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Leserbriefe 19-2025

Post aus Facebook


Honorable Mention – International Photography Awards 2025, Los Angeles
Los Angeles, eine Stadt die große Geschichten feiert.
Zwischen Tausenden Einsendungen aus über 120 Ländern wurde mein Bild „Glowing Silence“ ausgezeichnet und erscheint im offiziellen IPA Annual Book 2025 – vertreten in Museen, Galerien und Sammlungen s12 fotoweltweit.
Entstanden ist es an einem Tag, der sich tief in mich eingebrannt hat.
Ätna.
3.403 Meter roher Energie.
Ich kämpfte mich durch Hochnebel und Schwefeldunst, während der Wind Rauch und Asche über die Hänge jagte. Auf 3.000 Metern Höhe öffnete sich plötzlich die Erde. Ein Lavastrom brach hervor, fraß sich über verschneite Hänge und erstarrte erst weit unter mir.
Dann kam die Blaue Stunde.
Der Nebel begann zu glühen, als hätte er selbst Feuer gefangen. Links lag die ruhende Voragine, schneeweiß und still. Rechts der Südostkrater, schwarz, rauchend, unaufhörlich atmend. Zwischen ihnen ein Spiel aus Feuer und Stille, Licht und Schatten.
Um diesen einen, unwiederbringlichen Augenblick festzuhalten, entstand aus 114 Einzelbildern ein Panorama – ein Mosaik aus Gewalt und Zartheit, aus Atem und Ewigkeit.
„Glowing Silence“ ist für mich mehr als Fotografie. Es ist ein Zeugnis der Schönheit, Zerbrechlichkeit und Magie unserer Erde.

Philipp Egger, digital Creator

 


 

 „Inakzeptabel“


Beim Bau des neuen Pumptracks samt Verbindungsweg „Trögermoos“ in Naturns sorgt die Vorgangsweise der Gemeindeverwaltung für heftige Kritik. Ein Teilstück des vorgesehenen Verbindungsweges führt über Grundstücke privater Eigentümer. Für diesen Abschnitt liegt jedoch kein Einverständnis der betroffenen Grundbesitzer vor.
Die Gemeinde Naturns hat es bewusst verabsäumt, vor Genehmigung und Baubeginn mit den Eigentümern in Kontakt zu treten und deren Zustimmung einzuholen. Stattdessen wurde das Projekt bereits mit Baukonzession und Baustart versehen.
„Es ist völlig inakzeptabel, dass Bürgermeister Zeno Christanell über die Köpfe der Bürger hinweg entscheidet und private Eigentumsrechte ignoriert. Eine solche Vorgehensweise widerspricht den Grundsätzen einer transparenten und bürgernahen Verwaltung und ist rechtlich nicht in Ordnung“, betont Elmar Karl Müller, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Naturns. „Bürgerbeteiligung darf nicht nur ein Schlagwort im Wahlkampf sein, sondern muss im täglichen Handeln der Verwaltung gelebt werden“, so Müller abschließend.

Elmar Karl Müller, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit, Naturns

 


 

Einige Richtigstellungen


Mit Dank im Namen des Kulturverein Schnals für den kurzen Bericht über die heurige „Kunst in der Kartause“ in Karthaus im Vinschgerwind 17(509), S 36, darf ich auf eine Reihe von Fehlern darin hinweisen und ggf. um eine Richtigstellung bitten.
(i) das Kartäuserkloster Allerengelberg in Schnals ist das einzige Kartäuserkloster in Tirol. Damit schon naturgemäss auch das erste, es so zu benennen ist jedoch irreführend.
(ii) Die „Kunst in der Kartause“ in Karthaus wurde erstmals 1987 und seitdem alljährlich und heuer erst zum 2. Mal als Biennale veranstaltet. Es wurde von einem Ausstellungskommittee, bestehend aus einer Gruppe von Schnalser Bürgern initiert, aus dem dann am 12.12.1992 der Kulturverein Schnals entstanden ist. Die 2011 von Gerhard Gensch gegründete Festival „Kunst in der Kartause“ fand in der 1380 gestifteten Kartause Aggsbach in Niederösterreich.
(iii) Nach der Schliessung des Klosters 1782 durch Joseph II sind nicht Bauern in die Zeellen und resltichen Klostergebäude eingezogen, sondern Besitzlose, Handwerker und sog. „Kleinhäusler“.
Im Namen des Kulturvereins Schnals,

Georg Kaser, stv. Präsident

 


 

Freiwillige in den Schulmensen


Den Vorschlag vom SVP-LH Kompatscher zum Thema Aufsicht in der Schulmensa,
dass dieser von freiwilligen zu leisten ist, finde ich genial und super, schon lange
nicht mehr von ihm etwas Besseres gehört. Deshalb liebe SVP-BM und
SVP-Referenten beeilt euch, dass ihr diese Posten bekommt, damit diese nicht
von den vielen freiwilligen der Tafel, Essen auf Rädern usw. besetzt werden.
Da heute der 1. August ist gehe ich davon aus, dass es kein Aprilscherz ist, sondern
von eurem SVP-LH ernst gemeint ist. Mit eurem freiwilligen Einsatz für die Schüler
gebt ihr damit der Gesellschaft etwas zurück, was ihr jeden Tag von uns bekommt.

Elmar Karl Müller, Naturns

 

Leserbriefe 2-2026

Ist es das, was wir wollen?


Schon vor den Gemeinderatswahlen zeichnete sich ab, dass Burgeis nicht mehr den Stellenwert hatte, wie früher. Es wurde nur ein Kandidat aufgestellt, wer das entschieden hat, entzieht sich meinen Kenntnissen. Wahltag ist Zahltag.
Der Burgeiser Kandidat schaffte den Sprung in den Gemeinderat und wurde trotz starken Stimmverlusten in den Ausschuss berufen. Dem Burgeiser Referenten wurden die Belange des Dorfes übertragen.
Viele Bürger fragen sich: Was ist passiert - von den ganzen Wahlversprechen nichts übrig geblieben: Dorfstraßen sind verwahrlost, Seitenstraßen werden mit Blumentrögen bestückt, zum Nachteil der Anrainer. Anregungen zur Beseitigung der Hindernisse werden trotz mehrfachen schriftlichen Anträgen abgewiesen. Unsere Kinder und Bürger haben keine Möglichkeit in Burgeis einen geförderten Bauplatz zu bekommen, denn es gibt keinen, sie müssen auswandern in den umliegenden Gemeinden. Ist es das, was wir wollen? Eine Schande für unser Dorf.
Das nächste Problem des Referenten, er vermischt Privates mit dem „ Beruflichen“ das ist für einen Politiker ein Armutszeugnis. Zum Glück haben wir im Gemeinderat Personen mit Hausverstand, welche sich unserer Anliegen annehmen.
Ein besorgter Bürger
Hansjörg Bernhart

 


„... das ist der Wind...“


Sehr geehrtes Vinschgerwind-Team,
im März 1976 waren meine Frau und ich (damals noch nicht verheiratet -aber fast) zum ersten Mal im Rahmen unserer Sportlehrerausbildung in St. Valentin auf der Haide. Seither kommen wir seit 50 Jahren jedes Jahr zum Skifahren, aber auch zum Wandern nach St. Valentin und der Vinschgau und Südtirol sind sozusagen unsere zweite Heimat geworden Im Jahr 2024 hat meine Frau ihren 70. Geburtstag in St. Valentin gefeiert. Im Gasthaus Zeress am Haidersee haben wir damals eine 3-Mann Kapelle gehört, die unter anderem das Lied mit dem Refrain „das ist der Wind. der Wind, der Vinschger Wind, der wird noch wehen, wenn wir längst nicht mehr sind“ vorgetragen hat. Leider habe ich versäumt, die Musikanten nach dem Text des Liedes zu fragen. Ich habe es aber auch nicht im Internet gefunden. Nun habe ich im Sportgeschäft Tenne in St. Valentin in diesem Jahr Ihre Zeitschrift“ Winterwind / Vinschgerwind „ entdeckt und mit großem Interesse besonders den Artikel über Gustav Thöni gelesen. Der Titel „Vinschgerwind“ hat mich sofort wieder an dieses Lied erinnert. Nun meine Bitte: Kennen Sie dieses Lied? Können Sie mir den Text und vielleicht sogar auch die Noten zukommen lassen? Ich freue mich von Ihnen zu hören.
Herzlichst, Alfred Wekenmann

Wer das von Alfred Wekemann beschriebene Lied kennt, möge sich beim Vinschgerwind melden. Wir schicken Text und Noten gerne weiter. Red.

 


Richtigstellung


Richtigstellung zum Brief aus der Parteizentrale der Süd-Tiroler Freiheit vom Naturnser Gemeinderat Elmar Karl Müller
Der Ausweisung der Zone „Etschufer“ gingen mehrere Gutachten von Experten voraus und auch die Aufarbeitung durch eine Arbeitsgruppe. Nicht zuletzt wurde die Zone vom Gemeinderat, von den Landesämtern und von der Landesregierung im Zuge der Genehmigung des Gemeindeentwicklungsprogramms ohne Widerrede als logischer Erweiterungsbereich positiv bewertet. Es sollen vorläufig vier Mischzonen mit insgesamt neuen 3.422 m² (nicht „ca. 5.000 m²“ wie Herr Müller falsch zusammenzählt) nutzbar werden. Das neue Volumen steht zu 100% für Ansässige zur Verfügung und somit eben genau für „die arbeitende und Wohnung suchende Bevölkerung“. Gleichzeitig wurde die Ausweisung von öffentlichen Grünflächen (4.489 m²) in Form eines großzügigen Grünstreifens vorgenommen. Dieser dient neben der ökologischen Aufwertung des Gebietes auch als zukünftiger wertvoller Naherholungsbereich für alle. Das steht alles transparent in den Unterlagen, welche den Gemeinderäten zur Verfügung stehen. Wir appellieren darum, diese zukünftig wachsam zu lesen, anstatt irreführende Aussendungen zu machen.
Michael Kaufmann, SVP-Fraktionssprecher Naturns
Paul Ladurner, Stellv. SVP-Fraktionssprecher Naturns

 


HAIKU – Gedicht
im Enkō, Japan 2025

Endloses Grau scheint
vom Schneehimmel zu fallen –
die Stille, so laut.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 20-2025

Liebe Lehrerin, lieber Lehrer, an was erinnerst du dich aus deiner Schulzeit zurück?

Sprachlos und nachdenklich… das war ich, als ich den Elternbrief des Klassenrates meiner Tochter las. „Im kommenden Schuljahr werden Lehrausflüge am Schulsprengel Latsch ausgesetzt, da sich das Lehrerkollegium an der landesweiten Protestaktion beteiligt.“
Wenige Tage zuvor hatte ich einen Artikel (https://www.suedtirolnews.it/politik/lehrer-bekommen-mehr-reicht-das) gelesen. Auszüge davon: Lehrpersonen werden 4.000/5.190€ mehr Bruttoentlohnung im Jahr erhalten. Die Landesregierung hat den Beschluss genehmigt für die Inflationsanpassung der Gehälter des Lehrpersonals. Lehrpersonen werden künftig 40 Prozent mehr Vergütung für Überstunden erhalten. Für die Begleitung bei Ausflügen wird die bestehende Zulage verdoppelt. Die Kosten für Verpflegung bei Außendiensten werden in höherem Ausmaß rückerstattet. 60 Prozent erhöht wird die Zulage für Weiterbildungstätigkeiten. Als Nächstes steht die Verhandlung zur Reallohnerhöhung ab 2026 an. Dazu wird die Landesregierung im Haushalt 2026-28 330 Mio € bereitstellen. Warum wird diese Protestaktion auf dem Rücken der Schüler ausgetragen?
Unsere Kinder sind eh schon geprägt von der Corona-Pandemie, wo sie auf so Vieles verzichten mussten, auch auf Ausflüge. Während der Corona-Pandemie, wo wir Eltern plötzlich die Funktion des Lehrers (neben unserer Arbeit) übernehmen mussten, wurde da der Gehalt des Lehrpersonals gekürzt?
Ich habe zwei Kinder unterschiedlicher Schulstufen, jedoch hat kein Online-Unterricht stattgefunden. Wir haben Arbeitsblätter erhalten, die wir zu Hause mit den Kindern erledigen mussten. Es wird nur das Negative betrachtet, die Vorteile, die der Lehrerberuf mit sich bringt, werden in den Hintergrund gedrängt. Keiner anderen Berufsgruppe steht so viel Urlaub zu. Wenn die Kinder der Lehrperson frei haben, hat auch die Lehrperson frei. Alle anderen Eltern müssen schauen, wo sie die Kinder in den 17 Wochen Ferien unterbringen. Von 38h/Woche sind die Hälfte aktive Unterrichtstunden. Sicher nicht alle Lehrpersonen benötigen die Differenz der Stunden für Vorbereitungen, Korrekturen und Sitzungen. Ab November sollen die Lehrpersonen kostenlos Bus und Bahn in Südtirol nutzen können. Das Personal der Privatwirtschaft hat diesen Vorteil nicht.
Die Entscheidung sich bei der Protestaktion zu beteiligen, liegt bei den Lehrkräften der einzelnen Schulsprengeln. Die Freundin meiner Tochter, welche einen anderen Schulsprengel besucht, macht diese Woche einen Herbstausflug. Meine Tochter darf keinen Ausflug machen. Wie soll ich dies meinem Kind erklären?
In meinem naiven Denken war ich überzeugt, dass der Lehrerberuf kein Beruf, sondern eine Berufung ist, wo der Schüler im Vordergrund steht. Ich dachte der Beruf wird gewählt, um den Kindern etwas beizubringen und sie ein Stück weit im Leben zu begleiten. Aber am Ende geht es immer nur ums Geld und nicht um die Kinder. Ich finde die Ausflüge sind für die Kinder wichtig, um soziale Kontakte zu knüpfen, wo unsere Kinder eh oft als „Smartphone“-Generation“ betrachtet werden. Auch sind die Ausflüge wichtig, um die Beziehung zur Lehrperson zu verbessern. Die Ausflüge stellen eine Abwechslung zum Schulalltag dar und die Schüler finden wieder mehr Motivation. Durch diese Protestaktion steigt der Frust der Schüler gegenüber den Lehrpersonen unwillkürlich.
Kaum ein Kind kann verstehen, dass diese Aktion nicht gegen die Schüler gerichtet ist.
Manche Lehrpersonen haben mitgeteilt, dass das Personal im Gastgewerbe besser bezahlt wird. Ich habe in der Schule gelernt, dass man nur Gleiches mit Gleichem vergleichen kann und nicht Apfel mit Birnen.
Das Personal im Gastgewerbe muss Wochenenddienste, Früh- und Spätdienste leisten und hat im Sommer kaum einen freien Tag. Ich finde, dass solche Vergleiche nicht angebracht sind.
Wie wir alle wissen, sind Gehaltsanpassungen für alle Berufssparten dringend notwendig und nicht nur für das Lehrpersonal. Schauen wir uns mal den Gehalt einer Verkäuferin oder einer Friseurin an. Wo kämen wir hin, wenn diese Berufsgruppen protestieren würden? Wer würde uns die Haare schneiden? Wer würde im Geschäft an der Kassa sitzen?
Es gäbe hier noch so viele Beispiele zu nennen…
Ich appelliere an alle Lehrpersonen diese Protestaktion zu überdenken, weil nun mal nur unsere Kinder und sonst niemand die „Leidtragenden“ davon sind. Es muss andere Mittel und Wege geben.
Liebe Lehrerin, lieber Lehrer an was erinnerst du dich aus deiner Schulzeit zurück? Sind das nicht die tollen Erlebnisse bei den Ausflügen?
Eine besorgte Mama (Name der Red. bekannt), im Namen vieler anderer Eltern

 

HAIKU - Gedicht
in Vinschger Dialekt:

Es leschte Mol a
Schneamilcheis – schun weiß die
hoachn Gipfl.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 21-2025

Versteckte Kamera am Meraner Bahnhof?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Barbara Schöneberger am Meraner Bahnhof Kameras für die Sendung „Verstehen Sie Spaß“ installiert hat. Denn anders lassen sich die dortigen Vorgänge kaum erklären.
Ein paar Beispiele:
Am Dienstag, 16. September, fährt mein Zug aus dem Vinschgau mit leichter Verspätung um 11.45 Uhr in Meran ein. Eine Durchsage informiert uns, dass der Anschlusszug nach Bozen nicht – wie üblich – auf Gleis 4 wartet, sondern auf Gleis 1. Da die Zeit schon knapp ist, laufe ich mit Schwung zum Gleis 1. Wie ich gemeinsam mit anderen die Treppe hinaufhechle, höre ich schon das dreifache Piepsen für den geschlossenen und abfahrenden Zug. Und siehe da, wie ich als Zweiter des Sprintrennens den Zug erblicke, fährt er mir vor der Nase ab. Schlussendlich komme ich mit einer halben Stunde Verspätung in Bozen an.
Donnerstag, 18. September: Dieses Mal nehme ich einen Frühzug, um pünktlich zu einem Termin nach Sterzing zu kommen. Genug Zeit zum Umsteigen ist eingeplant – doch der Zug um 7.16 Uhr fällt schlicht aus. Ich wende mich an den Lokführer. Er erklärt, es habe ein Problem mit der Brandschutzanlage gegeben. Einen direkten Zug zum Brenner gibt es nicht – also Umsteigen mit Wartezeit in Bozen und Ankunft mit einer Stunde Verspätung.
Am 29.09. probiere ich erneut mein Glück. Dieses Mal komme ich um 14.15 Uhr von Bozen kommend am Bahnhof in Meran an. Das Gleis ist wiederum ungünstig: Der Zug fährt auf Gleis 1 ein, während der Anschluss nach Mals auf Gleis 5 startet. Also wieder Sprint – Treppe runter, Treppe rauf – leider wieder umsonst. Ich sehe den Hintern des Zuges, wie er sich gemächlich aus dem Bahnhof von Meran Richtung Vinschgau in Bewegung gesetzt hat.
Sollte meine Schöneberger-Theorie falsch sein, dann bleibt nur eine Feststellung: der Zugbetrieb am Bahnhof Meran ist der Beweis, dass mangelnde Koordination, keine Absprachen zwischen den Linienbetreibern und der fehlende Wille, den Fahrgast zu informieren und ihm weiterzuhelfen, auch als „öffentliche Dienstleistung“ durchgehen können.
Wenn jegliche Planbarkeit der eigenen Termine unmöglich wird, hilft auch das „Ruhig Blut“, wie von Erwin Bernhart in der letzten Ausgabe des Vinschgerwind propagiert, nicht weiter – das können nur jene predigen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nur von außen sehen.
Von den Verantwortlichen hört man Ausreden und Beschwichtigungen. Unternehmer wie ich, die auf öffentliche Verkehrsmittel setzen, werden nicht selten süffisant belächelt. Und, liebe Politiker/innen und Entscheidungsträger/innen: tröstet uns nicht mit der bevorstehenden Elektrifizierung, denn kundenfreundlichere Abläufe am Bahnhof Meran und im Vinschgerzug werden dadurch nicht von allein entstehen. Diese hätte man in den letzten 20 Jahren ohne großen Aufwand schaffen können. Geschehen ist in dieser Hinsicht jedoch gar nichts.

Walter Gostner, Mals.


Sozialarbeiter auf vier Pfoten – und jetzt Steuerzahler?

Die geplante Hundesteuer in Südtirol wirkt wie ein Lückenbüßer – ein politischer Schnellschuss, der mehr Hilflosigkeit als Klarheit zeigt und den Medien ein willkommenes Ablenkungsthema bietet. Dabei leisten Hunde längst mehr für diese Gesellschaft, als mancher Sitzungssaal je erträumt: Sie holen ihre Menschen aus der Einsamkeit, bringen sie an die frische Luft, fördern Bewegung, beugen Depressionen vor und sparen damit unserem Gesundheitssystem beträchtliche Summen. Kurz: Sie sind Sozialarbeiter auf vier Pfoten – ehrenamtlich, zuverlässig und ohne Bürokratie. Und nun sollen ausgerechnet diese stillen Helfer und ihre Halter zur Kasse gebeten werden. Ironischer geht’s kaum: Statt Anerkennung gibt es eine Rechnung. Hunde sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung – leise, treu und ohne Quittung zu stellen. Eine Steuer, die diese Arbeit bestraft, schadet am Ende nicht nur Hund und Halter, sondern uns allen.

Kofler Josef, Latsch


Zweisprachigkeitspflicht

Ein weiterer Beweis wie die italienischen Koalitionspartner der derzeitigen Landesregierung denken betreffend dem Recht zum Gebrauch der deutschen Muttersprache. Jetzt zeigt der Teufel, Orginalton Herr Zeller, den SVP-Größen Kompatscher, Stauder und Steger sein wahres Gesicht und Gedankengut, schon einmal wollte diese politische Gesinnung unserem Volk die Muttersprache verbieten, während des Faschismus unter der Herrschaft von Benito Mussolini. Das Recht auf unsere deutsche Muttersprache lassen wir uns von niemanden verbieten auch nicht von den Herren Bianchi, Galateo und Gleichgesinnten. Auch wenn das diesen Herren nicht gefällt, dann sollen sie wieder dorthin zurück kehren von wo sie gekommen sind, denn Süd-Tirol ist nicht Italien.
Elmar Karl Müller, Naturns


...diese Investitionen würden sich rentieren...


Letztes Mal wandte sich auf diesen Seiten eine besorgte Mutter in einem Leserbrief an die LehrerInnen, diese mögen von ihren Protestmaßnahmen absehen, es gehe ihnen doch gut. Auf den ersten Moment bin ich versucht, ihr zu entgegnen, dass auch der Lohn der Lehrer durch die Inflation geschrumpft ist und dass die Regierung keineswegs beabsichtigt, diesen Kaufkraftverlust voll auszugleichen. Hier geht es ihnen wie vielen Arbeitnehmern in Südtirol. Dabei sollte es die gesellschaftliche Norm sein, dass Arbeitnehmer einen vollen Ausgleich der Inflation erhalten. Und das werden wir so lange nicht erreichen, wie Arbeitnehmer sich gegeneinander ausspielen lassen.
Aber ich verstehe die Schreiberin des Leserbriefes: Keine Mutter wird es kalt lassen, wenn dem eigenen Kind etwas genommen wird. Kein Vater will sein Kind traurig und enttäuscht sehen.
Und doch möchte ich dazu einladen, die Situation von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Es geht nicht nur um Gehälter. Was wäre nämlich, wenn der Lehrerprotest Erfolg hätte? Dann bekäme die Schule mehr Geld. Dann hätten sehr unruhige Klassen öfter eine zweite Lehrperson im Unterricht. Die SchülerInnen könnten viel eher jene individuelle Förderung erhalten, die sie brauchen. SozialpädagogInnen könnten den Klassen tatsächlich genügend Zeit widmen, Schwächere besser unterstützt werden. Unterm Strich würden diese Dinge wiederum allen zugutekommen: Oft gehen SchülerInnen im Trubel unter, den nicht selten jene machen, die mit der Schule oder ihrem Alter nicht zurechtkommen. Viel Lernen, viel wertvolle Förderung entgeht Kindern und Jugendlichen in Unterrichtsstunden, die von Störungen durchsetzt sind.
Und ja, wenn auch die Gehälter anstiegen, würde Südtirol nicht noch mehr professionell ausgebildete, junge Lehrpersonen verlieren, die nach dem Studium in Nordtirol bleiben, wo sie schon lange weit besser verdienen.
All diese Investitionen würden sich rentieren, weil mehr junge Menschen mehr aus sich machen könnten, weil weniger von ihnen an sich oder ihrem Umfeld scheitern würden. Es würde einen Unterschied machen, für sie selbst, für ihre Mitmenschen, selbst für die Betriebe im Land. Kinder nicht optimal zu fördern können wir uns eigentlich gar nicht leisten.
Vielleicht wird es am Ende den Einsatz wert gewesen sein, den die SchülerInnen heute - unfreiwillig - zahlen: ein Jahr ihrer Schulkarriere ohne Ausflüge.
Tobias Lechthaler, Lehrer, Latsch


Liebe Eltern, was soll/muss Schule leisten?
Und was ist uns das wert?

Antwort auf den Leserbrief (Vinschgerwind Nr. 20 02.10.2025) einer besorgten Mama aus dem Schulsprengel Latsch:
Die besorgte Mutter aus dem Schulsprengel Latsch stellt einige Prozentzahlen in den Raum, die den Eindruck erwecken, die Lehrpersonen kriegten den Hals nicht voll. Betrachtet man allerdings die Situation im Detail ergibt sich ein ganz anderes Bild. Darauf möchte ich nun nicht genauer eingehen nur ein Beispiel: Verdoppelung der Außendienstzulage, WOW! Das Doppelte von 2,80 € ist wirklich viel!
Die besorgte Mama möchte nur Gleiches mit Gleichem verglichen wissen. Zu Recht! Wenn die Gehälter unterschiedlicher Berufsgruppen miteinander verglichen werden, so muss man der Gerechtigkeit und Transparenz halber auch den Ausbildungsweg mitberücksichtigen: Eine Verkäuferin, eine Friseuse... sind vom ersten Arbeitstag an pensionsversichert und erhalten ein Gehalt, wenn auch ein geringes. Eine angehende Lehrperson hat einen Ausbildungsweg von 10 Jahren zu absolvieren (5 bis zur Matura und 5 bis zum Master). 10 Jahre in denen sie kein Gehalt bezieht und nicht pensionsversichert ist. Selbst wenn eine Friseuse in dieser Zeit nur 1000 € brutto verdient, sind das 120.000 € brutto, während die Lehrperson zwar auch eine „Lehrzeit“ macht, aber eben nichts verdient sondern nur Spesen hat. Hier hinkt also der Vergleich der besorgten Mama schon gewaltig.
Zudem führt die besorgte Mama 17 Wochen Ferien ins Feld, toll! Fakt: Lehrpersonen stehen 30 Tage Urlaub zu. Die restlichen Schulferien sind unterrichtsfreie Zeit, das heißt aber nicht, dass Lehrpersonen da nicht arbeiten. Bereits vor ca. 20 Jahren wurde die Arbeitszeit der Lehrpersonen erhoben und es wurde nachgewiesen, dass Lehrerinnen nicht
weniger sondern im Durchschnitt eher etwas mehr als andere Angestellte arbeiten, trotz langer unterrichtsfreier Zeit. Die Arbeitsbelastung ist in diesem Beruf nur sehr ungleich übers Jahr verteilt. Das will aber niemand wahrhaben. Und ja, es gibt auch Kolleginnen, die weniger Zeit für allfällige Vor- und Nachbereitung usw. aufwenden. Dazu möchte ich mich nicht weiter äußern, nur so viel: Schlaumeier gibt es in jeder Berufsgruppe und auf jeder Ebene, leider ist es ihnen egal, dass das zu Lasten anderer geht.
Die besorgte Mama fragt außerdem, was wäre, wenn Friseusen oder Verkäuferinnen protestierten. Dafür hätte ich vollstes Verständnis! Jede Arbeit sollte angemessen entlohnt werden! Dabei ist auch der Ausbildungsweg zu berücksichtigen. Wollen sich die Arbeitnehmerinnen und Angestellten wirklich gegenseitig die Brosamen, die die Führungsriege ihnen zugesteht, streitig machen? Warum ging kein Aufschrei durch die Gesellschaft als im Frühjahr und Sommer über die Gehaltsanpassungen, Nachzahlungen usw. für Führungskräfte und daran gekoppelt die Politikergehälter berichtet wurde? Da ging es um Summen, die mehr als das Jahresgehalt einer Friseuse ausmachen. Sind die noch zu rechtfertigen? Womit? Mehr Arbeitszeit? Mehr Verantwortung?... Der Tag hat für alle 24 Stunden und die Verantwortung wurde bisher, in meiner Wahrnehmung, im öffentlichen Bereich nur selten wirklich eingefordert. Politiker und Führungskräfte sollen gut verdienen, dabei sollten sie aber stets das Gemeinwohl und die Verhältnismäßigkeit vor Augen haben.
Ich habe 29 Jahre an der Mittelschule Latsch unterrichtet und meine überwiegend positiven Erinnerungen sind manchmal an Ausflüge geknüpft, vor allem aber an Erlebnisse und Gespräche mit Schülerinnen und Eltern
im Schulalltag. Im Laufe der Zeit ist an der MS Latsch die Ausflugstätigkeit immer weiter angestiegen. Aus dem, was ein unterrichtsergänzendes Angebot sein sollte, leiten nun offensichtlich einige Schülerinnen und Eltern ein Recht auf Ausflüge ab. Diese Erwartungen sind zu hinterfragen. Ich stimme hier Landesschuldirektorin Frau S. Falkensteiner und Dir. S. Saurer voll und ganz zu: Es ist ein guter Zeitpunkt um viele Veranstaltungen und Erwartungen zu überdenken. Schule ist ein Ort des gemeinsamen Lernens, das jeden Tag in einem Klima des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung stattfinden sollte. Dazu können unterrichtsergänzende Tätigkeiten beitragen aber es gibt auch viele andere Aspekte.
Dem abschließenden Wunsch von Frau Dir. Saurer im Interview mit dem Vinschgerwind kann ich mich nur anschließen: Wir brauchen Zeit, Vertrauen und Wertschätzung... (Interview in derselben Ausgabe)
Maria Luise Muther, Lehrerin in Pension,
die sich nach wie vor für Schule und
Bildung interessiert

P.S. Es steht allen frei sich für diesen Beruf zu entscheiden. Wenn er so attraktiv ist, warum machen das nicht mehr Menschen? Es ist ein schöner aber herausfordernder Beruf!


HAIKU – Gedicht

Beim Nachlesen* -
fremde Sprachen zwischen
Apfelbäumen.
*das Entnehmen letzter Früchte

©Helga Maria Gorfer
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Leserbriefe 22-2025

Stimmt, Schatz...
Ich habe Kinder in verschiedenen Schulstufen.


Meine Kinder sind von Anfang an gerne zur Schule gegangen.
Das ist jetzt nicht mehr so einfach. Ihnen wurde durch das Streichen von Ausflügen und Wahlfächern so viel genommen und kaputt gemacht, dass es mir im Herzen weh tut. Sie sind nicht mehr mit derselben Motivation engagiert, haben viel von dem natürlichen Vertrauen und Respekt, den sie immer in die Lehrpersonen hatten verloren. Welche Vorbildfunktion hat das Verhalten der Lehrer in diesem Moment? Was sollen Schüler denken, wenn die Lehrperson vor der Klasse schimpft, dass ihre Zunft von der Politik erpresst und Drohungen ausgesetzt ist? Was sollen Schüler denken, wenn sie in der Zeitung lesen, das kein Lehrer Spaß an Ausflügen hat? Und dann gibt es noch die Lehrpersonen, die behaupten, sie hätten nicht bemerkt, dass die Schüler unter der Streichung der Ausflüge leiden würden… Vielleicht sollte man sich da fragen, ob das nicht Angst davor sein könnte, dass Meinungsäußerung zu Konsequenzen führen könnte? Genau gleich steht es mit der Meinung der Eltern. Und wer glaubt, dass wirklich ALLE Lehrer hinter diesem Streik stehen? Ich nicht. Es ist eine Massenpsychose, eine kollektive Gehirnwäsche, ein Gruppenzwang…wer aufwacht, wird sich nicht so leicht äußern, denn wie würden da die Kollegen darauf reagieren? Besonders eines meiner Kinder ist sehr sensibel. Es wirkt zunehmend trauriger, unmotivierter und unkonzentrierter, sodass es auch den Lehrern inzwischen aufgefallen ist. Und wenn mein Kind von der Schule heimkommt und erzählt, dass eine Lehrperson im Unterricht über die Politikergehälter im Vergleich geschimpft hat, sorry, aber dann war meine Antwort „Stimmt Schatz, die sind auch unverschämt, aber Maßlosigkeit und Neid haben noch nie Gutes bewirkt.“
Eine Mutter (Name der Redaktion bekannt)


„Meran ist eine Millionenstadt...“


Eine für mich unliebsame Erinnerung beim Umsteigen am Bahnhof Meran, jährt sich demnächst. Jedes Jahr nutze ich die Vorweihnachtszeit für einen Besuch meiner Freunde im Pustertal. Die gut dreistündige Fahrt begann mit dem Zug mit Abfahrt in Naturns um 7.50 Uhr, Ankunft in Niederdorf 11.00 Uhr. Der Zug von Mals war pünktlich in Meran, der Anschlusszug Meran-Brenner (mit 3 Min. Umsteigezeit) war nur über die Unterführung erreichbar, am Bahnsteig oben angekommen... Alternative: Zurück nach Hause oder eine Stunde warten, ich wartete auf den nächsten Zug. Während der Fahrt überlegte ich, soll ich meinen Ärger mittels Leserbrief los werden oder nicht? Jedoch, die vielen unliebsamen Missstände, welche immer wieder Bewunderung abverlangen, wären ausreichend für täglich einen Leserbrief. Alsodann versuchte ich mit Humor und Fantasie den Zwischenfall für mich Schönzureden. Meran ist eine Millionenstadt, mit entsprechend hoher Zahl an Zugfrequenzen Richtung Bozen und Vinschgau, das gibt Anlass für Nachsicht und schließlich können es sich die Verantwortlichen leisten, Bahnbenützer, auch jene im fortgeschrittenem Alter, durch die Unterführung zu hetzen, während man im wohlklimatisiertem Büro vor dem PC sitzend, vermutlich mit fettem Gehalt, Stolz zu sein über großartige Leistungen. Fazit, fehlerfreies Arbeiten gibt es zwar nicht, es gäbe aber einen guten Willen mit weniger Fehlern.
Nächstes Thema: Nachhaltige „Fahrradmobilität“. An Interesselosigkeit sowie Gleichgültigkeit für Fahrradwege – so mein Eindruck – scheint es in unserem Land zuweilen nicht zu mangeln. Nicht nur, dass man mittels Email an das betreffende Amt der Landesregierung um Auskunft bittend, keine Antwort erhält, auch von den zuständigen Abteilungen der Bezirksgemeinschaften ist bei telefonischer Nachfrage mitunter Interesselosigkeit kaum überhörbar. In den vergangenen Jahren wurde z.B. mit hohem finanziellen Aufwand der dringend notwendige Radwegabschnitt Göflan-Holzbrugg errichtet und nach leider nicht allzu langer Zeit für ca. ein Jahr geschlossen. Ebenso in meiner Heimatgemeinde Naturns, der Radwegabschnitt zwischen Tschirlander- und Winterbrücke (beim Bahnhof Naturns). Dieser zwar kurze Teil des Radwegs, ist seit Frühjahr total unterbrochen und die vielen tausend Radler und Radtouristen müssen durch das Dorf umgeleitet werden, nicht besonders angenehm bei dem stets zu hohen motorisierten Verkehrsaufkommen.
Zur Aufklärung: Der Vinschger Radweg ist Teil des zweitwichtigsten europäischen, länderübergreifenden Fernradweg mit dem bedeutend klangvollen Namen „Via Claudia Augusta“. Und dieser wird jährlich von tausenden Radreisenden, mit Destination Südtirol, Gardasee, Venedig usw. befahren. Dass man also Radwegabschnitte während einer gesamten Saison schließt, ist für ein Tourismusland wie Südtirol beschämend. Man könnte auch geneigt sein anzunehmen, wie minderwertig oder überflüssig das Fahrrad – ohne Lärm und Abgase – von manchen Volksvertretern betrachtet wird, jedoch für bewährte Selbstglorifizierungen ist der angebliche Willen stets Willkommen.
Walter Pöder Naturns


Wird am Gericht Recht gesprochen?


Kürzlich ist das Trennungsurteil der 1. Instanz vom Oberlandesgericht bestätigt worden, dass ich nach 30 Jahren Ehe mit 3 Kindern keinen Unterhalt „brauche“. In der 27seitigen Begründung des Urteils wird mit keinem Wort erwähnt, dass ich meinen Mann während des Studiums und bei seiner Karriere mit Überstunden, Fortbildungen, Vorträgen und schlimmen Krisen immer unterstützt und den Rücken frei gehalten habe. Ich habe das Familienleben mit 3 Kindern mit allem was dazu gehört mit Hilfe v. a. meiner Mutter neben meiner Teilzeitarbeit weitgehend alleine organisiert und zum Teil finanziert, was alles mit schriftlichen Unterlagen bewiesen wurde. Auch das ärztliche Zeugnis, in dem bestätigt wird, dass ich nicht mehr in Vollzeit und Nachtdiensten arbeiten kann, dass ich demzufolge eine niedrigere Rente bekomme – all das wurde nicht berücksichtigt. Zu all dem kommt noch dazu, dass mir die Prozesskosten in voller Höhe angelastet wurden! Ist das Rechtsprechung? Das ist pure Arroganz, in der Frauen als Mütter und Hausfrauen, Kinder und Schwächere unserer Gesellschaft aller Menschenwürde beraubt werden, Opfer müssen sich rechtfertigen und Täter werden frei gesprochen…
Ich appelliere an unsere Politikerinnen auch mal da hinzuschauen!
M. Zwick, Schlanders


Des Einzelhändlers Aufgaben


Trotz unaufhaltsamen Wachstum des online-handels, gelingt es Einzelhandelkaufleuten, immer wieder aufs Neue, Kunden zu begeistern. Kunden neugierig zu machen und diese mit steten Bemühungen auf verschiedenen Ebenen, zu halten.
Um interessant zu bleiben, bedarf es allen voran natürlich, einer adäquaten Auswahl der angebotenen Produkte. Weiters bedarf es, einen gewissen Mut und Weitsicht der Einkäufer:innen, auch mal unkonventionelle Teile zu ordern. Vor allem, um sich hiermit speziell und auch wohltuend zu unterscheiden vom großen, üblichen Einerlei an allen Ecken und Enden. Wenn dann eine kompetente und dennoch angenehm zurückhaltende Beratung beim Einkauf gegeben ist, so hat die Kauffrau-mann ihre Hausaufgaben gut erledigt. Um all dies, kontinuierlich am Laufen zu halten, benötigt es natürlich treue Stamm- und auch Neukunden. Diese spielen nämlich eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft, durch ihren Besuch in unseren Geschäften vor Ort. Somit können wir großen Einkaufszentren, sowie auch dem online Handel durchaus etwas entgegenhalten. Nicht immer, aber vielleicht immer öfter. Es liegt an uns.
Claudia Leoni-Pinggera, Latsch

Leserbriefe 23-2025

Ob ich alle Bräuche brauche?


Freitag, der 31. Oktober - abends. Wir sitzen beim Abendessen, als jemand lange an unserer Haustür läutet. Wir hören Gelächter. Da unsere ältere Tochter (5) sich vor Gruselgestalten fürchtet, entscheiden wir uns die Tür nicht zu öffnen, um den Halloweenfans zu erklären, dass wir bei diesem Brauch nicht mitmachen und es bei uns keine Süßigkeiten gibt. Es wird wiederholt übertrieben lange geläutet, bis beide unsere Töchter (5 und 3) weinen, weil es ihnen zu laut ist und sie nicht verstehen was vor sich geht. Schließlich hören wir Schritte, die uns sagen, dass unser Besuch nun wieder geht. Am Ende noch ein kurzes, eigenartiges Geräusch. Nachdem sich unsere Mädels wieder beruhigt haben, gehen wir vors Haus. Schon beim Öffnen der Tür, sieht und riecht man bereits den Abschiedsgruß. Eiermasse rinnt an der Haustür herab und ist wunderbar über unseren Eingangsbereich verspritzt. An den darauffolgenden Tagen erfahren wir durch Gespräche mit Nachbarn, dass auch bei ihnen diese lieben Grüße verteilt wurden. Keiner von den Betroffenen fand es lustig. Jeder, der jetzt einwenden möchte es ist nur ein Scherz. – Bitte an der eigenen Hausmauer und Tür versuchen.
Es steht jedem frei die verschiedensten Bräuche zu pflegen. Wir haben nichts gegen das Verkleiden. Auch steht es den Gruselfans gerne zu ihr Glück an jeder Tür zu versuchen, indem sie dort läuten. Wir werden unseren Kindern das Verkleiden zu Halloween nicht verbieten, wenn sie in dem Alter sind und das möchten. Was wir ihnen aber bereits jetzt versuchen beizubringen ist, dass man das Eigentum von anderen Personen respektiert und dass die mutwillige Beschädigung Konsequenzen hat.

Melanie Unterholzner & Johannes Kaserer

 


 

Ernennung nicht irgendwann, sondern sofort!


Der Südtiroler Seniorenbund schlägt Alarm: Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Landesgesetzes „Aktives Altern“ (Nr. 12 vom 6. Oktober 2022) ist die im Artikel 14 vorgesehene Einrichtung einer Seniorenanwaltschaft immer noch nicht umgesetzt worden.
Am 28. Oktober fand in Bozen die Sitzung des Südtiroler Seniorenbundes statt – unter dem Vorsitz von Otto von Dellemann und mit den Vorsitzenden von 18 Organisationen und Verbänden, die in Südtirol im Seniorenbereich tätig sind. Hauptthema war der seit Jahren ausstehende Seniorenanwalt.
Die Vertreterinnen und Vertreter des Seniorenbundes waren sich einig: Die Ernennung des Seniorenanwalts darf nicht länger hinausgezögert werden! In einem einstimmigen Beschluss fordern sie die sofortige Einsetzung einer unabhängigen, eigenständigen und weisungsfreien Seniorenanwaltschaft, die den Rechten, Anliegen und Bedürfnissen älterer Menschen endlich die notwendige Stimme gibt. Die/der Seniorenanwalt/in muss – analog und gleichgestellt mit der Kinder- und Jugendanwältin – mit klar definierten Kompetenzen ausgestattet sein. Er/Sie soll unabhängig und nicht weisungsgebunden agieren, als direkte Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren dienen und umfassend tätig werden, insbesondere bei Konflikten mit Angehörigen, in Fragen der Betreuung und Pflege, bei Problemen in Seniorenwohnheimen oder mit Behörden.
Der Südtiroler Seniorenbund fordert auf, unverzüglich zu handeln und die/den Seniorenanwalt/in zu ernennen. „Die ältere Generation verdient Respekt, Schutz und eine starke Stimme. Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln – nicht irgendwann, sondern sofort!“
Otto von Dellemann
Vorsitzender Südtiroler Seniorenbund

 


 

Verkehrsinseln sollten frei bleiben!


In Vetzan wurde kürzlich auf einer Verkehrsinsel ein Kunstwerk installiert – eine schöne Idee, die den Ort bereichern soll. Ohne den künstlerischen Wert in Frage zu stellen, sollte man jedoch auch an die Verkehrssicherheit denken. Verkehrsinseln haben einen klaren Zweck: Sie regeln den Verkehr und schützen die Autofahrer. Werden sie mit Monumenten oder Kunstwerken bebaut, können sie leicht zur Gefahr werden. Vor zwei Wochen In Asiago kam es tragischerweise zu einem Unfall, bei dem drei junge Menschen starben, nachdem ihr Auto gegen einen Brunnen auf einer Verkehrsinsel prallte; ohne Brunnen vielleicht würdes sie noch leben! Noch ein Beispiel: Vor einiger Zeit In Latsch hat ein Autofahrer in der Nacht die nur mit Blumen geschmückte Verkehrinsel überfahren, das Auto wurde schwer beschädigt, doch der Lenker blieb unverletzt. Vielleicht sollte Kunst dort stehen, wo sie sicher bewundert werden kann – auf Plätzen, in Parks oder in Fußgängerzonen. Verkehrsinseln dagegen sollten frei und übersichtlich bleiben, damit sie tun können, wofür sie gedacht sind: Sicherheit geben, nicht ablenken.
Beppe Calanducci, Schlanders

 


„Die olte Keschtnpfonn


s12 kastanienDr Summr isch iatz ummr,
die reifn Igl kugln vo die Bam,
plotzn au und aussr kemmn
gold-braune Keschtn, groass und kloan.
Die Naandl in dr Herbstsunn‘ sitzt
und an haufen Keschtn ritzt.
In Kuchlherd isch schun a Gluat
und wenn‘s Fuir nãr schian brennen tuat,
weard unmol in Johr verwendet dann,
dia kohlrabn-schwarze Keschtnpfann‘!
Franz Angerer Kortsch


Weg zu den „Schweinböden“


Zu die „Schweinbödn“ weard a Weg gebaut,
der an Toal von sensibler Natur versaut.
Vor Johrn hot man den nit bauen glossn,
und iaz decht wiedr, i konn´s nit fossn.
Wer braucht den Weg, wer will den hobn,
dass man muas den holbn Berg umgrobn?
Wer hot des genehmigt, wos isch do passiert,
odr hot do jemand epes drfür kassiert?
I will´s nit hoffn, weil sel war nit legal.
Odr isch ihmene die Natur schlicht egal?
Bleib zu hoffn, es weard nit sou schlimm
und dass i decht nu zu fuaß aui kimm.
Und die Moral von der Gschicht:
I brauch den Weg sichr nicht.
Norbert Kofler, Prad


HAIKU – Gedicht

Leichter Frost im Tal –
glitzernd verdampft er
auf Schafrücken.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 24-2025

Disco Fix - Quo vadis ??


Disco Fix in Laas ist immer noch zu. Zuerst wegen Bau eines Recyclinghofes, jetzt wegen Lawinenschutz. Bereits seit Jahren hören wir nur Ausreden. Wir Junge müssen bis nach Meran oder Brixen fahren. Der Vinschgau ist total uninteressant für junge Menschen. Warum ist dafür niemand zuständig?
Name der Redaktion bekannt

 


Eine Mutter gibt nicht auf


Habe alle lieb und verbreite nichts Böses.
Manches mal wünsch ich mir ein Herz aus Stein,
dann müsste ich nicht weinen, habe das Herz nicht aus Stein!
Nur wer die Ehrlichkeit kennt, kann alle Lügen verstehen.
Wer Gefühle nicht kennt, kann nicht glücklich sein.
Liebe Töchter ???, dann muss ich nicht schreiben Danke.
Schätzt eure Mama, Mutti und Mami so wie in den vielen Jahren
so liebe und glückliche Zeit.
Das tägliche Gebet trägt Mama verbunden mit Euch allen.
Mit Kraft und Segen im Gedenken
Rosmarie Gander


Neues Gesetz zur Anwendung von Pestiziden

Sang- und klanglos ist im Landtag vergangene Woche das Gesetz Nr. 51/25 mit dem Titel „Bestimmungen im Bereich Pflanzenschutz“ verabschiedet worden. Das in diesem Bereich geltende Landesgesetz Nr. 8/2016 wurde außer Kraft gesetzt.
Der Dachverband für Natur und Umweltschutz sieht dieses Gesetz als letzten Schachzug von LR Luis Walcher an, jegliche Mitsprache und Initiative von Seiten der Bürger*innen beim Einsatz und Verwendung von Pestiziden zu unterbinden. „Ein zweites „Wunder von Mals“ darf es wohl nicht geben!“, so bringt Peter Gasser, Vizevorsitzender des Dachverbandes, seine Enttäuschung über den schmalen Inhalt des Gesetzes zum Ausdruck. Zu sehr hatte das Vorhaben der Malser an den Grundfesten der konventionellen Landwirtschaft gerüttelt.
Zur Erinnerung: die Gemeinde Mals hatte über eine Volksbefragung den Weg gestartet, eine „pestizidfreie“ Gemeinde zu werden. „Es fällt auf, dass im Gesetz ausschließlich von „Pflanzenschutzmitteln“ die Rede, eine Verharmlosung des Ausdrucks „Pestizide“, der treffender ist, und bei dem Menschen hellhörig werden“ so Gasser.
Laut neuem Gesetz ist die Landesregierung – de facto der Bauernbund – über einen eigenen Pflanzenschutzdienst oberster Gebieter und Wächter in Sachen Pflanzenschutz. Den Gemeinden wurden jegliche Möglichkeiten entzogen, auf eigenem Gebiet Regelungen in Bezug auf die Ausbringung von Spritzmitteln und die Abdrift beim Sprühen zu treffen. Ihnen wird lediglich die – unliebsame und aufwändige – Aufgabe zugeschreiben, allfällige Verwaltungsstrafen zu verhängen und einzuheben.
„Wo bleibt das Bekenntnis des Landeshauptmanns, sich dem Natur- und Umweltschutz verpflichtet zu fühlen?“, so Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbandes. Eine etwas tiefer gehende Regelung wäre angebracht gewesen. Die Problematiken der Abdrift und der Ausbringung von Spritzmitteln ist zwar durch eine EU-Richtlinie und den Nationalen Aktionsplan zur Nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln geregelt, die in Südtirol direkt anwendbar sind.
Doch haben wir in Südtirol eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft, die teilweise bis in die Ortszentren geht und häufig an Spielplätze, Schulhöfe und Altersheime grenzt. Die Abdrift beim Spritzen kann deshalb sehr problematisch werden. Eine klare Bezugnahme dazu im Gesetz wäre wünschenswert gewesen. Ebenso die Möglichkeit, dass Gemeinden selbst Regelungen treffen können. Vor allem wäre es ein Zeichen dafür, dass unseren politischen Vertretern die Gesundheit ihrer Bürger:innen auch diesbezüglich ein Anliegen ist. Die zeitgleich verbreitete Nachricht, dass die Biolandwirtschaft in Südtirol weiterhin potenziert werden soll, was sehr lobenswert ist, macht diesen Makel auch nicht besser.

Dachverband für Natur- und Umweltschutz

 


HAIKU – Gedicht

Es schneit – am Fuji
jetzt die weiße Spitze ins
Origami falten.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 25-2025

„Intelligenz“


Erst kürzlich bei der Fernsehsendung „Privat“ mit Markus Frings, stellte Frings verschiedene Fragen an den ehemaligen Landesrat Michl Laimer. Dieser erklärte, dass er in seiner Amtszeit als Landesrat für Umwelt viel Sinnvolles eingeführt hat. So z.B. Klimahaus, Fernheizwerke, Mülltrennung, Abwasserreinigung, Photovoltaik u.s.w. Leider wissen heute viele Bürger nicht mehr, dass diese wichtigen Errungenschaften vom damaligen Landesrat Laimer eingeführt wurden. Er erklärte u.a., dass nur der Mensch mit seiner „Intelligenz“ seinen Lebensraum zerstört, weil seine unersättliche Gier so groß ist. Bei der Raumordnung werden bei jeder Sitzung der Landesregierung durch die Bauleitplan-Abänderungen unsere begrenzt verfügbaren Flächen immer weiter verbaut. Nach Laimers Verständnis müsste viel mehr verdichtet und in die Höhe gebaut werden. Ich denke mir, wenn das so weitergeht mit der Verbauung, dann haben wir in einigen Jahren mit Bozen, Umgebung und Leifers eine zusammengewachsene Großstadt. Genauso wird es eine zusammengewachsene Großstadt Meran-Burggrafenamt geben. Da Herr Michl Laimer nicht mehr in die Landespolitik zurückkehren will, könnte die Landesregierung solche erfahrene Personen zumindest als Berater miteinbeziehen!
Gögele Ernst, Plaus

 



50 Jahre Wohnbauzone


Im Jahre 1972/73 hat der damalige Bürgermeister Albert Flora die erste Zone mit Weitsicht in der Gemeinde Mals in Tartsch ausgewiesen. Es war auch wahrscheinlich die erste Zone im oberen Vinschgau die als geförderte und freie Zone ausgewiesen, um junge Familien zu helfen. Am 01.05.1975 wurde der erste Spatenstich in der Zone in Tartsch gesetzt. in der Zone waren 55% freie Zone & 45% geförderter Wohnbau. In der freien Zone wurde mit dem Bauen begonnen und am 1. Mai 1975 ist der Bagger aufgefahren. Die Bauherren waren Stocker R., Paulmichl M. und Punter J.. Ich habe damals in der Schweiz gearbeitet und habe alle drei Einreichpläne abends gezeichnet und geplant. Die Einreichpläne unterschrieben und die Statistik gemacht hat der damals einzige Bauingenieur im Obervinschgau Ing. Walter Reinstadler aus Sulden.
Es waren damals in dieser Zone, sei es in der freien Zone, oder im geförderten Wohnbau, nur Einheimische der Gemeinde Mals, die gebaut haben bzw. zum Zuge kamen. Es war die erste Zone in Mals/Tartsch. Wenn diese Zone nicht ausgewiesen worden wäre, wären in Tartsch heute gleich viele Einwohner wie in Planeil. Wir ersten drei haben in der freien Zone gebaut.
Albert Flora war damals der jüngste Bürgermeister von ganz Südtirol. Diese Zone heißt „Schetzes“. Wir haben damals im Grünen gebaut. Es waren alles Obstwiesen und Wiesen. Einen Apfelbaum gibt es noch von damals. Der Bürgermeister Flora hat damals geschaut, dass nur Einheimische in der Gemeinde bauen können und nicht abwandern. In der Zwischenzeit bis heute 2025 sind noch 4 Bauzonen ausgewiesen worden bis jetzt konnten nur Einheimische bauen. Hoffen wir, dass in der letzten Zone auch nur Einheimische Wohnungen kaufen können und im geförderten Wohnbau nur Einheimische von der Gemeinde Mals zum Bauen kommen werden. Die Zone ist schon vor 20 Jahren als Bauzone ausgewiesen worden, aber der grüne Bürgermeister Ulrich Veith hat nicht weiter gemacht, dafür sind etliche junge Familien in andere Gemeinden abgewandert. Das sind Schäden, die nicht zu verantworten sind. Der erste Spatenstich ist jetzt im Oktober gefallenen vom Unternehmer Mair Klaus. Die Infrastruktur wurde angefangen.
Die Untertunnelung in Tartsch ist auch geplant. Die ist aber noch zu verwirklichen. Hoffentlich wird ist schon noch gemacht werden.
Matthias Paulmichl, Tartsch

 


 

Beton gegen Klimaziele


Das vergangene Jahr 2024 war global das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Es zeichnen sich ökologische und wirtschaftliche Schäden ab, welche um ein Vielfaches höher sein werden als die verbliebenen kurzfristigen Vorteile der aktuellen Wirtschaftsweise. Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Politik und Privatwirtschaft machen aber im wesentlichen weiter wie bisher. Dies gilt für alle Südtiroler Hauptwirtschaftszweige. Auch für den Bausektor, welcher in unserem Land für rund 50% des Energieverbrauchs und für rund 50% für den Ausstoß der Treibhausgase verantwortlich ist. Die zunehmende Verwendung von Stahlbeton ist in höchstem Maße klimaschädlich. Allein die Herstellung von Zement und Stahl benötigt einen enormen Energieaufwand. Dazu verwendet die Industrie mehrheitlich fossile Brennstoffe. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch die weiten Transportwege.
Dem gegenüber verfügt unsere heimische Holzwirtschaft über beachtliche Mengen an ungenutztem Bauholz. Wir sind von Wäldern umgeben, welche eine regelmäßige Abernte und künftig eine neue Baumvielfalt verlangen würden. Aufgrund der mangelnden lokalen Nachfrage jedoch überaltern die Nutzwaldbestände und fallen irgendwann dem Windwurf, Schneedruck und Borkenkäfer zum Opfer. So erfolgt ein Preisverfall, der es unseren Waldbesitzern unmöglich macht, ihren wertvollen Rohstoff gewinnbringend zu ernten.
Wer sich die Baustellen in der eigenen Umgebung ansieht, kann feststellen, dass in den letzten Jahren Stahlbeton massiv bevorzugt wird, während der heimische Baustoff Holz bestenfalls dekorativ verwendet wird, um Stahlbeton zu verdecken.
Historische Gebäude bezeugen hingegen die ausgezeichneten Baueigenschaften von Holz, Stein, Kalkmörtel, Lehm, Stroh usw. Die Fürstenburg etwa steht heute noch. Neben ihr jedoch ein Beispiel gröbster Fehlentscheidung: Das neue Stahlbeton-Heim beherbergt viele junge Waldbesitzer, denen tagtäglich vor Augen geführt wird, wie wenig ihr Wald geschätzt wird. Ein anderes modernes Mahnmal, bei dem öffentliche Bauherrn mit dem schlechtest möglichen Beispiel auffallen, ist das in Beton errichtete Naturparkhaus in Naturns. Nicht weit davon entfernt der neue Kindergarten, ebenfalls aus Beton, welcher dann jene junge Generation aufnimmt, die künftig die leidtragende dieser umweltschädigenden Baupolitik sein wird. Als Bauherrin zeichnet eine seit 2017 deklarierte KlimaGemeinde Silver.
Obgenannte und viele ähnliche Fehlentscheidungen hierzulande sind weder mit KlimaGemeinde noch mit dem Klimaplan Südtirol vereinbar und im Sinne des Naturschutzes nicht mehr zu rechtfertigen.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau appelliert an die Landespolitik, an Gemeindeverwaltungen und Baukommissionen, deren Baupolitik rasch und gründlich umzugestalten und sich von diesem ungebremsten Einsatz von Beton zu verabschieden. Die Zeit drängt. Umwelt schonende und heimische Baustoffe müssen konsequent bevorzugt werden. Dafür trägt die öffentliche Verwaltung eine besondere Verantwortung. Sie verwalten unsere Steuergelder und sind zu deren vorbildlichen Verwendung verpflichtet. Dann werden auch private Bauherren, Planungsbüros und Baustoffhandel nachziehen und im Sinne von Wohnklima und Weltklima arbeiten.

Umweltschutzgruppe Vinschgau



Leserbriefe 3-2026

DEMOKRATIEFRAGE

Der Leitartikel zur Demokratie hat es in sich. Es geht nicht etwa um ein Luxusproblem im wohlhabenden Land Südtirol, sondern um die Frage, wieviel Demokratie und welche Demokratie wir brauchen, um breit aufgestellt und widerstandsfähig zu sein gegenüber Phänomen wie Trump, Orban usw.. Der Initiative für Demokratie und allen Verbänden, die sich um eine Weiterentwicklung der Südtiroler Politik bemühen, gebührt unsere Wertschätzung. Was heutzutage an Abbau von Bürgerrechten und Demokratie in einigen Ländern passiert, besorgt uns zu Recht. Sogar in Ländern, in denen die Demokratie gefestigt schien, gibt es gefährliche Rückschritte. Deshalb ist es notwendig und höchsteZeit, unsere Demokratie vor Ort zu verbessern und auszubauen. Wenn wir, das Volk der Souverän sind, wie es in der Verfassung steht, dann müssen wir auch die Möglichkeit haben, als souveränes Volk Entscheidungen zu treffen. Nicht immer, nicht andauernd versteht sich, aber immer dann, wenn wir es als notwendig und wichtig erachten. Worüber Politiker entscheiden dürfen, muss im Prinzip auch das Volk entscheiden können. Ganz besonders dann, wenn es um die Spielregeln unserer Demokratie geht, um jene Gesetze also, mit denen Wahlen und Abstimmungen geregelt werden. Entweder dem souveränen Volk ist die Möglichkeit gegeben, die Prinzipien und Regeln des eigenen Zusammenlebens selbst zu regeln, oder es ist nicht Souverän, sondern Untertan. Die Verfassung wurde schließlich und selbstverständlich auch vom Volk direkt beschlossen, von dem alle Macht ausgeht.

Josef Gruber aus Mals

 


 

Rosina Spiess hat mit 91 Jahren diese Welt verlassen und am 28. Jänner 2026 wurde sie im Rahmen einer schönen Begräbnisfeier in Taufers im Münstertal verabschiedet. Rosina hat ihr letztes Gedicht ausdrücklich dem Vinschgerwind zur Veröffentlichung hinterlassen. Gerne Rosina:

„Nach meinem Tod für den  Vinschger Wind“


Ibrgong!
Dr Kopf derdenkt`s nimmermea
S`Herz tuat wea, koane Zachern mea
Ma schintatse durch di Nocht
Schtund um Schtund kimmp aff koan Grund,
durchforschtet deis Leben,
deisma muaß zruckgebm
Oubma oam verzeicht?
Oub oanr di Hont oam reicht? Oubma dia ountrifft, wou vour oam sein gongen?
Oub dia oam umorman, odr obma muaß bongen?
Odr oubma durch a brennate Londschoft wondelt,
weilma in Lebm it olm richte hot kondlt?
Es isch nou nia oanr heekemman,
um eppas z`berichtn, ma mogg lei
bereit sein und seine Sochn zommrichtn,
norr weartma taase, nimmp
Ounfong und End und legg’s
gonz demiate in Herrgott int Hänt!
Mei lescht`s Gedicht
Rosina Spiess“

 


 

Reinigungsdienste im Krankenhaus Schlanders werden ausgelagert


Immer wieder suchen Menschen in belastenden Situationen das Gespräch mit verantwortlichen Politiker/innen unseres Landes, in der Hoffnung auf Hilfe. Leider können manche Dinge nicht geändert werden, da bereits Entscheidungen getroffen worden sind, auf denen sie keinen Einfluss haben. So ist es auch bei dieser Begebenheit, welche sich unbemerkt vor den Augen unserer Bevölkerung vollzieht. Einige Personen, welche als soziosanitäre Hilfskräfte, einfacher ausgedrückt als Reinigungskräfte, im Krankenhaus von Schlanders arbeiten, haben sich an Frau Rieder vom Team K gewandt, um ihrer Enttäuschung und ihrem Unmut Luft zu verschaffen. Es geht darum, dass Reinigungskräfte, die in Pension gehen, nicht mehr ersetzt werden und fehlende Stellen von einer externen Reinigungsfirma abgedeckt werden. Auf dieses Gespräch hin hat die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder eine Anfrage an den Sanitätslandesrat Dr. Messner formuliert, wobei dieser in seiner Antwort bestätigte, dass es so geregelt ist: „Die Reinigungsdienste in den Krankenhäusern Meran und Schlanders werden zukünftig nicht mehr von eigenem Personal, sondern von der Firma Markas durchgeführt“.
Machen wir uns bewusst, dass damit sichere Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst ausgelagert und an eine private Firma vergeben werden, was bedeutet, dass sich diese Tätigkeiten in den Niedriglohnbereich verlagern. Besonders bedenklich ist, dass ein sensibler und systemrelevanter Bereich wie die Krankenhausreinigung ganz still und leise, ohne Ankündigung vollkommen privatisiert wird. Traurig, dass der öffentliche Dienst hier eine Entscheidung getroffen hat, die bemerkenswerte Nachteile für die Arbeitnehmer/Innen bzgl. Rechte, Schutz und Wirtschaftlichkeit bringen, meist betreffen diese Frauen und Familienmütter mit geringer schulischer Ausbildung. Da übt die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion in negativem Sinne aus.
Von denen, welche derzeit im Krankenhaus den Aufgabenbereich der Reinigung innehaben, werden noch mehr Einsatz, Flexibilität und Entgegenkommen erwartet, was potentiell einen Nährboden für Überforderung, Ängste, Missgunst darstellt und somit einem guten Arbeitsklima entgegenwirkt.

Dorothea Kurz in Zusammenarbeit mit der Landtagsabgeordneten Maria Elisabeth Rieder

 


 

Südtiroler Veranstaltungen in Gefahr


Ohne klare Strategie droht ein Kahlschlag der Eventkultur
Die jüngsten Absagen bedeutender Sportveranstaltungen in Südtirol – vom Reschenseelauf bis zum Dolomiti Superbike – zeigen ein alarmierendes Bild. Der Reschenseelauf wurde nach 25 Jahren wegen Bürokratie, steigenden Risiken, fehlender Freiwilliger und mangelnder Unterstützung beendet.
Alex Ploner, Landtagsabgeordneter und ehemaliger Präsident der Südtiroler Eventdienstleister, warnt eindringlich: „Mit jedem Event, das eine lange Tradition hat und nicht mehr durchgeführt wird, verlieren wir ein Stück Südtiroler Identität. Wir riskieren, dass eine ganze Eventkultur ausstirbt. Nachwuchs der Verantwortung übernimmt lässt sich nur noch schwer oder überhaupt nicht mehr finden. Ich fordere schon seit Jahren, dass man sich gemeinsam Gedanken über die Südtiroler Eventkultur machen muss. Wir brauchen eine Event-Strategie und kritisiere, dass mein Vorschlag, eine solche zu erstellen, im Landtag von der politischen Mehrheit abgelehnt wurde. Während für Olympia Millionen investiert werden, kämpfen lokale Veranstaltungen, egal ob groß oder klein, die zum Großteil ehrenamtlich organisiert werden, ums Überleben.”
Auch die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder war von der Absage überrascht: „Ich wollte auch dieses Jahr wieder am Reschenseelauf teilnehmen, wie schon in den vergangenen Jahren. Der Lauf ist einer der schönsten und war für mich jährlich ein Pflichttermin: die herrliche Laufstrecke um den See, die perfekte Organisation durch den Rennerclub Vinschgau und die herzliche Betreuung durch die vielen Freiwilligen. So war der Reschenseelauf ein Treffpunkt für viele Laufbegeisterte. Es ist nicht vorstellbar, dass es ihn nicht mehr gibt.“
WIFO-Zahlen zeigen, dass die Kultur- und Eventwirtschaft über 1 Mrd. Euro Wertschöpfung erzeugt und rund 16.000 Arbeitsplätze sichert. Der Reschenseelauf, mit bis zu 4.000 Läuferinnen und Läufern, hat sich über 25 Jahre zu einem der prestigeträchtigsten Laufevents des Alpenraums entwickelt. Der Dolomiti Superbike wurde nach dreißig Ausgaben eingestellt und war für das kleine Pusterer Dorf Niederdorf über drei Jahrzehnte DAS sportliche Aushängeschild. Ob es eine Zukunft für dieses Sportevent gibt, wird derzeit sondiert. Alles andere als ein leichtes Unterfangen.
“Das Ehrenamtsgesetz liefert bisher nicht, was versprochen wurde. Kein spürbarer Bürokratieabbau, keine echte Planungssicherheit, keine strukturelle Unterstützung für Vereine und Organisatoren. Die Folge ist ein Rückzug der Ehrenamtlichen und der Verlust jener Menschen, auf denen die Veranstaltungen überhaupt aufbauen. Wir brauchen JETZT eine Event‑Strategie für Südtirol. Kein weiteres Zögern, kein Wegducken. Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir Veranstaltungen, die unser Land über Jahrzehnte geprägt haben. Ich werde hierzu meinen bereits gemachten Antrag wieder im Landtag einbringen. In Antholz Millionen in eine Randsportart zu investieren und gleichzeitig traditionsreiche Veranstaltungen, die den lokalen Breitensport bedienen zu verlieren, zeugt von einer visionslosen Symbolpolitik. Schöne Worte bei den Eröffnungen dieser Events alleine genügen nicht mehr. Südtirols Eventkultur braucht jetzt auch politische Führung und Unterstützung, oder sie wird in wenigen Jahren nur noch Erinnerung sein.” warnt Alex Ploner.
Presseaussendung Alex Ploner, Elisabeth Rieder, TeamK

Leserbriefe 4-2026

Sorge und Enttäuschung


Sorge und Enttäuschung, als wir Eltern Behinderter von dieser Auslagerung erfahren haben. Für viele Menschen mit Behinderung oder Menschen mit psychischen Problemen sind diese Arbeitsplätze oft die einzige Möglichkeit, um in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen.
Durch die Privatisierung fehlen diese Arbeitsplätze in Zukunft für diese Menschen völlig, und für jene, die aktuell einen solchen Arbeitsplatz haben, wird es enorm schwierig werden, wenn die Arbeitskollegen, die ihnen oft eine notwendige Stütze sind, wegfallen. Wo sollen in Zukunft Arbeitsplätze gefunden werden, wenn man diese Entwicklung weiter vorantreibt, bei einer rasant steigenden Zahl von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, wie es in der Samstagsausgabe der Dolomiten zu lesen war?

AEB-Vinschgau, Zerzer Claudia Moser

 


Im Avimundus
Zukünftige Jägerinnen und Jäger aus Graubünden im avimundus

Sechzehn Jungjägeranwärterinnen und Jungjägeranwärter aus ganz Graubünden besuchten am 17. Jänner 2026 das Besucherzentrum avimundus in Schlanders. Der Ausflug diente der Vorbereitung auf den ornithologischen Teil der Schweizer Jägerprüfung und bot eine ideale Gelegenheit, die vorhandenen Fachkenntnisse über heimische Vogelarten zu vertiefen.
Daniel Clavadetscher, Leiter der Jungjägerausbildung (KoAWJ), begleitete die Gruppe. Er kommt seit Jahren mit Jagdanwärtern in das Nationalparkhaus und schätzt besonders das Angebot von 500 Vogelpräparaten heimischer und europäischer Vögel. Durch die Ausstellung führte Hansjörg Götsch, Vogelexperte und pensionierter Jagdaufseher. Er erläuterte detailliert Lebensweise, Brutbiologie, Merkmale, Lebensräume und Erkennungsmerkmale der Vögel.
Michael Lochmann, Leiter des Avimundus

 


 

 

HAIKU – Gedicht

Sonnenlicht tropft von
Eiszapfen – im Quellbad mit
nassem Nackenhaar.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 5-2026

Appell für ein lebenswertes Schlanders


Schlanders hat den ersten Preis als „Vanguard City – Europäische Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026“ gewonnen und damit ein europaweit beachtetes Signal gesetzt: Ein Dorf, in dem alles in 7 Minuten zu Fuß erreichbar ist, das konsequent auf ökologische Haltung, E‑Mobilität, sichere Radwege, ein lebendiges Zentrum und Gemeinschaft stärkende Ideen setzt, wurde in Brüssel ausgezeichnet. Dieser Anerkennung liegt eine klare Vision zugrunde: Lebensqualität entsteht dort, wo Menschen Vorrang haben – nicht Autos.
Gerade deshalb würde der Bau einer Tiefgarage im historisch bedeutsamen, grünen und sensiblen Kapuzineranger im direkten Widerspruch zu den Prinzipien stehen, für die Schlanders ausgezeichnet wurde. Der Kapuzineranger ist mehr als eine Fläche: Er ist ein Ort der Ruhe und Erholung, ein Gemeinschaftsgarten, ein Stück Geschichte, ein Symbol für das, was ein Dorf lebenswert macht.
Wer „Vanguard City“ in Europa sein will, darf nicht gleichzeitig seinen wertvollsten Grünraum versiegeln. Wer für nachhaltige Mobilität geehrt wird, kann nicht im Herzen des Dorfes ein Projekt vorantreiben, das genau diese Idee untergräbt. Und wer ein 7‑Minuten‑Dorf sein will, ein lebendiges, fußgängerfreundliches Zentrum anstrebt, braucht dezentrale Parklösungen – nicht eine Tiefgarage im empfindlichsten Teil des Ortskerns.
Schlanders braucht jetzt den gemeinsamen Willen, seine Auszeichnung ernst zu nehmen und das zu bewahren, was unser Dorf einzigartig und lebenswert macht.
Der Kapuzineranger muss als unversiegelter, kühlender Grünraum im Herzen von Schlanders geschützt bleiben – für uns und für kommende Generationen.

Freitag, 20.02.2026
Unterschrieben von 19 Schlanderser
Bürgerinnen und Bürgern
(Namen der Reaktion bekannt)

 


Wenn Gluten zur Ausgrenzung führt


Ich habe die Nase voll. Wirklich! Meine Tochter ist 10 Jahre alt. Sie hat Diabetes Typ 1 und Zöliakie, beides unheilbare Autoimmunkrankheiten. Sie ist klug, fröhlich, neugierig, und sie möchte einfach nur das tun, was für andere Kinder selbstverständlich ist.
Doch genau das ist häufig nicht möglich. Ganz konkret betrifft uns das öfters, so vor Jahren bei der Sommerbetreuung in Schluderns, als die Verpflegung aus dem Altersheim kam und selbst gewährleistet werden musste, und derzeit bei der Gitarrenwoche im Schloss Goldrain. Beides sind Angebote, die jedes Kind ohne Weiteres besuchen kann. Meine Tochter jedoch nicht. Der Grund ist immer derselbe: Es fehlt glutenfreies Essen für Menschen mit Zöliakie.
Im Bildungshaus Schloss Goldrain wurde mir freundlich erklärt, dass zwar glutenfrei gekocht werde, allerdings nur für Glutenunverträglichkeit, nicht für Zöliakie. Das hilft uns leider gar nicht. Für Menschen mit Zöliakie reicht „ein bisschen glutenfrei“ nicht aus. Schon kleinste Spuren haben gesundheitliche Folgen. Das bedeutet für meine Tochter den Ausschluss.
Wir leben im Jahr 2026. Zöliakie ist keine Modeerscheinung, sondern eine anerkannte Autoimmunerkrankung. Glutenfrei zu kochen ist kein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit.
Was macht der Ausschluss mit einem Kind? Es lernt: Du passt da nicht dazu. Deine Anforderungen an das Essen sind lästig. Inklusion endet offenbar dort, wo sie unbequem wird.
Das alles ist sehr frustrierend und ärgerlich für uns, besonders, wenn man bedenkt, dass die Bildungseinrichtungen großzügig von der öffentlichen Hand mitfinanziert werden, wir also im Grunde mitbezahlen. Dabei sind Vielfalt und Beteiligung zentrale Grundwerte im Leitbild der Südtiroler Weiterbildung. Auch das Grundrecht aller auf Weiterbildung ist in diesem verankert. Schöne Worte, die Realität ist für Menschen mit Zöliakie jedoch nicht selten eine andere. Glück hatte wir mit dem GWR und im Bildungshaus Lichtenstern am Ritten. Daher unser Appell an Sie, Herr Landesrat Achammer und an alle Bildungsorganisationen im Westen: Unterstützt uns bitte, damit Menschen, die es ohnehin schon schwerer haben als andere, nicht auf noch mehr verzichten müssen.
Meine Frage bleibt: Wie kann es sein, dass Bildungsträger keine sicheren glutenfreien Alternativen einplanen und das Angebot von glutenfreier Ernährung z.T. vom guten Willen einzelner Köche abhängt? Wie viele Kinder müssen noch ausgeschlossen werden, bis verstanden wird, dass Teilhabe kein Extra ist, sondern ein Recht?
Meine Tochter will keinen Sonderstatus. Sie will einfach dazugehören. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Martina Marseiler, Tartsch

 


Privatisierung Reinigungsdienste Krankenhaus Schlanders


Sorge und Enttäuschung, als wir Eltern Behinderter von dieser Auslagerung erfahren haben. Für viele Menschen mit Behinderung oder Menschen mit psychischen Problemen sind diese Arbeitsplätze oft die einzige Möglichkeit, um in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen.
Durch die Privatisierung fehlen diese Arbeitsplätze in Zukunft für diese Menschen völlig, und für jene, die aktuell einen solchen Arbeitsplatz haben, wird es enorm schwierig werden, wenn die Arbeitskollegen, die ihnen oft eine notwendige Stütze sind, wegfallen. Wo sollen in Zukunft Arbeitsplätze gefunden werden, wenn man diese Entwicklung weiter vorantreibt, bei einer rasant steigenden Zahl von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, wie es in der Samstagsausgabe der Dolomiten zu lesen war?
AEB-Vinschgau, Zerzer Claudia Moser

 


Wichtige Recherche


Aus den verschiedenen Zeitungen liest man, dass der Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber im Rahmen der Recherche herausgefunden hat, dass der Name Südtirol in der italienischen Verfassung, als auch im Sonderstatut für die Region nicht vorkommt. Nur als autonome Provinz Bozen wird unser Land vom Italienischen Provincia autonoma di Bolzano übersetzt und bezeichnet.Ist unsere Autonomie wirklich so gut wie ihr nachgesagt wird? Wenn nicht einmal der uralte, vom Schloss Tirol ausgehende Name für unser Land in der Verfassung als auch im Sonderstatut für die Region eingetragen ist? Großen Dank an den Abgeordneten Andreas Leiter Reber für seine wichtige Recherche. Denn der Name Tirol bzw. Südtirol macht erst unsere besondere Identität in Europa und auf der Welt aus!Auch die geschichtsbewußten und verständnisvollen Italiener könnten den, von den Faschisten eingeführten Namen Alto Adige durch den Namen Sud Tirolo ersetzen.
Ernst Gögele, Plaus

 

HAIKU – Gedicht in Dialekt

Die Polmkatzlen bliahn schun, obwohl no viele Tog Winter isch.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 6-2026

Vinschgau begrüßt Ausnahmeregelung


Die Entscheidung der Landesregierung, strukturschwächeren Gemeinden weiterhin touristische Entwicklung zu ermöglichen, wird im Vinschgau positiv aufgenommen. Dass fast alle Vinschger Gemeinden in die entsprechende Liste aufgenommen wurden, sei ein wichtiges Signal für die Zukunft des Tales. Dass einzig die Gemeinde Latsch nicht mit in die Liste aufgenommen wurde ist für uns sehr schade. Im Vinschgau sehen wir uns als eine einzige gemeinsame Zone mit touristischem Entwicklungsbedarf. Daher gehört die Gemeinde Latsch unbedingt mit dazu, so Prieth.
„Die Entscheidung zeigt, dass die Landesregierung die unterschiedlichen Ausgangslagen der Talschaften und Bezirke anerkennt“, betont Franz Prieth, Bürgermeister von Graun und Tourismusreferent der Bezirksgemeinschaft Vinschgau. „Während einige touristische Hochburgen an ihre Grenzen gestoßen sind, verfügt der Vinschgau weiterhin über Entwicklungsspielraum, der verantwortungsvoll genutzt werden kann.“
Prieth bedankt sich ausdrücklich bei Tourismuslandesrat Luis Walcher für diesen Schritt. „Mit dieser Lösung wird deutlich, dass eine einheitliche Regelung für ein so vielfältiges Land wie Südtirol nicht allen Talschaften gerecht werden kann.“ Im Vinschgau gehe es dabei nicht um neue großflächige Entwicklungen, sondern um die Zukunft der bestehenden Betriebe. „Entscheidend ist, dass die bereits ausgewiesenen Tourismuszonen gesichert bleiben und sich die Betriebe innerhalb der bestehenden Möglichkeiten weiterentwickeln können“, erklärt Prieth. „Das schafft Perspektiven für Arbeitsplätze, Investitionen und lebendige Dörfer.“ Gerade in einem peripheren Tal wie dem Vinschgau sei der Tourismus ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Gefüges. Er sichere Einkommen für viele Familien, stärke die lokale Wertschöpfung und trage wesentlich dazu bei, dass Nahversorgung, Gastronomie und Dienstleistungen im Tal erhalten bleiben. Gleichzeitig helfe eine
stabile wirtschaftliche Entwicklung, Abwanderung zu verhindern und jungen Menschen
Perspektiven im Tal zu geben. Der Vinschgau sehe seine Rolle dabei nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch im Sinne einer ausgewogenen Gesamtentwicklung Südtirols. „Ein starkes Südtirol braucht starke Talschaften und Bezirke in allen Landesteilen“, sagt Prieth. „Wenn periphere Räume Perspektiven behalten, profitieren letztlich das ganze Land und seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität.“ Die Gemeinden des Vinschgaus werden nun gemeinsam prüfen, wie die bestehenden Möglichkeiten sinnvoll genutzt werden können. Ziel sei eine Entwicklung, die
Arbeitsplätze sichert, Investitionen ermöglicht und gleichzeitig den Charakter des Tales bewahrt. „Es geht nicht darum, neue Flächen zu erschließen“, so Prieth abschließend. „Es geht
darum, den Betrieben im Tal Zukunftsperspektiven zu geben und den Lebensraum Vinschgau nachhaltig zu sichern.“
Pressemitteilung, BM Franz Prieth


Söleshof in Glurns - Heimatpflege bedauert Aufhebung des Denkmalschutzes


Mit Bedauern reagieren der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bozen, die Unterschutzstellung des Söleshofs bei Glurns aufzuheben. Das Gericht hat damit einen Beschluss der Landesregierung vom Oktober 2025 aufgehoben, mit dem der Hof auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes unter Denkmalschutz gestellt worden war.
Der Söleshof gehört zu den wenigen historischen Hofstellen außerhalb der Stadtmauer von Glurns. Seine ältesten Bauteile reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Gerade diese über viele Generationen hinweg gewachsene Baugeschichte macht den besonderen kulturhistorischen Wert des Hofes aus. Solche Gebäude erzählen von der Lebenswelt vergangener Generationen: von ihren Wohnformen, ihrem Glauben und ihren Alltagspraktiken. Sie sind damit nicht nur architektonische Objekte, sondern Träger kultureller Erinnerung und Teil unserer gemeinsamen Geschichte. „Der Söleshof zeigt eindrucksvoll, wie über Generationen hinweg gebaut und weitergelebt wurde. Solche Gebäude sind keine austauschbaren Baukörper, sondern gewachsene Orte mit großer kultureller Bedeutung für unser Land“, betont Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol.
Dass die Landesregierung und das Landesdenkmalamt den Söleshof als schützenswert erkannt haben, verdient aus Sicht der Heimatpflege große Anerkennung. Die Entscheidung, das Gebäude im Oktober 2025 unter Denkmalschutz zu stellen, sei ein wichtiges Signal für den verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz gewesen. „Gerade im Vinschgau sind solche historischen Hofstellen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft“, erklärt Franz Fliri, Bezirksobmann des Heimatpflegebezirks Vinschgau. Sie zeigten, wie eng Baukultur, Landschaft und Geschichte miteinander verbunden seien. Immer wieder zeige sich, dass hinter scheinbar unscheinbaren Gebäuden wertvolle historische Substanz verborgen sein kann. Bauten wie der Söleshof seien daher weit mehr als alte Gebäude – sie sind Zeugnisse einer über Jahrhunderte gewachsenen Bau- und Kulturlandschaft.
Der Hof wurde bei einem Brand im Jahr 2020 teilweise beschädigt. Dennoch zeigt die Erfahrung mit vergleichbaren historischen Gebäuden, dass solche Bauten eine bemerkenswerte bauliche Robustheit besitzen und grundsätzlich erhalten werden können. Für Jürgen Wallnöfer, Obmann des Heimatpflegevereins Glurns, steht daher viel auf dem Spiel: „Der Söleshof ist ein außergewöhnliches Beispiel bäuerlicher Baukultur im Obervinschgau. Sein Verlust wäre nicht nur für Glurns, sondern für die gesamte Region ein schmerzlicher Verlust.“ Der Umgang mit historischer Bausubstanz ist letztlich auch eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung. Gebäude wie der Söleshof sind Teil unseres kulturellen Erbes – ihr Erhalt liegt im Interesse der gesamten Gemeinschaft.
Der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns sprechen dem Landesdenkmalamt und der Landesregierung ihre Unterstützung aus und hoffen, dass weiterhin nach Möglichkeiten gesucht wird, den kulturhistorisch wertvollen Hof zu erhalten.
Pressemitteilung Heimatpflegewverband
Südtirol, 7. März 2026


Richtigstellung:


Der zuständige Referent für Eigenverwaltungen, Agrargemeinschaften, Landwirtschaft, Tourismus, Forst und Jagd Thomas Plack und der Bürgermeister Gustav Tappeiner bestätigten, dass auf der Gemeinde kein Projekt oder Anfrage zur Reaktivierung des ehemaligen Verbindungssteiges zwischen der Trumser Albl und Stierbergalm aufliege oder in der Gemeindeverwaltung besprochen wurde. Thomas Plack informiert den Gemeinderat, dass er sich bei der ONLINE Sitzung zu Wort gemeldet hat und sich als Vermittler für einen Austausch des Sachverhaltes zwischen der Agrargemeinschaft Trumsberg und Revierleitung Kastelbell-Tschars angeboten hat.
der BM Gustav Tappeiner


HAIKU – Gedicht

Dort wo der Wald
endet, mit Frühlingsluft
gefüllte Flügel.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 7-2026

Verschandelung neuer Vinschger Zug

Mit Unverständnis habe ich die Sprühaktion am neuen Vinschger Zug am Spondiniger Bahnhof festgestellt. Ein öffentlich finanziertes Infrastrukturprojekt, das vielen Menschen zugutekommt und einen wichtigen s4 zugBeitrag zur nachhaltigen Mobilität leistet, mutwillig zu beschädigen, ist weder ein Kavaliersdelikt noch eine Form von Kunst. Solche Aktionen verursachen nicht nur erhebliche Kosten für die Allgemeinheit, sondern zeugen auch von mangelndem Respekt gegenüber gemeinschaftlichem Eigentum. An der nahegelegenen Betonfassade des Straßenviadukts wäre noch genug Platz, sich auf diese Weise zu betätigen, ohne einen solchen Schaden anzurichten. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Rudi Maurer - Prad am Stilfserjoch

 

Drususkaserne: “Ich bin enttäuscht und verärgert“


Leserbrief zur Gemeinderatsitzung in Schlanders am 26.03.2026
Der Abbruch der Drususkasernen wurde beschlossen
Am 5. Oktober 2022 um 5 Uhr in der Früh fuhren im Kaserenareal in Schlanders die Bagger auf und begannen mit Abbrucharbeiten bei der „Palazzina Comando“ und an der Ostflanke der „Palazzina Misurata“. Damals gab es einen Aufschrei über diese nächtliche Aktion und der Abbruch wurde gestoppt. Am 26. März 2026 hat der Gemeinderat von Schlanders mit 15 Ja Stimmen, 2 Enthaltungen und 1 Gegenstimme beschlossen, die drei Baulose Palazzina Misurata, Palazzina Comando und die Villa Wielander abzureißen. Damit führt die neue Gemeindeverwaltung die Politik der alten Gemeindeverwaltung fort: alles demokratisch, alles transparent, alles ok. Wirklich? Als Bürger von Schlanders bin ich enttäuscht und verärgert. Das Projekt Drususkaserne ist für die zukünftige Entwicklung von Schlanders das größte Projekt. Weder der Gemeindeausschuss noch der Gemeinderat haben sich die Zeit genommen, Alternativen zum Abbruch zu diskutieren. Eine außerplanmäßige Gemeinderatsitzung wurde einberufen mit der Begründung, dass ein Drittel der Misurata für den Bau der Tiefbauhalle des angrenzenden Berufsbildungszentrums abgerissen werden muss. Dabei wurde gleich beschlossen, nicht nur das notwendige Drittel des ersten Bauloses, sondern auch das zweite und dritte Baulos abzureißen. Dies, obwohl bei der Gemeinderatsitzung nicht klar wurde, was auf den leeren Flächen gemacht werden sollte. Zwei Beschlussanträge zu dem Thema, wenige Tage zuvor von der Bürgerliste eingereicht, wurden nicht zugelassen. Eine Diskussion über eine langfristige Ansiedlung des Oberschulzentrums im Kasernenareal, über Bauen am Bestand, den Bau von Mietwohnungen, die Erhaltung des ganzen Ensembles gab es nicht. Dabei sieht das neue Wohnbaureformgesetz Nr. 6/2025 u.a. diese Möglichkeiten vor. Schlanders hat auf dem Kasernengelände mit der Basis Vinschgau ein Vorzeigeprojekt erstellt, indem nicht abgerissen und teuer neu gebaut wurde, sondern indem behutsam und intelligent saniert und adaptiert wurde. Dafür bekam Schlanders einen Sonderpreis von der Architekturstiftung Südtirol. Anstatt diesen Weg weiterzugehen und die bestehenden Gebäude für kostengünstige Mietwohnungen zu sanieren, werden nun die alten Kasernen abgebrochen und der Bauschutt muss teuer entsorgt werden. Das dafür notwendige Geld wird für andere wichtige Investitionen fehlen.
Heinrich Zoderer, Schlanders

 

 

Nachruf auf Vigil „Gilli“ Klammsteiner


Geb. am 11. Jänner 1936; gest. am 17. Februar 2026, über 40 Jahre Pfarrer in Trafoi, Rebell
im Priestergewand und „Dachdecker Gottes“.

Geboren wurde Gilli als eines von neun Kindern auf dem Greithof, einem Bauernhof oberhalb der Fragsburg bei Meran. Er studierte acht Jahre am Johanneum in Dorf Tirol, anschließend Theologie und Philosophie in Trient und Brixen, wo er 1966 zum Priester geweiht wurde. Vorher leistete er noch seinen Militärdienst, und zwar bei den Skifahrern. Zum Sport hatte er eine besondere Beziehung. Mit 40 Jahren absolvierte er noch ein Sportstudium an der Uni Innsbruck, das er 1982 abschloss. „Ohne Sport wäre ich entweder Alkoholiker oder nervenkrank geworden“, sagte er zu Markus Larcher, dem Redakteur der ff, der ihn 2009 interviewte.
Sein Lieblingsort waren die Drei Brunnen, ein magisches Plätzchen im Talschluss hinter Trafoi. In der dortigen Wallfahrtskirche hat er nicht nur die Skilegende Gustav Thöni und seine Frau Ingrid, sondern ebenso deren Kinder getauft und getraut. Auch viele „Auswärtige“ nahmen Gillis geistliche Dienste in diesem Kirchlein gerne in Anspruch. Dessen Schindeldach hat er eigenhändig erneuert, was ihm den liebevollen Spitznamen „Dachdecker Gottes“ (Larcher) einbrachte.
Gillis Amtsführung schwankte zwischen sportlich und unkonventionell. An einer Amtshandlung hatte ich Gelegenheit, persönlich mitzuwirken. Bei einer Skitourenwoche auf Korsika im Jahr 2009 hatten sich Karin Thöni aus Langtaufers und Edwin Heinisch aus Matsch kennen und lieben gelernt. Im Jahr darauf wollten sie heiraten. Da sie sich nicht auf den Ort der Eheschließung einigen konnten, verständigten sie sich auf einen Kompromiss: Die Trauung sollte sozusagen auf Halbweg zwischen den beiden Tälern stattfinden, nämlich auf dem Bärenbartjoch. Es galt nur, einen Kleriker zu finden, der willens und fähig war, am 24. April auf den auf über 3.000 Metern hoch gelegenen Übergang hinaufzusteigen. Der Gilli erklärte sich bereit, allerdings unter einer Bedingung: „Ich brauche dabei einen Ministranten, der auch Latein kann!“ „Wo sollen wir so einen hernehmen, ohne zu stehlen?“ „Ich kenne einen, der ist auch noch mein Vetter, hat acht Jahre Latein in der Schule gelernt und später sogar Kirchenrecht studiert.“ So konnte ich dem Gilli bei seiner Zeremonie unter dem Bärenbart assistieren.
Zu Gillis Begräbnis in der Kirche von Untermais hatte sich vom Bischof abwärts so ziemlich alles eingefunden, was beim Klerus Rang und Namen hat. Nur bei der Abfassung der Todesanzeige, welche bei Priestern der Amtskirche vorbehalten ist, schien mir etwas schief gelaufen zu sein. Kleriker werden in der Regel mit „Hochwürden“ verabschiedet. Im Partezettel der Kurie wurde Gilli zum „P.“, also zum Pater degradiert! Meine Anfrage beim persönlichen Sekretär des Bischofs und Schlanderser Landsmann Michael Horrer brachte zwar Entwarnung: Alles sei aus Versehen passiert, eine gar hinterhältige Absicht habe nicht vorgelegen- Und dem Gilli dürfte es egal sein, ob er nun als Pater oder als Hochwürden auf einer Wolke schwebt!
Peter Tappeiner

Leserbriefe 8-2026

Naturns und die Fürsorge seiner Bürger


Die Marktgemeinde Naturns ist (oder war) weitum als überaus fortschrittlicher Ort im Untervinschgau bekannt. Wohl auch deshalb wurden in den vergangenen Jahrzehnten, beinahe überall, auch in als Gefahrenzonen bekannten Ortsbereichen, ein Wohnblock nach dem anderen errichtet, sogar direkt neben der Schutzmauer des Martscheingrabens. Nunmehr ist eine Erweiterungszone im Ortsteil Kompatsch angedacht. Angeblich muss dafür, das nunmehr zum Sündenbock gewordene Luambachl mit Schutzbauten abgesichert werden. Es gibt allerdings seit Jahrhunderten weder mündliche oder schriftliche Überlieferungen, dass jemals ein Murenabgang Schäden angerichtet hat. Uns wenigen Anrainern wurde kürzlich bei einem Informationstreffen das Bauvorhaben von verantwortlichen Vertretern der Wildbachverbauung vorgestellt. Ein überdimensionales Projekt, mit Verbauungen einschließlich Rückhaltebecken, nur mit Hilfe von Helikoptereinsatz möglich, zu allem Überfluss muss eine etwa 20 m hohe gesunde Fichte gefällt werden, eine Schande in Anbetracht eines ohnehin kargen Schutzwald am Naturnser Sonnenberg. Ein unabhängiger Geologe würde für ein Gutachten dieses Projekt ablehnen, eine Säuberung des Flusslaufs wäre ausreichend, davon bin ich überzeugt. Wir leben in einem Gebirgsland und, wie auch der Landeshauptmann mehrmals erklärt hat, „die Natur ist stärker“. Zu glauben wir Menschen könnten 100%ige Sicherheit durch Schutzbauten erreichen, ist an Inkompetenz sowie Überheblichkeit kaum überbietbar. Uns Anrainern wurde in der Einladung zu dieser Aussprache erklärt, dieses Bauvorhaben würde den Wert unserer Immobilien steigern, und das hat in mir sofort Misstrauen geweckt. Näherliegend ist die Vermutung an Spekulationen, welcher Art auch immer und weniger die private Werterhöhung einiger Gebäude.
Ein weiteres Beispiel großer Fürsorge für uns Naturnser und die vielen Touristen, ist die vor sechs Jahren errichtete Brücke „Axamer Steg“ am Bahnhof Naturns. Mit dem lobenswerten Vorwand, als Entlastung der alten Brücke, für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Leider aber wurde die ohnehin nicht üppig bemessene Fläche mit zwei Hindernissen als Architektenästhetik, um etwa 40% reduziert. Linksseitig mit einem Blumenbeet, eingerahmt mit höchst gefährlichen Metallplatten, rechtsseitig mit einem hölzernen Sitzsockel, dessen Holzverkleidung erst kürzlich erneuert wurde, vermutlich aus Sorge um die Sicherheit(?). Zudem hat man die Verwaltung schriftlich, mit E-Mails und auch mehrmals mündlich über die Gefahr dieser Metallplatten gewarnt, man schaltet jedoch auf Stur und ignoriert die Warnungen, obwohl ein Sturz mit Aufprall auf diese Metallumrahmung tödlich sein kann. Sind demokratisch gewählte Mandatare nicht verpflichtet Gefahren von der Bevölkerung fern zu halten? Wem sind unsere Volksvertreter verpflichtet, Architektenspielereien oder den von ihnen gewählten Bürgerinnen und Bürger? Zudem, in der Mitte der Brücke ergeben diese zwei Hindernisse zwangsweise vier Engstellen mit 1,5 m Breite, sind mehrere Fußgänger unterwegs, eventuell eine Person mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl, wo bleibt da noch Platz für Radfahrer? Für mich ist der Bahnhof Naturns genau 2 km entfernt und das überbrücke ich als Rentner ohne Auto mit dem Fahrrad. Mir ist inzwischen mit reichlich viel Erfahrung bekannt, wie unangenehm ein Fahren mit dem Fahrrad über diese Brücke sein kann, ohne sich selbst und Fußgänger zu gefährden. Überdies, die Bahnstrecke ist inzwischen fertig elektrifiziert und die neuen, am Jahresende in Betrieb gehenden Zuggarnituren, verfügen eine Kapazität von über 300 Personen, die Brücke „Axamer Steg“ ist bereits mit etwa 10 bis 20 Personen überlastet. Ein gesundes Größenverhältnis oder Heilmittel gegen die zunehmende Politikverdrossenheit?

Walter Pöder, Naturns

 

Sonnenzeit


s12 3057Seit uralten Zeiten wusste der Hahn ohne das Schlagen der Kirchenuhr, wann Zeit zum Krähen war, in allen Kulturen richtete sich alles Leben rund um den Globus nach dem Lauf der Sonne. Und der Mensch gewann durch die Beobachtung von Licht und Schatten das Gefühl für die Zeit und entwickelte auf dieser Grundlage immer genauere Methoden der Zeitmessung. Der Stand der Sonne war das Maß für Jahreszeiten, Tage und Stunden. Und aus dem Bedürfnis nach genauer Zeitdarstellung entstanden weltweit in kunstvollen Varianten gestaltete Sonnenuhren, die vom unbestechlichen Ruf der Sonne künden. Die Kulturzeitschrift Arunda 25 „Die Spur der Sonne“ dokumentiert die beeindruckende Vielfalt an Sonnenuhren in Südtirol.
Nun aber, nach dem Eingreifen des Menschen mit der Einführung der sog. Sommerzeit, gehen all diese dem Universum verpflichteten Uhren „falsch“. Die biologische Uhr des Menschen wird gestört, die Kühe sollen auf Befehl eine Stunde früher Milch geben, der Hahn kennt sich überhaupt nimmer aus - welch eine Beleidigung der kosmischen Gesetze! Und das nennt sich „ora legale“ – welch arrogante „Legalität“!

Erich Daniel, Schlanders

 

Verkaufter Primizkelch

s14 primizMit Dank an Herrn Tappeiner für den Nachruf auf Vigil „Gilli“ Klammsteiner im Wind Nr. 7 vom 2. April 2026. Als ehemaliger Schüler vom Johanneum/Dorf Tirol und gläubiger Katholik möchte ich in diesem Zusammenhang eine Begebenheit erzählen, die mich regelrecht schockiert hat. Beim „Gilli“ ist nach seinem Tod einiges schiefgelaufen, nicht nur beim Partezettel. Der Priester Vigil Klammsteiner ist am Dienstag, den 17. Februar 2026 verstorben. Ich kannte ihn persönlich durch meine berufliche Tätigkeit, als er Pfarrer von Trafoi war. Schon circa ein Monat nach seinem Tod, am 21. März 2026, wurden auf einem öffentlichen Flohmarkt in Südtirol viele persönliche, ja sogar sehr persönliche Gegenstände von Vigil „Gilli“ Klammsteiner angeboten und auch verkauft. Der Verkäufer (aus Marokko) erkannte offensichtlich ihren materiellen und spirituellen Wert nicht. So wurde der Primizkelch von Vigil Klammsteiner unter anderem für ein paar lumpige Euro! verkauft. Der Kelch besteht aus massiven Silber, Gold und Emaille - handgefertigt damals vom Goldschmied Willi Wiemann/ Meran. Ein materieller Wert von mindestens 4000 € . Wie kann ein Primizkelch faktisch „im Müll“ landen? In meiner fast 35-jährigen Tätigkeit als Flohmarktler“ habe ich vieles gesehen und erlebt, aber so etwas ist für mich als religiösen Menschen sehr schwer zu verkraften.

Matthias Oberhofer, Schlanders

 

Beschämend...


Was sich vor kurzem ein Fußballtrainer einer Jugendmannschaft aus Prad an gemeinen Äußerungen gegenüber einem engagierten Schiedsrichter erlaubt hat, ist beschämend. Dass die Fairness im Sport einen hohen Stellenwert haben muss, scheint diesem Herrn unbekannt zu sein.

Siegmar Trojer, Schlanders

 

HAIKU – Gedicht

Iatz wo du bliahsch
du wildr Pfearschrbam,
guat merk is miar.

©Helga Maria Gorfer

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Leserbriefe 9-2026

Gehaltsverhandlungen Schule: Amhof soll bei den Fakten bleiben


Die Aussagen der Landesrätin Magdalena Amhof in den letzten Tagen sorgen nicht nur innerhalb der Lehrerschaft für Unmut, sondern irritieren auch uns. Bereits ein möglicher „Versprecher“ im Landtag erschien fragwürdig, doch angesichts der jüngsten öffentlichen Äußerungen, die teils irreführende Informationen enthalten, halten wir eine faktenbasierte Debatte für unabdingbar.
Festzuhalten ist, dass der Unterricht trotz eines besonderen Jahres in Qualität und Engagement nicht nachgelassen hat. Lehrpersonen haben durch das Aussetzen außerschulischen Tätigkeiten auf die prekäre Situation im Bildungsbereich aufmerksam gemacht.
Fakt ist außerdem, dass die Gehälter der Lehrpersonen, insbesondere an staatlichen Schulen, nicht nur landesweit am unteren Rand liegen, sondern auch hinter jenen des übrigen Landespersonals zurückbleiben. Die unattraktiven Gehälter gefährden langfristig das Interesse von Nachwuchs, unter anderem gegenüber Nachbarländern wie Österreich, wo deutlich andere Bezüge gezahlt werden. Das birgt ein ernstes, zukunftsweisendes Problem für die Schule in Südtirol. Insbesondere im Bereich der Mittel- und Oberschulen zeigt sich dieses Problem deutlich, da viele junge Lehramtabsolvent:innen nach ihrem Studium im Österreich aufgrund der dort wesentlich attraktiveren Rahmen-bedingungen nicht mehr nach Südtirol zurückkehren.
Dass nun auch noch ein Teil der Gelder erst nach Abschluss eines Vertrages und nicht rückwirkend ab 1. Januar 2026 ausbezahlt werden soll, können wir nicht mittragen! Zwischen Januar und März hatten wir als Gewerkschaftsorganisationen mehrfach mündlich und schriftlich um die notwendigen Daten gebeten, die für die Berechnungen der einzelnen Positionen nötig sind. Erst in der zweiten Monatshälfte im März wurden uns die Daten schrittweise übermittelt. Der Richtlinienbeschluss zur Verhandlungsrahmenordnung wurde am 1. April 2026 veröffentlicht. Unter diesen Bedingungen war es nahezu unmöglich, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, wenn das Ziel war, mit dem verfügbaren Geld ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erzielen, welches zum einen die Neueinsteiger animieren und gleichzeitig Wertschätzung für länger im Dienst Stehende sein soll.
Um auf Augenhöhe miteinander sprechen zu können, ist es notwendig, dass alle Beteiligten Transparenz zeigen und konstruktive Lösungen ermöglichen.

Petra Nock,
Südtiroler Schulgewerkschaft SSG im ASGB

 

Nachruf auf Alois Brunner


Die Marktgemeinde Prad ist um eine großartige Persönlichkeit ärmer geworden. Brunner Lois, ein hochbegabter Musiker hat uns für immer verlassen.
Zeitlebens beschäftigte er sich mit Musik. Musik war sein Lebenselizier. Früh wurde sein musikalisches Talent entdeckt. Als Autodidakt und durch akribische Kleinarbeit, in Kursen und Schulungen brachte er sich das nötige pädagogische wie musikalische Rüstzeug bei. Mit viel Umsicht und bespielhafter Zuverlässigkeit leitetete Lois 50 Jahre den Kirchenchor Prad/Agums. Es war ihm nichts zu streng und zu mühselig. Mit enormer Fachkenntnis und ausgeprägter Musikalität fand er stets im immens großen Repertoire der Kirchenmusik die entsprechende Literatur, immer dem liturgischen Kalender angepasst. Seinem feinen Orgelspiel zuzuhören war ein Hochgenuss. Die Kirche war fast sein Zuhause, er übte viel und intensiv.
s12 img905Das Dirigat beherrschte er bis ins Detail. Großen Wert legte er auf die Harmonie, die Rhythmik, die Intonation, die klare Aussprache und den korrekten Gesang. Mit viel Geduld, Sach- und Fachkenntnis übte er mit den Chorleuten. Sein ruhiges Wesen, sein Sinn für Ordnung und Klarheit wirkten sich maßgeblich auf die Qualität der Gesänge aus. Gewissenhaft bereitete er den Chor auf die verschiedensten kirchlichen Feiern vor. Auch viele Trauungen und Beerdigungen begleitete er musikalisch. Es musste einfach alles perfekt sein. Besonders liebte er lateinische Choräle und motivierte den Chor zu Höchstleistungen. Bei hohen Feiertagen war Lois in seinem Element. Dabei ertönte die Orgel in voller Pracht. Er holte alles heraus, was eine Orgel nur hergeben konnte und erfüllte den gesamten Kirchenraum mit herrlichen Klängen.
Heute erinnern sich noch einige Leute, wie sie als Kinder in der Gumser Kirche den Blasbalg treten durften. Das Hören und Spielen der Musik wurden durch seinen tiefen Glauben inspiriert und intensiviert. Jahrelang arbeitete er für einen Obulus zur Ehre Gottes. Lois spielte auf dem Harmonium in der „St. Johann“- Kirche, in der Pfarrkirche „Maria Königin“ , dann auf der elektronischen Orgel, bis 1989 die neue Orgel angekauft wurde. Bei ihrer Anschaffung spendierte er auch eine Orgelpfeife. Lois kümmerte sich zeitlebens um den korrekten Umgang und um die Instandhaltung der Orgel. Die Prader Musikkapelle bereicherte er viele Jahre hindurch mit dem Spiel der Klarinette. In Prad gründete er den Männergesangsverein, der neben weltlichen Liedgut auch kirchliche Feiern mitgestaltete, vorwiegend am Dreikönigfest. Der Chorauftritt im ORF und die Teilnahme beim Südtiroler Volksmusikwettbewerb wurden mit Bravour bestanden. Beim Schlanderser Männergesangsverein sang er mit, öfters auch als Solist.
Mit einigen gleich gesinnten Männern aus Prad und Umgebung, darunter seinem Bruder Walter, gründete er die „Wurzelgrober“- Band, die auf Bällen und bei Gartenfesten für Stimmung sorgte. Er spielte Gitarre und sang dazu in einem wunderschönen Bariton. Noch im hohen Alter besuchte Lois Fortbildungen und ließ sich vom „Neuen geistliches Lied“ inspirieren.
Luis investierte viel Zeit in die Musik, er lachte viel und meinte, dass Freude in jedem Menschen aufgehen solle. Der Tod seiner Frau war für Luis ein harter Schlag. Alleine kümmerte er sich nun hingebungsvoll um seine fünf Kinder und ermöglichte ihnen eine gediegene Ausbildung. Drei von ihnen schlugen ebenfalls einen musikalischen Weg ein.
Der Kirchenchor Prad, Chorleiter*innen und Sänger*innen aus dem Vinschgau danken dir aus ganzem Herzen. Du hast bedeutende Akzente gesetzt. Ein wunderschönes „Ave Maria“ von Gounod und ein „Panis Angelicus“, gesungen von der bekannten Solistin Sabina Willeit, begleitet an der Orgel von ihrem Freund, das Harfenspiel von Gernot Niederfriniger und die Gargitzer Bläsergruppe
verschönerten würdevoll die Verabschiedung.
Mit dem Magnificat von Ignaz Mitterer, unter der Leitung von Ernst Thoma, erwies der Kirchenchor Prad, gemeinsam mit Bekannten und Freunden, Lois die letzte Ehre, als Dank und Ausdruck der hohen Wertschätzung.
Mögen dich viele Posaunenklänge, Engelschöre und Baritonstimmen in der ewigen Heimat empfangen. Vergelt‘s Gott, pfiati, Lois.

Für den Kirchenchor Gertraud Pobitzer

 

Leserbrief „Dann brauchen sie keine Pflege mehr“


Pflegemaßnahmen an Bäumen und Sträuchern kann doch nicht heißen, sie radikal zu entfernen, wie es kürzlich in einem Teil des Kasernenareals in Schlanders geschehen ist. Dann brauchen sie keine Pflege mehr. Dabei weiß doch jeder, wie wichtig Bäume und Sträucher in unserer Zeit des Klimawandels sind. Mit Naturschutz und Ökologie zu punkten ist zu wenig. Echter Naturschutz zeigt sich im achtsamen und verantwortungsvollen Handeln. Schlanders ist eben anders, und das nicht nur im positiven Sinn!

Anna Wielander Platzgummer

Letzte Stunden der „Misurata“

  • Dachzeile: Schlanders

Der Gemeinderat hat mit der mehrheitlichen Genehmigung des „Projektleitdokumentes“ in Richtung Kasernenabbruch die Grundzüge vorgelegt (sh. Vinschgerwind 7/2026) und nun zieht der Gemeindeausschuss von Schlanders mit konkreten inhaltlichen Beschlüssen nach. Es gilt offensichtlich keine Zeit zu verlieren. In einem ersten Ausschussbeschluss Nr. 166 wurden am 7. April der Kostenvoranschlag für den Abbruch der „Misurata“ und der Grenzmauer zur Berufs- bzw. Gewerbeoberschule mit rund 950.000 Euro genehmigt. Eine Minute später wurde mit dem Ausschussbeschluss 167 das Verfahren für die Ausschreibung festgelegt. In diesem Beschluss ist zwar die Rede von 1,047 Millionen Euro für den Abbruch (im Gegensatz zum Beschluss 166 mit 0,95 Millionen), dafür will man die Arbeiten auf dem Wege des Verhandlungsverfahrens ohne Losaufteilung vergeben. Dazu hat der Ausschuss die Ausschreibungsunterlagen, das Einladungsschreiben und die Vergabebedingungen genehmigt. Das wirtschaftlich günstigste Angebot soll gewinnen. (eb)

Mals-Müstair Busverbindung

  • Dachzeile: Mals/Müstair

Die Landesregierung hat die Vereinbarung mit dem Kanton Graubünden zur Fortführung der Buslinie 811 Zernez–Mals bis Dezember 2026 genehmigt. Der seit 2005 bestehende und in den vergangenen Jahren ausgebaute gBusdienst hat sich als wichtiges Bindeglied zwischen Südtirol und Graubünden etabliert. Mittlerweile nutzen jährlich rund 92.000 Fahrgäste die Verbindung.
„Für uns ist es fundamental, die Erreichbarkeit sicherzustellen und zugleich einen funktionalen Dienst anzubieten. Nur so können wir den öffentlichen Verkehr grenzüberschreitend attraktiv gestalten und die Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Kanton Graubünden stärken“, unterstreicht Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider anlässlich der Genehmigung des Beschlusses, die am 24. Oktober in der Landesregierung erfolgte.
Die operative Führung bleibt weiterhin bei der PostAuto Schweiz AG im Auftrag des Kantons Graubünden, in enger Zusammenarbeit mit dem Land Südtirol.
Für den Zeitraum Dezember 2025 bis Dezember 2026 sieht die Vereinbarung eine Gesamtleistung von 157.709 Kilometern vor. Der Beitrag des Landes Südtirol beträgt insgesamt 410.044 Euro.
„Damit können Fahrgäste aus Südtirol und der Schweiz die Verbindung einfach, günstig und umweltfreundlich nutzen“, betont das Ressort für Infrastrukturen und Mobilität. Die Linie trage wesentlich zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs, zur Entlastung des Individualverkehrs und zum nachhaltigen Austausch zwischen den Grenzregionen bei.

Mea Culpa - Fall für Rechnungshof

  • Dachzeile: Schlanders

Der Generalsekretär von Schlanders Georg Sagmeister hat im Laufe der letzten 4 Jahre auf eigene Faust Aufträge vergeben, ohne dass diese vom Gemeindeausschuss abgesegnet waren. Insgesamt 121.391 Euro, die in 30 Aufträgen an den Ingenieur Ulrich Innerhofer gegangen sind. Diese außer-etatmäßigen Verbindlichkeiten sind am 27.02.2026 im Gemeinderat gelandet, um eine alles andere als übliche Praxis zu sanieren. „Mea culpa“, streute Sagmeister Asche auf sein Haupt und gelobte Besserung. Den Sanierungs-Beschluss des Gemeinderates, der erst die Geldmittel zur Ausbezahlung locker mache, werde er samt einer eigenen Stellungahme dem Rechnungshof schicken und dieser möge darüber befinden. Der Revisor Andreas Wenter nahm Sagmeister als „einen Praktiker“ in Schutz und rügte gleichzeitig die außeretatmäßigen Verbindlichkeiten als „Anomalie“, die zu vermeiden seien und die Amtswege seien einzuhalten. Aus den Reihen der Gemeinderäte kam der Aufruf, künftig „sauber und transparent“ zu arbeiten. Die Gelder wurden nicht veruntreut, konterte Sagmeister. Der Nutzen für die Verwaltung sei zwar gegeben, allerdings seien die über 30 formlos vergebenen Aufträge ethisch nicht vertretbar, kündigte Günther Bernhart seine Enthaltung an. Mit 10 Dafürstimmen wurde Sagmeisters Vorgehen saniert. (eb)

Michelangelo- und Manhattan-Effekt

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

In einer Beziehung können sich Menschen gegenseitig inspirieren, unterstützen und persönlich weiterentwickeln, um das zu werden, was sie eigentlich sein wollen. Oder sie können sich gegenseitig blockieren und manipulieren, um immer dieselben zu bleiben bzw. den Ansprüchen und Wünschen des anderen zu entsprechen. Im ersten Fall spricht man vom Michelangelo-Effekt, im zweiten Fall vom Manhattan-Effekt. Das Michelangelo-Phänomen ist ein von Psychologen beobachteter Prozess, bei dem sich Partner gegenseitig beeinflussen. Im Laufe der Zeit führt der Michelangelo-Effekt dazu, dass sich der Einzelne zu dem entwickelt, was er als sein ideales Selbst ansieht. Dies geschieht, weil ihr Partner sie sieht und sich in ihrer Umgebung auf eine Weise verhält, die dieses Ideal fördert. Benannt ist das Phänomen nach dem italienischen Renaissance-Maler und Bildhauer Michelangelo (1475-1564). Michelangelo beschreibt die Bildhauerei als einen Prozess, bei dem der Künstler eine verborgene Figur aus dem Steinblock befreit, in dem sie schlummert. Der Manhattan-Effekt wurde nach dem Film Manhattan mit Woody Allen aus dem Jahr 1979 benannt, in dem ein Partner immer wieder versucht, seiner Geliebten eine Reise nach London auszureden. Hinter dem Manhattan-Effekt steckt oft ein ausgeprägtes egozentrisches oder egoistisches Verhalten, indem eine Person versucht, der anderen Person deren Vorstellungen und Planungen mit Gegenargumenten auszureden und ihr vermeintliche Probleme und negative Folgen einzureden mit dem Ziel, die eigenen Pläne durchzusetzen. (hzg)

Missbrauch darf kein Tabuthema sein

  • Dachzeile: Mals/Vinschgau

Nachdem Gernot Paulmichl aus Stilfs das Schweigen gebrochen und den Missbrauch durch den Ortspfarrer öffentlich gemacht hatte (der Vinschgerwind hat in der Ausgabe Nr. 3 vom 05.02 2026 darüber berichtet) kam in ganz Südtirol eine Welle ins Rollen. Und Gernot, der durch die bitteren Ereignisse gesundheitlich angeschlagen ist, schaffte daraufhin auch ein Interview mit Astrid Kofler für RAI Südtirol. Viele Betroffene meldeten sich bei ihm und erzählten ihr Leid. Aktiv wurde auch Damaris Frank, die nun mit Gernot Paulmichl und seiner Frau Dagmar an die Öffentlichkeit geht. Ihr Ziel ist es, das Thema Missbrauch weiter zu verfolgen und nicht wieder in der Verschwiegenheit verschwinden zu lassen. Die Drei wollen sensibilisieren und Betroffenen Mut machen, ihr Schweigen zu brechen, um für sich einen Weg zu finden, die traumatischen Ereignisse aufzuarbeiten. Denn, wie Gernot, gibt es viele Betroffene, die alles heruntergeschluckt haben, die stumm vor sich hin leiden, oft von gesundheitlichen Beschwerden belastete sind, und in ihrem Umfeld auf Unverständnis stoßen, weil die Ursache des Leidens bedeckt ist. Die kleine Initiativgruppe war nun erstmals beim Georgimarkt in Mals mit einem Marktstand vertreten. Gernot, Damaris und Dagmar boten Informationsmaterial an und stellten sich den Fragen der Menschen. Das Interesse war groß. Gernot erhielt viel Lob für den Mut seine Geschichte öffentlich zu machen. Und mehrere Betroffene outeten sich. „Missbrauch und Gewalt dürfen in der Gesellschaft nicht länger tabu sein“, betont Damaris Frank. „Das Thema muss angesprochen werden. Uns geht es um die Aufarbeitung von Missbrauchsereignissen und um die Vernetzung Betroffener. Und es geht uns vor allem auch um Prävention und speziell um den Schutz der Kinder. Dabei brauchen wir alle, Frauen, Männer, Politik und Klerus.“ Frank hat mittlerweile eine WhatsApp Gruppe unter dem Motto „Gemeinsam, stark, mutig sichtbar“ ins Leben gerufen, in der sich Betroffene vernetzen und austauschen können. (mds)

 

Telefonnummer der WhatsApp Gruppe: 0039 375 974 72 72

Mit 30 km/h durch Laatsch

  • Dachzeile: Mals/Laatsch

In Laatsch spielt sich das Leben auf der Durchfahrtsstraße ab. Mit rund 4.000 Fahrzeugen pro Tag ist die Verkehrsbelastung spürbar, die Landesstraße ist keine angenehme Begegnungszone zwischen Fußgänger, Autos und Traktoren. Weil dem so ist, haben die Laatscher bei der Gemeinde Mals gefordert, man möge doch auf der Landesstraße eine 30er-Zone einrichten. Wie weit man da sei, wollte Bruno Pileggi bei der Gemeinderatssitzung am 25. September wissen. Nach einem kürzlich mit dem Straßendienst abgehaltenen Lokalaugenschein obliege es nun dem Straßendienst, die Bodenmarkierungen für die 30er-Zone einzuzeichnen, sagte BM Josef Thurner, sekundiert von der Referentin für Laatsch Marion Grass (Bild). Die Gemeinde werde dann die dorfinternen Zufahrten entsprechend beschildern. Die berühmte Unterführung unter die St. Leonhardskirche wird es mit einer 30er-Zone voraussichtlich nicht mehr geben, dafür eine Art Einbahnregelung um die Kirche. Skepsis gegenüber dieser Einbahnregelung kam ausgerechnet vom ehemaligen Laatscher Referenten Günther Wallnöfer. (eb)

Mit gutem Beispiel voran

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gesundheitslandesrat Hubert Messner haben sich am 21. Oktober im Krankenhaus Bozen impfen lassen. Kompatscher und Messner wollen mit ihrer Impfung ein sichtbares Zeichen setzen für Verantwortung, Gesundheit und Gemeinschaft. Denn darauf baut auch die diesjährige Impfaktion „Grippe? Nicht mit uns! #schützedich“ gegen Grippe und Corona.

Münstertaler Fotografien

  • Dachzeile: Müstair

In der Chasa Selm in Müstair, einem Gebäude der Stiftung Pro Kloster St. Johann, werden wiederentdeckte Fotografien des Scuoler Fotopioniers Johann Feuerstein gezeigt. Nebst einer Reihe Bildern aus dem Fundus der Fotostiftung Feuerstein sind ab dem 28. Januar 2026 rund 50 Bilder aus dem Val Müstair zu sehen, die kürzlich zum Vorschein kamen.
Die Aufnahmen schlummerten über 120 Jahre auf dem Dachboden eines Bauernhauses vor sich hin. Sie zeigen einige wenige Landschaften, geben Zeugnis des sozialen Lebens am Ende des 19. Jahrhunderts im Tal und beinhalten vor allem Porträt-Aufnahmen von Einzelpersonen und Familien, «Fotografien ohne Bildlegenden». Die archivs culturals da la Val Müstair und die Stiftung Pro Kloster St. Johann hoffen, dass Besuchende der Ausstellung - zusammen mit ihren eigenen Familienalben - dazu beitragen können, die Leute auf den Feuerstein-Fotografien zu identifizieren.

 

Vernissage: 28. Januar 2026, 17 Uhr
Ausstellung: Bis Ende Februar Sa. und So., 14 – 18 Uhr
Für Gruppen können auch Führungen ausserhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Nachgedacht

  • Dachzeile: von Don Mario Pinggera

In der Ausgabe der «Dolomiten» vom Mittwoch, dem 6. August 2025 wurde im Teil «Vinschgau» ein Artikel präsentiert mit der Überschrift «Vorläufiger Wasserstoff-Stopp». Es wurde die Summe von 5 Millionen genannt, um selbst eine kleine Variante einer Wasserstoffanlage zu realisieren. Zur Verfügung stünden dem Bezirk derzeit aber lediglich 400‘000 Euro, nicht zuletzt deswegen, weil beim Land «Geldmittel umgeschichtet worden» seien. Wahrscheinlich war ich nicht der Einzige, der sich ob diesem Bericht verwundert die Augen rieb. Im Jahre 2021 hat die oberfränkische Stadt Wunsiedel im Fichtelgebirge damit begonnen, eine solche Anlage zu realisieren: https://hydrogen-germany.de/referenzen/bayerns-groesste-elektrolyseanlage-in-wunsiedel/. Leistung der Anlage bereits jetzt: 9 Megawatt und sie produziert 1‘350 Tonnen grünen Wasserstoff im Jahr. Das jedoch ist erst der Anfang: Wunsiedel strebt mittelfristig völlige Energieautonomie an. Bevor also in unserm Bezirk so ein Vorhaben auf Eis gelegt wird: wieso schaut sich eine Delegation eine solche Anlage nicht vor Ort an? Ich komme gerne mit (stehe auch als Busfahrer zur Verfügung!), interessiere ich mich auch selbst für diese Art von Energieerzeugung: kwh neutral UND Co2 neutral! Ohne irgendwelche Akkus, die alles andere als nachhaltig erzeugt werden, deren Haltbarkeit und Entsorgung ebenfalls problematisch sind. Wieso nicht ein Konsortium gründen von Industrie, Handwerk und Privaten, um ein solch wirklich nachhaltiges Projekt für die Zukunft in die Hand zu nehmen? Auf die öffentliche Hand oder die Politik zu warten, kann das Ganze nur Verzögern. Genau genommen ist der Staat an dieser Technologie wohl kaum interessiert, sind doch landes- und staatseigene Energieversorger ein einträgliches Geschäft. Zudem ist mit die wichtigste Steuer für den Staat die Mineralölsteuer, die dann sukzessive weniger wird. Hier und jetzt wäre die Stimme von Umweltschützenden ein wichtiges Votum, statt sich über historische Traktoren und Fahrzeuge zu beklagen, die an wenigen Tagen durchs Land fahren. Ein solcher Energiewechsel, weg von fossilen Brennstoffen, weg von Ressource zehrenden und schmutzigen Akkuproduktionen, wäre tatsächlich nicht nur anders, sondern auch nachhaltig besser. Das sind wir unserer und Gottes Schöpfung schuldig!

Nachgedacht im November

  • Dachzeile: von Don Mario Pinggera

Das ist in Südtirol neu: Der Rücktritt des Bischofs wird von verschiedenen Seiten gefordert, sogar im Landtag wurde dies thematisiert. Der Grund: Bischof Ivo versetzte einen Priester, dessen Fall im Missbrauchsgutachten vom Beginn des Jahres 2025 beschrieben ist, in eine andere Pfarrei. Brisant ist die Tatsache, dass die Schuld des Priesters juristisch feststeht, und zwar unzweideutig. Dieser entging einer Bestrafung lediglich dadurch, dass der Fall verjährt war. In Anbetracht dessen, wie belastet die Kirche schon seit Jahren mit der Missbrauchsthematik ist, kann der Entscheid des Bischofs – den gesunden Menschenverstand vorausgesetzt – nicht nachvollzogen werden. Die Forderungen nach seinem Rücktritt sind Folge seines unbedachten Handels. Sie zeigen aber vor allem eines: Das Vertrauen ist verloren gegangen. Und egal, wie das Ganze nun weitergeht, Bischof Ivo wird sein Amt nicht mehr mit der Unbefangenheit ausüben können, die für dieses Amt zwingend ist. Eben wegen des weitgehend verloren gegangenen Vertrauens. Über den Rücktritt hat aber nur er selbst zu entscheiden, ganz sicher nicht unqualifizierte Demagogen, die sich in den Landtag verirrt haben. Dennoch sollte Bischof Ivo das starke Zeichen nicht unterschätzen, welches ein Rücktritt gerade in diesem Moment setzen würde: Der Weg für einen Neustart würde frei werden. Vertrauen und Respekt könnten wiedergewonnen werden. Unabhängig davon, ob es zu einem Rücktritt kommt oder nicht: es gibt viel drängendere Fragen. Derzeit geistert die Zahl sieben durch das Bewusstsein: in 20 Jahren sind in der Diözese Bozen-Brixen noch 7 (!) dienstfähige Priester im Einsatz. Alle anderen sind verstorben oder im biblischen Alter (der Schreibende eingeschlossen). Ich erwarte von den Verantwortlichen schon lange eine tragfähige Strategie der zukünftigen Seelsorge, die über die Notlösung von Seelsorgeeinheiten hinausgeht. So könnte der Bischof von Bozen-Brixen zusammen mit anderen Kollegen im deutschsprachigen Raum, welche dieselben Personalprobleme haben, in Rom ein Indult erwirken. Das ist ein kirchenrechtlicher Akt, in welchem der Bischof eine Dispens von den allgemein gültigen Regeln bittet. Dieses könnte die Weihe von verheirateten Männern und ggf. Frauen beinhalten. Wir haben in der Diözese genügend Menschen – Frauen und Männer – die hier in Frage kämen. Dieser Schritt ist aber noch nicht passiert. Stattdessen kreiert man Horrorszenarien mit eben diesen sieben Priestern für die ganze Diözese, ohne sich der Verantwortung zu stellen, alle kirchenrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Und eines ist klar: Wenn Seelsorgende vor Ort nicht mehr spürbar sind, geht die kulturelle Identität unseres Landes völlig verloren. Und das betrifft dann nicht nur die Kirche, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

Natur als Rechtssubjekt

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

In Deutschland wurde die Staatszielbestimmung „Umweltschutz“ 1994 in das Grundgesetz (GG) aufgenommen und 2002 um den Tierschutz ergänzt. Die Regelung schützt neben den Tieren auch Boden und Wasser, Landschaften und Ökosysteme, Luft und Klima. Die Natur ist aber Objekt des Umweltschutzes. In Ecuador wird die Natur mit „Pachamama“ „Erdmutter“ gleichgesetzt. Die Natur wird als Rechtssubjekt gesehen. Auch in anderen Ländern werden die Rechte von Tieren und von Flüssen vor Gericht berücksichtigt. Die Natur als Rechtssubjekt ist nicht nur eine rechtliche, sondern eine soziale, ökonomische und ökologische Revolution. Angesichts der ökologischen Herausforderungen ist es unfair, wenn wirtschaftlichem Kapital Rechte zustehen, der Natur aber nicht. Durch den dreidimensionalen Nachhaltigkeitsbegriff soll ein angemessener Ausgleich zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Interessen hergestellt werden. Soziale und ökonomische Interessen werden von Rechtssubjekten verfolgt, ökologische Interessen aber nur objektiv-rechtlich geschützt. Andererseits: die Anerkennung der Natur als Rechtssubjekt bedeutet nicht, dass die Rechte der Natur im Konflikt mit sozialen oder wirtschaftlichen Interessen stets überwiegen. Für die Natur gelten die gleichen Grundsätze: Wenn zwei oder mehrere Rechte miteinander kollidieren, muss eine Abwägung stattfinden. Rechte sind der Schlüssel in einer modernen Gesellschaft. Deshalb kann eine Antwort auf die ökologischen Herausforderungen in einer verfassungsmäßig verankerten Anerkennung der Rechte der Natur als Rechtssubjekt liegen. (hzg)

Naturraum: Von Bienenweiden

  • Dachzeile: Bozen/Vinschgau

Unter Federführung des Ressorts Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus wurden gemeinsam mit dem Ressort Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Maßnahmen für die Erhaltung des Naturraums und der Artenvielfalt im Sinne der nachhaltigen Entwicklung Südtirols festgelegt. Themen waren dabei auch die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie und der Verordnung zur Wiederherstellung von Ökosystemen im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie „Everyday for Future“, berichtet Landesrat Luis Walcher: „Ich bin überzeugt, dass dieses Bündel an Maßnahmen dazu beiträgt, die Artenvielfalt in Südtirol zu erhalten und sogar zu erhöhen.“ Landesrat Peter Brunner betont: „Die Erhaltung unserer natürlichen Lebensräume und der Artenvielfalt ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit diesen Maßnahmen setzen wir ein starkes Zeichen für eine zukunftsfähige Entwicklung.“ Bei der Sitzung der Landesregierung vom 9. September hat Landesrat Walcher diese Maßnahmen vorgestellt, die sich in Südtirol bereits in Planung beziehungsweise Umsetzung befinden:
Eine dieser Maßnahmen ist das Biodiversitätsprojekt Schneewinkel zur Förderung der Artenvielfalt im Apfelanbau in Zusammenarbeit mit Eurac Research und dem Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse VIP.

Neu: Frauen als Kiwanis-Mitglieder

  • Dachzeile: Schloss Goldrain

Mit Sabina Mair (Co-Pate Adolf Pichler) aus Schlanders und mit Christa Schwalt (Pate Konrad Lechthaler) aus Kortsch wurden beim Kiwanis-Club Vinschgau erstmals Frauen als Mitglieder aufgenommen. „Wir haben intern dazu harte Diskussionen geführt“, heißt es aus den Reihen der Kiwanier. Zudem wurden am 15. September Michael Wunderer aus Prad und Andreas Lechthaler aus St. Valentin in den Kiwanis-Club Vinschgau aufgenommen.

Neue Ortsgruppe in Schluderns gegründet

  • Dachzeile: Schluderns

Vor Kurzem hatte die Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund einen doppelten Grund zur Freude: In der Gemeinde Schluderns wurde am 24. Jänner eine neue Ortsgruppe gegründet – es ist die 70. landesweit und die 10. im Bezirk Vinschgau.
Die Gründungsversammlung wurde von der Ortsbäuerin Daniela Stecher Telser und dem Bauernbund-Ortsobmann Roman Telser eröffnet. In letzter Zeit seien sie im Ort öfters auf eine Ortsgruppe der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund angesprochen worden.
Anschließend stellten die Vertreterinnen der Seniorenvereinigung, die Landespräsidentin Theresia Agreiter Larcher und die Bezirkspräsidentin Vinschgau Martina Plörer, die Organisation vor. Sie unterstrichen: „Unsere wichtigsten Ziele sind die Vermeidung der Einsamkeit im Alter und die Pflege des Miteinanders. Die Ortsgruppen seien wichtige Ansprechpartner für die Anliegen der Seniorinnen und Senioren in den Gemeinden. Daneben gehe es ihnen vor allem um die Festigung des sozialen Miteinanders und um die Förderung von Gemeinschaft und Geselligkeit.
Wie diese Ziele in den Orten umgesetzt werden, ergänzten die anwesenden Funktionäre Erich Mair von der Ortsgruppe Eyrs, Adelheid Staffler von der Ortsgruppe Kortsch, Helga Hofer von der Ortsgruppe Prad-Lichtenberg und Ignaz Thoma von der Ortsgruppe Planeil-Matsch: „Die Ortgruppen-Tätigkeit reicht von religiösen Veranstaltungen über Ausflüge und Wanderungen bis hin zu Spielenachmittagen, Faschings- und Weihnachtsfeiern sowie Törggelepartien.“

Neuer Tourismuspräsident im Oberland

  • Dachzeile: Graun

Die Mitglieder der Ferienregion Reschenpass haben im Zuge der Umwandlung des Tourismusvereines in eine Genossenschaft am 9. Oktober 2025 im Malser Oberschulzentrum den Verwaltungsrat neu gewählt und bei der ad hoc einberufenen konstituierenden Verwaltungsratssitzung wurde ein neuer Präsident gekürt. In die Position des Tourismuspräsidenten wurde der HGV-Ortsobmann von Reschen und Seehotelchef Thomas Strobl (Bild) gewählt und zu seiner Vizepräsidentin die bisherige Tourismus-Präsidentin, Deborah Zanzotti. Die Touristiker aus St. Valentin, aus Graun und Langtaufers mussten zur Kenntnis nehmen, dass beide Spitzenpositionen nach Reschen gewandert sind. Mit Thomas Strobl befindet sich die jüngere Generation in den Startlöchern, um die begonnene Sezession von den übrigen Vinschger Tourismusvereinen und eine potenziell mögliche Fusion der beiden Tourismusgenossenschaften im oberen Vinschgau in Richtung Destination „Reschensee“ weiter voranzubringen. (eb)

Nix ist fix

  • Dachzeile: Laas/Vinschgau

Fix ist nix, aber die BASIS kommt“ hat der Vinschgerwind im Oktober 2024 geschrieben. Bürgerlistlerin Andrea Perger hatte vorgeschlagen die BASIS Vinschgau ins Boot zu holen und ein Konzept für die Disko Fix erarbeiten zu lassen. „Wir haben die Struktur, BASIS hat das Netzwerk und die Erfahrung. Wir sollten diese einmalige Chance nicht verstreichen lassen.“ Weil die Disko Fix in der roten Zone stehe und die Verbauung mindestens zwei Jahr dauere, solle man diese Zeit nutzen und auch mit jenen Bewerbern, die sich bereits Gedanken gemacht haben, reden.
Das war vor 18 Monaten. Seitdem ist es still geworden um die Disko Fix. Dafür werden die Stimmen, die wissen wollen, wie es mit der Disko weitergeht, lauter. Hannes Götsch, der Geschäftsführer von BASIS teilt auf Nachfrage vom Vinschgerwind folgendes mit: „Unsere Konzeptarbeit ist aktuell abgeschlossen und liegt nun der Gemeinde Laas vor. Mit Sicherheit gibt es mehrere Lösungsoptionen die von Seiten der Gemeinde angegangen werden können. Unsere Arbeit hat zwei bis drei verschiedene Ansätze und Optionen beleuchtet und mögliche Umsetzungen beschrieben. Hier braucht es noch Zeit und eine Vielzahl technischer Abklärungen auch für die Gemeinde Laas und dieser Prozess ist kein einfacher oder schneller.“ BMin Verena Tröger sagt auf Nachfrage: „Wir haben jetzt ein statisches Gutachten in Auftrag gegeben, das wir in den nächsten Tagen bekommen müssten. Dann gehen wir in die Diskussion in den Gemeinderat. Wir würden uns auch wünschen, dass es schneller geht.“ (ap)

Noggler und Schuler

  • Dachzeile: Bozen/Vinschgau

Der Signa-Spendenausschuss hat kürzlich unter der Leitung seines Vorsitzenden Andreas Colli drei Anhörungen durchgeführt.
Zunächst wurde Oberstleutnant Fabio Quagliarini von der Finanzpolizei angehört, der im Januar 2024 die von der Finanzpolizei an das Landtagspräsidium weitergeleitete Meldung übermittelte, wonach LH Arno Kompatscher die im Landesgesetz 14/2017 vorgesehene Höchstgrenze von 30.000 € für Wahlkampfausgaben (Wahlen 2018) überschritten haben soll. Anschließend hörte der Ausschuss den ehemaligen Landtagspräsidenten Josef Noggler an: „Er teilte uns mit“, so Colli weiter, „dass er beabsichtigt hatte, ein Rechtsgutachten zu diesem Thema einzuholen, aber inzwischen sei seine Amtszeit als Präsident abgelaufen“.
Der derzeitige Landtagspräsident Arnold Schuler wurde als Dritter angehört. „Er erinnerte daran“, so Colli weiter, „dass die Meldung beim Landeshauptmann beanstandet worden war, der seine Gegenargumente vorgebracht hatte. Eine Bewertung durch das Amt für Rechts- und Gesetzgebungsangelegenheiten des Landtags hatte dann ergeben, dass die Verjährungsfrist abgelaufen war.“
Ausschussvorsitzender Colli berichtete schließlich, dass „aufgrund der Aussagen von Oberst Quagliarini die Ausgaben nicht aufgeschlüsselt sind und es daher schwierig ist, sie allein dem Landeshauptmann zuzuordnen“.
Der Ausschuss wird am 23. September erneut zusammentreten. Es sind vier weitere Anhörungen vorgesehen.

Passion Gemüse

Das neue Kochbuch des „So kocht Südtirol“-Teams zeigt die Vielfalt der Gemüseküche! Mit über 70 kreativen, vegetarischen Rezepten veranschaulicht es, wie man das Beste aus jeder Gemüsesorte herausholt – von mediterranen Klassikern bis hin zu aufregenden neuen Kombinationen. Die Rezepte sind sorgfältig entwickelt, um auch Gemüse-Neulinge zu begeistern, mit klaren, schrittweisen Anleitungen, die garantiert zum Erfolg führen.

Pfitscher rügt Roselinde

  • Dachzeile: Vinschgau/Wirtschaft

In einer Pressaussendung rügt Karl Pfitscher die Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch. Pfitscher ist Vorsitzender des SVP-Bezirkswirtschaftsausschusses im Vinschgau und sagt: „Nicht hilfreich ist im Zusammenhang mit einer guten Verkehrsplanung in Richtung kleinräumiger Lösungen die Aussage der Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“. Die Bezirksgemeinschaft Vinschgau lähmt sich nämlich mit einer solchen Prämisse selbst.“ Richtig sei es, dass der Verkehr eher zu- als abnehme (Das Tagblatt Dolomiten hat aus der Pressemitteilung des SVP-Bezirkswirtschaftsausschusses Vinschgau irrigerweise herausgelesen, dass sich die Wirtschaft im Vinschgau für eine Zunahme des Verkehrs ausspreche). In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Deshalb sind vernünftige Lösungen, etwa Ausweich- und Kriechspuren und vor allem die Verwirklichung von Steinschlaggalerien in der Latschander notwendig und ehestmöglich umzusetzen. Verkehrslösungen konkret und gemeinsam und vor allem ideologiefrei anzugehen ist im Sinne der Bürger, der Gäste und der Wirtschaftsreibenden“, betont Karl Pfitscher und weiter: „Der neu errichtete Kreisverkehr und die neue Fahrradunterführung auf der Töll tragen sicht- und spürbar zu einer Verflüssigung des Verkehrs bei. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass der Druck auf andere Verkehrshindernisse zugenommen hat.

Platz für Exzellenzbetrieb

Für den Tourismus in Taufers im Münstertal ist das 4-Sterne-Hotel „Tuberis“ der einzige Exzellenzbetrieb. Der Gemeinderat hat kürzlich einer Änderung des Gemeindeplanes für Raum und Landschaft zugestimmt und die Neuabgrenzung der Zone für touristische Einrichtungen -Beherbergung- „Tuberis“ (Akt 2025-1-0), gemäß positivem Gutachten der Gemeindekommission für Raum und Landschaft vom 04.06.2025 genehmigt. Damit wurde einem Antrag vom gesetzlichen Vertreter des Hotel Lamm KG Andreas Steiner stattgegeben.

Raiffeisen-Langlauf-Cup-Finale in Sulden

  • Dachzeile: Sulden

In den Wintersport-Disziplinen abseits des Ski Alpin rückt das Saisonende immer näher. Am Wochenende stieg in Sulden das große Finale des Raiffeisen Langlauf Cups. Hier der gewohnte Überblick.

In Sulden war am Samstag und Sonntag alles angerichtet für das große Finale des Raiffeisen Langlauf Cups, organisiert vom SV Prad. Am Samstag stand ein Hindernissprint in der klassischen Technik auf dem Programm, am Sonntag ging die Langlauf-Wettkampfserie mit individuellen Distanzrennen im freien Stil zu Ende. Fast 200 Langläuferinnen und Langläufer aus allen Landesteilen sorgten dabei für eine würdige Atmosphäre. Im Hindernissprint am Samstag kamen dabei folgende Tagessieger zustande:

U8: Ilaria Rainer (ASD Antholz) und Willi Weissensteiner (ASV Deutschnofen)
U10: Ronja Bodner (ALV Kronspur) und Leo Weissensteiner (ASV Deutschnofen)
U12: Elena Kostner (SC Gröden) und Damian Gruber (ASC Sarntal)
U14: Anna Profanter (ASC Seiser Alm) und Matias Piazza (SC Gröden)
U16: Eva Plant (SC Gröden) und Tobias Schwingshackl (5V Loipe)
U18: Karen Elisabeth Coslovi (ASC Toblach) und Johannes Mair (ASC Toblach)
U20: Lotta Haselrieder (ALV Kronspur) und Aaron Gallmetzer (ASC Sesvenna)
Seniores: Denise Planker (Heeressportgruppe) und David Oberhofer (ASV Latsch)
Master A: David Hofer (SC Gröden)
Master B: Walter Schütz (ASC Sesvenna)

Die individuellen Distanzrennen im Freistil am Sonntag brachten folgende Tagessiege hervor:

U8: Ilaria Rainer (ASD Antholz) und Willi Weissensteiner (ASV Deutschnofen)
U10: Rosa Hell (ASC Toblach) und Leo Weissensteiner (ASV Deutschnofen)
U12: Elena Kostner (SC Gröden) und Damian Gruber (ASC Sarntal)
U14: Anna Profanter (ASC Seiser Alm) und Matias Piazza (SC Gröden)
U16: Eva Plant (SC Gröden) und Tobias Schwingshackl (5V Loipe)
U18: Karen Elisabeth Coslovi (ASC Toblach) und Johannes Mair (ASC Toblach)
U20: Lotta Haselrieder (ALV Kronspur) und Aaron Gallmetzer (ASC Sesvenna)
Seniores: Julia Kuen (Team Futura) und Samuel Ploner (SC Gröden)
Master A: David Hofer (SC Gröden)
Master B: Walter Schütz (ASC Sesvenna)

Rettungsmedaillen

Heuer haben die Rettungsmedaillen des Landes Tirol unter anderen erhalten: Damian Delugan, Schnals - Verdienste um die Rettung eines bewusstlosen Mannes in einer Gondel und Matthias Wallnöfer, Mals - Verdienste um die Rettung eines Mannes aus einem rauchenden, rollenden Fahrzeug.

Schleichende Privatisierung

  • Dachzeile: Schlanders/Bozen

Die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder (Bild) vom Team K schlägt Alarm und weist auf eine schleichende Privatisierung hin. Denn der Sanitätsbetrieb lagert den Reinigungsdienst an eine private Firma aus. „In den Krankenhäusern Bozen sowie Brixen und Sterzing ist dieser Prozess bereits vollständig abgeschlossen; dort erbringt die Firma Markas sämtliche Reinigungsdienste – zu einem jährlichen Auftragsvolumen von rund 14 Millionen Euro. In den Krankenhäusern Meran und Schlanders sowie Bruneck und Innichen besteht aktuell noch ein Mischsystem: Ein Teil der Reinigungskräfte ist direkt beim Südtiroler Sanitätsbetrieb angestellt, während ein weiterer Teil über die Firma Markas beschäftigt wird. Aber laut der erteilten Antwort von Landesrat Messner ist vorgesehen, den gesamten Reinigungsdienst in den Krankenhäusern Meran und Schlanders auszulagern“, schreibt Rieder in einer Presseaussendung. Für Maria Elisabeth Rieder nicht der richtige Weg: „Damit gehen Schritt für Schritt stabile, geschützte und tariflich geregelte Arbeitsplätze verloren. Tätigkeiten, die bisher im öffentlichen Dienst verankert waren, werden zu extern erbrachten Niedriglohnjobs, in denen weniger qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals unter unsicheren Bedingungen tätig sind. Es ist besorgniserregend, dass ein so zentraler Bereich wie die Krankenhausreinigung schleichend privatisiert wird. Wo früher sichere Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst bestanden, entstehen nun Niedriglohnverhältnisse ohne verlässliche Rahmenbedingungen.“ (r/eb)

Schwarmintelligenz

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

Viele einzelne Tiere arbeiten als Schwarm perfekt zusammen, um einem größeren Zweck zu dienen. In der Natur ist die sogenannte Schwarmintelligenz alltäglich und kommt bei verschiedenen Tierarten, z.B. bei Vögeln und Biene, bei Fischen und Ameisen vor. In der Natur bringt die Schwarmintelligenz Vorteile, wenn es um die Beschaffung von Nahrung oder den Schutz der Gruppe vor Fressfeinden und anderen Gefahren geht. Jedes Tier scheint seine Aufgabe zu kennen und zu wissen, was zu tun ist. Diese Schwarmintelligenz oder Gruppenintelligenz ist eine Form des kollektiven Lernens. Können Menschen davon lernen? Die Internetenzyklopädie Wikipedia kann als Beispiel der Schwarmintelligenz gesehen werden. Doch es ist nicht immer so, dass der Schwarm intelligenter ist als die einzelnen Teilnehmer. Forscher der ETH Zürich haben gezeigt, wie schnell der Schwarm verdummen kann. Wenn man die Intelligenz von vielen Menschen in der Praxis nutzen will, ist es wichtig, möglichst viele einzelne Meinungen zu sammeln. Dort, wo Teams sehr divers sind, entstehen die besten Innovationen. Wenn die Schwarmintelligenz zu einer Art Herdentrieb wird, kann das gravierende Folgen haben. Manche Forscher sehen die Übertragung des Begriffs Schwarmintelligenz aus der Tierwelt auf den Menschen kritisch. Sie meinen, dass sich Menschen niemals so verhalten wie Vogel- oder Fischschwärme. Menschen verfallen beim Gruppenverhalten oft dem Herdentrieb.
Die Masse trifft nur dann schlaue Entscheidungen, wenn alle unabhängig voneinander Einzelmeinungen abgeben können und so unterschiedliche Meinungen gefördert werden. (hzg)

Schweizweite Premiere

  • Dachzeile: Val Müstair

In der Tourismusbranche nehmen die Ferienregionen Engadin Scuol Zernez und Val Müstair eine einmalige Rolle ein: Als erste Schweizer Destinationen erhalten sie das angesehene TourCert-Label «Nachhaltiges Reiseziel» zum zweiten Mal in Folge. Damit werden sie gleichzeitig auch als «Swisstainable Destination leading» bestätigt.

Als Vorreiterinnen positioniert haben sich die Regionen Engadin Scuol Zernez und Val Müstair erstmals im Jahr 2022. Damals erhielten sie als erste Destinationen in der Schweiz das Nachhaltigkeits-Label von TourCert. Eine konkrete Massnahme ist, mehr Gäste mit dem öffentlichen Verkehr ins Unterengadin und Val Müstair zu bringen.
«Das Unterengadin und das Val Müstair sind prädestiniert für die nachhaltige Tourismus-Entwicklung», sagt TESSVM-Direktor Bernhard Aeschbacher. «Unsere Gäste erholen sich in einer charakteristischen Natur- und Kulturlandschaft ohne grosse Inszenierung.»
Zudem sind aktuell mehr als 65 Betriebe im Swisstainable-Programm engagiert. Sie sind familiär geführt, lokal verankert und setzen auf Produkte aus der Region. Gemeinsam mit allen Partnerinnen und Partnern bieten die Ferienregionen, was laut Aeschbacher immer mehr Gäste schätzen: Authentische Erlebnisse, die so nachhaltig wie möglich sind.

Seltene Gelegenheit

Seltene Gelegenheit zum Europäischer Tag der Restaurierung – 19. Oktober: Am 19. Oktober können die Gäste im Rahmen von kostenlosen Kurzführungen um 14:30–14:55, 15:00–15:25, 15:30–15:55, 16:00–16:25 Uhr den Restauratorinn:en in der Mittelapsis der Klosterkirche St. Johann/Müstair direkt bei der Arbeit zusehen. Eine vorherige Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ist erforderlich.

Shrinkflation und Skimpflation

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

Unter Inflation versteht man den Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen. Das Geld verliert an Wert und die Kaufkraft sinkt. Ein anderes Wort für Inflation ist Geldentwertung oder Verteuerung. Doch was versteht man unter Shrinkflation und Skimpflation? Das sind versteckte Preiserhöhungen durch sogenannte Mogelpackungen, um die Konsumenten nicht abzuschrecken. Die Konsumenten werden getäuscht. Durch „Sparmaßnahmen“ bei Füllmengen und Qualität werden indirekt Preiserhöhungen gemacht. Der Preis bleibt gleich, doch die Füllmenge sinkt, das nennt man Shrinkflation. Der Begriff setzt sich aus dem englischen „shrink“ für „schrumpfen“ und „flation“ (von Inflation) zusammen. So enthält bei gleichem Preis das Joghurt plötzlich nur noch 400 statt 500 Gramm, die Tütensuppe reicht nur noch für 750 Milliliter statt für einen ganzen Liter und in der Eispackung sind nur noch vier statt fünf Stück. Shrinkflation ist heute vor allem in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie verbreitet. Aber auch Produkte wie Toilettenpapier, Handcreme oder Geschirrspülmittel sind betroffen. Ohne eine Veränderung der Verpackung fällt die verringerte Füllmenge kaum auf. Ein weiterer Trick der Hersteller: Der Preis bleibt gleich, doch der Anteil wertgebender, meist teurer Zutaten sinkt. Das nennt man Skimpflation. Der Begriff setzt sich aus dem englischen „skimp“ (einsparen) und „flation“ (von Inflation) zusammen. So wird ein Orangensaft aus 100 Prozent Orangen unauffällig zum Orangennektar mit 50 Prozent Fruchtgehalt. (hzg)

Sieger des Nationalen Rieslingwettbewerbs prämiert

  • Dachzeile: Vinschgau
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Der Südtirol Vinschgau DOC Riesling Vigna Windbichl des Weinguts Unterortl - Castel Juval ist Italiens bester Riesling des Jahrgangs 2023. Der Kastelbeller Wein hat sich im Rahmen des Nationalen Rieslingwettbewerbs in Naturns gegen Etiketten von über 50 Herstellern aus ganz Italien durchgesetzt und wurde gestern Abend im Meraner Kurhaus feierlich prämiert.

Schon Ende August hat eine 16-köpfige Fachjury aus Sommeliers und Önologen die Weine des Nationalen Rieslingwettbewerbs in Naturns verkostet. Zum Wettbewerb eingereicht wurden in diesem Jahr 52 Etiketten aus sechs Weinbauregionen von Südtirol bis nach Molise. „Dass das Interesse an unserem Wettbewerb auch nach 20 Jahren nach wie vor groß ist, zeigt, wie wichtig der Vergleich für die Produzenten ist, wie sehr sie vom Austausch profitieren und wie nachhaltig sich dies auf die Qualität der Wettbewerbsweine auswirkt“, so Magdalena Pratzner, Präsidentin der Rieslingtage und des Rieslingwettbewerbs in Naturns.
Bei der Verkostung konnte sich der Riesling Vigna Windbichl des Kastelbeller Weinguts Unterortl - Castel Juval knapp gegen den Riesling Altissimus Hedwigsberg von Eduard Bernhart (Mals) und den Riesling Hérzu Langhe DOC von Ettore Germano (Serralunga d’Alba, Piemont) durchsetzen, die ex aequo Rang zwei belegten. Auf Platz vier und fünf landeten wieder zwei Südtiroler Rieslinge, jener der Stiftskellerei Kloster Neustift sowie jener des Weinguts Lehengut (Galsaun).
Alle Wettbewerbsweine konnten beim 34. Merano Winefestival im Kurhaus von Meran verkostet werden, wo auch die Prämierung stattfand. Ausgezeichnet wurden dabei nicht nur die fünf Top-Platzierten, sondern auch die Regionensieger, also die besten Weine jener Weinbauregionen, aus denen mehrere Weine zum Wettbewerb eingereicht worden waren. Neben den Rieslingen der Weingüter Unterortl - Castel Juval (Südtirol) und Ettore Germano (Piemont) waren dies der Riesling Trentino DOC der Cembra Cantina di Montagna (Trentino) und der Riesling Oltrepò Pavese DOC Filare 52 des Weinguts Manuelina (Lombardei).

So schlecht war es noch nie

  • Dachzeile: Schlanders/Martell

Kein Blatt vor dem Mund nahm sich der Marteller BM Georg Altstätter bei der SVP-Bezirksausschusssitzung. Nach einem Kompliment für seinen Einsatz in Sachen Nationalpark an SVP-Bezirksobmann Albrecht Plangger, sagte Altstätter wörtlich, dass „die Situation im Nationalpark so schlecht wie noch nie“ sei. „Wir haben vor 10 Jahren die Kompetenz für den Nationalpark nach Südtirol geholt und nix daraus gemacht“, schimpfte Altstätter. Es sei kein Wunder, dass die Leute stuff seien. Altstätter machte Beispiele dafür. Eines davon: In allen Jagdrevieren habe man neue Kühlzellen mit Hilfe von Landesbeiträgen neu errichten können. In Martell sei das ausschließlich mit Mitteln aus der Gemeinde möglich gewesen. Warum? „Weil Martell eben kein Jagdrevier hat“, sagte Altstätter. Die Leute im Nationalpark seien in vielen Dingen aus den normalen Landesförderungen ausgenommen. Und auch beim Strom sei man nicht clever. Denn im Nationalpark fließen jede Menge Gewässer ungenutzt. Er sei sich nicht sicher, dass auf Landesebene der Nationalpark positiv weitergebracht werden könne. (eb)

Sommerlesepreis und Buchvorstellung

  • Dachzeile: Schlanders/Bibliothek

Bei der Abschlussveranstaltung des Sommerleserpreises für Erwachsene am Samstag, den 25. Oktober, gab es in der Bibliothek Schlandersburg auch eine Buchvorstellung und Lesung. Die Autorin Sabine Peer las aus ihrem neuen Buch „Heimat im Gepäck“ einige Kapitel vor. Es ist bereits das vierte Buch, das die Autorin und Übersetzerin mit Vinschger Wurzeln (ihr Vater stammt aus Plawenn) im Athesia Verlag herausgegeben hat. Nach dem ersten Buch „Südtiroler hinter Stalins Stacheldraht. Kriegsgefangenschaft in Russland 1943–1954“, schrieb sie zwei Bände über „Dienstmädel in Bella Italia”. In allen Büchern geht es Peer um die Wiedergabe von Lebensgeschichten und Erinnerungen von Menschen, die Südtirol verlassen haben, um in Italien oder im Ausland Arbeit zu finden. Peer erinnerte bei der Buchvorstellung auch daran, dass Südtirol nach dem Zweiten Weltkrieg ein armes Land war. Viele waren gezwungen außerhalb der Provinz Arbeit zu suchen. In den Lebensgeschichten wird deshalb auch der historische Hintergrund, die politische und wirtschaftliche Situation in der Nachkriegszeit in Südtirol eingearbeitet. Geht es bei den beiden Büchern Dienstmädel in Bella Italia ausschließlich um Frauen, die als Dienstboten in Italien arbeiteten, so werden im neuen Buch Heimat im Gepäck die Lebensgeschichten von zwei Männern und von zwei Frauen aufgearbeitet. Die Männer gingen ins Ausland um Arbeit zu finden, aber auch um nicht Militärdienst leisten zu müssen. Die Frauen wollten eine gute Ausbildung, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Nach der Lesung konnten die beiden Bibliothekarinnen Ursula Wieser und Susanne Hofer die Sommerleserpreise für Erwachsene vergeben. Insgesamt gab es 80 Bücher zum Lesen. 70 Personen, zum Großteil Frauen, haben insgesamt über 500 Bücher gelesen und die Fragebögen ausgefüllt. Die Spitzenleserin las 35 Bücher. Alle, die mehr als fünf Bücher gelesen haben, bekamen schöne Preise: Gutscheine und Eintrittskarten zu verschiedenen Veranstaltungen. Die Bibliothekarinnen dankten den Sponsoren. (hzg)

SS40 wird verlegt

  • Dachzeile: Graun/Bozen

In ihrer Sitzung am Freitag, den 31. Oktober, hat die Landesregierung eine Änderung der technischen Eigenschaften und der Kosten des Projekts zur Anpassung der Staatsstraße SS 40 auf dem Gemeindegebiet Graun genehmigt. Das Vorhaben umfasst die Verlegung des Straßenverlaufs sowie die Errichtung wichtiger Schutzbauten.
Zudem wurden mit dem Beschluss die Kosten an das aktuell geltende Preisverzeichnis für Bauarbeiten angepasst. Dadurch werden auch die neuen Umweltkriterien (CAM) für Straßen erfüllt, erklärt das Ressort für Infrastrukturen und Mobilität.
Einige der vorgesehenen Maßnahmen seien optimiert worden, um ein höheres Maß an Sicherheit und Qualität zu erreichen. Dazu gehören der Bau von zwei weiteren Schutzdämmen gegen Lawinen und Steinschlag, eine neue Brücke aus Stahl und Holz für den Zugang zum Recyclinghof, Verstärkungen an den angrenzenden Bächen, die Verlegung bestehender unterirdischer Infrastrukturen sowie landschaftsgestalterische Maßnahmen, um eine bessere Einbindung in die Umgebung zu gewährleisten.
„Die Kostensteigerung ist auf verantwortungsbewussten Entscheidungen in Sachen Straßensicherheit, Landschaftsschutz und Einhaltung der geltenden Umweltvorschriften zurückzuführen“, betont der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider, der dieses Straßenbauprojekt in enger Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister von Graun im Vinschgau, Franz Prieth, vorantreibt. „Es handelt sich um eine Investition in die Zukunft, die es uns ermöglicht, den Bürgerinnen und Bürgern eine sichere, moderne und nachhaltige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.“ Die veranschlagten Kosten von 21,4 Millionen Euro seien durch die Verbesserungen auf rund 26,6 Millionen Euro gestiegen.
Das Projekt ist im Wirtschafts- und Finanzdokument (DEPF) 2026–2028 vorgesehen und wird auch durch den Fonds für Entwicklung und Zusammenhalt finanziert.

SVP-Splitter

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau

Bei der SVP-Bezirksversammlung in Schlanders am 13. März kamen einige Info-Splitter zum Vorschein, die für das ganze Tal von Interesse sein können. Am 6.6.2026 werde der Tunnel in Kastelbell eröffnet, sagte die dortige Referentin Christina Bernhart. Die Schnapszahl erinnert an die Eröffnung der Vinschgerbahn am 5.5.2005. Roland Brenner (Bild) stellte fest, dass „die Architekten der Lombardei für einen Bruchteil“ unserer Architekten arbeiten würden. Und Rosmarie Pamer sagte, dass man dafür arbeite, dass das Richtpreisverzeichnis nicht mehr von der Handelskammer sondern von einer Stelle im Landesdienst erstellt werden soll - also weg von der Wirtschaft. (eb)

Tätigkeitsbericht BASIS im Gemeinderat von Schlanders

Beeindruckende Zahlen präsentierten Katrin Gruber, Hannes Götsch und Michael Wunderer von BASIS Vinschgau den Gemeinderäten bei der Gemeinderatssitzung am 13. November 2025. Die Zahlen allein im Bereich Wirtschaft und Unternehmen: 11 Beratungsgespräche, 21 Unternehmen bei Innovationsprozessen beraten, 166 Buchungen im Co-Working, 6 Experimente - Lebensmittel Test- und Produktionsstraße, 17 Nutzer:innen Atelier- und Gewerbehaus und 23 Fotoshootings- und Videoproduktionen.

Theater: Oma, mach keine Dummheiten!

  • Dachzeile: Theaterverein Rampenlicht Lootsch

Manchmal reicht ein einziger Moment der Erkenntnis und das Leben zeigt sich plötzlich anders.
Das neue Theaterstück des Theaterverein Rampenlicht Lootsch erzählt genau davon. Eine Familie, die nach außen völlig normal wirkt, gerät plötzlich in ein turbulentes Chaos aus Veränderungen, Emotionen und überraschenden Wendungen.
Im Zentrum steht Oma Warbl, die eine klare Entscheidung trifft: Alt sein? Kommt nicht in Frage! Gemeinsam mit ihrer Enkelin Lisa beginnt sie, ihr Leben neu zu denken. Was für sie frischen Wind bedeutet, sorgt bei den anderen für ordentlich Unruhe.
Während Erwin und Wally mit der neuen Dynamik hadern, wächst der Widerstand in der Familie. Missverständnisse, Konflikte und hitzige Diskussionen lassen nicht lange auf sich warten. Doch dann kommt alles anders: Ein unerwarteter Brief bringt Erwin aus dem Gleichgewicht und eine charmante Begegnung stellt Warbls Welt endgültig auf den Kopf. Plötzlich scheint etwas möglich, das niemand mehr erwartet hätte.
Neugierig geworden? Dann kommt gerne zu den Aufführungen!
Die Premiere findet am 15. Mai 2026 um 20:00 Uhr im Mehrzweckgebäude Laatsch statt. Der Theaterverein Rampenlicht Lootsch lädt herzlich zu einem unterhaltsamen Abend ein und freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.

 

Reservierungen unter: Tel. +39 371 1403892 Telefonisch (ab 16:00 Uhr), jederzeit auf Whatsapp oder online über Ticketleo!
Für weitere spannende Infos folgt uns gerne auf Instagram und Facebook

Theater: Wer ist schon normal?

  • Dachzeile: Theatergruppe Kortsch

Wer ist schon normal? Mit dem aktuellen Stück und mit viel Humor versucht die Theatergruppe Kortsch für Zwangsstörungen zu sensibilisieren und ihnen mit liebevollem Humor Platz in der Gesellschaft zu geben. Die Komödie von Baffie Laurent mit dem Originaltitel Toc Toc unter der Regie von Eva Maria Tscholl schafft mit dem lustigen Stück einen Augenblick, in dem man sich selbst oder vertraute Menschen darin wiederfindet.
Zum Inhalt: Sechs Menschen, jeder mit seinen ganz eigenen Zwängen, treffen im Wartezimmer eines berühmten Psychiaters aufeinander. Als sich herausstellt, dass der Arzt wegen einer Flugverspätung nicht erscheinen wird, sind die Fremden plötzlich auf sich allein gestellt. Aus anfänglicher Unsicherheit, Reibung und gegenseitigem Unverständnis entsteht nach und nach eine ungewöhnliche Dynamik, die die Beteiligten zwingt, sich miteinander auseinanderzusetzen.

Die Aufführungstermine:
Premiere: Freitag, 20.02.26,
um 20 Uhr im Haus der
Dorfgemeinschaft in Kortsch
Weitere Termine:
Sonntag, 22.02.26 um 17 Uhr,
Freitag, 27.02.26 um 20 Uhr,
Sonntag, 1.03.26 um 17 Uhr,
Donnerstag, 5.03.26 um 20 Uhr,
Samstag, 7.03.26 um 20 Uhr
Eintrittspreis: 10€
www.theatergruppe-kortsch.it

Tiefe und Besinnlichkeit

  • Dachzeile: Glurns

Rita Zwerger aus Schluderns malt seit Jahren ausdrucksstarke Bilder in Acryl. Sie überzeugen mit ihren abstrakten Formen und mit interessanten Farbkompositionen, die viel Spielraum für Interpretationen lassen. Die Bilder haben eine mystische Ausstrahlung und können den vier Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft zugeordnet werden. „Elemente“ so lautet auch das Motto der Ausstellung, die seit Sonntag, den 5. Oktober 2025 im „Kulturcafe Salina“ zu betrachten sind.
Teresa Junker hat die Bilder im Vorfeld auf sich wirken lassen. Die Gedanken, die ihr dabei gekommen sind, formulierte sie zu besinnlichen Textbotschaften. Rita Zwerger nennt die Schriftzeilen liebevoll „Elfchen“. Oft haben Rita und Teresa in den vergangenen Monaten auch gemeinsam gemalt. Sie haben geredet, viel und tiefgründig philosophiert und meditiert. „Es war eine tolle Zusammenarbeit, ein tolles Projekt, geprägt von Klang, Tiefe und Besinnlichkeit“, beschreibt Rita. „Und es war einmal etwas ganz anderes, etwas ganz Neues“. Teresas Partner Christian Riedl umrahmte die Ausstellungseröffnung in den Glurnser Lauben musikalisch. Die Bilder sind bis Dezember 2025 im „Salina“ zu sehen. (mds)

Überall wird gejodelt

Die 11. Ausgabe des OU-Jodelfestes findet in der ersten Septemberwoche im Bildungshaus Schloss Goldrain statt. Das Fest setzt sich zusammen aus Jodelwanderungen und einer Vielzahl an Workshops, einem Konzert und dem traditionellen Jodelclubbing. Das Fest ist für alle da. Ob mit oder ohne Vorkenntnisse. Insgesamt 17 Referent*innen gestalten in zahlreichen Workshops den Kern des Festes. Alle Informationen findet man auf der Website www.oujodelfest.com

Überraschender Besuch

  • Dachzeile: Schluderns

Die Betreiberin der Bar Ortler in Schluderns Esca und ihr Mann Francesco Bognanni staunten kürzlich nicht schlecht, als der bekannte Skistar aus Ulten Dominik Paris zusammen mit einem Begleiter ihr Lokal betrat. Von der Schweiz kommend, wo er am 17. Jänner 2026 bei der Lauberhorn Abfahrt in Wengen den sechsten Platz erobert hatte, setzte er sich an den Tisch und bestellte eine Pizza. Bereits in den Jahren zuvor war Paris auf der Durchreise in der Bar Ortler eingekehrt, damals noch geführt von Ossi Pichler und Zuzanna Kuchelbacher. Die Erfolgsserie von Dominik Paris hatte am 29. Dezember 2012 mit dem Abfahrtssieg Sieg auf der Stelvio Piste in Bormio begonnen und war dann am 26. Jänner 2013 mit dem Sieg auf der „Streif“ in Kitzbühl fortgesetzt worden. Mittlerweile hat er bereits seine dritte „Goldene Gams“ aus Kitzbühl daheim stehen, genauso wie andere Trophäen darunter eine Weltmeisterschafts-Goldmedaille im Super G. Bei der Abfahrer am vergangenen Wochenende in Crans Montana erreichte er Platz zwei. Paris ist bestens in Form, Olympia kann kommen. Sein Ziel ist eine olympische Medaille. (mds)

Ulrike Kindl referiert zu Michael Gaismair

„Tirol sähe heute anders aus, wäre der Entwurf von Gaismairs Landesordnung damals auch nur ansatzweise beachtet worden.“ Ein Satz in einer Einladung, der aufhorchen lässt. Der Heimatpflegeverein Partschins lädt am Mittwoch, den 24. September 2025 mit Beginn um 19.30 Uhr in den Rittersaal der Stachlburg zum Vortrag mit Dr. Ulrike Kindl „Michael Gaismair der Traum von einem anderen Tirol“. Nach 500 Jahre eines gewollten Vergessens.

Umfahrung Rabland: Kosten genehmigt

  • Dachzeile: Bozen/Rabland

Die Verwirklichung der Umfahrung von Rabland rückt näher: Am 6. März hat die Landesregierung auf Vorschlag des Landesrats für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider, die technischen Eigenschaften und die Kosten des Projekts genehmigt. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die nächsten Planungsschritte für dieses Vorhaben fortzusetzen.
Die Vinschger Staatsstraße führt derzeit direkt durch das Ortszentrum von Rabland und weist den Großteil des Jahres ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Die dem Ressort für Infrastrukturen und Mobilität vorliegenden Daten zeigen ein durchschnittliches tägliches Verkehrsaufkommen von rund 17.000 Fahrzeugen, mit Spitzenwerten von über 22.000 Fahrten am Tag in besonders intensiven Zeiten.
Mit der Verwirklichung der Umfahrung könne der Durchzugsverkehr aus dem Ortszentrum herausgeleitet werden, wodurch die Verkehrsbelastung im Dorf sinke und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert werde.
„Mit diesem Schritt schaffen wir die Grundlage, um ein seit langem erwartetes Infrastrukturprojekt zu verwirklichen. Die Umfahrung von Rabland ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die wir im Vinschgau zur Verbesserung der Verkehrssituation und zur Erhöhung der Lebensqualität in den Ortschaften umsetzen“, betonte der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider.
Zu den Hauptzielen des Projekts gehören die Reduzierung des Verkehrs im Ortszentrum, eine Verringerung der Lärm- und Luftschadstoffemissionen sowie eine erhöhte Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Landeshauptmann Arno Kompatscher, der gemeinsam mit Landesrat Alfreider an der Pressekonferenz teilgenommen hat, erinnerte daran, „dass es in Südtirol noch Straßenabschnitte gibt, für die Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssituation gefunden werden müssen – insbesondere an einigen neuralgischen Punkten wie etwa in Rabland. Landesrat Alfreider ist es jetzt, gemeinsam mit den lokalen politischen Vertreterinnen und Vertretern gelungen, eine gute technische Lösung für Rabland zu finden, die nun umgesetzt werden kann“, erklärte Kompatscher.
Die Gesamtkosten des Vorhabens werden auf rund 75 Millionen Euro geschätzt, einschließlich der Bauarbeiten und der für die Umsetzung notwendigen technischen Ausgaben. Das Projekt ist Teil des mehrjährigen Infrastrukturplans des Landes Südtirol.

Und nun vor das Kassationsgericht

  • Dachzeile: Mals/Bozen

Der Streitfall Südtiroler Energieverband SEV gegen die Gemeinde Mals geht in die nächste Runde und zwar vor das Kassationsgericht. Weil der Vinschgerwind den Rechtsfall seit Jahren begleitet, zur Erinnerung: Der SEV ist beauftragt, den Strom aus dem Kraftwerk Saldur auf der Börse zu verkaufen. Der für den Rechtsstreit interessante Zeitraum ist das Jahr 2021. 2021 gibt es im Saldurwerk einen Maschinenschaden, so dass zwei Monate lang kein Strom produziert werden kann. Dem SEV wurde vertraglich eine bestimmte Menge Strom pro Jahr zugesichert. 2021 kann diese Menge nicht geliefert werden. Der SEV klagt die Gemeinde Mals (mit 70% an der Saldur Konsortial GmbH Mehrheitseigentümerin, 30 % Fraktion Matsch) vor dem Landesgericht auf Schadenersatz (Steitwert mehr als eine Million Euro). Die Gemeinde Mals lässt sich mit Rechtsanwalt Karl Zeller in den Streit ein - und gewinnt. Der SEV rekurriert vor dem Oberlandesgericht - und verliert wieder. Und nun rekurriert der SEV gegen dieses Urteil vor dem Kassationsgerichtshof. Die Gemeinde Mals hat kürzlich wiederum Karl Zeller mit der Causa beauftragt. Zeller, so eine der Begründungen, sei mit der komplexen Sachlage bestens betraut. Zumal in 1. Instanz vor dem Landesgericht Bozen und in 2. Instanz vor dem Oberlandesgericht Trient beide Verfahren zugunsten der Gemeinde ausgegangen sind. (eb)

Verdienstmedaillen des Landes Tirol

  • Dachzeile: Innsbruck/Vinschgau

Zu Mariä Himmelfahrt, am 15. August, ehren Tirol und Südtirol alljährlich Menschen, die sich in besonderer Weise für andere einsetzen und das gesellschaftliche Miteinander stärken. In der Kaiserlichen Hofburg zu Innsbruck verleihen Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher und Tirols Landeshauptmann Anton Mattle heuer 105 Frauen und Männern die Verdienstmedaille des Landes Tirol – darunter 28 Südtirolerinnen und Südtiroler. Die Verdienstmedaillen gingen heuer an folgende Vinschger: Bernhard Köllemann, Langtaufers - Verdienste um die Talgemeinschaft Langtaufers in den Bereichen Zivilschutz und Rettungswesen, Sport und Soziales, Kultur und Freizeit sowie Landwirtschaft; Josef Kuppelwieser, Latsch/Tarsch - Kulturelle und soziale Verdienste in Latsch; Karl Luggin, Laas -Verdienste um das Feuerwehrwesen im Untervinschgau; Ludwig Veith, Prad am Stilfserjoch - Kulturelle Verdienste um die Heimatforschung, Chronistentätigkeit und Einsatz zur Erhaltung der Kulturgüter und Heinrich Zoderer, Schlanders - Verdienste um die Umwelt als Vorsitzender der Umweltschutzgruppe Vinschgau.

Verleihung der Verdienstmedaille

  • Dachzeile: Stellungnahme

Unser freier Mitarbeiter Heinrich Zoderer hat am Hochunserfrauentag in Innsbruck die Verdienstmedaille des Landes Tirol überreicht bekommen. Heinrich Zoderer hat folgende Stellungnahme verfasst:
„Mit Freude und Dankbarkeit nehme ich diese Auszeichnung der Länder Tirol und Südtirol als ehemaliger Vertreter und Vorsitzender der Umweltschutzgruppe Vinschgau entgegen. Ich betrachte diese Auszeichnung als Anerkennung für die Umweltschutzgruppe Vinschgau und die verschiedenen Vereine und Verbände im Vinschgau, die sich ehrenamtlich und aus Überzeugung für den Natur- und Umweltschutz und besonders für die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn, gegen den Ausbau der Straße und den zunehmenden Transitverkehr eingesetzt und damit eine Verkehrswende in Südtirol eingeleitet haben.
Ich nehme diese Ehre entgegen auch in Erinnerung an Florin Florineth, den Gründer und langjährigen Vorsitzenden der Umweltschutzgruppe Vinschgau, der in erster Linie eine Auszeichnung durch das Land Südtirol verdient hätte, aber leider vor 2 Jahren verstorben ist.
Ich nehme diese Auszeichnung auch im Bewusstsein entgegen, dass die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn nur in einem Zusammenspiel und in Zusammenarbeit der Umweltschutzgruppe mit vielen anderen Vereinen, mit der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und der Landesregierung gelingen konnte. Deshalb ist es mir ein Anliegen zu diesem Anlass an drei Personen aus dem Vinschgau zu erinnern, die sich mit großem Einsatz für die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn eingesetzt haben: neben dem bereits erwähnten Florin Florineth, den ersten Vorsitzenden der Umweltschutzgruppe Vinschgau, sind dies Wolfgang Platter, der ehemalige Bürgermeister von Laas und Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und Richard Theiner, der frühere Vinschgauer Vertreter im Südtiroler Landtag und in der Landesregierung.
Sowohl Platter als auch Theiner waren auch Ausschussmitglieder der Umweltschutzgruppe Vinschgau, Wolfgang Platter war auch Gründungsmitglied der Umweltschutzgruppe im Jahre 1981.
Heinrich Zoderer
Ausschussmitglied und Vorsitzender
der Umweltschutzgruppe Vinschau
von 1986 bis 1997

Schlanders, den 15. August 2025“

Volkskrankheit Rheuma

  • Dachzeile: Prad/Rheuma-Liga

Rheuma ist ein komplexes Krankheitsbild mit 400 verschiedene Erkrankungen. Rund 1 – 2  % der Bevölkerung sind betroffen. Das meinte Klaus Putzer, Rheumatologe und Internist am Krankenhaus Meran/Schlanders und Sterzing am 14. Oktober im Bürgersaal des Gemeindehauses von Prad. Betroffen von dieser Krankheit sind vor allem Frauen ab einem bestimmten Alter, aber auch Kinder und Jugendliche. Eingeladen zu diesem Informationsabend hat die Rheuma-Liga und der Bildungsausschuss Prad. Werner Altstätter vom Bildungsausschuss konnte Betroffene und Interessierte begrüßen. Birgit Kaschta, Vorstandsmitglied der Rheuma-Liga Südtirol, berichtete, dass es die Rheuma-Liga als ehrenamtlich geführte Selbsthilfegruppe seit 1990 gibt. Sie hat 2.500 Mitglieder und organisiert rund 170 Kurse im ganzen Lande z.B. Wassergymnastik, Qigong, Wanderungen und Kuraufenthalte. Selbsthilfegruppen werden unterstützt, auch eine Jugendgruppe, die Young Rheumatics für junge Erwachsene von 16 bis 35 Jahren. Rita Feierabend aus Prad hat 15 Jahre lang die Rheuma-Liga im Vinschgau vertreten, nun hat dieses Amt Marianne Pircher aus Schlanders übernommen. Klaus Putzer erklärte, dass Rheuma ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen ist, die hauptsächlich Gelenke, Knochen und Bindegewebe betreffen, aber alle Organe beeinträchtigen können. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis. Es ist eine Gelenksentzündung, es kommt zu Schwellungen und zu großen Schmerzen. Durch Medikamente bzw. Spritzen kann die Entzündung verringert werden. Die Arthrose ist eine Gelenkabnutzung ohne Entzündung, meistens beim Kniegelenk oder an der Hüfte. Bewegung, Wärme und eine gesunde Ernährung können vorbeugen und die Schmerzen lindern. Putzer sprach außerdem über Psoriasis, die Schuppenflechte, Gicht, Osteoporose (Knochenschwund im Alter), Fibromyalgie (eine chronische und schmerzhafte Erkrankung, die die Muskulatur, Wirbelsäule und verschiedene Organe betreffen kann) und über ME/CFS, das chronische Fatigue Syndrom. Diese noch wenig erforschte Erkrankung äußert sich in einer extremen Erschöpfung, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. (hzg)

 

Nähere Informationen: www.rheumaliga.it

Vollversammlung des AVS Untervinschgau

  • Dachzeile: Naturns
  • Weitere Fotos - 1:

Am 17. Jänner fand im Bürger- und Rathaussaal von Naturns die 68. Mitglieder Vollversammlung der Alpenvereinssektion Untervinschgau statt. Nachdem bereits vorher in der Pfarrkirche ein gemeinsamer Dankgottesdienst gefeiert wurde, begrüßte der Sektionsleiter Josef Auer die zahlreich erschienen Mitglieder der Sektion, sowie die Ehrengäste.
Anschließend berichteten die Referenten für Wege, Umwelt, Sportklettern, der Schutzhütten sowie für die Seniorenwandergruppe, begleitet von Fotopräsentationen, über ihre rege Tätigkeit im vergangenen Jahr. Außerdem wurde über die zahlreichen Ausflüge der Tourengruppe berichtet und der Sektionsleiter bot einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten des Vereins: Der AVS Untervinschgau zählt 1911 Mitglieder, davon gehören 312 der Sektion Schnalstal an. 2025 gab es an 63 Tagen Angebote des Vereins, außerdem haben die Sektionsmitarbeiter insgesamt an 24 Tagen an Weiterbildungsangeboten teilgenommen und 30 Wegpaten betreuen gewissenhaft die Wanderwege des Bezirkes. Zudem bedankte Auer sich bei den zahlreichen Sponsoren sowie beim Tourismusverband und den Forstämtern für die gute Zusammenarbeit.
Nach dem abschließenden Kassenbericht erfolgten die Ehrungen der langjährigen Mitglieder, wobei vor allem Friedrich Ganthaler und Hans Fliri für ihre 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden.
Abschließend gab es für alle Anwesenden ein gemeinsames Abendessen, sodass der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein abgeschlossen wurde.
Um weitere Touren auch kurzfristig planen zu können, gibt es seit heuer sowohl für Familien als auch für Sportkletterer jeweils eine eigene WhatsApp Gruppe. Interessierte können sich bei den zuständigen Referenten melden, um den Gruppen hinzugefügt zu werden.
Anna Pfitscher

Infos:
Ennemoser Karin (Familien)
Telefon: 3402556581
Gorfer Stefan (Sportklettern)
Telefon: 3495504667

Von der Idee zum marktfähigen Produkt

  • Dachzeile: Vinschgau/Basis

Zwei praxisnahe Workshop-Tage in der Culinary Craft Academy der BASIS Vinschgau Venosta zeigten am 18. und 19. November, wie aus überschüssigem Obst und Gemüse hochwertige und marktfähige Produkte entstehen können. Unter dem Titel „Frucht im Fokus“ und „Gemüse im Fokus“ drehte sich alles um nachhaltige Lebensmittelverarbeitung mit dem multifunktionalen System roboqbo.
In enger Zusammenarbeit mit Expert:innen des NOI Techpark erhielten die Teilnehmer:innen Einblicke in moderne Verarbeitungstechnologien und erfuhren, wie Rezepturen effizient entwickelt, getestet und für unterschiedliche Produktionsmengen skaliert werden können. Die Workshops zeigten auch, welches Potenzial in der Partnerschaft zwischen BASIS und NOI Techpark steckt: Gemeinsam eröffnen sie lokalen Landwirt:innen, Direktvermarkter:innen und Gastbetrieben neue Wege, überschüssige oder nicht perfekt aussehende Rohstoffe wertschöpfend zu verarbeiten – und so nachhaltige, kreative Produkte zu entwickeln.
Für die Nutzung der Anlage können Unternehmen – einschließlich landwirtschaftlicher Betriebe – Fördermittel der Provinz in Anspruch nehmen. Der Lab Bonus ist ein schnelles und unbürokratisches Instrument, das den Zugang zu qualifizierten Forschungseinrichtungen wie der Culinary Craft Academy (CCA) und der roboqbo-Anlage in der BASIS erleichtert. Mit dieser Förderung lassen sich sowohl die Nutzungskosten als auch F&E-Leistungen wie Analysen und Produkttests um bis zu 65 % (max. 30.000 €) reduzieren, um Innovationsprojekte effizient weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltungen fanden im Rahmen des EFRE-Impact-Projekts statt und unterstrichen, wie technische Innovation, Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung in der Vinschger Lebensmittelwirtschaft zusammenspielen können.

Wallnöfers Aufstieg in die Serie A

  • Dachzeile: Schlanders

Manches geht in Schlanders ratz fatz. Seit der Aktualisierung der Web-Seite der Gemeinde, zuletzt am 20. April, scheint Werner Wallnöfer (Bild) weder im Ausschuss noch im Gemeinderat auf. Was aufscheint ist, dass Wallnöfer bis zum 17. April Gemeindereferent war. Der zur Mitte der Legislatur geplante fliegende Wechsel von Wallnöfer zum Göflaner Martin Wielander ist also früher erfolgt als geplant. Den Grund dafür hat Barbara Varesco von den Ebner’schen „Dolomiten“ geliefert: Der Rechtsanwalt Werner Wallnöfer, Sohn des ehemaligen BM Johann, wird Direktor im Gemeindeverband und damit Nachfolger vom langjährigen Direktor Benedikt Galler. Dazu, so stand es im Tagblatt, lässt sich Wallnöfer aus dem Anwaltsverzeichnis streichen, um dann in die Einkommensserie A mit einem Bruttogehalt von 170.000 Euro aufsteigen zu können. Wallnöfer, ehemals „portaborse“ unter anderem von Sepp Noggler im Regionalrat und später Rechtsanwalts-Azubi beim großen Meinhard Durnwalder, trifft beim Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller quasi auf einen Jugendfreund. (eb)

Walpurgisnacht

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde in keltischen und germanischen Kulturen als wichtiger Übergang gefeiert. Die Kelten nannten dieses Fest Beltane. Es war eines der vier großen Jahreskreisfeste und markiert den Beginn des Sommers, eine Zeit von Fruchtbarkeit, Feuerkraft und Lebensfreude. Es ist der älteste und klarste Ursprung der späteren Walburgisnacht. Mit Feuer, Tanz und Ritualen sollten Naturgeister besänftigt und Unheil abgewehrt werden. Die Walburgisnacht entstand aus einer Verschmelzung heidnischer Frühlings- und Schutzrituale mit dem christlichen Gedenken an die heilige Walburga, eine englische Äbtissin, die am 1. Mai 870 heiliggesprochen wurde. Walburga gilt als Schutzpatronin gegen Seuchen, Hungersnot, Missernten und böse Geister. Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai galt im Mittelalter als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg, aber auch an anderen erhöhten Orten, ein großes Fest abhielten. Die Walpurgisnacht wurde besonders durch Goethes Faust bekannt. Der Mythos von auf Besen fliegenden Frauen, die sich zum Tanz mit dem Teufel trafen, zog sich ab dem 14. Jahrhundert durch die Geschichte. Seit den 1970er Jahren ändert sich das Ansehen von Hexen. Sie gelten nicht mehr als hässlich, aggressiv und böse. Das liegt an der aufkommenden Frauenbewegung. Sie definiert die Hexe als Symbolfigur der Emanzipation. Frauen verkleiden sich als Hexen und treten mit Trommeln und Trillerpfeifen auf. Der Hexenkult ist heute eine Form der sozialen und politischen Bewegung von selbstbewussten und emanzipierten Frauen. (hzg)

Warnung vor Erpressungen

  • Dachzeile: Schlanders

Dem pensionierten Carabinieri Domenico Clemente aus Schlanders ist es ein großes Anliegen, alle und vor allem ältere Leute vor dem sogenannten „Enkeltrick“ zu warnen. Über Telefon, über Whatsapp, über Telegram, auch über E-Mail melden sich Leute, die sich als Enkel, als Sohn oder Tochter, als Verwandte ausgeben und sogar als Ordnungskräfte auftreten können, um mit schwindligen Ausreden sofortige Geldüberweisungen zu fordern. Clemente hat schon öfters, leider zu spät, Opfer solcher Machenschaften kennen gelernt. Kritik äußert Clemente gegenüber Geldinstituten, die doch fremde Bankdaten bemerken und die älteren Personen warnen müssten. (eb)

Was macht ihr mit den gesperrten Wegen?

  • Dachzeile: Partschins

Unsere bisherigen mündlichen Nachfragen zu den konkret gesetzten Maßnahmen wurden jedoch nur unzureichend beantwortet“, sagt die Bürgerliste von Partschins und deshalb hat sie eine schriftliche Anfrage eingereicht und zwar betreffend private Wege, die seit kurzem gesperrt sind. „Konkret ist seit Juli 2025 der direkte Zugang von der Zielstraße zum östlichen Einstieg des Rablander Waalweges mittels einer Kette gesperrt. Im November 2025 wurden zudem zwei Durchgänge von der Peter-Mitterhofer-Straße in Richtung Pröfingweg geschlossen. Bei einem dieser Durchgänge befand sich seit vielen Jahren eine Sitzbank, die nahezu täglich – insbesondere von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern – genutzt wurde und die, nach einer kurzzeitigen “Verlegung” auf den Gehsteig, vor einigen Wochen definitiv entfernt wurde“, schickt die Bürgerliste voraus und fragt die Gemeindeausschussmitglieder, was man den da tue, ob man mit den Grundeigentümern rede und welche konkreten Schritte man da plane.
In den Antworten bleiben die Ausschussmitglieder sehr vage. „Es wird mitgeteilt, dass seit Juli 2025 verschiedene Gespräche in obiger Angelegenheit geführt wurden“, steht in den Antworten, die der Gemeindesekretär Hubert Auer bei der Ratssitzung am 14. April vorgelesen hat. Und unter anderem: „Das Privateigentum wird respektiert und ein Enteignungsverfahren (...) wird daher nicht angestrebt. Es werden weiterhin Gespräche mit dem Grundeigentümer geführt, um die Möglichkeit einer öffentlichen Zugänglichkeit für die Dorfbevölkerung zu prüfen. Konkrete Zeiträume für eine Umsetzung können derzeit noch nicht angegeben werden.“ Die Antwort ist etwas eigenartig, weil in der Anfrage der Bürgerliste das Wort „Enteignung“ gar nicht vorkommt. Eine Diskussion über die Antworten gab es im Rat nicht, weil die Geschäftsordnung eine solche nicht vorsieht. (eb)

Wattturnier für den guten Zweck

  • Dachzeile: Vinschgau/Goldrain

Eine Gruppe Vinschgerinnen lädt zum traditionellen Benefiz-Wattturnier am 21. Februar 2026, dieses Mal im Vereinshaus von Goldrain zugunsten des Projektes der Stiftung „Vida y Esperanza“ (deutsch Leben und Hoffnung) in Bolivien. Beginn ist 14.00 Uhr (Nenngeld 25 Euro inklusive Essen). Der Reinerlös geht an das dortige Hilfsteam um die Koordinatorin Mirtha Oviedo, das sich vor Ort im Randgebiet der Stadt Cochabamba um Familien kümmert. Das Leben dort ist geprägt von der Landflucht der Menschen, die in der Großstadt ein besseres Auskommen suchen und meist enttäuscht werden. Das Projekt „Vida y Esperanza“ basiert auf drei Säulen: 1. Bildungsprogramme, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung im schulischen Bereich, da die Eltern meist Analphabeten sind; 2. Unterstützung der Familien, wenn Lebensmittel, Medikamente und Schulmaterialien fehlen; 3. Soziale und psychologische Begleitung der Familien, in denen meist eine ungleiche Machtverteilung zwischen Frauen und Männern herrscht, oft geprägt von Arbeitslosigkeit, Gewalt und Alkoholsucht. Die Vinschger Frauen begleitet das Bolivien Projekt bereits seit Jahren. Sie versichern, dass auch der Watt-Erlös mithilft, speziell den Kindern in Südamerika einen positiven Weg in die Zukunft zu zeigen. Anmeldung bis 19. Februar unter der Telefonnummer 349 007 4078 (mds)

Weihnachtsmarkt

  • Dachzeile: Schlanders
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Er ist jedes Jahr ein Magnet, der viele Besucherinnen und Besucher anzieht: der traditionelle Markt im Haus Slaranusa in Schlanders am ersten Adventsonntag. Von 9.30 bis 17.00 Uhr standen die Türen offen und eine große Auswahl an handgefertigten Produkten aus der Werkstatt – liebevoll gestaltet und ideal als besondere Weihnachtsgeschenke - bereit. Für die Kinder gab es auch heuer wieder die beliebte Backstube, für die Besucherinnen und Besucher hausgemachte Suppen, Kuchen und Krapfen. Die Menschen im Haus Slaranusa freuten sich über die vielen Besucherinnen und Besucher.
Abseits vom Weihnachtsmarkt steht der Dorfladen in der Göflanerstraße 5 immer von Montag bis Freitag von 09.15 bis 12.00 offen. Und: Alle Produkte sind auch im Haus Slaranusa von Mo. bis Fr. von 08:30 bis 15.30 Uhr zu erwerben.

Weltklimaspiel

  • Dachzeile: Schlanders

Wie komplex die globale Klimakrise ist, erfuhren die Abschlussklassen der Fachschulen für Metall/Robotik und Bautechnik am Berufsbildungszentrum Schlanders im Rahmen des Weltklimaspiels.
Vom 19. bis 23. Jänner 2026 nahmen die Abschlussklassen der Fachschulen für Metall/Robotik und Bautechnik am Berufsbildungszentrum Schlanders an einer Projektwoche zur Klima- und Umweltbildung teil. Im Mittelpunkt stand das interaktive, app-gestützte Weltklimaspiel, das die komplexen Zusammenhänge von Klimawandel, Wirtschaft und globaler Gerechtigkeit erlebbar macht.
In ihren Rollen als Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft trafen die Schülerinnen und Schüler über mehrere Spielrunden hinweg eigenständige politische und wirtschaftliche Entscheidungen und setzten sich unmittelbar mit deren Auswirkungen auseinander. Dabei wurde deutlich, wie eng ökologische, ökonomische und soziale Prozesse miteinander verknüpft sind.
Das Spiel förderte insbesondere Kooperation, Verhandlungskompetenz und Verantwortungsbewusstsein und zeigte, dass nachhaltige Lösungen nur durch gemeinsames Handeln möglich sind. Am Ende der Woche zogen die Teilnehmenden ein positives Fazit und nahmen neben einem vertieften Verständnis der Klimakrise auch die Erkenntnis mit, dass persönliches und gesellschaftliches Engagement wirksame Veränderungen bewirken kann.

Wenn Martin Fliri Dane ruft, kommen die Tauferer

  • Dachzeile: Taufers im Münstertal

Wenn der Geist vom 2019 verstorbenen Martin Fliri Dane ruft, dann kommen die Bürger:innen von Taufers, um zu lauschen, um zu staunen. Martin Fliri Dane war ein liebenswürdiger Tausendsassa, der Dinge und Themen eingestielt, Menschen in Verbindung gebracht und viele Leute zum Staunen und zum Kopfschütteln gebracht hat. Am 7. Februar hat der Bildungsausschuss Glurns-Taufers zu einem Vortrag in die Turnhalle geladen. „Grüße von der Marillenreise - Vortrag zu den Reisen von Martin Fliri Dane ins Hunza Tal/Pakistan 1993 - 1998“. Allein der Titel hat Neugier und wohl auch viele Erinnerungen an Martin Fliri Dane geweckt und so sind eine stattliche Anzahl Zuhörerinnen und Zuhörer in den Turnsaal von Taufers geströmt. Samstag Abend - Fliri-Dane Kino.
Fotograf war er, der Martin Fliri Dane, erinnerte Michael Fliri, der für den Bildungsausschuss die Begrüßung und die Einführung unternomment hat. Fotograf auch für den Bergsteiger und Skifahrer Heini Holzer, Dane war Mitbegründer des Weißen Kreuzes Südtirol, 18 Jahre lang hat er für die Tageszeitung Dolomiten geschrieben (Man habe ihm soviel bezahlt, dass er kündigen musste, hat er einmal gesagt), er war Kellermeister in einem Nobelhotel in St. Moritz. Michael Fliri hat die Aufzählung unterbrechen müssen, denn ansonsten hätte diese wohl den ganzen Abend eingenommen. Es gehe heute Abend um die Hunza-Marille, eine der ältesten Marillensorten der Welt, geschmackig, gesund.
Den Vortrag bestritten haben dann der Künstler Pascal Lampert und Katharina Hohenstein, die entlang von Dane-Bildern, Reiseberichten und Auszügen aus den Tagebüchern Vergangenheit und Gegenwart von Danes Pakistanreisen (bis ins uigurische Kashgar) geschildert haben. Lampert hat einen im damals noch freien Vinschger veröffentlichten Reisebericht von 1993 und aus Danes Tagebüchern von 1996 zitiert und Hohenstein hat die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zustände Pakistans und Chinas (bei erheblichen akustischen Schwierigkeiten) hinzugesellt.
Nach dem Vortrag gab es getrocknete Hunzamarillen, die - das unglaubliche internationale Geflecht von weiland Martin Fliri Dane funktioniert immer noch - den Weg aus dem Hunzatal über London nach Taufers gefunden hatten. (eb)

Wer will die „alte Sennerei“?

  • Dachzeile: Kortsch

Die Landesregierung hat kürzlich einen Verkaufsbeschluss der Fraktion Kortsch kurzerhand annulliert bzw. als verfallen erklärt. Grund für diese Maßnahme war ein zu altes Schätzgutachten. Die Fraktion Kortsch unter Präsident Martin Reich hatte am 14. Mai 2025 beschlossen, die „alte Sennerei“, die längst schon zum Verkauf angeboten und dies öffentlich aufgeschlagen worden war, endlich an die WEMA, also an die Baumogule Bernie Wellenzohn und Klaus Mair zu verkaufen. Vor einem Jahr wollte die „alte Sennerei“ in Kortsch (Bild) zum Schätzpreis von 165.880 Euro noch niemand haben, auch die unmittelbaren Anrainer in der Hans-Straße nicht, worauf die Fraktion den Ausrufungspreis auf 160.000 Euro gesenkt hat und schließlich von der WEMA 170.100 Euro geboten bekam. „Da machen wir halt ein neues Schätzgutachten“, sagt Martin Reich zum Beschluss der Landesregierung. Und man werde die Sennerei wohl nach einem königlichen Dekret aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Versteigerung ausschreiben müssen. (eb)

Wie geht es Dir?

  • Dachzeile: Gesundheit

Im mechanistischen Weltbild wurde der Körper als eine funktonale Einheit betrachtet, die man als reine Materie analysieren und sezieren kann. Mehr und mehr wird auch in unseren Breitengraden klar, dass der Körper eng mit der Seele verbunden und Ausdruck des Geistes ist. Früher sagte man, der Körper sei der Tempel der Seele. Hat die Seele einen Körper oder der Körper eine Seele?
Jedenfalls sind sie untrennbar miteinander verbunden. Je besser wir unseren Körper spüren lernen, umso größer wird unser Körperbewusstsein. In der Bewegung wird dieses Erspüren eine nie s12 EMOendende Entdeckungsreise. Manchmal zwickt es da, manchmal bremst es dort, manchmal sind wir weich und flexibel und manchmal verhärtet und verspannt, manchmal ausdauernd und kraftvoll, manchmal müde, schwach und kurzatmig.
Nimm jede Frage „Wie geht es Dir?“ als willkommene Einladung, in dich hinein zu spüren und drei Eigenschaftswörter zu finden, die Deinen aktuellen Zustand am besten beschreiben. „Gut“ ist eine Bewertung und gibt keine Information – weder dir selbst noch dem anderen. Wie wäre es, statt „gut“ zum Beispiel „glücklich, aktiv, ausgeschlafen, motiviert, voll beschäftigt mit tollen Aufgaben“ zu sagen? Probier es mal aus…

Petra Gamper
GesundSein
Seminare - Coaching - Training
www.petra-gamper.com

Wie war das mit Anne Frank?

  • Dachzeile: Juvi - Jugendtheater Vinschgau

Mit dem Projekt „Stage up!“ haben sich fünf Girls derselben Altersstufe bei Juvi - Jugendtheater Vinschgau zusammengefunden, die gemeinsam den Lehrgang besucht haben. Sie deponierten bei ihrer Kursleiterin Nadia Schwienbacher den Wunsch ein richtiges Theaterstück zu entwickeln, indem eine weibliche Persönlichkeit behandelt werden sollte. Und so kam man ziemlich schnell zu Anne Frank - dem jüdischen Mädchen, dessen Tagebücher weltberühmt wurden. In dem Stück taucht die Gruppe, bestehend aus 5 Oberschülerinnen und einer Lehrerin dann direkt in die Materie ein. Ein Klassenausflug, der in die Geschichte führt und das Leben der Gruppe nachhaltig verändert! „Als Jugendtheater Vinschgau freuen wir uns über Eigeninitiativen junger Leute und wollen, wenn möglich, diesen auch ihren Platz geben“, so kommentierte die Obfrau Nadja Senoner. Durch die kompetente, geduldige und ausdauernde Führung der Theaterpädagogin Nadia Schwienbacher konnte das Vorhaben letztendlich realisiert werden.
Am 25. und 26. April ist es soweit! Seid dabei!

 

Jugendtheater
in der Aula der WFO Schlanders
Am 25. April 2026 um 19.30 Uhr
Am 26. April 2026 um 17.00 Uhr

Reservierungen unter 3489387131,
über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
oder die Ticketline Leo über die Website

WOBI ist zentral

Die Soziale Mitte der SVP unterstreicht angesichts der aktuellen Diskussion rund um das WOBI dessen zentrale Bedeutung für den sozialen Wohnbau in unserem Land.

Zeit für Chronos, Kairos und Äon

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

In der Bibel, im Buch Kohelet, Kapitel 3 heißt es: Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz. Wir unterscheiden heute oft zwischen Arbeitszeit und Freizeit, wir kennen die Zeit der Kindheit, die Lehrjahre oder Ausbildungszeit und eine Zeit im Ruhestand. Auch die alten Griechen hatten bestimmte Vorstellungen von der Zeit. Sie kannten drei verschiedene Zeitbegriffe: Chronos, Kairos und Äon. Unter Chronos verstanden die Griechen die chronologische, die fortlaufende Zeit, die permanent vergeht. Chronos repräsentiert das quantitative Zeitempfinden. Zeit, die in gleichbleibendem Tempo verrinnt und somit messbar ist. Es sind die Stunden, Tage, Monate und Jahre. Kairos hingegen ist ein günstiger Zeitpunkt, eine gute Gelegenheit. Kairos gibt der Zeit eine besondere Wichtigkeit, es ist ein qualitatives Zeitempfinden. Man muss die Gelegenheit, die Gunst der Stunde am Schopf packen, denn der richtige Augenblick ist flüchtig. Kairos ist die Zeit der Ernte, der Genüsse, der Freuden, der Veränderung oder der Sünden. Etwas unklar ist der Begriff Äon oder Aion. Er bezeichnet ein Zeitalter, die kosmische Zeit oder die Ewigkeit. Es ist die unendliche Zeit. Es können Momente sein, die sich zeitlos anfühlen oder Gefühle, die nicht vergehen. (hzg)

ZEIT:Punkt – Verrückte Zellen treffen StringArt

  • Dachzeile: Kulturhaus Karl Schönherr - Schlanders

Seit 2006 gibt es in Bruneck eine Schreibwerkstatt für Krebs- und Schmerzpatienten, in welcher in kreativen Schreibprozessen das eigene Dasein, die Diagnose, das Leben und der Tod verarbeitet werden. „Der Grundgedanke der Schreibtherapie ist es, den Dingen einen Namen zu geben und das Chaos im Kopf neu auszurichten. Denn Krankheit und Krise - das kennt man aus bestimmten Redewendungen - machen „sprachlos“, „verschlagen einem die Sprache“. Vor einigen Jahren entstand zwischen den Leiter:innen der Schreibwerkstatt Michaela Falkensteiner und Anton Huber und dem Musiker Erich Feichter die Idee einer Zusammenarbeit. In Kooperation mit der Südtiroler Krebshilfe entstand daraus das Projekt Zeit:Punkt, in welchem die Texte von Erich Feichter auf unterschiedliche Weise vertont wurden. Als Crossover lässt sich das Genre klassifizieren. Neben klassischen/zeitgenössischen und Popelementen finden sich auch nordische Klänge und minimal music.
Das Kammerorchester StringART des Collegium Musicum Bruneck unter der Leitung von Erich Feichter, die Sängerin Marion Feichter und der Schlagzeuger Patrick Künig haben dieses Konzertprogramm bereits in mehreren Orten Südtirols aufgeführt und kommen nun auf Initiative der Krebshilfe Vinschgau damit auch zu uns nach Schlanders.
Karten sind im Büro und an der Abendkasse vor der Aufführung erhältlich. Vormerkungen: T 0473 737777 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Unterstützt von der Marktgemeinde Schlanders, dem Amt für deutsche Kultur, der Raika Schlanders, Rechtsanwaltskanzlei Pinggera, Fa. Schönthaler A. & Söhne, Parkhotel „Zur Linde“.

Zug fährt ab 29. März 2026 wieder

  • Dachzeile: Latsch/Vinschgau

Ab 26. Oktober 2025 wird zwischen Mals und Meran kein Zug mehr fahren. Ab da gibt es einen Busersatzdienst. Busse fahren alle halbe Stunde und halten meist in den Dorfzentren. Für die Schüler wird es „Verstärkerfahrten“, also zusätzliche Busse geben. Dies teilte der Amtsdirektor vom Amt für Personenahverkehr Mirko Waldner bei der gut besuchten Info-Veranstaltung im Culturforum Latsch am 6. Oktober mit. Die „Verstärkerfahrten“ haben diverse Ziele, angepasst an Schulen und Schüler. Es sei deshalb, so Waldner, ratsam, gut auf den Fahrplan zu achten. Ex-Landesrat Richard Theiner moderierte den Info-Abend und zeigte sich einmal mehr erfreut darüber, dass mittlerweile viel passiert sein und ein Ende des Riesenprojektes „Elektrifizierung Vinschgerbahn“ absehbar sei.
Der Projektverantwortliche für die Elektrifizierung Michael Prader informierte über die Fortschritte bei den derzeitigen Arbeiten und über die Arbeiten bis März 2026. Oberste Priorität sei es, den 29. März 2026 als Stichtag für die Betriebsaufnahme zu gewährleisten, antwortete Prader auf die Termin-Forderung vom Kastelbeller BM Gustav Tappeiner. Ab April 2026 gebe es dann einen sauberen Halbstundentakt. Und: Ab Dezember 2026 werde es die Verbindung Mals-Innsbruck geben. Dietmar Spechtenhauser regte an, das Oberteil des Zuges zu verblenden, ähnlich dem derzeitigen Südtirologo. Ob denn das neue Signalsystem die Schranken schneller öffne, wollte Hermann Raffeiner Kerschbaumer wissen. Die Technik werde schneller reagieren, die Rotlichtlänge sei bisher allerdings noch nicht gelöst, sagte Prader. Lob gab es von vielen Seiten für das gute Funktionieren des Schienenersatzdienses Mals-Laas. Nicht gut ausgestiegen ist der Marlinger BM Felix Lanpacher. Für Marling gibt es nämlich keine Einbindung. Beide Bezirkspräsidenten Ulli Gamper und Roselinde Gunsch wiesen auf die Wichtigkeit des Zuges hin. (eb)

Zur Payerhütte ein Hoch auf 150 Jahre Berggeschichte!

  • Dachzeile: Bergtour Sulden
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Ein besonderes Jubiläum: Am 25. August 2025 feiert die Payerhütte in Sulden ihr 150-jähriges Bestehen – ein stolzes Alter für eine Schutzhütte, die seit Generationen Bergsteigerinnen und Bergsteiger beherbergt und begleitet. Die Feier ist nicht nur ein Anlass zum Innehalten, sondern auch eine Einladung, sich selbst auf den Weg zu machen: zu einer der eindrucksvollsten Hütten in den Ortler-Alpen.

Der Weg zur Payerhütte von Sulden
Wer den Aufstieg abkürzen möchte, startet an der Bergstation des Sessellifts Langenstein. Von dort folgt man zunächst dem Weg Nr. 10, wechselt dann auf den Weg Nr. 4a und schließlich auf Nr. 4, der zur Tabarettahütte führt. Weiter geht es über die Bärenkopfscharte auf einem stellenweise ausgesetzten, aber gut mit Stahlseilen gesicherten Steig hinauf zur Payerhütte.
Etwas länger, aber landschaftlich ebenso reizvoll ist der klassische Aufstieg vom Ortskern Sulden. Nahe der Pfarrkirche zur Heiligen Gertraud beginnt der Weg Nr. 4, der über die Tabarettahütte ebenfalls zur Payerhütte führt.
Für beide Varianten sollte man eine Gehzeit von etwa 3 bis 3,5 Stunden einplanen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk sind aufgrund des alpinen Geländes unbedingt erforderlich.

Der Weg zur Payerhütte von Trafoi
Am Dorfeingang beginnt der Weg Nr. 19, der sich steil durch den Wald hinaufzieht. Der Pfad führt vorbei an den spärlichen Überresten der Almenrosenhütte und steigt weiter an, bis oberhalb der Baumgrenze auch die verfallene Edelweißhütte erreicht wird. Von dort geht es auf teils schmalen Pfaden weiter hinauf zur Payerhütte, stets mit beeindruckenden Ausblicken auf das Ortler-Massiv.
Für diesen Weg sollten 3,5 bis 4,5 Stunden eingeplant werden – sowie gute Kondition und alpine Erfahrung.
Oben angekommen, bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Gletscherwelt rund um den Ortler, die Königsspitze und den Zebru – ein Panorama, das für die Mühen des Aufstiegs mehr als entlohnt.

Jubiläumsfeier am 25. August
Die Hütte lädt am Montag, 25. August, zur großen 150-Jahr-Feier ein. Geplant sind eine Bergmesse, Musik, eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Hütte sowie kulinarische Köstlichkeiten. Ein Fest für alle, die der Payerhütte verbunden sind – sei es durch Erinnerungen an eine Gipfelbesteigung, eine überstandene Gewitternacht oder einfach durch die Liebe zu den Bergen.
Zum Jubiläum ist das Buch „Die Julius-Payer-Hütte – 150 Jahre alpine Gastfreundschaft am Ortler“ von Karin Ortler erschienen.
Zudem zeigt das Besucherzentrum naturatrafoi im Sommer 2025 eine begleitende Ausstellung zur Hüttengeschichte – ideal für alle, die lieber im Tal bleiben.

Fazit: Die Payerhütte ist mehr als ein Ziel – sie ist ein Symbol alpiner Geschichte. Der Aufstieg dorthin wird zur Reise durch Zeit, Landschaft und Leidenschaft. Und am 25. August gibt es noch einen Grund mehr, ihr einen Besuch abzustatten.

 

Infos und Reservierungen:

Bis ca. 28. September 2025 geöffnet.

Julius-Payer-Hütte
39029 Sulden (BZ)
Tel. +39 0473 613010

Zwei- Drei- und Vier-Päpste-Jahr

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

Im Jahr 2025 gab es zwei Päpste. Am 21. April 2025 starb Papst Franziskus, seit 2013 der 266. Papst in Rom. Am 8. Mai wurde Kardinal Robert Francis Prevost am zweiten Tag des Konklaves im vierten Wahlgang zum Papst gewählt. Er nahm den Papstnamen Leo XIV. an. Dass es zwei Päpste in einem Jahr gibt ist nicht ungewöhnlich. Im Jahre 1978 gab es sogar ein „Drei-Päpste-Jahr“: Papst Paul VI., gewählt 1963, starb am 6. August 1978. 20 Tage später wurde Albino Luciani zum Papst gewählt. Er gab sich den Namen Johannes Paul I. Nach nur 33 Tagen starb er am 28. September 1978 an einem Herzinfarkt. Am 16. Oktober 1978 wurde der Pole Karol Wojtyla zum Papst gewählt und gab sich den Namen Johannes Paul II. Das Drei-Päpste-Jahr 1978 war für viele Menschen eine Sensation, in der Kirchengeschichte war es jedoch kein Einzelfall. Es gab mindestens zwölf Drei-Päpste-Jahre. Einmal saßen sogar vier Päpste binnen eines Jahres auf dem Stuhl Petri. Das war im Jahre 1276, also vor 750 Jahren. Am 10. Januar 1276 starb Papst Gregor X. Am 21. Januar wurde Innozenz V. zum Papst gewählt. Nach einem knappen halben Jahr starb er am 22. Juni. Am 11. Juli wurde Hadrian V. zum neuen Papst gewählt, er starbt aber schon am 18. August an einem Hitzeschlag. Am 8. September wurde Johannes XXI. zum neuen Papst gewählt. Er war ein portugiesischer Arzt und starb bereits im Mai 1277. So ist das Jahr 1276 als das bisher einzige „Vier-Päpste-Jahr“ in die Kirchengeschichte eingegangen. (hzg)