen, wie sie das sehen…

Jugend: Fasching, Fasching – die Hexen sind mitten drin!

  • Dachzeile: Jugendtreff La:Ma Laas

Fasching, Fasching – die Hexen sind mitten drin! Am Unsinnigen Donnerstag steigt im Jugendtreff La:Ma Laas eine große Faschings-Party von 17:00 bis 22:00 Uhr. Mit dabei sind auch Jey und Jutsche – freut euch auf eine bunte Mischung aus Musik, Spaß und guter Laune.
Lasst euch von coolen Beats mitreißen, schnappt euch knackige Faschingskrapfen und fruchtige Cocktails – alles für eine unvergessliche Party-Stimmung. Die Hexen sind quasi schon in Startposition und freuen sich darauf, mit euch gemeinsam die Bühne zu rocken. Selbstverständlich könnt ihr euch wie immer verkleiden – zeigt eure kreativste, witzigste oder gruseligste Verwandlung!
Zusätzlich warten verschiedene Faschingsspiele darauf, von euch ausprobiert zu werden. Kommt vorbei, habt Spaß und verbringt eine aufregende Party-Zeit mit Gleichaltrigen.
Wichtige Hinweise:
• Faschingskrapfen bitte im Vorfeld bei den Jugendarbeitern bestellen.
• Die Hexen melden sich bitte bis spätestens 07.02. zur Teilnahme an. Anmelden lohnt sich – wir freuen uns auf euch

Jugend: Gardaland - Adrenalin, Freundschaft und unvergessliche Momente

  • Dachzeile: Jugenddienst Obervinschgau

Ein erlebnisreicher Tag voller Spaß, Spannung und gemeinsamer Erlebnisse führte kürzlich eine bunt gemischte Gruppe junger Menschen in den bekannten Freizeitpark Gardaland. Organisiert wurde die Fahrt vom Jugenddienst Obervinschgau, der damit erneut ein attraktives Angebot für junge Leute auf die Beine gestellt hat. Bereits die Busfahrt am frühen Morgen sorgte für beste Stimmung. Mit Musik, angeregten Gesprächen und viel Gelächter begann der Ausflug lange vor der Ankunft im Park. Schnell wurde deutlich, dass nicht nur das Ziel, sondern auch der gemeinsame Weg dorthin ein wichtiger Teil des Erlebnisses war. Für viele bot sich die Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu schließen und bestehende Freundschaften zu vertiefen.
Im Freizeitpark angekommen, gestalteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Tag eigenständig in kleinen Gruppen. Dabei standen vor allem Abenteuerlust und gemeinsamer Spaß im Mittelpunkt. Von rasanten Achterbahnfahrten über spannende Themenwelten bis hin zu entspannten Pausen zwischendurch – das vielfältige Angebot ließ keine Wünsche offen und sorgte für zahlreiche unvergessliche Momente. Viele fanden dabei erst im Zusammensein mit anderen den Mut, gemeinsam auf die großen Fahrgeschäfte zu gehen und sich gegenseitig zu motivieren. Solche Ausflüge bieten weit mehr als nur Unterhaltung. Sie schaffen Raum für Begegnungen, stärken soziale Kompetenzen und fördern das Miteinander nachhaltig. Gerade außerhalb des gewohnten Alltags entstehen oft die wertvollsten Erinnerungen – Momente, die verbinden und noch lange nachwirken.
Am Abend trat die Gruppe schließlich die Heimreise an – müde, aber voller positiver Eindrücke. Im Gepäck: zahlreiche Erinnerungen, neue Freundschaften und das gute Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes erlebt zu haben. Ein Tag, der sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Jugend: Mit Karikaturen für mehr Zivilcourage

  • Dachzeile: Juze Freiraum und Jugenddienst Mittelvinschgau präsentieren Wanderausstellung in Schlanders

Am 1. August hatten die beiden Vereine Jugenddienst Mittelvinschgau und JuZe Schlanders die Möglichkeit sich bei den Schlanderser Sommernächten vorzustellen. Gleichzeitig durften wir die Wanderausstellung: „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ präsentieren.
Die Ausstellung greift mit bissigem Humor und klarer Haltung die ernsten Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit auf.
Die Ausstellung kommt ursprünglich aus Celle in Deutschland wo sie vom Jugend- und Kulturzentrum CD-Kaserne zusammengestellt und vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer Hannover gefördert wurde.
Im Zuge eines online Workshops zum Thema Zivilcourage wurde der Jugenddienst Lana-Tisens KDS auf die Ausstellung aufmerksam und hat sie nach Südtirol gebracht, denn auch hier wird der gesellschaftliche Umgangston rauer.
Ziel ist es, gerade junge Menschen für diese Themen zu sensibilisieren – und das auf eine ungewöhnliche Art: mit Karikaturen und Satire.
Humor und Nachdenken gehen hier Hand in Hand. Die Karikaturen sind vielfach auf den ersten Blick lustig – aber sie halten uns einen Spiegel vor und oftmals bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Die Ausstellung will nicht nur informieren, sondern auch zum Dialog anregen – darüber, wie wir als Gesellschaft mit Hass und Hetze umgehen und wie wir uns für Demokratie, Respekt und Zusammenhalt starkmachen können.
Mit der Wanderausstellung will der Jugenddienst Lana-Tisens möglichst viele Impulse an verschiedenen Orten setzen – offen, niedrigschwellig und mit einer klaren Haltung: gegen Menschenfeindlichkeit und für Respekt und Vielfalt.
Denn um es mit den Worten des Namengebers der Ausstellung Ralph Ruthe zu sagen: „Hassen ist einfach. Denken ist besser. Sei keine Dummel.“
Deshalb werden wir die Ausstellung ein zweites Mal nach Schlanders holen, wo sie dann vom 20. bis zum 26. Oktober im Jugendzentrum Freiraum besucht werden kann.

Jugend: Mit Mocktails und offenen Ohren unterwegs

  • Dachzeile: Mobile Jugendarbeit:

Die Kernaufgabe der Mobilen Jugendarbeit (MoJA) besteht darin, aufsuchend unterwegs zu sein. Deshalb sind die Jugendarbeiterinnen Maria, Daisy und Maria Rosa besonders in den Sommermonaten zu unterschiedlichen Tageszeiten in den Dörfern und der Stadt des Vinschgaus anzutreffen. Darüber hinaus behalten sie Veranstaltungen im Blick, die für Jugendliche interessant sein könnten, und sind auch dort präsent.
Im Mittelpunkt steht dabei die Beziehungsarbeit: da sein, zuhören, ins Gespräch kommen, gemeinsam lachen und Zeit miteinander verbringen. So entstehen Begegnungen, Vertrauen und ein offenes Ohr für die Anliegen der Jugendlichen.
Ein besonderes Highlight sind die wöchentlichen Mocktail-Nachmittage in Prad, Latsch, Mals und Schlanders. In den Chillout Zones der einzelnen Orte können Jugendliche ihre eigenen Mocktails – alkoholfreie Cocktails – mixen, gemeinsam Chips snacken und sich mit den Jugendarbeiterinnen oder anderen Jugendlichen austauschen. Die lockere Atmosphäre lädt zum Verweilen, Kennenlernen und Miteinander ein.
Wo Begegnungen und Beziehungen entstehen, gehört manchmal auch Abschiednehmen dazu. So bringt das Ende dieses Sommers nicht nur einen Wechsel der Jahreszeit, sondern auch eine persönliche Veränderung im Team der Mobilen Jugendarbeit mit sich. Jugendarbeiterin Maria Rosa verabschiedet sich vom Jugenddienst Obervinschgau und richtet zum Abschied folgende Worte an die Jugendlichen und Wegbegleiter:innen:
„Danke euch allen für die schönen Begegnungen und die wertvollen Erfahrungen. Es war eine wichtige und bereichernde Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnern werde!“

Jugendarbeit über Grenzen hinweg

  • Dachzeile: Mals

Vom 3. bis 8. August standen in Mals die jungen Musikerinnen und Musiker im Mittelpunkt: Zum sechsten Mal fanden die Malser Jungbläsertage statt, organisiert und geleitet von der Musikkapelle Mals. Auch heuer nahmen Jungmusikantinnen und Jungmusikanten aus mehreren Ortschaften von Reschen bis Laas teil.
Eine besondere Neuerung gab es: Erstmals wurden die Malser Jungbläsertage gemeinsam mit der Musikwoche der Musikschule Unterengadin/Val Müstair abgehalten. Dadurch kamen zusätzlich 22 junge Musikant:innen aus dem Unterengadin und Münstertal nach Mals. Auch das Angebot wurde erweitert: Neben den klassischen Blasinstrumenten war erstmals die steirische Harmonika vertreten. Fünf Teilnehmende bereicherten damit sowohl die Probenwoche als auch das Abschlusskonzert. Mit zwei weiteren Teilnehmern aus Nauders entwickelte sich die Jungbläserwoche zu einem länderübergreifenden musikalischen Austausch. Insgesamt nahmen 56 Kinder und Jugendliche teil.
Geleitet wurde die Musikwoche erneut von Myriam Tschenett, der erfahrenen Jugendleiterin und Leiterin der Jugendkapelle der Musikkapelle Mals. Sie stellte auch diesmal ein Lehrerkollegium aus den Reihen der Malser Kapelle zusammen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wurde das Team zusätzlich von drei auswärtigen Lehrpersonen unterstützt. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde am Vormittag in den einzelnen Registern geprobt. Am Nachmittag wartete ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm auf die Teilnehmenden, bevor am Abend die gesamte Formation gemeinsam im Probenraum musizierte.

Den Höhepunkt der Woche bildete am Samstagvormittag das Abschlusskonzert im Pavillon von Mals. Die Kinder und Jugendlichen präsentierten ein rund eineinhalbstündiges Programm mit Ensembledarbietungen und einem kurzen Orchesterkonzert. Das zahlreiche Publikum zeigte sich begeistert und belohnte die jungen Musikerinnen und Musiker mit großem Applaus.
Im Rahmen der Begrüßung dankten Obmann Hannes Warger und der Leiter der Musikschule Unterengadin/Val Müstair, Roberto Donchi, allen Unterstützern der Woche. Ein besonderer Dank galt der Sennerei Burgeis für die Pausenjoghurts, der Musikschule für die Bereitstellung der Klassenräume, dem Gamperheim für die freundliche Aufnahme, der Feuerwehr Mals und der Bergrettung Mals für die Nachmittagsgestaltung, der Viso für das vorzügliche Mittagessen, sowie der Gemeinde Mals für die finanzielle Unterstützung.
Die Jungbläsertage machten einmal mehr deutlich, welchen Wert ehrenamtliche Jugendarbeit hat. Sie verbindet Menschen über Dorf- und Landesgrenzen hinweg, stärkt die Gemeinschaft und eröffnet jungen Menschen sinnvolle Perspektiven abseits der sozialen Medien. Damit leisten die Malser Jungbläsertage einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben und für die Zukunft des Ehrenamts.

Jugenddienst im Green Turtle

  • Dachzeile: Mittelvinschgau

Vor kurzem fand im Jugendzentrum Green Turtle die diesjährige Jahresvollversammlung des Jugenddienstes Mittelvinschgau statt. Mitglieder, Kooperationspartner*innen sowie politische Vertreter*innen kamen zusammen, um gemeinsam auf ein aktives und ereignisreiches Jahr zurückzublicken.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen ein umfassender Rückblick auf die vielfältigen Angebote, Aktionen und Projekte, sowie ein Ausblick auf kommende Vorhaben. Die Verantwortlichen gaben Einblicke in laufende Initiativen und unterstrichen die zentrale Bedeutung einer bedarfsorientierten, sozialräumlichen Jugendarbeit. „Unser Fokus liegt konsequent auf den Lebensrealitäten und Bedürfnissen der Jugendlichen im Mittelvinschgau“, wurde im Rahmen der Versammlung unterstrichen.

Jugendliche packen im Biotop Kleine Etsch mit an

  • Dachzeile: Naturns
  • Weitere Fotos - 1: «Der Sackbach, ein Altarm der Etsch, der durch das Biotop fließt, wurde im Zuge der Aktion von allerlei Müll befreit. (Foto: Umweltschutzgruppe Vinschgau/Ingrid Karlegger)

Der Aktionstag „Friday for nature“ hat sich mittlerweile bewährt: Zum sechsten Mal konnten Jugendliche zwischen 11 und 13 Jahren Ende im Juli im Biotop Kleine Etsch bei Staben erleben, was es bedeutet, für den Naturschutz aktiv zu sein. Dabei erfuhren sie nicht nur viel Wissenswertes zum Biotop und zum Biotopschutz und der Vielfalt an dort lebenden Pflanzen- und Tierarten, sondern durften auch selbst ganz konkret Hand anlegen.
Über den Tag wurden sie unter anderem von Annamaria Gapp vom Naturparkhaus Texelgruppe, Michael Stofner von der Forststation Naturns, Susanne Hellrigl und Ingrid Karlegger von der Umweltschutzgruppe Vinschgau, David Moser vom Fischereiverband Südtirol und Stefan Pföstl und Rudi Schmider vom Fischereiverein Meran begleitet. Nach einer Einführung zum Biotop halfen die Jugendlichen beim Setzen von 30 neuen Schwarzerlen. Die Lebensweise der drei einheimischen Fischarten Mühlkoppe, Bachforelle und Marmorierte Forelle wurde den Jugendlichen am Sackbach von Experten erklärt. Der Sackbach, ein Altarm der Etsch, der durch das Biotop fließt, wurde im Zuge der Aktion zudem von allerlei Müll befreit. „Im Naturschutz gibt es viele Möglichkeiten, sich persönlich einzubringen“, unterstreicht Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur.
Auch dieses Jahr wurde die Aktion „Friday for nature - Jugendliche im Biotopdienst“ vom JUZE - Jugendzentrum Naturns im Rahmen des Projekts „JuNwa– Junge Naturnser wollen anpacken“ unterstützt und erfolgte in Zusammenarbeit der Umweltschutzgruppe Vinschgau, der Forststation Naturns, des Fischereiverbands Südtirol, des Fischereivereins Meran und des Landesamtes für Natur-Naturparkhaus Texelgruppe.

Kalter weißer Mann – eine Gesellschaftskomödie

  • Dachzeile: Schlanders/Theater SKI

Bei der fünften und letzten Aufführung der Theatersaison 2025/26 des Südtiroler Kulturinstituts präsentierte das Renaissance-Theaters Berlin im Kulturhaus Schlanders die Komödie „Kalter weißer Mann“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht eine Trauerfeier des Firmenpatriarchen Gernot Steinfels, der mit 94 Jahren kinderlos entschlafen ist. Sein designierter Nachfolger organisiert die Trauerfeier und hält die Trauerrede. Anwesend ist eine kleine Trauergemeinde, neben dem gutmeinenden, aber unbeholfenen Geschäftsführer in spe, die sprachsensible Marketingchefin, der junge Social-Media-Experte, die langjährige Sekretärin, die selbstbewusste Praktikantin und der genervte Pfarrer. Die Sekretärin will unbedingt singen, der Pfarrer und der zukünftige Geschäftsführer wollen alles schnell über die Bühne bringen. Doch die Trauerschleife mit der Aufschrift „In tiefer Trauer. Deine Mitarbeiter“ löst Irritationen und Diskussionen aus. Wo bleiben die Mitarbeiterinnen? Eine Auseinandersetzung über das Gendern, die männlich dominierte Sprache, Identität und Macht, gesellschaftliche Sensibilität und politische Korrektheit, über Rassismus und was man überhaupt noch sagen darf, um nicht falsch verstanden zu werden, verzögern die Trauerfeier und bringen alles durcheinander. Durch intelligente und witzige Dialoge wird gezeigt, wie schnell Diskussionen über Formulierungen zu Identitäts- und Machtfragen werden. Es ist eine unterhaltsame Genderdebatte zwischen Generationen und Geschlechtern, dem innerlich kalten, starrsinnigen, unflexiblen weißen Mann einerseits und der sprachsensiblen, selbstbewussten und machtbewussten jungen Frau andererseits. In der Komödie wird aber auch aufgezeigt, wohin politische Korrektheit führen kann, wo Sensibilität aufhört und Absurdität beginnt. Am Ende stellt die Sekretärin die Frage: Warum sind eigentlich alle davon überzeugt, dass nur sie recht haben? Die Komödie zeigt, wie dünnhäutig wir geworden sind und wie befreiend es sein kann, darüber zu lachen. Und zum Glück gab es bei diesem Theaterabend sehr viel zu lachen. (hzg)

Kanonentransporte und Fundstücke

  • Dachzeile: Prad
  • Weitere Fotos - 1: Publikum im aquaprad

„König aller Alpenspitzen
in des Österreich`s weiten Gau`n
Deiner Krondiamanten blitzen
durfte ich von Ferne schau´n.“
Dichter unbekannt 1899
1899 schreibt ein unbekannter Autor seine Ode an den Ortler und preist dabei die Schönheit und Pracht des höchsten Gipfels der Ostalpen.

Am 27. November widmete sich der Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg in seinem neuen Dokumentarfilm dieser höchsten Erhebung, die dem Verein auch den Namen gibt. Im 50-minütigen Film wurden die Erstbesteigung 1804 ebenso wie das Lawinenunglück von 1914 beleuchtet.
Im Zentrum standen jedoch die Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg: Die historischen Begebenheiten, dokumentiert im umfangreichen Bild- und Aktenmaterial, wurden den heutigen ausgeaperten Überresten gegenübergestellt. Hervorzuheben sind dabei vor allem die mühsamen Kanonentransporte über die Gletscher und Ferner und das mühsame Alltagsleben auf über 3.800 Metern, die eintönige Ernährung und die Gefahren des Krieges.
Als Rahmenprogramm stellten Vereinspräsidentin Melanie Platzer und das geschätzte Mitglied Franz Angerer mehrere Überreste und Quellen aus dem Bestand des Vereines vor. Neben dem Gedicht bereicherten Fotos- und Schriftstücke aus den Archiven in Bern, Rom, Wien und Bozen die Präsentation. Als Höhepunkt übergab Franz Angerer einen Richtbogen für ein 9 cm Geschütz, welches am Ortler eingesetzt war, an den OSV. Das Stück hat Seltenheitswert und der Verein kann sich glücklich schätzen, dieses in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Abschluss konnten vom „König aller Alpenspitzen“ noch besondere Fundstücke bestaunt, berührt und besprochen werden.

Karl Plattner belebt Mals

  • Dachzeile: Mals
  • Weitere Fotos - 1: Die beiden Künstler Kurt Hofer und Philip Silvestro Geier (Foto Peter Tscholl)

Zum 40. Todestag von Karl Plattner wurde heuer im Frühjahr in Mals das K. Plattnerforum gegründet. Treibende Kraft neben Heinrich Moriggl, der eine starke, glaubhafte Bindung zu Mals herstellt, ist der Langtauferer Bildhauer und Besitzer des Bunker 23, Othmar Prenner. Ihm zur Seite steht der vielseitige Objektkünstler und Kurator Daniel Costa. „Es soll eine Ausstellung, eine Plattform sein, die sich alle zwei Jahre wiederholt. Im Zentrum steht jeweils ein Werk oder eine Auswahl von Werken Karl Plattners, während zwei weiteren Künstlern die Möglichkeit geboten wird, ihre Arbeiten zu präsentieren. Heuer wurden dafür der junge Künstler Philip Silvestro Geier und Kurt Hofer für sein Lebenswerk ausgewählt. Entstanden ist das Forum aus dem Wunsch, Karl Plattner auf eine zeitgenössische Weise in Mals lebendig zu halten. Gleichzeitig entstand die Idee, die Ausstellung in veränderter Form weiterzuführen - im Dialog mit dem Museion in Bozen, wo anschließend die beiden Künstler in der Passage gezeigt werden“, sagte Daniel Costa bei der Finissage am 20. September im Ansitz Liechtenegg in Mals. „Es ist nicht nur eine Finissage, sondern auch ein Start zu etwas“, so Othmar Prenner. Eine solche Initiative ist zweifellos ein wichtiges Lebenszeichen für das kulturelle Leben im oberen Vinschgau und braucht daher Aufmerksamkeit.
Im Zentrum der diesjährigen Ausstellung stand Plattners „Pietà” von Alsack. Philip Silvestro Geier zeigte großformatige Bilder, welche Szenen in seiner typisch skurrilen Art darstellen, ausgeführt mit einer eigenen, selbst entwickelten Technik, bei der sich Kohle und Acryl in einer besonderen Weise mischen. Kurt Hofer zeigte vor allem Arbeiten aus seinem zeichnerischen Schaffen, zugleich aber auch die ganze Bandbreite seines künstlerischen Ausdrucks, von Malerei über dreidimensionale Werke, bis hin zu neueren Arbeiten, die aus dem Flussbett des Trafoibaches bei Gomagoi stammen und bisher noch nie gezeigt wurden. (pt)

Kinder beschäftigen sich mit Demokratie

  • Dachzeile: Schluderns
  • Weitere Fotos - 1: und üben sogar den Wahlvorgang

Was bedeutet Demokratie? Wer hat in einer Demokratie die Macht? Warum ist es wichtig wählen zu gehen? Seit wann dürfen Frauen wählen? Was bedeutet Meinungsfreiheit? Das sind einige der Fragen mit denen sich die Grundschulkinder aller Klassen in Schluderns im vergangenen November 2025 im Rahmen der Projekttage „Demokratie erleben“ beschäftigt haben. Bei Rollenspielen durften sie Vorschläge machen, diskutieren, gestalten, entschieden und einiges mehr. Dabei wurde bewusst gemacht, dass jede Stimme zählt und dass es wichtig ist, wählen zu gehen. Neben dem theoretischen Unterricht in den Klassen, bei dem die Themen rund um die Demokratie erläutert wurden, stand auch ein Besuch der Schülerinnen und Schüler der 4. Und 5. Klassen im Gemeindeamt auf dem Programm. Der Gemeindesekretär Christian Messner führte die Kinder durch die Räume im Haus und in den Sitzungssaal und erklärte, wie die Demokratie vor Ort funktioniert.
Mit dem Projekt ebneten die Lehrpersonen einer demokratischen Grundhaltung den Weg, die Kinder, als künftige Wähler verinnerlichen sollten, um möglichen Autokratien und Diktaturen Paroli bieten zu können. Denn das ist heute wichtiger denn je, in einer Zeit, in der die Demokratien weltweit stark unter Druck geraten. (mds)

Kinder entdecken das Musizieren

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1:

In der Musikwoche für Neueinsteiger, die heuer bereits zum vierten Mal stattgefunden hat, lernten 20 Grundschulkinder ein Instrument ihrer Wahl zu spielen. Zur Auswahl standen Querflöte, Klarinette, Saxofon, Posaune und Trompete. Am ersten Tag wurden die Instrumente vorgestellt und die Kinder durften diese ausprobieren. Jedes Kind durfte drei Vorzugsinstrumente nennen, anhand derer die Zuteilung in fünf Kleingruppen stattfand.
Die Kinder lernten Tipps und Tricks von ihren Lehrern aus den Reihen der Musikkapelle Partschins. Evamaria Österreicher war zuständig für die Organisation, das Singen und Basteln. Klarinettenunterricht gab es bei Christoph Österreicher, Isabella Österreicher übte mit ihrer Gruppe die Querflöte, Ulrich Schönweger zeigte, wie die Posaune gespielt wird und Philip Schönweger trompetete mit den Kindern. Martina Zani unterrichtete Saxofon. In dieser Juliwoche lernten die Kinder mit Freude und Fleiß vier bis fünf Töne zu spielen.
Täglich wurde bis 10 Uhr geprobt. Im Anschluss waren Spiel und Spaß angesagt. Das gemeinsame „Orchesterprobe“ aller fünf Gruppen wurde sehr ernst genommen. Das Abschlusskonzert am Freitag war ein voller Erfolg. Das „Kinderorchester“ ist motiviert einmarschiert und die Zuhörer*innen waren begeistert. Eltern und Großeltern, der Sommerkindergarten und die Tagesmütter waren dabei an diesem 24. Juli im Widumsgarten. Und natürlich durfte jeder zuhören, der Lust hatte.
Dieses Projekt wurde von Evamaria Österreicher, Obfrau der Musikkapelle Partschins, ins Leben gerufen. Zufrieden schauen die Mitwirkenden auf die gelungene Musikwoche zurück.
Astrid Fleischmann

Kinderlachen und gemeinsame Zeit

  • Dachzeile: Naturns - Familienfest am 16. Mai
  • Weitere Fotos - 1: Gute besuchte Bastelecke des Elki
  • Weitere Fotos - 2: Eröffnung durch die Sporttänzerinnen im SSV Naturns Raiffeisen

Das Familienfest in Naturns ist seit Jahren ein lebendiges Zeichen für Zusammenhalt, Gemeinschaft und gelebte Familienfreundlichkeit. Organisiert vom engagierten Familienbeirat bietet die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, Familien in all ihren Facetten in den Mittelpunkt zu stellen und gemeinsam unbeschwerte Stunden zu verbringen.
Der Erlebnispark oberhalb der Sportzone bildet dabei den idealen Rahmen für das Fest. Inmitten der Natur vereinen sich Bewegung, Spiel und Begegnung zu einem vielfältigen Angebot für Groß und Klein. Kinder können sich austoben, Neues entdecken und ihrer Kreativität freien Lauf lassen, während Eltern die entspannte Atmosphäre genießen und miteinander ins Gespräch kommen. Gerade in einer Zeit, in der der Alltag oft von Hektik geprägt ist, schafft das Familienfest bewusst Räume für gemeinsames Spielen und Erleben.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist auch der Minigolfpark, der Generationen verbindet. Ob Jung oder Alt – hier steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern der Spaß am gemeinsamen Spiel. Der Minigolfpark wird so zu einem Ort, an dem Lachen, Freude und kleine Erfolgserlebnisse geteilt werden. Genau diese Momente sind es, die das Fest prägen und lange in Erinnerung bleiben.
Der Familienbeirat leistet mit der Organisation des Familienfestes einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des sozialen Miteinanders in Naturns. Durch die sorgfältige Planung und die Einbindung verschiedener Vereine und Organisationen entsteht ein abwechslungsreiches Programm, das die Bedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen berücksichtigt. Gleichzeitig wird ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Familie als Fundament unserer Gesellschaft gesetzt.

Kleinkunstfestival Naturns lacht!

  • Dachzeile: Naturns
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Im August zeigt sich Naturns zum 27. Mal von seiner humorvollsten Seite. Verschiedene Künstler bieten Comedy, Kabarett, Musik und Magie vom Feinsten sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Die Aufführungen für Erwachsene finden wie gewohnt jeweils dienstags und freitags um 21:00 Uhr statt. Das Kinderprogramm beginnt mittwochs um 17:30 Uhr. Bei Regen werden die Aufführungen von der Freilichtbühne ins Bürger- und Rathaus verlegt.
Das Kleinkunstfestival startet am Dienstag, den 04. August mit einer rasanten Show von Tridiculous. Die drei Artisten rocken mit Musik, Artistik, Comedy und viel Schwung die Show „Das Tridiculous ABC“. Am Freitag werden die Zuschauer*innen mit Hart auf Hart in ein feines Schauspiel entführt, wenn deutsche Kultur auf Schweizer Eigenheiten trifft mit „Wollen sie wippen?“.
Julian Button, seines Zeichens Zauberer, Musicaldarsteller und Schattenspieler, verblüfft in der zweiten Woche mit seinem Programm „Ausgetrickst“. Am Freitag überraschen die Jashgawronsky Brothers mit frecher Komik und musikalischen Kunststücken. „Toyboys“ heißt ihre vielversprechende Performance.
In der letzten Woche bringen Maria Weichesmüller und Christian Hölbling Helfried auf die Bühne. Helfried-Klassiker werden dabei gründlich entstaubt und „Unverändert NEU!“ inszeniert. Constanze Lindner beendet am 21. August das Festival mit „Lindners Lebenslust“. Mit Scharfsinn und Humor zeigt sie, worauf es im Leben wirklich ankommt und worauf wir verzichten können.
Am Mittwochnachmittag erwartet die Kinder ein abwechslungsreiches Programm: Bei der Auftaktveranstaltung am 5. August rettet Kasperl Großmutters Tag. Wie immer braucht er dabei die Hilfe der Kinder. Tatkräftige Unterstützung braucht auch der Zauberer Julian Button. In seiner Zaubershow am 12. August wird gelacht, getanzt und gezaubert. Bei der letzten Aufführung müssen die Kinder dem beliebten Clown-Paar Herbert & Mimi aus der Patsche helfen. Die beiden versinken nämlich im Chaos, sie sind „Allein daheim“.

 

Weitere Informationen unter www.naturnslacht.com
Reservierung unter 334 7027027 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Klingendes Kloster – ein besonderes Konzert

  • Dachzeile: Kloster Marienberg
  • Weitere Fotos - 1: ... und er begleitete am Cembalo Juliane Oberegger und Julia Unterhofer an der Violine und Matteo Bodini am Cello

Am 3. Mai lud Musica Viva zu einem besonderen Konzert im Lesesaal des Klosters Marienberg ein. Im Fokus stand Instrumentalmusik für Streicher, die seit langer Zeit nicht mehr gespielt wurde. Darunter die neu entdeckten Streichertrios von Josef Scherer und eine Sinfonia zur Gratulationsmusik für Abt Plazidus, dazu eine Pantomime für eine Commedia dell’arte oder vielleicht für ein Marionettentheater. Diese vergessenen Musikstücke erklangen auf den Instrumenten, die in der Entstehungszeit der Kompositionen im Besitz des Klosters waren, und nun meisterhaft restauriert wurden. Es handelt sich um eine Violine von Matthias Hornsteiner von 1806, eine zweite Violine, gebaut zwischen 1760 und 1790 (Zettel Mathias Klotz?) und ein Violoncello von Joseph Knitl von 1795. Die Instrumente kommen alle aus Mittenwald und wurden dort auch restauriert.
Mittenwald in Oberbayern blickt beim Thema Geigenbau auf eine lange Tradition zurück und die hier gefertigten Instrumente werden von Musikern auf der ganzen Welt geschätzt. Im Jahr 1684 kehrte Matthias Klotz in seine Heimat zurück und legte damit den Grundstein. Rund ein Dutzend Geigenbaumeister haben heute ihre Werkstätten in Mittenwald, hier befindet sich auch die staatliche Berufsfachschule für Geigenbau, die einzige in Bayern und nur eine von zwei in ganz Deutschland. In Mittenwald findet regelmäßig der Internationale Geigenbauwettbewerb statt, bei dem Instrumentenbauer aus aller Welt ihr Können zeigen.
Die ausführenden Musiker*innen, Juliane Oberegger und Julia Unterhofer Violine, Matteo Bodini Cello und Lukas Punter Cembalo, konnten das zahlreich erschienene Publikum nicht nur mit der alten Musik begeistern, sondern auch mit interessanten Erklärungen den gelungenen Abend abrunden.

Konzert zum Abschluss der Bezirksbläsertage

  • Dachzeile: Burgeis/Vinschgau

In der Fürstenburg bei Burgeis nahmen kürzlich 45 junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 9 bis 14 Jahren aus dem VSM-Bezirk Vinschgau an den Bezirksbläsertagen teil. Engagiert übten sie mit Querflöte, Trompete, Klarinette, Euphonium, Posaune, Flügelhorn, Saxofon, Tuba und Schlagzeug für den großen Auftritt beim Abschlusskonzert im Kulturhaus von Burgeis. Unterrichtet wurden sie von Musiklehrerinnen und Musiklehrern darunter mehrere Musikstudenten.
Mit dabei war auch Bezirksjugendleiter Lukas Kofler, der im Vorfeld die organisatorischen Fäden gezogen hatte. Er begleitete die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer durch die musikalische Woche. Unterstützung bekam er von VSM Bezirksobmann Sebastian Prieth.
Neben dem Musizieren standen das gesellige Miteinander und der Spaß in der Gemeinschaft im Mittelpunkt.
Beim Abschlusskonzert gaben die jungen Musikantinnen und Musikanten in beeindruckender Weise Kostproben ihres Könnens. Eltern, Geschwister, Verwandte und Bekannte, kurzum die vielen Gäste im Saal waren überrascht und staunten, welche Töne sie aus ihren Instrumenten herausholten. Das Zusammenspiel im Orchester wurde von der jungen Kapellmeisterin der Musikkapelle Schluderns Ruth Längerer dirigiert. Das Orchester glänzte mit der Hawkeye Overture von Robert Sheldon, mit John Williams Movie Adventures, mit Funkytown von Johnny Winson, mit Shut up and dance von Michael Sweeney und mit Spring Break von Alexander Pfluger. Mit kräftigem Applaus bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer für den von den Jungmusikerinnen und Jungmusikern servierten Ohrenschmaus.
Dieser beherzte Auftritt machte klar: Die Musikkapellen im Tal brauchen sich angesichts der Musikbegeisterung der jungen Leute keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen. (mds)

Kult- und Kraftplatz Wallburgboden

  • Dachzeile: Wandertour - Naturnser Sonnenberg
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Die Wanderung startet im Zentrum von Naturns. Über die Feldgasse und die St.-Prokulus-Straße erreicht man den Einstieg in den Wanderweg Nr. 39/91. Dieser Beschilderung folgend, gelangt man auf die asphaltierte Zufahrtsstraße zum Restaurant Wiedenplatzer Keller. Vom Restaurant ausgehend führt ein Wanderweg, umsäumt von Edelkastanien-Bäumen, lichtem Wald und Gebüsch für etwa 5 Gehminuten relativ steil bergan zum „Wallburgweg“.
Dem eben verlaufenden Weg folgend, geht es, einmal die Zufahrtsstraße zu den Höfen am Sonnenberg querend, weiter entlang der Hänge des Naturnser Sonnenbergs. Der ehemalige Waalweg führt an der alten Waalerhütte vorbei in westliche Richtung bis zum Aussichtspunkt Wallburgboden. Dieser geschichtsträchtige Ort war, vermutlich in der Eisenzeit, Standort einer „unteren“ und „oberen“ Wallburg. Auch heute noch verströmt dieser Kraftplatz eine ganz besondere Energie.
Der Rückweg verläuft auf dem ersten Teilstück gleich wie der Hinweg. An der zweiten Abzweigung mit der Beschilderung zum „Schwalbennest“ geht es leicht bergab bis zur Jausenstation.
Nach dem „Maurbamhof“ erfolgt das letzte Stück des Abstiegs über eine
schmale Teerstraße. Dem Schlossweg und der Feldgasse folgend, erreicht man schließlich wieder den Ausgangspunkt im Ortszentrum.

Besonderheiten/Tipps
Entlang von einstigen historischen Bewässerungskanälen gelangt man zu einem leicht erreichbaren, sehr lohnenswerten Aussichtspunkt oberhalb von Naturns. Die Wanderung zeichnet sich durch das tolle Panorama mit Blick ins Schnalstal, auf Schloss Juval und in den Vinschgau aus

 

Tourendaten
Wegverlauf: Naturns - Panoramaweg - Wiedenplatzer Keller - Wallburgweg - Wallburgboden - Schwalbennest - Naturns
Höhenmeter: 470 hm
Strecke: 7,2 km
Dauer: 2,15 h

 

s39 naturns
Tourismusgenossenschaft Naturns
Rathausstraße 1 – 39025 Naturns
Tel. +39 0473 666077

www.naturns.it

 

Kultur.Bildung.GEMEINDE

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Zum Themenbereich Kultur betonte LR Achammer: „Kultur schafft Gemeinschaft, führt Menschen zusammen und gibt Halt in Zeiten der Unsicherheit, in denen wir uns aktuell wiederfinden.“

Am 19. September 2025 fand in der BASIS Vinschgau in Schlanders das erste Informationstreffen der Reihe „Kultur.Bildung.GEMEINDE“ statt. Ziel des Treffens war ein Austausch zu jenen Themen, die in den Zuständigkeitsbereich des Landesrats fallen – darunter die deutsche Bildung und Kultur, Bildungsförderung, Kulturgüter, Innovation, Forschung, Universität und Museen.
Auch im Vinschgau haben nach den Gemeinderatswahlen im Mai 2025 zahlreiche Personen neue Aufgaben übernommen. Im Rahmen des Informationstreffens wurden daher gemeinsam mit den zuständigen Amts- und Abteilungsdirektoren zentrale Fragestellungen zur Stärkung des Bildungsangebots, zur Kultur- und Denkmalpflege sowie zur Jugendarbeit erörtert.
In seiner Einführung erinnerte Achammer daran, die Möglichkeiten der Gemeinden gemeinsam auszuschöpfen, um der Generation unserer Kinder einen positiven und optimistischen Blick in die Zukunft zu schenken. Anschließend informierten Schulamtsleiterin Sigrun Falkensteiner, Landeskindergartendirektorin Helena Saltuari sowie Alexandra Pedrotti, Landesdirektorin der Musikschule, über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte im Bildungsbereich. Ergänzend dazu wurde auch das Thema Schulfürsorge durch Amtsdirektor Richard Paulmichl aufgegriffen.
Volker Klotz, Abteilungsdirektor für Deutsche Kultur, und Konrad Pamer, Direktor des Amts für Jugendarbeit, sprachen gemeinsam mit Landeskonservatorin Karin Dalla Torre über zentrale Themen der Kulturarbeit und Denkmalpflege in den Gemeinden. Im Fokus standen dabei unter anderem die Bedeutung der Erwachsenenbildung im Sinne des lebenslangen Lernens sowie aktuelle Herausforderungen und Perspektiven in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit. Auch Fragen zur Erhaltung, Nutzung und Sichtbarmachung von Kulturgütern wurden thematisiert.
Der Landesrat betonte, die von den Amtsdirektoren behandelten Bereiche in den Gemeinden nachhaltig stärken zu wollen und unterstrich: „Es sind viele Themen auf dem Tisch, die wir gemeinsam im Zusammenspiel zwischen Land und Gemeinden angehen müssen.“
Im Anschluss an den inhaltlichen Teil bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit für Gespräche mit Landesrat Achammer sowie den anwesenden Führungskräften.

Kulturverein Schnals: Großes Programm für 2026

  • Dachzeile: Schnals

Nach einem Jahr der Neuerungen startet der Kulturverein Schnals mit einem umfangreichen Programm ins Kulturjahr 2026.
Der Kulturverein Schnals kam Anfang März zur alljährlichen Vollversammlung in Karthaus zusammen. Kulturreferent Otto Rainer überbrachte die Grußworte der Gemeinde.
Im Rahmen der Sitzung ließ Präsident Dietmar Rainer das Jahr 2025 Revue passieren und stellte die Vorhaben für 2026 vor. Im vergangenen Jahr hatte Benjamin Santer nach 16 Jahren als Präsident sein Amt niedergelegt. Ihm folgte Dietmar Rainer, während Georg Kaser weiterhin als Vizepräsident im Amt blieb. Auch Daniela Brugger und Magdalena Grüner blieben vom ehemaligen Vorstand erhalten, während Ingemar Gamper, Irmgard Gamper und Marion Gurschler das Team als Neuzugänge verstärken.
Für 2026 plant der Verein eine Reihe von Veranstaltungen, die Initiativen stehen unter dem Titel „Kulturlarch 2026“. Der „Kulturlarch“ findet zum dritten Mal statt und ist als Ergänzung gedacht, um neben „Kunst in der Kartause“ weiteren Themen und Kunstformen Platz einzuräumen.
Ein großes Thema wird das Jubiläum 150 Jahre Schnalser Straße sein. In enger Zusammenarbeit mit Architekt Siegfried Gurschler wird die spannende Baugeschichte des 1875 eröffneten Fahrwegs durch die Schlucht am Taleingang in einer Ausstellung und Vorträgen im Vereinshaus von Unser Frau nachgezeichnet. Zusätzlich findet im Frühling eine Veranstaltung zum Thema „Schnalser Liedgut und Hofsagen“ statt. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor und dem Männerchor Schnals werden im Vereinshaus von Katharinaberg bislang unveröffentlichte Lieder erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und überlieferte Schnalser Hofsagen vorgetragen.
Ebenfalls im Frühling werden bei einer Feierlichkeit in Karthaus zwei Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert: zum einen beidseitig bemalte Altarbilder vom 1437 geweihten Corpus-Christi-Altar aus der Kirche der ehemaligen Kartause Allerengelberg. Zum anderen die im vergangenen Winter sanierte Holzskulptur des Künstlers Adolf Vallazza, die den Dorfplatz von Karthaus ziert.
Für Herbst 2026 ist eine Kunstausstellung von Sonja Santer und Brigitte Dietl sowie ein Konzert für Chor und Orchester geplant. Aufgrund des großen Zuspruchs in der Bevölkerung soll die Veranstaltung „Silvester für die Seele“ erneut den Abschluss des Jahres bilden.

Laatscher Arunda-Alm: Vorzeigealm im Obervinschgau lädt zum Käseanschnitt

  • Dachzeile: Laatsch
  • Weitere Fotos - 1: Albert Hutter und Senn Sepp Ladurner beim Käseanschnitt 2025

Mit einem frühen Almauftrieb am 6. Juni begann auf der Laatscher Arunda-Alm die diesjährige Almsaison. Insgesamt wurden 60 Milchkühe sowie ca. 50 Stück Galtvieh auf die weitläufigen Weiden im Arundatal gebracht. Dort genießen die Tiere den Sommer auf saftigen Almwiesen – die beste Voraussetzung für hochwertige Alm-Milch, aus der auf der Alm mit viel Sorgfalt köstliche Butter und schmackhafter Käse hergestellt werden.

Nachhaltige Investitionen sichern die Zukunft der Alm
Die Laatscher Arunda-Alm hat sich in den vergangenen Jahren dank gezielter und nachhaltiger Investitionen der Alminteressentschaft zu einer echten Vorzeigealm im Obervinschgau entwickelt. Einen wesentlichen Anteil daran hat Präsident Albert Hutter, der mit großem persönlichem Einsatz, Weitblick und Leidenschaft die Weiterentwicklung der Alm maßgeblich vorangetrieben hat.
Durch die kontinuierlichen Investitionen wurden nicht nur die Arbeitsbedingungen verbessert, sondern auch die Voraussetzungen geschaffen, die Alm langfristig erfolgreich zu bewirtschaften.

Genuss und Gastfreundschaft auf der Alm
Die Sennerfamilie Sepp Ladurner versteht ihr Handwerk nicht nur bei der Verarbeitung der hochwertigen Alm-Milch zu feinem Käse und Butter. Auch kulinarisch werden die Gäste bestens verwöhnt. Neben den Almprodukten erwartet Besucher eine schmackhafte Mittagsküche, die frisch auf der Alm zubereitet wird.

Ein lohnendes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer
Die Laatscher Arunda-Alm bietet zahlreiche Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Tagesausflug. Sie ist sowohl für Wanderer als auch für Radfahrer ein attraktives Ziel. Besonders reizvoll ist die Wanderung über Taufers, Tella und die Tella-Scharte, die mit eindrucksvollen Ausblicken und einer ursprünglichen Berglandschaft begeistert. Ebenso gut erreichbar ist die Alm über die Abzweigung Klostersäge (über Schleis-Polsterhof), wodurch sie sich auch für Familien und Genusswanderer bestens eignet.

Einladung zum Käseanschnitt am 11. Juli
Die Alminteressentschaft lädt am Samstag, 11. Juli, herzlich zum traditionellen Käseanschnitt auf die Laatscher Arunda-Alm ein. Das Fest beginnt mit einer Hl. Messe, welche Kooperator Matthias Kuppelwieser zelebriert. Danach haben nicht nur die Bauern Gelegenheit, sich von der hervorragenden Qualität der auf der Alm hergestellten Produkte zu überzeugen, auch Gäste und Besucher sind herzlich willkommen. Das gesamte Almteam sowie die Alminteressentschaft freuen sich darauf, zahlreiche Besucher auf der Laatscher Arunda-Alm begrüßen zu dürfen und gemeinsam einen gemütlichen Tag im Zeichen von Regionalität, Qualität und gelebter Almkultur zu verbringen.

Landesrätin besucht Lehrgang für PflegehelferInnen

  • Dachzeile: Vinschgau/Laas

Derzeit nehmen landesweit knapp hundert Personen an der dualen Ausbildung zur Pflegehelferin bzw. zum Pflegehelfer teil, mehr als ein Fünftel davon im Vinschgau im Wohn- und Pflegeheim St. Sisinius in Laas. Politische und organisatorische Verantwortungsträger haben sich kürzlich ein Bild vor Ort gemacht und waren beeindruckt von der positiven Stimmung und Rückmeldungen der 21 TeilnehmerInnen. Landesrätin Pamer betonte, dass die Ausbildung zur PflegehelferIn nun auf drei starken Säulen steht: der Vollzeitausbildung, der berufsbegleitenden Form und eben dem dualen Modell, das Arbeit und Ausbildung miteinander verbindet. Gerade letztere erfreut sich großen Zuspruch und sie versicherte von der politischen Seite weiterhin die größtmögliche Unterstützung. Die Idee dieser dualen Ausbildungsform wurde bereits vor über zehn Jahren vom Verband der Seniorenwohnheime auf Anregung mehrerer Alten- und Pflegeheime vorangetrieben und gemeinsam mit der Stiftung Elisabeth und dem Bildungshaus Nals umgesetzt, nachdem von der Autonomen Provinz Bozen die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen wurden. Dass heuer erstmals ein Lehrgang im Vinschgau stattfindet, ist der engagierten Forderung und Unterstützung der Seniorenwohnheime im Vinschgau zu verdanken, vor allem durch die Direktoren Sibille Tschenett (Seniorenheim Schluderns/Laas) und Jürgen Pircher (Seniorenheim Partschins). Beim Treffen in Laas schätzten die Teilnehmenden besonders die Verbindung von Theorie und Praxis, die überschaubare Ausbildungsdauer, die wohnortnahe Durchführung sowie die hohe Qualität der Lehrenden. Die Abschlussprüfung findet zwar erst im Oktober 2026 statt und qualifiziert dann zur Ausübung des Berufs Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, aber bereits jetzt haben die TeilnehmerInnen durch das neue geschaffene Berufsbild „Pflegehelferinnen und Pflegehelfer in Ausbildung“ einen Arbeitsplatz mit begleitender Ausbildung. Alle Verantwortungsträger arbeiten bereits an einer Neuauflage des Lehrgangs im kommenden Jahr. Interessierte können sich im Wohn- und Pflegeheim in Laas informieren. (lu)

Leben gegen Leben?

  • Dachzeile: Volksbühne Laas
  • Redakteur: Maria Raffeiner

Regisseur Daniel Clemente hat für die Volksbühne Laas mit „Terror“ von Ferdinand von Schirach ein Stück von brisanter Aktualität ausgewählt. Die Handlung ist schnell erzählt: Major Lars Koch (Heinz Köfler) sitzt auf der Anklagebank. Er hat eigenmächtig ein entführtes Passagierflugzeug abgeschossen, um zu verhindern, dass Terroristen damit einen Anschlag auf ein vollbesetztes Fußballstadion verüben. An Bord befanden sich 164 Menschen, im Stadion rund 70.000. Einen Abschussbefehl gab es nicht, Koch handelte bewusst gegen das Gesetz, indem er das Flugzeug zerstörte. Seine Verteidigerin (Helena Zischg) versucht, die Laienrichter – also das Publikum im Josefshaus – davon zu überzeugen, dass es sich nicht um Mord gehandelt habe. Koch habe abgewogen: 164 Leben gegen 70.000. Staatsanwältin Nelson (Melanie Horrer) widerspricht in ihrem Plädoyer entschieden. Niemals dürften moralische Überlegungen über der Verfassung stehen. Die Zeugen, ein Major der Luftwaffe (Jürgen Kuppelwieser) und die Witwe eines Opfers (Sonia Turina), vertiefen die Perspektiven. Am Ende fordert die Richterin (Heidemarie Stecher) die Schöffen zur Abstimmung auf: Das Publikum entscheidet über Schuld oder Unschuld. Hinter der Bühne werden die Stimmen ausgezählt, und je nach Ergebnis endet der Abend mit Freispruch oder Schuldspruch. Statistisch gesehen fällt das Urteil in den Inszenierungen von „Terror“ meist zugunsten des Angeklagten aus. Die Handlung ist zwar frei erfunden, das zugrunde liegende moralische Dilemma jedoch nicht: Laut dem Bundesverfassungsgericht ist der Abschuss eines entführten Flugzeugs verfassungswidrig.
Die Volksbühne Laas sorgt für Hochspannung im Gerichtssaal und meistert dabei einen anspruchsvollen Text. Ihre klare Inszenierung zeigt die Schwierigkeit, über das Schicksal eines Menschen zu urteilen. Trotz der ernsten Thematik und der stillen Momente im Publikum dürfte Laas zu Diskussionen angeregt und gezeigt haben, wie facettenreich Theater sein kann.

Leben und Hoffnung schenken

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Blutspender AVIS: Karin Wallnöfer, Roland  Wallnöfer, Sabine Schwalt, Marion Viertler
  • Weitere Fotos - 2: v. l. Gertraud Telser, Gertraud Kaserer, Monika  Kuenrath, Veronika Wieser, Rebekka Wallnöfe
  • Weitere Fotos - 3: Die Linedance-Gruppe Vinschgau bereicherte den gebündelten Auftritt der verschiedenen Vereinigungen

Mit einem gebündelten Auftritt setzten die Vereinigungen Transplantation ist Leben, der Südtiroler Nierenkrankenverein, die Blutspender Vinschgau und die Krebshilfe Vinschgau beim Platzlfest in Schlanders am 9. Mai 2026 ein starkes Zeichen. Aufklärungsarbeit, Information und Sensibilisierung fanden in geselligem Rahmen und ungezwungen - mit Tänzen von Linedance Vinschgau und mit Weißwurst und Getränken von der Platzlbar - statt.
Die Organspende und die Blutspende sind und bleiben eine freiwillige Entscheidung. Aber: Blut- und Organspende bedeuten Leben und Hoffnung. Es ist wichtig zu Lebzeiten über Organspende zu reden und seinen Willen zu deponieren. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: über den Hausarzt, den Sanitätsbetrieb oder über die Identitätskarte. Vor allem von der Möglichkeit, die Bereitschaft zur Organspende in der Identitätskarte vermerken zu lassen, machen viele Gebrauch.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Organ braucht, ist vier Mal höher als dass man als Spender eines gibt“, sagt Gustav Kofler, der Vorsitzende von Nierene zusammen mit Egon Blaas, der Vorsitzende der Vereinigung Transplantation ist Leben.
Und auch bei der Blutspende gilt: „Blut ist die Quelle des Lebens. Spende dein Blut, denn morgen könntest auch du es benötigen.“

Die Organisatoren der Veranstaltung von Transplantation ist Leben um Egon Blaas und Oswald Stricker und Gustav Kofler freuten sich über den großen Erfolg. Sie danken allen Mitwirkenden für ihren ehrenamtlichen Einsatz, darunter der Linedance Gruppe, den Betreibern der Platzlbar und dem Vinschgerwind.

Lebensgeschichten von Flucht und Rücksiedlung

  • Dachzeile: Südtirol/Vinschgau

Das Hitler-Mussolini Abkommen 1939 führte zur Option. Südtirolerinnen und Südtiroler waren vor die Entscheidung gestellt, ins Reich auszuwandern oder im italienisch besetzten Südtirol zu bleiben. Die überwiegende Mehrheit optierte für Deutschland. Die ersten Familien, vor allem die besitzlosen, wanderten als erste aus und wurden zu Flüchtlingen. Der Kriegsausbruch im September 1939 stoppte diese Bewegungen.
Viele der Ausgewanderten mussten erfahren, dass sie in der Fremde nicht willkommen waren und wurden enttäuscht. Nach dem Krieg kehrten sie wieder nach Südtirol zurück auf der Suche nach einer Bleibe. Viele waren staatenlos und trugen schmerzliche Erfahrungen mit sich. In ihrer Heimat Südtirol fühlten sie sich teilweise wie Dahergelaufene, wie Bettler. Ein Neustart war mit großen Schwierigkeiten verbunden und oft von Hunger und Not geprägt.
Die Journalistin, Filmemacherin und Autorin Astrid Kofler gibt einigen dieser Menschen in ihrem Buch „Von Rückkehr, Flucht und Suche nach Heimat - Erinnerungen an die Nachkriegszeit“, erschienen im Athesiaverlag, eine Stimme, authentisch, schlicht und berührend.
Im Buch sind 21 Lebensgeschichten abgedruckt, darunter beispielsweise auch die Erinnerungen der Vinschgerin Martha Pohl Kofler (Jg. 1938) aus Tarsch, die im Salzburger Land und in Tschechien die ersten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Kofler erzählt auch die Geschichte von Robert Ruepp aus Schluderns, der in Kärnten geboren worden war (der Vinschgerwind hatte ihm im April 2025 ein Portrait gewidmet.) Ein bewegendes Detail dazu: Roberts Mutter war bereit 2024 als Achtjährige mit ihrer Familie von Kortsch nach Brasilien ausgewandert und bei der Option ein zweites Mal entwurzelt worden. Beeindruckend dokumentiert Kofler anhand der lebendiger Menschenbilder eine traumatische Zeit in der Südtiroler Geschichte. (mds)

Lichtschatten – Frauen aus Stilfs

  • Dachzeile: Stilfs/Haus59
  • Weitere Fotos - 1: Ausgestellt wurden Fotografien von Stilfser Frauen, zu hören waren mehrere Interviews mit den Frauen, die aus ihrem Leben erzählen.

Seit neun Jahren stellen Karin Dalla Torre und Thomas Pichler ihr behutsam renoviertes Haus 59 am Karmatschweg in Stilfs einem Künstler bzw. einer Künstlerin für eine Woche zur Verfügung, um dort ihre Werke zu präsentieren. In den Räumen des alten Bäckerhauses, in der Stube und in den drei Zimmern und im Hausgang gab es in diesem Jahr eine ganz besondere Ausstellung vom 23. bis 30. August der Meraner Bildhauerin, Fotografin und Installationskünstlerin Elisabeth Hölzl. Sie zeigte nicht einfach ihre Kunstwerke, sondern begab sich ein Jahr lang auf Spurensuche in Stilfs. Im Mittelpunkt ihrer Feldforschung standen die Frauen aus Stilfs, die zwischen 1940 und 1950 geboren sind. Das Leben dieser Frauen, ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und Erlebnisse als Frauen, Mütter, Dienstboten und Dorfbewohnerinnen standen im Mittelpunkt. Es ging darum Verdecktes, Vergessenes und Verdrängtes aufzuspüren, anzusprechen, sichtbar zu machen und in einem öffentlichen Raum zu präsentieren. „Lichtschatten“ nennt die Künstlerin ihr Projekt. Hölzl führte lange Gespräche mit verschiedenen Frauen, betrachtete zusammen mit den Frauen die Fotoalben und hörte ihnen zu wie sie sich erinnerten und aus ihrem Leben, den Mühen und der harten Arbeit erzählten. Die Frauen berichteten vom Leben im Gastgewerbe, von unehelichen, illegitimen Kindern, vom Zusammenleben in der Familie und im Dorf. Es ist Kunst der Aufmerksamkeit und der Erinnerung. Verborgenes wird aus dem Schatten ans Licht geführt. Die Bilder aus den Fotoalben hat Hölzl in der Stube und in den Zimmern wie eine Fotoserie an die Wand geheftet. Es sind kleine Bilder und man musste genau hinschauen, um das Leben hinter den Bildern zu entdecken. Die Interviews konnten als Audioinstallation angehört werden. Man musste sich nur Zeit nehmen und genau hinhören, dann wurde das Leben der Stilzer Frauen hörbar und erlebbar. Diese Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag zur Dorfgeschichte, die hoffentlich einen bleibenden Platz in Stilfs findet. (hzg)

Markttreiben in inspirierender Umgebung

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:

Selbergmocht - der Name hat sich mittlerweile zu einer Art Markenzeichen entwickelt und spiegelt eine große kreative Vielfalt Südtiroler Hersteller wider, die in einem Marktgeschehen dar- und angeboten wird. Von Babybekleidung über Holzerzeugnisse, von Schmuck bis Honigerzeugnisse, von Selbsgebrannten bis selbst entworfene und selbst genähte Taschen, von Gartendeko bis Speck und Käse, von Tongegenständen bis Kerzen, von handgeschöpfter Schokolade und vielem mehr. Der Markt „Olls hondgmocht“, eine örtliche, mit ordnender Hand erlesene Auswahl mit fein abgestimmter Zusammenstellung, hat in Partschins mittlerweile Tradition, erfreut sich großer Beliebtheit und findet Ende Mai in der inspirierenden Umgebung des weitum sichtbaren und wohlbekannten Gaudententurms statt. Heuer war es am Samstag, den 30. Mai, an dem, organisiert vom Tourismusverein Partschins, sage und schreib e 35 Marktstände zu Gast um den Gaudententurm von Christine Schönweger zwischen Höllgassl und Gaudententurmstraße waren. Der Gutshof Isser bot Getränke, der Berggasthof Eishof sorgte für das Essen (saftiger Pulled-Pork-Burger, vegetarische Käse-Kräuternocken oder frisch gebackenes Brot aus dem Holzofen) im bezaubernden Garten vom Gaudententurm. Und für die Musik sorgten die beherzt aufspielenden Gigglfrösche aus Partschins. Die Feuerwehrmänner regelten den Verkehr ante portas.
Die Leute kamen aus Nah und Fern, Einheimsiche und Gäste, waren neugierig und über die Vielfalt erstaunt, waren in Kauflaune, tauschten sich in einem Ratscher aus - und das Wetter spielte mit leichter Sonnenabschirmung fein mit. (eb)

Maskenausstellung im Kulturhaus

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1:

Das 60- jährige Jubiläum fiel der Coronapandemie zum Opfer. Deshalb feierte das Nikolauskomitee Schlanders am Samstag, den 29. August das 65-jährige Bestehen mit einer großen Maskenausstellung im Kulturhaus und mit einem Fest, unterstützt von der Schützenkompanie Schlanders, auf dem Kulturhausplatz. 130, großteils aus Holz gefertigte Krampusmasken wurden präsentiert, außerdem gab es einen Glückstopf und verschiedene Informationen über den alten Brauch des Nikolauseinzugs jedes Jahr am 5. Dezember. Die älteste schriftliche Quelle stammt aus dem Jahre 1900. Damals zog der Nikolaus am 5. Dezember mit seinem Backesel und seinen Klaubaufen, den Krampussen, durch das Dorf. Das älteste Foto vom Nikolaus und seinen Krampussen stammt aus dem Jahre 1942. 1960 wurde das Nikolauskomitee von Josef Grüner, dem damaligen Gemeindepolizisten und von Alois Gamper, damals Vorsitzender der Gemeindefürsorgestelle des KVW, gegründet. Den ersten geordneten Nikolauseinzug mit 20 Mitwirkenden gab es am 5. Dezember 1961. 1987 gab der KVW seine Rolle als Träger des Nikolauseinzugs ab und das Nikolauskomitee wurde ein eigenständiger Verein unter der Führung von Markus und Angelika Tappeiner. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte 1998. Heute hat der Verein 150 Mitglieder und bemüht sich den alten Brauch zu erhalten und mit den Einnahmen ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Jedes Jahr am 5. Dezember beteiligen sich rund 200 Personen aktiv am Nikolauseinzug. Es gibt 100 Krampusse, 10 Nikoläuse, die auch Hausbesuche machen, eine Schar Engel, Paketmädchen, die Tuiflkuch, sowie Mitglieder der Bürgerkapelle und der Feuerwehr, der Ordnungskräfte, der Ortspolizei und der Fuhrmänner, die sich alle in ihrer Rolle einbringen. Die zentrale Figur, der gute und hilfsbereite Nikolaus, wurde in den 65 Jahren von Alois Gamper, später von Martin Schuster und seit den 90er Jahren von Eugen Rainalter in würdiger Form repräsentiert. Die Vorstandsmitglieder vom Nikolauskomitee betonen, dass nach wie vor der Nikolaus mit seiner Botschaft von der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe im Vordergrund des Nikolauseinzuges steht. Deshalb beteiligt sich das Nikolauskomitee von Schlanders ganz bewusst nicht an den vielen Krampusläufen im ganzen Land und auch außerhalb der Landesgrenzen. (hzg)

Max Gstrein ist 100 Jahre

  • Dachzeile: Kastelbell/Latsch
  • Weitere Fotos - 1: Er nahm die Glückwünsche zahlreicher Gratulanten entgegen

Mit tiefem Respekt, mit Hochachtung und Stolz überbrachten zahlreiche Gäste Max Gstrein ihre Gratulationen. Genau am 9. April 2026 feierte der Jubilar aus Kastelbell seinen 100. Geburtstag im Seniorenwohnheim Annenberg in Latsch. Präsident Hubert Mantinger hieß willkommen und sagte nicht ohne Stolz: „Für uns ist es eine Ehre, dass Max sich hier wohlfühlt.“ Seit sechs Jahren lebt Max Gstrein im Seniorenwohnheim Annenberg. „Es ist ein besonderer Tag“, sagte auch Direktor Matthias Ladurner. „100 Jahre ist nicht nur eine unglaubliche Zahl, sondern auch ein Schatz an Erfahrung und an Geschichten.“
Der Kastelbeller Bürgermeister Gustav Tappeiner blickte kurz auf das Leben zurück: „Am 9. April 1926 ist Max geboren. Es ist ein Jahrhundert von Miterlebtem und von Veränderung. Max hat das einfache bäuerliche Dorf mitgestaltet und mitgeprägt. Er wurde in den Faschismus hineingeboren, im zweiten Weltkrieg eingezogen, war in Taranto gefangen und ist dann heimgekommen. Max hat eine Familie gegründet und mit der Tischlerei Gstrein einen Betrieb aufgebaut. Er war eine wichtige Person mit einem besonderen Wesen und hat die Gemeinde geprägt. Fleiß zeichnete sein Leben aus. Er hat immer eine positive Einstellung gehabt und geschaut, dass Frieden und Zusammenhalt herrschen.“
Nicht nur die Familie und die Verwandtschaft versammelte sich zum festlichen Moment, sondern auch ehemalige Mitarbeiter der Tischlerei Gstrein in Kastelbell waren anwesend, eine Bläsergruppe aus Kastelbell, eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Kastelbell und Chormitglieder des Rablander Chors erwiesen dem Geburtstagskind die Ehre. (ap)

Michl Gaismair im Rittersaal der Stachlburg

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1: Gut 70 Leute haben trotz strömenden Regens den Weg in den Rittersaal der Stachlburg in Partschins gefunden, um den Ausführungen von Professorin Ulrike Kindl über Michael Gaismair zu lauschen

Der Gaismair zieht Leute an“, brachte Ulrike Kindl ihre Überraschung über das große Interesse zum Ausdruck und: „Dem Revolutionär Gaismair soll Gerechtigkeit widerfahren.“ Denn von den Utopien Gaismairs blieb nichts, vor allem weil es über die Jahrhunderte gelungen sei, den Gaismair mit einer dichten „damnatio memoriae“ zu beschlagen. Man hat Gaismair durch „aktives Vergessen“ in den verbotenen Giftschrank verbannt. Nach 500 Jahren wache das Gedenken endlich auf. Kindl beschreibt anschaulich die Umstände, unter denen sich Gaismair als Aufständischer und als Verfasser seiner visionären Landesordnung entfalten hat können. 1525 stand Europa durch die Bauernaufstände in Schwaben, Franken und im Elsass regelrecht in Flammen. Martin Luthers Thesen beginnen auch durch Technik des Buchdruckes in das Volk einzusickern, das Buch „Utopia“ von Thomas Morus ist erschienen. Zündstoff für soziale Unruhen ist vorhanden. Abgeschwächt auch in Tirol. Denn Tirols Großbauern waren, in Europa einmalig, landständig und seit dem Maximilianischen Landlibell von 1511 wehrhaft. Trotzdem kam es, ausgehend von Brixen, auch in Tirol zu Unruhen und der gut ausgebildete Gaismair war als Bauernkommandant vorne mit dabei, nachdem er lange Zeit auf Seiten der Obrigkeit gestanden hat. Nach seiner Inhaftierung in Innsbruck gelang ihm die Flucht in die Schweiz, wo er in Kontakt mit dem Reformator Ulrich Zwingli seine Landesordnung verfasst hat. „Die kam mindestens 200 Jahre zu früh“, sagte Kindl. Und es sei eines der revolutionärsten Papiere, die in Europa je entstanden seien.
Gaismair sei dann nach diversen Bauernscharmützeln nach Venedig geflohen und 1532 in Padua ermordert worden. Ulrike Kindl erhielt für ihren mit großer Sachkenntnis und mit Verve vorgetragenen Einblick in Gaismairs Tun und Visionen großen Applaus.
Zur Landesausstellung in Völs hat der Partschinser Restaurator und Bildhauer Karl Hofer mit seinem Kunstwerk „Friede den Hütten, Kampf den Palästen“ beigetragen. Einblick dazu verschafften einige Bilder, die im Rittersaal gezeigt worden sind. (eb)

Missbrauchsopfer treffen Professoren

  • Dachzeile: Vinschgau/Südtirol

Gernot Paulmichl aus Stilfs war im Alter von sechs bis acht Jahren vom Ortspfarrer missbraucht und dann vom Militärkaplan in den mörderischen Krieg nach Lybien geschickt worden (der Vinschgerwind hat berichtet.) Diese traumatischen Erlebnisse haben ihn krank gemacht und sein Leben vergiftet. Dass er es nach jahrzehntelangem Schweigen gewagt hatte, seine Geschichte zu erzählen, war wie ein Befreiungsschlag für ihn und hat andere ermutigt, sich ebenfalls zu outen. Eine Schleuse hat sich geöffnet, und eine Welle wurde losgetreten. Missbrauchsopfer fanden zusammen und tauschen sich nun über eine WhtsApp Gruppe aus. Sie kämpfen gemeinsam um Gerechtigkeit. Paulmich, der sich mit Philosophie und Theologie beschäftigt, wurde kürzlich seinem Wunsch entsprechend von Professoren der Philosophisch Theologischen Hochschule in Brixen zu einem Gedankenaustausch geladen. Vermittler war Gottfried Ugolini, der Diözesanbeauftragter für Prävention und Aufarbeitung von Missbrauchsgeschehen in der Diözese. Mehrere Betroffene aus ganz Südtirol hatten Paulmichl ins Priesterseminar begleitet und saßen mit ihm und mit den Hochschulprofessoren Martin Linter, Markus Moling, Christoph Amor und Ugolini in der Gesprächsrunde. Paulmichl referierte zum Thema Dreifaltigkeit, deren Struktur und Geografie des Jenseits sich durch die Philosophie erklären lässt. Und er ist sehr dankbar, dass er diese Gelegenheit bekommen hat. Paulmichs Begleiter*innen unterstrichen durch das Dabeisein ihre Entschlossenheit, weiterhin für eine ehrliche Aufarbeitung zu kämpfen - zusammen mit der Kirche. Sie verlangen mehr Einfühlungsvermögen für das Leid, das sie erfahren mussten und wollen ernst genommen werden.
Dass die Aufarbeitung der Untaten nicht von allen kirchlichen Kreisen ernsthaft mitgetragen wird, zeigte jüngst die Polemik um den Gedenkaltar für Missbrauchsopfer im Bozner Dom. Dieser war einigen ein Dorn im Auge. Nun soll ein neuer Platz für den Altar gesucht werden. Die Initiatoren hoffen, dass es nicht eine versteckte Kirche sein wird. Dem Missbrauchsopfer Klaus Walter aus Bozen gelang es kürzlich, ein besonderes Zeichen der Sichtbarkeit zu setzen. Er erkämpfte sich die Erlaubnis, ein Holzkreuz für die Opfer sexualisierter Gewalt bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession in Bozen mitzutragen. (mds)

WhatsApp Gruppe für Betroffene unter dem Motto „Jede Stimme zählt“: +39 375 974 72 72

Mitten in der Pflanzenpracht

  • Dachzeile: Marienberg/Vinschgau/Trauttmansdorff

Durch die Pflanzenpracht der botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff gewandelt sind die rund 30 Mitglieder des Freundeskreises Marienberg am 19. September 2026. Denn der heurige Ausflug im Rahmen der traditionellen Serie „Kultur und Kulinarium“ ging vorerst direkt ins Touriseum von Schloss Trauttmannsdorff, mit dem Willkommen durch die Freundeskreispräsidentin Siblille Tschenett und durch das Vorstandsmitglied Heinrich Moriggl. Kein geringerer als der ehemalige Touriseum-Direktor und Meraner ex-Bürgermeister Paul Rösch führte in die Entstehungsgeschichte und in die Ausstellungsideen des Landesmuseums für Tourismus ein. Rösch spannte einen spannenden und mit Episoden gespickten Bogen von der Geschichte von Schloss Trauttmanssdorff über die Geschichte des anschwellenden Tourismus in Südtirol, dessen ungewollt erster „Influencer“ der Freiheitskämpfer Andreas Hofer gewesen sei bis hin zu aktuellen Diskussionen über Bettenstopp und Tourismus-Investoren. Rösch glänzte mit verästeltem Detailwissen, mit Witz und Humor und zog die Mitglieder des Freundeskreises in seinem Bann. Mit Almkäse, Schüttelbrot und einer guten Flasche Wein bedankte sich Heinrich Moriggl stellvertretend für den Freundeskreis bei Rösch und formulierte die Überlegung, dass das Thema Tourismus auch im spirituellen Sinne durchaus einer Vertiefung bedürfe.
Der Parcours durch das sehenswerte Tourismus-Museum entlockte dann einige Ah und Oh, weil bei einigen Mitgliedern Ausstellungsstücke Erinnerungen an eigene Erfahrungen im Tourismussektor wachriefen. Nach dem Mittagessen mit angeregten und anregenden Gesprächen ging es in die bunten Gärten, entlang der Wasserläufe, im Schatten von Bäumen und Sträuchern der Gärten von Schloss Trautttmansdorff. Der Pater Anselm und der Frater Aemilian vom Kloster Marienberg haben die Gruppe begleitet und der ehemalige Abt Pater Markus ist in den Gärten dazugekommen und er wurde allseitig herzlichst begrüßt. (eb)

MK Eyrs: Fahnenweihe mit großem Musikfest

  • Dachzeile: Eyrs

Die Musikkapelle von Eyrs ist jung und sehr rührig. Zum 35. Jahr ihres Bestehens bekommt die Musikkapelle Eyrs eine neue und vom Gründungsmitglied Manfred Zangerle gesponserte Fahne. Gestaltet hat die Fahne der Künstler Thomas Biedermann. Die Fahne soll als Symbol die Gemeinschaft, die Geschichte und die Werte der Musikkapelle Eyrs sichtbar machen. Zur feierlichen Fahnenweihe am 24. Mai 2026 lädt die Musikkapelle Eyrs die Bevölkerung, alle Freunde und Bekannte ab 9.30 Uhr nach Eyrs ein. Im Anschluss an die Fahnenweihe gibt es ein großes Musikkfest auf dem Festgelände am Sportplatz Eyrs.

Eine Rückblende:
Im Jahre 1990 wurde die MK EYRS bei einem Wirtshausgespräch zwischen Sebastian Kurz und Manfred Zangerle sozusagen aus der Taufe gehoben.
Die Wiedergründung, war allerdings kein Honigschlecken. Musikantinnen und Musikanten mussten ausgebildet, Instrumente angekauft und Trachten besorgt werden. Der damalige und Erstobmann Hans Thöni und sein Ausschuss haben diese Aufgabe mit Hilfe der Dorfbevölkerung, privater und öffentlicher Sponsoren sehr gut gemeistert.
In dieser Gründungsbegeisterung hat es sich auch die damalige Gemeindeverwaltung nicht nehmen lassen, das provisorische Probelokal im Obergeschoß der Feuerwehrhalle alsbald durch einen Neubau zu ersetzen. Treibende Kraft war der damalige Assessor Manfred Zangerle. Im Herbst 1996 gab die junge Kapelle, mit der historischen Tracht des „Gerichtes Schlanders“ ausgestattet, ihr erstes Konzert.
Durch die kontinuierliche Jugendarbeit, vorangetrieben durch die Jugendleiterin Maria Kofler, mit einem engagierten Team an ihrer Seite konnte die Mitgliederzahl in den letzten Jahren stetig gesteigert werden. Damit ist der Verein auch für die Zukunft gerüstet.
Inzwischen ist die Musikkapelle ein fester Bestandteil des dörflichen Gemeinschaftlebens geworden und zählt aktuell 45 aktive Mitglieder, davon 4 Marketenderinnen und neu dazugekommen ein Fähnrich.
Besonderer Dank geht immer wieder an die gesamte Dorfbevölkerung und an die vielen Sponsoren für ihre Unterstützung. Dies ist der Musikkapelle Eyrs auch Auftrag und Verpflichtung, weiterhin mit ganzem Einsatz für die Erhaltung und den Ausbau unserer Kapelle zu sorgen.

Morgenerwachen – Liebe, Lust und Palabiir

  • Dachzeile: Glurns/Palabira Tage

Die Vinschger Palabira Tage in Glurns sind eine Liebeserklärung an die Palabiir, an die Landschaften des oberen Vinschgaus und an Glurns. Das meinte Christof Anstein am 13. September um 7 Uhr in der Früh in der Frauenkirche in Glurns. Es war der Auftakt zum Morgenerwachen, ein musikalischer, literarischer Spaziergang am Sonntagmorgen im Rahmen der Vinschger Palabiratage, die vom 5. bis 20. September in Glurns stattfanden. Es war bereits die 17. Morgenwanderung, konzipiert und umgesetzt von Christof Anstein und organisiert vom OK Palabir. Nach einer musikalischen Einstimmung in der Frauenkirche durch die Goldeggmusi und einem besinnlichen Text aus dem Korintherbrief von Apostel Paulus über das Hohe Lied der Liebe, brachen die rund 40 Personen auf zu einer Wanderung entlang der Glurnser Stadtmauern. Zuerst führte die Wanderung innerhalb der Stadtmauer und anschließend vorbei an vielen Gärten und alten Bäumen außerhalb der Stadtmauer. Auf diesem 2-stündigen Rundweg mit insgesamt 10 Stationen gab es immer wieder Musik der vier Musiker:innen der Goldeggmusi aus Mals, mit Bernadette Kathrein (Harfe), Gernot Niederfriniger (Harfe und Akkordeon), Peter Moriggl (Trompete) und Myriam Tschnenett (Klarinette). Das Thema der diesjährigen Wanderung war die Liebe, die Lust und die Leidenschaft. Die alten Griechen kannten drei Formen der Liebe: Agape, die selbstlose, die aufopfernde Liebe, Philia, die freundschaftliche Liebe und Eros, die leidenschaftliche, die sinnliche Liebe. Christof Anstein rezitierte Gedichte aus dem mittelalterlichen Minnegesang, aus der Nibelungensage, aus Tristan und Isolde, ein Gedicht von Walther von der Vogelweide und von Oswald von Wolkenstein. Er spielte die verschiedenen Rollen aus einem Theaterstück von Vigil Raber, in welchem der Vater seine Töchter verheiraten will. Zum Abschluss gab es ein reichhaltiges Frühstück im Anger von Pia und Karl Hofer, zubereitet vom OK Palabir. Unter einem 150 Jahre alten Palabirnbaum genossen die Teilnehmer:innen das Frühstück und die Morgensonne. (hzg)

Müllers Farbenfeuerwerk

  • Dachzeile: Laas
  • Weitere Fotos - 1: Der aus Schlanders stammende Künstler Ernst Müller mit seiner Frau Maria

Stimmiger hätte der Rahmen nicht sein können: Mit der Vernissage seiner Jubiläumsausstellung feierte Ernst Müller am 11. April 2026 seinen 75. Geburtstag in seiner Heimatgemeinde Schlanders. Hochkarätig war diese besucht. Zahllose Freunde, Weggefährten, Bekannte, Jahrgangskollegen, Kunstliebhaber und Bewunderer seiner Werke ließen es sich nicht nehmen, dem Jubilar die Ehre zu erweisen. Proppenvoll war das Foyer des Kulturhauses Schlanders, als Daniel Clemente, der Präsident desselben, die Anwesenden begrüßte: „Es ist eine große Ehre, lieber Ernst, dich hier zu haben.“
Grußworte kamen von Bürgermeisterin Christine Kaaserer und Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner. Von Marsoner skizzierte kurz das Leben des Künstlers: „Schlanders ist der Ausgangspunkt seines Lebensweges. Ernst Müller hat seine Kindheit bis zum 8. Lebensjahr in Schlanders verbracht. Die Landschaft und der Vinschgau haben ihn geprägt. Er wuchs in einer kinderreichen Familie als zehntes von elf Kindern auf und übernahm früh Verantwortung. Er erlernte zunächst einen handwerklichen Beruf und fand dann als Autodidakt seinen Weg in die Malerei. Seine Werke finden weit über den Alpenraum hinaus Beachtung.“
Sepp Messner Windschnur sorgte mit passenden Liedern zu Müllers Vita wie „Kunscht isch Kunst“ oder „Bergsteigen“ für Unterhaltung. Denn abseits der Malerei ist Ernst Müller in den Bergen unterwegs und besteigt u.a. jedes Jahr den Ortler.
Ilse Thuile würdigte in ihrer Laudatio den Künstler vor allem für sein „Farbenfeuerwerk“: „Ernst Müller gibt mit dem betonten Licht- und Schattenspiel den ausschlaggebenden Touch. Die verwitterten Höfe, Fallegg, das mediterrane Ägidiuskirchlein, Marienberg, der Sonnenberg, die Wegkreuze: Vieles ist Erinnerung. Müllers Bilder sind Melodien der Farben. Zur Sinfonie gestaltete Farbkompsitionen sind sein Markenzeichen. Immer wieder hast du mit deinen Bildern Furore gemacht. Erst kürzlich ging ein Werk nach Amerika.“
Was der 75-Jährige Ernst Müller dem jungen Ernst Müller mit auf den Weg gegeben hätte?, fragte Thuile. Müllers Antwort darauf kam prompt: „Zufrieden sein ist gut, unzufrieden sein noch besser. Wenn wir dem Vinschger Wind nicht entgegenhalten, dann bläst er dich um.“ Und apropos Vinschger Wind. Dieser, der Vinschger Wind, gratuliert dem Ernst Müller von ganzem Herzen zum Geburtstag und dankt dafür, dass er uns stets - in all den Jahren - die Treue gehalten hat. Ad multos annos, lieber Ernst. (ap)

 

Jubiläumsausstellung Ernst Müller im Kulturhaus Karl Schönherr in Schlanders: 11. – 19. April 2026

Musical setzt der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ ein Denkmal

  • Dachzeile: Graun

Die KVW Ortsgruppe Graun hat für das laufende Jahr für ihre Aktivitäten das Motto Frieden gewählt, ein Thema, das viele Menschen in der aktuellen Weltlage sehr beschäftigt. In diesem Zusammenhang organisierte das Organisationskomitee des KVW mit Andrea Frank, Maria Luise Folie, Irmhild Eller, Renate Stecher und Rosmarie Steiner kürzlich eine Tagesfahrt zum Musical „Weiße Rose“ in Füssen. Das Musical war im Juni 2025 im Festspielhaus uraufgeführt worden und erhielt in sieben Kategorien den Deutschen Musical Theater Preis 2025. Die „Weiße Rose“ ist eine der bekanntesten deutschen Widerstandsgruppen aus München um die Geschwister Hans und Sophie Scholl. Die Gruppe kämpfte in den Jahren 1941/42 unter anderem mit Flugblättern gegen den menschenverachtenden Terror des nationalsozialistischen Regimes. Die jungen Widerstandskämpfer wollten aufrütteln und appellierten aus humanistischen Motiven an die Verantwortung jedes Einzelnen. Sie setzten sich für Freiheit und Gerechtigkeit ein. Die Gruppe wurde von einem Nazi-Spitzel denunziert. Viele der jungen Leute, darunter die Geschwister Scholl, wurden 1943 hingerichtet. In der heutigen Zeit, in der sich rechtes Gedankengut zunehmend verbreitet und immer mehr Gehör findet, ist eine Auseinandersetzung mit den Gräueln des Nationalsozialismus und seiner Schreckensherrschaft wichtiger denn je. Denn die Geschichte könnte sich angestachelt von populistischer Lügenhetze wiederholen. Das Musical „Weiße Rose“ zeigt auf berührende Weise, dass es junge Menschen gab, die sich der Diktatur widersetzten, die nicht wegschauten und die für ihre Überzeugungen sogar ihr Leben aufs Spiel setzten. Dass in den Gesichtern vieler Musicalbesucherinnen und Besucher abschließend Tränen schimmerten, machte die gelungene und tiefgreifende Inszenierung des Themas deutlich. (mds)

Musik erklingt im Gasthof Weisskugl

  • Dachzeile: Matsch

Anfang Februar begann für Karl Perfler, den langjährigen Kulturwirt auf der Tschenglsburg, ein ganz neuer Lebensabschnitt im Bergsteigerdorf Matsch. Während andere mit über 70 Jahren längst die Pension bzw. Rente genießen, übernahm der Karl im 500 Seelendorf Matsch das verwaiste Dorfgasthaus Weisskugl auf über 1500 Metern. Hier hat er den alten Gastbetrieb wieder belebt und zu einem Begegnungsort in Matsch gemacht. Er betreibt den Gasthof mit den 25 Gästebetten zusammen mit einigen Helfer- bzw. Mitarbeiter:innen, aber an vielen Stunden des Tages rennt er auch alleine zwischen Küche und den Gaststuben umher und ist Mädchen für alles: er kocht auf, serviert, unterhält die Gäste, trinkt mit ihnen ein Glas und philosophiert über die Stille, die Energie der Berge, das gute Wasser und die besondere Luft in Matsch. Hier will er seine Vorstellung von einem Gasthaus, so wie er es auch in Tschengls gemacht hat, fortführen. Es soll nicht nur gegessen und getrunken, sondern es soll geredet, musiziert, gesungen und gelacht werden. Es soll ein Treffpunkt sein, Begegnungsstätte, Ausstellungsraum und Konzertsaal. So findet man in allen Räumen Bilder von Barbara Fleischmann, Hobbykünstlerin aus Goldrain, die ihre abstrakten, farbenfrohen Acrylbilder ausstellt. Im Jänner zeigte sie ihre Bilder in der Tschenglsburg. Es war dort die letzte von insgesamt rund 70 Ausstellungen und nun ist sie die erste in Matsch, die die Räume mit ihren lebendigen Bildern schmückt. Am Freitag, den 8. Mai spielte der Vollblutmusiker und Obmann des Südtiroler Volksmusikvereins Gernot Niederfriniger mit seiner Gruppe „ProMusicante“ in der großen Gaststube auf. Die bunte Gruppe, bestehend aus insgesamt neun begeisterten Hobbymusikerinnen spielen sieben verschiedene Instrumente: Akkordeon, Steirische Harmonika, Gitarre, Raffele, Harfe, Okarina und Mundharmonika. Sie spielen nicht nur verschiedene Volkslieder, sondern singen auch dazu und laden die Zuhörer:innen ein, zu ihrer Musik zu tanzen. Die 2018 gegründete Gruppe trifft sich wöchentlich zu den Proben und spielt gerne in Gasthäusern, in Altersheimen und auf Almen auf. (hzg)

Musikalbum im Vinschger Dialekt

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau

Der Liedermacher Robin’s Huat aus Schlanders hat sein erstes Album produziert: „Loss gian“. Im Interview spricht er über den Entstehungsprozess und die Zeit im Studio.

Vinschgerwind: Dein Debütalbum „Loss gian“ besticht mit lebensbejahenden Texten und Rhythmen. Würdest du dich als Gute-Laune-Liedermacher bezeichnen, um positive Botschaften auszusenden?
Robin’s Huat: Ja, das möchte ich schon, aber ohne mich darauf festzulegen. Ich fange einfach auf, was gerade aus mir herauskommt, und das kann je nach Stimmung ganz unterschiedlich sein. Ein gutes Gefühl möchte ich aber immer vermitteln. Das Leben zu genießen und im Kopf positiv zu bleiben: Das ist mein Vibe.

Vinschgerwind: Wie gehst du beim Texten und Komponieren vor?
Robin’s Huat: Sehr unterschiedlich. Oft beginnt es mit dem Jammen: Ich nehme die Gitarre, klimpere ein paar Akkorde, Augen zu und drauflossingen. Da kann schon eine Refrain-Idee oder ein Teil einer Strophe entstehen. Von diesem Puzzleteil aus arbeite ich weiter. Wenn zuerst ein Text da ist, überlege ich, wie ich das Thema weiterführe und ob es singbar ist.

s36 coverVinschgerwind: Wie ging es dann weiter, wie wurde aus deinen Liedern ein Album?
Robin’s Huat: Die Idee entstand bei einer Jamsession mit Dolev Nahoom in der BASIS. Er bat mich, drei Lieder zu spielen, und überraschte mich, als er den Musikern Partituren meiner Songs austeilte, die er selbst geschrieben hatte. Das Zusammenspiel kam super an, und ich merkte: Meine Dialektlieder funktionieren auch mit Band. Das war der Startschuss, vor eineinhalb Jahren eine eigene Band zu gründen. Mit ihr probte ich, entwickelte neue Arrangements, und schließlich gingen wir ins Studio meines Vaters Marco Diana. Da nicht alle gleichzeitig Platz hatten, spielten wir die Instrumente einzeln ein. Zwei, drei Tage nur Gitarre, dann Schlagzeug, Bass und so weiter.

Vinschgerwind: Das klingt nach Puzzle.
Robin’s Huat: Ja, es war ein riesiges Puzzle. Von jedem Song gibt es mehrere Aufnahmen, das Schlagzeug etwa hat viele Spuren. Alles musste geschnitten und neu zusammengesetzt werden. Dolev schrieb zusätzlich Bläsersätze, nahm sie in Israel auf und schickte sie mir. Parallel feilte ich weiter an den Texten, bei einem Song bis kurz vor dem Mixdown. Einerseits höre ich die Stücke im Studio so oft, dass ich jedes Detail kenne, andererseits kann man dabei auch das Gefühl für Details verlieren. Der letzte Schritt ist dann das Mastering, wenn ein abgemischter Song finalisiert wird, um eine optimale Klangqualität und Lautstärke für die Veröffentlichung zu erzielen. Erst dann kann das Lied auf den Tonträger.

Vinschgerwind: Ariel Trettel hat auf deinem Album zwei Gastauftritte. Wie kam es dazu?
Robin’s Huat: Ich habe Ariel kennengelernt, als er die Marmorschule in Laas besuchte. Ich kannte ihn schon als Gitarrist von Shanti Powa. Wir haben zusammen gejammt und ein paar Auftritte gespielt. Faszinierend fand ich, dass er kein einziges Cover spielt, nur eigene Songs. Das hat mir geholfen, einen Zugang zu finden, wie man locker Musik schreibt. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Ein Lied kann so cool sein: wenig Worte, minimalistisch, einfache Botschaft, aber dafür auf den Punkt gebracht. Da war Ariel Inspiration für mich und deshalb sind die beiden Songs auf dem Album entstanden.

Vinschgerwind: Welche Tonträger spielen nun deine Songs ab?
Robin’s Huat: „Loss gian“ gibt es auf Vinyl und CD. Nur online zu veröffentlichen wäre schade, die Arbeit soll auch etwas Greifbares haben. Außerdem ist es einfach cool, eine Platte mit der eigenen Mucke in der Hand zu halten. Auch auf Streamingplattformen bin ich vertreten.

Vinschgerwind: Einer deiner älteren Titel heißt „Wos Willi“. Was willst du, Robin?
Robin’s Huat: Ich bin ein zufriedener Mensch. Im Moment passt alles so, wie es ist. Ich brauche kein großes Hab und Gut. Wenn ich von meiner Musik leben kann, bin ich glücklich. Und wenn ich mein ganzes Leben in einem WG-Zimmer wohne: Solange ich die Musik habe, ist alles gut.
Interview: Maria Raffeiner

Musikalischer Ferienstart

  • Dachzeile: Kastelbell

Musikalischer Ferienstart: Erfolgreiches „School’s Out Open Air“
Die Schulbücher sind verstaut, die Sommerferien stehen vor der Tür: Unter diesem Motto verwandelte sich der Musikpavillon in Kastelbell am Samstag, den 13. Juni 2026, in eine lebendige Festzone. Das „School’s Out Open Air“ lockte zahlreiche Besucher an und bot ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt.
Der Startschuss fiel um 19:00 Uhr. Die Festgäste wurden mit einer breiten Auswahl an Speisen und erfrischenden Getränken versorgt. Pünktlich um 20:00 Uhr übernahm die Jugend das Kommando auf der Bühne. Die Musikerinnen und Musiker der „Minimusi Schnals“ sowie der „Jugendkapelle Untervinschgau“ zeigten unter der Leitung von Charlotte Rainer, ihr musikalisches Können und ernteten begeisterten Applaus. Ergänzt wurden die Konzertbeiträge durch den dynamischen Auftritt einer Tanzgruppe aus Schlanders, die mit ihrer Choreografie für zusätzliche Stimmung sorgte.
Nach den Live-Auftritten ging das Programm nahtlos in den Party-Teil über. Bis 23:00 Uhr sorgte „DJ Jønix“ an den Reglern für den passenden Sound, der das Publikum zum Tanzen und Feiern brachte. Dank des freien Eintritts und der großzügigen Unterstützung lokaler Sponsoren war die Veranstaltung ein voller Erfolg und ein gelungener Auftakt in die warme Jahreszeit.
Raphael Rechenmacher und
Franziska Gstrein

Musikkapelle serviert einen Ohrenschmaus

  • Dachzeile: Taufers i. M.
  • Weitere Fotos - 1: Hanspeter Joos und Karl Anton Pegoraro

Beim Osterkonzert der Musikkapelle Taufers i. M am 5. April 2026 war die Schulturnhalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Ouvertüre Feuerwerksmusik von G. F. Händel - eines der wichtigsten Werke aus der Barockzeit - stimmte die Gäste auf den einzigartigen musikalischen Abend ein. Dann begrüßte der neue Obmann Karl Anton Pegoraro die Gäste im Namen der 40 Musikantinnen und Musikanten und im Namen des Kapellmeisters Michael Rufinatscha. Dieser hatte mit den Musikerinnen und Musikern in vielen Proben ein anspruchsvolles Programm einstudiert. Moderatorin Barbara Christandl führte in die einzelnen Werke ein. Das Repertoire spannte den Bogen von der Barockzeit bis in die Moderne. Zur Aufführung kamen im ersten Teil die „Festliche Ouvertüre in C“ von D. A. Vitek, „Askania“ von K. P. Buchmann und der „Graf Zeppelin-Marsch“ von C. Teike. Im zweiten Teil erklangen die „Jubilee Fanfare“ von F. Cesarini, „Dance with Wolves“ Arr, von Jay Bocook, „Pasadena“ J.de Haan und „Cavalry Trumpets“ von W. Laseroms. Bei letzterem Stück glänzten vor allem die Trompeter. Die Musikkapelle servierte insgesamt beherzt einen stimmungsvollen Ohrenschmaus. Obmann Pegoraro bedankte sich bei allen Mitwirkenden, bei den Sponsoren, beim Kapellmeister und speziell bei seinem Vorgänger Hanspeter Joos, der die Kapelle jahrelang mit viel Einsatz und Humor geleitet hat. Sein Geschenk ist ein Woodstock-Workshop. Mit zwei beschwingten Zugaben verabschiedeten die Musikerinnen und Musiker ihre Gäste, die mit kräftigem Applaus dankten. (mds)

Nahversorgung für Bildung und Kultur

  • Dachzeile: Vinschgau

Im Vinschgau gibt es 14 Bildungsausschüsse in 16 Dörfern, die sich ehrenamtlich für die Pflege und den Erhalt der örtlichen Bildungslandschaft engagieren. Sie erfüllen die Dörfer mit Leben und mit vielfältigen Initiativen und tragen sie zur Förderung und Stärkung der Gemeinschaft bei. Eine vom Amt für Weiterbildung, der autonomen Provinz Bozen eingerichtete Bezirksservicestelle steht ihnen dabei in pädagogischer und organisatorischer Richtung hauptamtlich zur Seite. Seit 25 Jahren wird diese von Ludwig Fabi geleitet. Eine Form dieser Betreuung ist die Organisation von Bezirkstreffen, wo sich die MitarbeiterInnen in den Bildungsausschüssen informieren, weiterbilden und austauschen können. Beim heurigen Treffen in der Mittelpunktbibliothek Schlandersburg waren aktuelle Fragen zu Ansuchen, Vereinsrecht, bezirks- und landesweiten Ideen und Projekte im Mittelpunkt. Ganz im Sinne der Ausrichtung der Bildungsausschüsse „Nahversorgung für Bildung und Kultur“ zu organisieren, wurde das Treffen mit lokalen Produkten von der „Kostbar“ aus Morter abgeschlossen, welche mit ihrem kombinierten Laden- und Barkonzept neben regionalen Einkauf auch eine soziale Funktion für das Dorf innehaben. (lu)

Neu bei VOG-Products: Tankzugverladung und Labor

  • Dachzeile: Leifers/Vinschgau

Mit der feierlichen Durchtrennung des Bands wurde gestern die neue Tankzugverladung und das Labor offiziell in Betrieb genommen. Das moderne Gebäude stellt einen bedeutenden Meilenstein für Effizienz, Qualitätssicherung und Mitarbeiterkomfort dar.
Das neue Gebäude vereint Verladung, Labor- und Mitarbeiterbereiche zentral an einem Standort.
Im Erdgeschoss befindet sich eine geschlossene Halle mit einer überdachten Tankzugverladung, die mit fünf (künftig sechs) Verladestellen die parallele Befüllung ermöglicht. Durch die neue Technik konnte die reine Verladezeit für Saft deutlich reduziert werden: Mit einer Leistung von 50.000 Litern pro Stunde lässt sich ein Tankwagen mit 25.000 Litern nun in rund 30 Minuten befüllen – ein Zeitgewinn von 15 bis 20 Minuten gegenüber der bisherigen Leistung. Der überwiegende Großteil der von VOG Products bereitgestellten Halbware verlässt das Unternehmen im Tankzug.
Rund 13 Mitarbeiter sind im Tank-Management tätig und steuern sämtliche Abläufe. Für die anliefernden und abholenden Fahrer steht ein eigenständiger Bereich mit Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen zur Verfügung.
Im ersten Obergeschoss wurden Kühlbereiche mit drei unterschiedlichen Temperaturzonen untergebracht, in denen Rückstellmuster zentral gelagert werden. Zusätzlich umfasst diese Ebene Büros sowie Sozial- und Aufenthaltsräume und Umkleiden für insgesamt 70 Mitarbeiter.
Das zweite Obergeschoss beherbergt die neuen Räume für das Labor. Den etwa 16 Labor-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern stehen rund 600 m² Arbeitsraum zur Verfügung. Im Jahr werden rund 60.000 Analysen durchgeführt, von denen rund 36% mikrobiologische Analysen sind. Ein kleiner Probenaufzug verbindet das Erdgeschoss direkt mit dem Labor, sodass Muster schnell und hygienisch transportiert werden können. Die moderne Labor-Ausstattung verbessert Arbeitsabläufe und stärkt die Qualitätssicherung.

Neuer Apfelrundweg zwischen Prad und Tschengls

  • Dachzeile: Tschengls/Prad

Mit Einladung des Tourismusverein Prad wurde am Dienstag, 21. Oktober der neue Apfelrundweg von Prad nach Tschengls der Öffentlichkeit vorgestellt. Der rund 7 Kilometer lange Themenweg verbindet Natur, Wissen und Bewegung auf besondere Weise und lädt Einheimische wie Gäste dazu ein, die Welt des Apfels interaktiv zu entdecken. Er entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Tourismusverein Prad und der VI.P.
12 liebevoll, mit kleinen Insektenhotels bestückte Stationen entlang des Weges vermitteln Wissenswertes rund um den Apfelanbau in der Vinschger Kulturlandschaft. Sortenvielfalt, Anbau- und Erntemethoden, regionale Besonderheiten sowie ökologische Zusammenhänge werden erklärt. Die Stationen sind interaktiv gestaltet und bieten ein informatives wie unterhaltsames Erlebnis.
Nach dem Scannen eines QR-Codes erwartet die Wanderer an jeder Station eine Frage mit vier Antwortmöglichkeiten. Wer die richtigen Lösungen findet, kann sich im Informationsbüro in Prad über ein kleines Geschenk freuen.
Zur Eröffnung erschienen Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Landwirtschaft und Gemeinde. Mit dabei waren Katharina Pitscheider und Barbara Gamper von der Marketingabteilung der VI.P, Peter Pfeifer als Vertreter des Tourismusverein und der Gemeinde Prad sowie Johann Thurner, Vizebürgermeister der Gemeinde Laas.
„Der Apfelrundweg ist ein schönes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft“, betonte Katharina Pitscheider. Vizebürgermeister Thurner zeigte sich erfreut über das neue Angebot: „Es ist ein wertvoller Beitrag zur Bewusstseinsbildung über die Bedeutung des regionalen Obstanbaus. Wie ich selbst beobachten durfte, wird der Weg schon rege genutzt.“
„Wir sind sehr froh, unseren Gästen und Einheimischen einen weiteren spannenden Themenweg als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen VI.P und Tourismusverein Prad präsentieren zu dürfen“ bemerkte Peter Pfeifer.
Der Apfelrundweg ist ein abwechslungsreicher Rundwanderweg von knapp 7 Kilometern Länge, auf dem rund 150 Höhenmeter zu überwinden sind. Ausgangspunkt ist nahe dem Dorfzentrum von Prad, unterhalb der St.-Johann-Kirche gelegen.
Der Weg ist nahezu ganzjährig begehbar und eignet sich ideal für Familien, Senioren und Kinder. Mit Ausnahme eines etwas anspruchsvolleren Abschnitts ist der Apfelrundweg größtenteils auch mit dem Kinderwagen gut befahrbar.

Neuer Dekan – neue Seelsorgeeinheit

  • Dachzeile: Schlanders/Laas
  • Weitere Fotos - 1: Dekan P. Jolly Chakkalakkal

Die Pfarreien Schlanders und Kortsch und die Seelsorgeeinheit Laas luden am Samstag, 13. Juni zur feierlichen Amtseinführung von Dekan P. Jolly Chakkalakkal, zur Danksagung an Dekan P. Mathew Kozhuppakalam und zur Errichtung der Seelsorgeeinheit Schlanders-Laas ein. Anwesend war auch Bischof Ivo Muser, der um 16 Uhr einen feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche hielt. Die Bürgerkapelle, der Kirchenchor, Mitglieder des Pfarrgemeinderates, Abordnungen der Gemeinde Schlanders und Laas, sowie verschiedener Vereine, Gläubige aus Schlanders und Laas versammelten sich vor der Klosterkirche und zogen dann gemeinsam mit dem Bischof, den beiden Altdekanen Josef Mair und P. Mathew, dem neuen Dekan P. Jolly, P. Johnson Kallidukil MSFS, dem Generaloberen und einigen Mitbrüdern des Hl. Franz von Sales zur Pfarrkirche. Vor der Kirchenpforte der Pfarrkirche überreichte der Bischof den Kirchenschlüssel an den neuen Dekan. In der Pfarrkirche begrüßte Wolfgang Platter, der Vorsitzende des Pfarreienrates die Geistlichen und die teilnehmende Bevölkerung. Der Bischof bedankte sich beim bisherigen Dekan P. Mathew für seine 8-jährige Tätigkeit als Dekan, beim Orden des Hl. Franz von Sales und hieß den neuen Dekan P. Jolly herzlich willkommen. Er wünschte dem neuen Dekan offene Begegnungen, gute Mitarbeiter und Wegbegleiter und ein hoffnungsvolles Miteinander in der neuen Seelsorgeeinheit Schlanders-Laas. Es geht darum die Kräfte zu bündeln, miteinander zu arbeiten und nicht darum Kirchturmpolitik zu betreiben, so der Bischof. Der neue Dekan bedankte sich bei allen für die Gestaltung der Feier und bat um Mithilfe bei der verantwortungsvollen Tätigkeit. P. Jolly ist 1961 in Kerala, im Süden von Indien, geboren. 1988 wurde er zum Priester geweiht. Er war Lehrer im Priesterseminar in Bangalore, kam dann zum Doktoratsstudium nach Österreich und wurde 2022 Pfarrer der Seelsorgeeinheit Laas. Nach dem Festgottesdienst luden die Pfarreien und die Marktgemeinde Schlanders zu einem Umtrunk ins Kulturhaus. (hzg)

Neuer Elektrozug fährt zwischen Laas und Mals

  • Dachzeile: Vinschgerbahn 1906-2005-2026
  • Weitere Fotos - 1: Zu Sommerbeginn am 21. Juni 2026 fuhren erstmals die neuen Elektrozüge im Fahrgastbetrieb  zwischen Mals und Laas. Viele Vinschger probierten die neuen Züge bereits aus.

Vor 120 Jahren ging die Vinschgerbahn am 1. Juli 1906 in Betrieb. Am 9. Juni 1990 verkehrte der letzte planmäßige Zug unter der Führung der italienischen Staatsbahnen. 1999 ging die Bahnstrecke in das Eigentum des Landes Südtirol über und wurde in den darauffolgenden Jahren modernisiert. Am 5. Mai 2005 wurde der Bahnbetrieb im Dieselantrieb mit Niederflur-Triebwagen der Firma Stadler GTW wieder in Betrieb genommen. Nachdem im April 2014 mit jährlich 2 Millionen Fahrgästen die Kapazitätsobergrenzen der Diesel-Zuggarnituren erreicht wurden, beschloss die Südtiroler Landesregierung am 16. Dezember 2014 die Elektrifizierung der Vinschgerbahn. Nun ist die Elektrifizierung fast abgeschlossen. Zu Sommerbeginn am 21. Juni 2026 fuhr erstmals ein neuer elektrischer Triebzug des Typs Coradia Stream im Fahrgastbetrieb zwischen Mals und Laas. Viele Vinschger nutzten die Gelegenheit, um die neuen Elektrozüge auszuprobieren. Sie bieten mehr Platz für Personen und Fahrräder, höheren Komfort und moderne Technik. Die neuen Elektrozüge verfügen über eine Leistung von rund 3000 Kilowatt, erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und bieten 381 Sitzplätze. Als Mehrsystemfahrzeuge können sie mit 25 Kilovolt, 15 Kilovolt und 3 Kilovolt betrieben werden und sind mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Der Betrieb auf der ganzen Strecke Mals- Meran und dann auch bis Bozen und Innsbruck wird schrittweise eingeführt. Der Ersatzverkehr der Buslinie B250 zwischen Meran und Mals bleibt auf weiteres im Halbstundentakt aufrecht. Jedenfalls hat zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2026 bei der Vinschgerbahn ein neues Kapitel begonnen. (hzg)

Neuer Melkstand auf der Laatscher Arunda-Alm

  • Dachzeile: Laatsch

Auf der Laatscher Arunda-Alm wurde am 19. Juli der neu errichtete Melkstand auf 2.300 Metern Seehöhe offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die moderne Einrichtung ist das jüngste Ergebnis umfangreicher Investitionen, mit denen die Alm in den letzten Jahren fit für die Zukunft gemacht wurde. Neben Verbesserungen an Gebäuden, Weideflächen und Infrastruktur stellt der neue Melkstand einen weiteren großen Schritt in der Weiterentwicklung der Almbewirtschaftung dar. In nur wenigen Wochen realisierten heimische Handwerksbetriebe das anspruchsvolle Projekt.
Der Tag begann mit einer Bergmesse, zelebriert von Abt Philipp von Marienberg, der im Anschluss auch die Alm sowie den neuen Melkstand segnete. Derzeit verbringen rund 60 Kühe s24 5sowie Jungrinder und Schweine den Sommer auf der Arunda-Alm. Der neue Melkstand stellt eine deutliche Verbesserung für ihr Wohl und die Arbeit des Almpersonals dar. Im Anschluss an die Messe wurden die zahlreichen Besucherinnen und Besucher von Senn Sepp Ladurner und seinem Team mit einem köstlichen Alm-Mittagessen verwöhnt. Ein besonderer Moment folgte am Nachmittag: Der erste Käse der Saison wurde angeschnitten und zur Verkostung angeboten. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich mit frischem Käse einzudecken – auch die Bauern nahmen ihre ersten Laibe mit nach Hause. Durch die nachhaltigen Investitionen hat sich die Laatscher Arunda-Alm in den vergangenen Jahren zu einer Vorzeige-Alm im Oberen Vinschgau entwickelt. Ein großer Verdienst kommt dabei Präsident Albert Hutter zu, der mit unermüdlichem Einsatz und echter Leidenschaft die Weiterentwicklung der Alm vorantreibt. Dank seines Engagements ist sichergestellt, dass die Alm auch in Zukunft bewirtschaftet und als wichtiger Teil der regionalen Kulturlandschaft erhalten bleibt.
Darüber hinaus ist die Laatscher Alm im Arundatal ein ideales Ziel für Wanderer und Naturfreunde. Wer sich auf den Weg macht, wird nicht nur mit hochwertigem Käse und weiteren Almprodukten verwöhnt, sondern kann sich auch auf eine Mittagsmahlzeit freuen, die direkt auf der Alm zubereitet wird.

Neuer Rad- und Gehweg für mehr Sicherheit

  • Dachzeile: Töll/Partschins

Das Land Südtirol arbeitet gemeinsam mit den Gemeinden Partschins und Algund daran, die Verkehrssicherheit im Bereich Töll zu verbessern. Bereits im vergangenen August konnte die neue Rad- und Fußgängerunterführung in Betrieb gehen und die Ampelregelung auf der Staatsstraße deaktiviert werden (LPA hat berichtet).
Im Rahmen ihrer Sitzung vom 28. November hat die Landesregierung nun auf Vorschlag von Landesrat Peter Brunner die entsprechende Änderung von Amts wegen der Bauleitpläne der Gemeinden Partschins und Algund genehmigt. Die Bauleitplanänderungen umfassen die neue Rad- und Gehwegsunterführung unter der Vinschgauer Staatsstraße (SS38), die neue Etschbrücke und die Verbindung mit dem talseitig entlang der Landesstraße Algund (LS52) verlaufenden Radweg, die Anpassung enger Kurven für eine bessere Sicht und die Aufwertung des Parkplatzes Töll mit neuen Servicebereichen.
„Mit diesem Projekt schaffen wir sichere und attraktive Wege, die die umweltfreundliche Mobilität stärken“, betont der für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Raumentwicklung zuständige Landesrat Peter Brunner. „Wenn mehr Menschen Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen können, ist das ein direkter Beitrag zu Klimaschutz, Lebensqualität und einer nachhaltigen Entwicklung in den Gemeinden.“
In der Vergangenheit hatten auf dem Abschnitt Töll die steigende Zahl an Radfahrenden und die enge Straßenführung wiederholt kritische Situationen verursacht. Der neue Verlauf des Rad- und Gehweges trennt die Verkehrsströme daher klar und sorgt dafür, dass Radfahrende und Autofahrende sich nicht mehr an den gefährlichsten Stellen begegnen.
„Mit diesem Eingriff erhöhen wir die Sicherheit für Radfahrer und Autofahrer und machen einen weiteren Schritt nach vorne in der Gestaltung dieses wichtigen Verkehrsdrehkreuzes“, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Die neue Infrastruktur mache den Abschnitt übersichtlicher und stärke zugleich die Verbindung zwischen Partschins, Algund und dem Marlinger Waalweg.

Offene Türen am Real- und Sprachengymnasium

  • Dachzeile: VINSCHGAU/SCHLANDERS
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Ist der Sprung von der Mittelschule auf die Oberschule wirklich so groß? Was ist spannend, interessant und besonders an unserer Schule? Was ist anders, neu und ungewohnt? Was hätte ich gerne vorher gewusst? Wie sind die Lehrer? Was für neue Fächer gibt es? Wie ist es mit Hausaufgaben? Und: Wer weiß denn so was? Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen des Sprachen- und Realgymnasiums wussten die Antworten und gaben diese an die MittelschülerInnen weiter. Es war eine neue Station beim heurigen Tag der offenen Tür am vergangenen 22. November 2025 am Real- und Sprachengymnasium und wurde gerne angenommen. Kommunizieren und vernetzen sind die übergeordneten Kompetenzen für die das Sprachengymnasium steht, forschen und experimentieren jene des Realgymnasiums. Viel Bewegung herrschte bis in den Nachmittag hinein. Bei Musik, Kuchen, Kaffee und Häppchen konnten in der Veranda die gewonnen Eindrücke nachwirken. (ap)

Offene Türen in den Fürstenburg

  • Dachzeile: Burgeis/Fachschule für Land- und Forstwirtschaft
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Auf Fels gebaut, unter diesem Motto öffnete die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg am 29. November 2025 ihre Tore. Eine Begrüßungsgruppe um Direktorin Monika Aondio nahm die Gäste am Eingang in Empfang. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich, unterstützt von ihren Lehrpersonen, bestens auf diesen Tag vorbereitet und gaben einen hervorragenden Einblick in die Vielfalt des schulischen Angebotes mit den Fachbereichen Nutztierhaltung, Obstbau und Forstwirtschaft. Drei Abschlussmöglichkeiten machen den Besuch der Schule besonders attraktiv. Den ersten Abschluss kann man nach der dreijährigen Ausbildung zum Fachmann/zur Fachfrau für Landwirtschaft erwerben. Nach dem vierten Jahr erhält man das Spezialisierungsdiplom zum landwirtschaftlichen Fachberater/zur Fachberaterin. Und das fünfte Jahr schließt mit der Matura ab. Damit öffnen sich die Tore zu den Universitäten. Auf großes Interesse stießen die unterschiedlichen Maturaprojekte. Eines davon zog besonders viele Interessierte an, und zwar jenes, das sich mit der Erfassung der Namen auf alten Klassenfotos beschäftigte. (mds)

Oh mein Gott

  • Dachzeile: Schlanders

Jemand ist verzweifelt. Er will nicht mehr, er kann nicht mehr. Die geheimnisvolle Person, die nur den Anfangsbuchstaben des Namens nennt, hat nur eine Stunde Zeit. Ist es ein Verrückter, ein Künstler oder eine bekannte Person? Ela, eine Psychologin, nimmt sich Zeit und will ihn gleich wieder loswerden. Er hat keine Mutter und keine Geschwister und sagt er sei Gott. Sie glaubt nicht an Gott und ist gleichzeitig irritiert als er aus ihrer Kindheit und über eine Existenzkrise aus ihrem Leben erzählt. Sie sitzen nebeneinander, stehen auf und gehen herum. Ela, gespielt von Katharina Stemberger, geht zurück bis zur Entstehung der Welt. Wolf Bachofner spielt Gott im Sprechtheater „Oh mein Gott“ von Anat Gov, einer Autorin aus Israel. Er will alles beenden und sucht doch Hilfe bei einer Psychologin und schlüpft ab und zu in die Rolle des Therapeuten. Es ist eine unterhaltsame Komödie mit viel Wortwitz, intelligenten Dialogen voller Überraschungen, aber auch mit tiefen philosophischen und theologischen Fragen. Alles war gut als Gott in fünf Tagen die Erde, die ganzen Pflanzen und Tiere erschuf. Wozu erschuf er am 6. Tag den Menschen? Wollte er einen Freund oder nur einen Gärtner, der die Pflanzen bewässert? Wollte er von den Menschen geliebt und bewundert werden oder sollten sie ihn fürchten? Hat Gott Krankheiten, Kriege und Umweltkatastrophen in die Welt gesetzt, damit die Menschen ihn um Hilfe bitte? Und warum musste Kain seinen Bruder erschlagen? Warum wurde durch die Sintflut nicht gleich alles vernichtet? Wozu die Rettung durch die Arche Noah? Und was soll die Geschichte von Hiob, diesen frommen und gottesfürchtigen Mann, der alles verloren hat? Ela stellte Gott diese Fragen und meinte, dass er nicht tot, sondern nur krank ist. Er hat seine Allmacht verloren, sich zurückgezogen und der Welt seinen Lauf gelassen. Aber in dem Moment, wo er Schwächen zeigt, ist er fähig zu lieben und kann Mitgefühl zeigen. Kann das die Welt retten und auch die Rettung für die Menschen sein? (hzg)

Ohne Gleichstellung keine Zukunft

  • Dachzeile: Mals

Sommerbetreuung und die Vereinbarung von Beruf und Familie sind nach wie vor die zwei wichtigsten Themen, die Südtiroler Familien beschäftigen. Wie groß der Handlungsdruck in diesen Bereichen ist, zeigte sich bei der Podiumsdiskussion der zweiten Vinschger Familientagung im Oberschulzentrum Mals am 7. März 2026, organisiert vom Eltern-Kind-Zentrum Obervinschgau.
Der Moderator David Frank führte durch die Diskussion. Am Podium saßen die Präsidentin des ELKI Obervinschgau Valentina Burger, Tanja Einsiedler, der Hotelier Lukas Gerstl, Klaus Wallnöfer, Direktor des Schulsprengels Graun und Landesrätin Rosmarie Pamer an Stelle von Landesrat Philipp Achammer, der kurzfristig absagte. Den inhaltlichen Einstieg übernahm die Soziologin und Pädagogin Christa Ladurner. Sie zeigte aktuelle Studienergebnisse einer Umfrage, die das Stimmungsbild der Südtiroler Familien erfasste. „Für 64 Prozent der Befragten sind Großeltern sehr wichtig in der Betreuung ihrer Kinder“, so Ladurner. Vor allem für Eltern, die nicht auf diese Ressourcen zurückgreifen können, stellen die langen Sommerferien eine finanzielle als auch mentale Belastung dar. Bei der Sommerbetreuung gäbe es „vor allem im Kindergarten Probleme“ – zu betonten sei jedoch, dass sich die Ergebnisse primär auf die Städte beziehen und die Situation in den Gemeinden anders sein kann.
Die hohe Beteiligung von Frauen an der Befragung zeigt, dass sich diese immer noch vorwiegend zuständig für Familienthemen fühlen. Aber: Der Wunsch nach einer ausgewogenen Rollenverteilung ist da. Wallnöfer betonte: „Männer müssen Verantwortung übernehmen” und “Kampagnen und Sensibilisierung sind sehr wichtig”, sagte David Frank.
Erreicht werden könnte mehr Gleichstellung durch neue Arbeitszeitmodelle, wie sie der Hotelier Lukas Gerstl in seinen Betrieben bereits umsetzt. 54 Prozent seiner Mitarbeitenden sind Mütter. Da braucht es „flexible Arbeitszeiten“. Zusätzlich besteht für die Kinder der Angestellten die Möglichkeit zum Mittag- oder Abendessen im neuen Family Resort in Graun. Ergänzend dazu ist die neue Kita im Hotel auch samstags geöffnet. Lukas Gerstl betonte: „Je mehr Betriebe das machen, desto mehr Anklang hat es und wir sind auf einem guten Weg, dass sich andere diesem Modell anschließen“. Gerstl wünscht sich allerdings mehr staatliche Unterstützung, da die „Mitarbeiterkosten sehr hoch sind für solche neuen Arbeitsmodelle.“
Mehr Unterstützung vom Staat wünschte sich auch Tanja Einsiedler, die bei der Podiumsdiskussion über ihren Alltag als Mutter eines beeinträchtigten Kindes berichtete. Es brauche noch einmal mehr Management und „die meisten Mütter sind gezwungen, ihren Arbeitsplatz zu kündigen.“ Generell würde vielen Frauen „aktiv empfohlen“ werden, ihren Job zu kündigen, sagten Frank und Valentina Burger. Das Kündigen und das jahrelange Arbeiten in Teilzeit hat enorme Auswirkungen auf die Rente und führt, wie die Statistiken zeigen, zu „Altersarmut vor allem bei Frauen“, so Ladurner. Chancengleichheit in der Berufswelt und eine gerechte Arbeitsteilung in der Familie scheinen unter diesen Aspekten nur gerechtfertigt.
Die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum unterstrichen nicht nur die Relevanz dieser Themen für junge Südtiroler Familien, sondern machten auch deutlich, dass die Politik gefordert ist, bedürfnisorientierte Lösungsansätze für die neuen Lebensrealitäten zu entwickeln.

Ötzi als Gesprächsgast

  • Dachzeile: Optionen Podcast
  • Weitere Fotos - 1: So nah war uns Ötzi selten - in Folge 20 plaudert er munter drauflos.

Zum ersten Geburtstag haben sich die Macher:innen des Optionen Podcasts etwas Besonderes einfallen lassen: Sie baten kurzerhand Ötzi vors Mikrofon. Die berühmte Mumie, die mehr als 5.300 Jahre im Eis lag, vor 35 Jahren entdeckt wurde und seither intensiv erforscht wird, erzählt in der Jubiläumsfolge aus ihrem „Leben“. Dafür leiht ihr Andreas Putzer seine Stimme, Konservator im Bozner Archäologiemuseum und damit gewissermaßen ein enger Vertrauter Ötzis. Herausgekommen ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames Gespräch über die frühe Kupferzeit im Alpenraum, das Leben einer offenbar privilegierten Persönlichkeit und erstaunliche Parallelen zur Gegenwart. Mit einer guten Portion Humor gelingt es dem Podcast-Team, Geschichte greifbar und lebendig werden zu lassen.
Passend zur Spezialfolge entstand außerdem ein KI-gestützter Videotrailer, in dem Ötzi selbst als sprechender Gesprächspartner auftritt. Im Netz machte der ungewöhnliche Clip schnell die Runde und bescherte dem Podcast viel Aufmerksamkeit. Wie das im Vinschgerwind Nr. 7/2026 vorgestellte Team in einer Aussendung mitteilt, bleibt der Podcast damit seinem Grundgedanken treu: neue Perspektiven eröffnen, Denkanstöße liefern und Themen aus ungewohnten Blickwinkeln betrachten.
Maria Raffeiner

Paris-Portrait für die Schmetterlingskinder

  • Dachzeile: Eyrs

Der Eyrser Künstler Thomas Biedermann ist ein Meister in der Portraitmalerei. Gelegentlich malt er prominente Persönlichkeiten und spendet den Erlös. Die Portraits der deutschen Popstars Peter Maffay, des Bergsteigers Reinhold Messner und des Kabarettisten Thomas Hochkofler - alle versehen mit deren Originalunterschriften - fanden ihre Fans. Heuer portraitierte Thomas den Skirennläufer Dominik Paris. Er eroberte bei der Olympiade Mailand-Cortina 2026 die Bronzemedaille in der Abfahrt. Beim Weltcup Finale in Kvitfjell ließ er seine Klasse noch einmal richtig aufblitzen und holte sich den Sieg in der Abfahrt und im Super G. Das Paris signierte Portrait erwarb Stefan Fliri aus Taufers i. M., der nicht nur die Leistungen des Skirennfahrers sehr schätzt, sondern auch die Malweise des Künstlers. Thomas malt auf Kalkputz und entwickelte dafür spezielle Platten als Grundlage. Seine Motive erscheinen durch die offenen Poren des Kalkputz mehrdimensional und wirkungsvoll. Thomas Biedermann arbeitet mittlerweile in der Lebenshilfe in Schlanders und betreut seine Schützlinge bei ihrer Arbeit in der Firma HOPPE in Laas. Seine Freizeit nutzt er zum Malen.
Das Geld für das Paris-Portrait überwies Thomas an DEBRA Südtirol, eine Vereinigung, die sich um die Schmetterlings-kinder kümmert. Deren Los zu erleichtern, ist ihm eine Herzensangelegenheit.
Die Patientinnen und Patienten leiden an der genetischen Erkrankung Epidermolysis bullosa EB, die zu einer mangelhaften Verankerung der Hautschichten führt. Sie werden Schmetterlingskinder genannt, weil ihre Haut so verletzlich ist wie die Flügel eines Schmetterlings. Bei der geringsten Berührung und Belastung der Haut sowie auch der inneren Schleimhäute bilden sich schmerzhafte Blasen, die Verletzungen hervorrufen und nur schwer heilen. (mds)

Partschins lädt auf seinen Kirchplatz

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1: Partschins hat zum kleinen und feinen Adventsmarktl auf den Kirchplatz geladen
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Die rund 20 beschaulichen Marktstände am Partschinser Kirchplatz haben am 1. Adventssonntag Handgemachtes, Hausgemachtes, Kreatives und vor allem nicht Alltägliches geboten. Von Holzgeschitztem, über Tonkreationen, von selbst genähter und gestrickter Kinderbekleidung, bis hin zu Speck und Würste, Kreatives aus Wachs, selbst gefertigte Krippen und vielem mehr war in Partschins alles zu haben. Jedenfalls wohltuend China- und plastikfrei. Zum mittlerweile zur Tradition gewordenen Partschinser Adventsmarkt wurde heuer am 30. November, am ersten Adventssonntag, geladen und dieser Einladung sind viele vor allem Einheimische gefolgt. Das Schreibmaschinenmuseum hatte seine Tore geöffnet und hieß Besucher:innen willkommen, für Getränke, Kuchen und Wärmestationen war auf dem Kirchplatz gesorgt und diese Angebote wurden auch weidlich und gerne genutzt. Als Treffpunkt für die Partschinser erfüllt der Adventsmarkt den Auftakt für die Adventszeit und das Glühweinstandl bzw. das Adventsstandl bleibt auch an den Wochenenden gerne in Anspruch genommener Anziehungspunkt. Und wo sich die Einheimischen wohlfühlen, wo viele Ratscher möglich sind, gesellen sich mit von Jahr zu Jahr zunehmender Zahl Gäste von auswärts, überwiegend Freunde und Leute aus der Umgebung, die das Kreative schätzen.
Am 13. Dezember gibt es in der Pfarrkirche zu Peter und Paul um 19.00 ein besinnliches Adventssingen und am 20. Dezember von 20 bis 24 Uhr eine „Kirchplatzfete“. (eb)

Patergartl soll wachsen

  • Dachzeile: Schlanders
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Vor einem Jahr ist der Gemeischaftsgarten Patergartl im Kapuzineranger in Schlanders gestartet. Auf einer kleinen Fläche und im dort leer stehenden Glashaus wurden etwa Kartoffeln, Tomaten, Melanzane oder Gurken angepflanzt. Beackert wurde nur ein Bruchteil jener Fläche, die eigentlich als Gemeinschaftsgarten im Projekt Kapuzineranger vorgesehen ist.
„Der Grundstein ist gelegt, die Idee geboren und diese soll weiter wachsen“, sagten vergangenen 22. Februar 2026 Ingrid Gurschler und Helga Karner bei der Vorstellung des Gemeinschaftsgartens im Avimundus. Beide sind Mitglieder im Verein Gemeinschaftsgarten Patergartl, der aus der Initiativgruppe hervorgegangen ist und vor einem Jahr gegründet wurde. Gurschler: „Dies ist ein bedeutsamer Abend. Wir freuen uns, dass nach einem langen Weg des Suchens und Zusammenfindens der Gemeinschaftsgarten seinen Platz im Kapuzineranger gefunden hat. 2025 haben wir das Areal kennengelernt und Organisatorisches erkundet. Wir haben es jetzt an die Zeit befunden an die Öffentlichkeit zu gehen: Was daraus geworden ist und was noch daraus werden soll.“ Karner: „Wir sind in der glücklichen Lage im Zentrum von Schlanders einen Gemeinschaftsgarten aufbauen zu dürfen. Das ist einzigartig.“Das Projekt soll wachsen, die Mitgliederzahl ebenso. Acht Mitglieder zählt der Verein derzeit.
Neben dem Gemeinschaftsgarten stehen auch Mietbeete zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist die Mitgliedschaft und Mitarbeit im Gemeinschaftsgarten. Die Mitgliedschaft kostet 30 Euro, so sieht es das Reglement des Vereins vor. Regeln und eine klare Kommunikation sind für ein reibungsloses Miteinander im Gemeinschaftsgarten wesentlich. Das betonten Brigitte Gritsch vom Gemeinschaftsgarten Staben und Evi Keifl, die einen Dokumentarfilm über Gemeinschaftsgärten in und außerhalb Südtirols gedreht hat und der den Interessierten im Avimundus einen umfassenden Einblick gab. Das Reglement für das Patergartl sieht zudem eine ökologische Bewirtschaftung vor. Die Botschaft des Abends war klar: „Es ist ein Abenteuer und wir würden uns freuen, wenn neue Interessierte dazustoßen würden.“ (ap)

Pflanzentauschmarkt in Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders/Kastelbell/Glurns
  • Weitere Fotos - 1: die Brassband „Blächfraktion“ aus Schaffhausen (CH)

Im Frühjahr beginnt wieder die Gartenarbeit. Deshalb gibt es mehrere Pflanzen- Blumen und Gartenmärkte wie den Georgimarkt am 23. April in Mals. Am Samstag, den 2. Mai gab es gleich drei Frühjahrsmärkte: den Garten- und Genussmarkt in Kastelbell, den Blumen- und Gartenmarkt in Glurns und den Pflanzentauschmarkt in Schlanders. Während der Georgimarkt zu den traditionellen Märkten mit einem großen Angebot zählt, gibt es den Pflanzentauschmarkt in der Fußgängerzone von Schlanders erst zum fünften Mal. Organisiert vom Bildungsausschuss Schlanders in Zusammenarbeit mit der Heilpflanzenschule in Südtirol und dem Imkerverein Schlanders, gab es die Möglichkeit, verschiedene Pflanzen und Samen zu tauschen. Juliane Stricker Alber von der Heilpflanzenschule gab Tipps, wie man Kräuter und Beikräuter in die tägliche Ernährung einbauen kann. Marcel Schwarz und andere Mitglieder vom Imkerverein informierten über bienenfreundliche Pflanzen und die Imkerei. Überrascht wurden die Besucher auf dem Hauptplatz in der Fußgängerzone auch von schwungvoller Blasmusik der „Blächfraktion“ Schaffhausen. Die Brassband aus der Schweiz, bestehend aus rund einem Dutzend junger und jung gebliebener Männer, war auf Südtirol Tournee und spielte von 10:00 bis 12:00 Uhr in der Fußgängerzone. (hzg)

Pilates stärkt Pflegekräfte im Arbeitsalltag

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Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Arbeitssicherheit setzt die Direktion der Seniorenwohnheime Laas und Schluderns regelmäßig Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiterinnen um. Ziel ist es, die Beschäftigten in verschiedenen Bereichen wie Interaktion, Bewegungsökonomie und Stressbewältigung zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Erhaltung von Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität im Pflegeberuf zu leisten. Von Jänner bis Mai 2026 nutzten insgesamt 20 Mitarbeiterinnen das Angebot „Pilates – Ganzkörpertraining“ unter der Leitung von Pilates-Trainer Markus Tröger. Das speziell auf die Anforderungen des Pflegeberufs abgestimmte Training vermittelte praktische Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, Verbesserung der Körperhaltung und Förderung der Körperwahrnehmung. „Pflegekräfte leisten täglich körperlich und mental anspruchsvolle Arbeit. Pilates kann hier gezielt unterstützen, indem es die tiefliegende Rumpfmuskulatur stärkt, die Bewegungsökonomie verbessert und einen bewussten Umgang mit Atmung und Belastung fördert“, erklärt Markus Tröger. Dies könne sich positiv auf Rückenbeschwerden, Erschöpfungserscheinungen und die persönliche Stresswahrnehmung auswirken. Besonders wertvoll für den Pflegealltag sind die Pilates-Prinzipien, die sich direkt auf das Handling von Patientinnen und Patienten übertragen lassen. Eine stabile Körpermitte, eine ergonomische Haltung sowie der bewusste Einsatz der Atmung tragen dazu bei, körperliche Belastungen zu reduzieren und Bewegungsabläufe effizienter zu gestalten. Die Teilnehmerinnen zeigten sich von den positiven Auswirkungen des Trainings überzeugt und berichteten durchwegs von erfreulichen Erfahrungen im Berufsalltag. (lu)

Pilotprojekt selAvi zur „Persönlichen Assistenz“ ist gestartet

  • Dachzeile: Südtirol/Vinschgau

In Südtirol haben 1.000 Menschen mit Behinderung ein Recht auf „Persönliche Assistenz“. Doch viele konnten diese Dienstleistung bisher nicht in Anspruch nehmen, weil die Auflagen zu große Hürden darstellten. Das soll sich im Rahmen des inzwischen gestarteten Pilotprojektes selAvi nun ändern. (Der Vinschgerwind hat die Titelgeschichte der ersten Ausgabe 2026 diesem Thema gewidmet.)
Die Projektidee entstand aus den persönlichen Erfahrungen von Betroffenen. Eine der treibenden Kräfte war Anna Faccin, Präsidentin von Debra Südtirol. Das Kernteam besteht nun aus Faccin, Heidi Ulm, Silvia Rabanser und Max Silbernagl. Sie kennen das Thema Selbstbestimmung und Behinderung aus ihrem eigenen Alltag. Diese vom Gesetz vorgesehene Unterstützungsform soll besser bekannt und als Beruf institutionalisiert werden. Fachlich begleitet wird das Projekt von Anton van Gerven. Träger des Projekts ist Kolping Südtirol VFG. Selbstbestimmtes Leben ist ein Menschenrecht, festgeschrieben in der UN-BK. Im Rahmen des Pilotprojektes selAví sollen Menschen mit Behinderungen dabei unterstützt werden, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und die notwendige Assistenz zu organisieren, um ihren persönlichen Lebensweg selbst gestalten zu können. Menschen mit Behinderungen entscheiden dabei selbst, wann, wo und in welcher Form sie Unterstützung benötigen, sei es im Haushalt, in der Freizeit oder einfach im Alltag. Ziel ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, ihr Leben möglichst selbstbestimmt zu gestalten und als „Chef oder Chefin des eigenen Lebens“ Entscheidungen eigenverantwortlich treffen zu können. Maßnahmen sollen nun endlich greifen, die den Zugang zur „Persönlichen Assistenz“ für alle Menschen mit Behinderung einfacher machen. Seit dem offiziellen Projektstart am 1. März 2026 konnten bereits erste wichtige Schritte umgesetzt werden. Dazu zählen die Einrichtung einer Anlaufstelle in Brixen, individuelle Beratungsgespräche, Erstkontakte mit interessierten Personen, Informationsveranstaltungen sowie der Austausch mit Organisationen und Fachstellen im In- und Ausland. Gleichzeitig arbeitet das Team daran, das Thema „Persönliche Assistenz” in Südtirol bekannter zu machen und langfristige Strukturen aufzubauen. Das Pilotprojekt wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF+) finanziert. Weitere Partner sind das Amt für Menschen mit Behinderungen sowie Promos. Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Interessierte können sich einen Termin vormerken. (mds)

 

Informationen unter www.selavi.it

Projektwoche Vice Versa

  • Dachzeile: Laas/Marmorfachschule
  • Weitere Fotos - 1: Teilnehmer:innen aus 4 Ländern bearbeiteten Marmorsteine zum Thema „Kopf“.

Vernetzung und Austausch sind wichtige Schlüsselbegriffe unserer Zeit. Diese Vernetzungen erfolgen häufig digital über Plattformen. Die Marmorfachschule Laas pflegt seit 2017 ein Netzwerk junger Bildhauerei. Aber nicht digital, sondern real. Bereits zum achten Mal trafen sich 25 Teilnehmer:innen aus 13 Holzbildhauerschulen aus vier Staaten: Österreich, Schweiz, Deutschland und Italien. Sie kamen aus: Empfertshausen (Thüringen), Bischofsheim (Hessen), Oberammergau (Bayern), Garmisch-Partenkirchen (Bayern), Elbigenalp (Tirol), Brienz (Kanton Bern), Flensburg (Schleswig-Holstein), München (Bayern), Hallein (Salzburg), Berchtesgaden (Bayern), Hallstatt (Oberösterreich), Innsbruck (Tirol) und aus Gröden - St. Ulrich (Südtirol). Das Projekt heißt Vice Versa, im gegenseitigen Wechsel, in einem fruchtbaren Austausch. Alle kamen mit einem Gipsmodell zum Thema „Kopf“. Vom 1. bis 6. Dezember wurde den ganzen Tag gearbeitet. Die Bruchbetreiber in Laas und Göflan stellten den Marmor zur Verfügung und am Nikolaustag konnten alle mit der fertigen Skulptur wieder nach Hause fahren. In der Projektwoche gab es auch einen Atelierbesuch beim Steinbildhauer und Künstler Elias Wallnöfer aus Laas. Am 4. Dezember lud Virginia Tanzer, die Direktorin des Berufsbildungszentrums Schlanders und der Marmorfachschule, zusammen mit den beiden Fachlehrern für Steinbearbeitung, Bernhard Grassl und Andreas Wieser und Evelyn Kuppelwieser, Fachlehrerin für Entwurf & Gestaltung, zu einem Ateliergespräch und zur Zertifikatübergabe. Die Direktorin dankte allen und wünschte viel Freude beim Arbeiten mit Holz und Stein. (hzg)