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Mittwoch, 27 Juli 2022 11:00

„I bin afn Doch nou nia ogschlipft“

Rudolf Pinggera, genannt Rudl, aus Langtaufers ist seit über drei Jahrzehnten Kaminkehrer in den Dörfern Schluderns, Glurns und Taufers i. M. Dort kennt er alle Hausfrauen, alle Hausherren und deren Befindlichkeiten. Und er weiß, wie deren Öfen, Kochherde und Kamine funktionieren.

von Magdalena Dietl Sapelza

Halli hallo“, so meldet sich Rudl am Telefon, wenn ihn jemand um seine Kaminkehrerdienste bittet, oder wenn er sich zum Dienst anmeldet. Er ist verlässlich und arbeitet sehr sauber, was viele zu schätzen wissen. Noch gut erinnert er sich an seinen ersten Einsatz als Lehrling im Jahre 1971 in einem Hotel in Sulden. Er musste säckeweise schwarzklebrigen Ruß aus dem Heizraum tragen, der vom Schweröl verursacht worden war. „Selm bin i s‘ earscht Mol ordala drecki gwortn“, lacht er. Den Ruß rubbelte er daheim mit Kernseife von Gesicht und Händen. Seither gehört die Kernseife zu seinem Arbeitsalltag. Rudl verfügt über fünf Garnituren Arbeitskleider und über eine Festtagskluft. Diese trägt er nur zu festlichen Anlässen. Zum ersten Mal trug er die Kluft damals zu Silvester in Sulden, wo er mit Kehrbesen und Kehrkugel stolz als Glücksbringer vor Hotelgästen aufmarschiert ist. „Selm hon i norr a mein erschtn Rausch kopp“, schmunzelt er.
Rudl wuchs in Langtaufers auf dem elterlichen Hof in „Perwarg“ mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Neben dem Schulbesuch gehörte das Ziegenhüten zu seinen Beschäftigungen als Kind. Mit 13 Jahren lernte er das Almleben kennen. Als Unterhirte war er zuerst einen Sommer lang auf der Kaproner Alm beschäftigt, dann beim Galtvieh auf dem Ochsenberg und schließlich auf der Grauner Alm. „Selm ischas streng gwesn“, erinnert er sich. „Zu dritt hobmer zwoamol fa Hond 76 Kiah gmolchn.“
Als er sich Gedanken über seine Berufswahl machte, kam ihm der Zufall zu Hilfe. Der Grauner Kaminkehrer suchte einen Lehrling und fragte ihn. „Nor hon i zearsch amol probiert unt nor weitrgmocht“, sagt er. Er stellte sich geschickt an. Oft musste er ins Innere der Kamine schlüpfen und den Ruß abkratzen. Diese so genannten „Schliafkamine“ befanden sich einst in vielen Küchen. Rudls Lehre dauerte drei Jahre lang. Den theoretischen Teil absolvierte er als Blockunterricht in der Berufsschule in Innsbruck. Als Geselle blieb er noch ein Jahr lang bei seinem Lehrmeister, dann arbeitete er mehrere Jahre nur noch im Winter als Kaminkehrer, und zwar in Leifers und in Meran. In den Sommermonaten war er als Grenzpendler bei einer Tiefbaufirma im Unterengadin tätig. 1988 machte er sich als Kaminkehrer selbständig und übernahm die Zone Schluderns, Glurns und Taufers i. M. Inzwischen hatte er Balbina Köllemann (Jg.1965) aus Pedross kennengelernt, die in einem Gasthof in Graun arbeitete. Die beiden heirateten ein Jahr später und zogen in Rudls Elternhaus in Perwarg. Später richteten sie sich in ihrem neuen Haus nebenan ein, das schon bald drei Kinder mit Leben füllten. Seine Arbeit als Kaminkehrer veränderte sich nach der Inbetriebnahme der Fernheizwerke, die alte Heizkessel überflüssig machten. Seine Arbeit wurde etwas weniger. „Obr i hon’s wirtschaftlich verkroftet“, lacht er. Es gebe noch genügend Herdstellen und Öfen, die zu reinigen sind. Rudl organisiert seine Dienste nach einem vorgezeichneten Plan. Denn laut Kehrordnung ist er verpflichtet, die Wartung der Feuerstellen regelmäßig anzubieten. Ihm ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass das Umweltbewusstsein bei der Nutzung der Heizmaterialien gestiegen ist und dass die meisten Menschen genau schauen, was sie verfeuern. Es gebe aber leider immer noch einige Müllverbrenner. Die schwarzen Schafe erkennt Rudl an der Art der Verrußung. Und er versucht zu sensibilisieren. „Ma sog’s, obr pa viele nutzts holt nit viel“, verrät er. Neben seinem Beruf als Kaminkehrer ist Rudl auch Bauer. Seine zwei Kühe sind derzeit auf der Alm und sorgen für Almbutter und Almkäse. Mit der Milch mehrerer Ziegen produziert er Ziegenkäse für den Eigenbedarf. Dabei hängt er oft seinen Gedanken nach. Er denkt an seine zwei Brüder, die er verloren hat. Der Bergführer Hermann Pinggera war im August 1997 mit seinen beiden Gästen an der Königspitze tödlich abgestürzt. Innerhalb weniger Stunden waren dort am selben Tag sieben Menschen ums Leben gekommen. Gabriel brach im Juni 2016 nach einem Herzstillstand neben ihm zusammen, als beide gerade dabei waren, bei Zerkaser die Kühe zusammenzutrieben.
„S’ Schicksol isch oft grausam“, meint Rudl. „Obr s Lebm geaht olm weitr, ma dorf in Humour nit verliearn.“ Dankbar ist er, dass er selbst immer Glück gehabt hatte, obwohl sein Arbeitsplatz oft ein exponierter war. „I bin afn Doch nou nia ogschlipft“, meint er.
Rudl denkt derzeit darüber nach, als Kaminkehrer in Pension zu gehen und sich ganz seiner kleinen Bauerschaft und der Familie zu widmen. Doch bis es so weit ist, wird sein sympathisches „Halli hallo“ wohl noch einige Male zu hören sein.

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:43

4 Cellos

Kulturhaus Karl Schönherr - Schlanders - Das Violoncello bietet sehr viele unterschiedliche Klangfarben und hat eine riesige Aus-dehnung an Klanghöhen. 4 Celli zusammen im Quartett haben deshalb die Fähigkeit ein richtiges klangliches Erlebnis zu bieten. Da dies auch verschiedene Komponisten der Romantik festgestellt haben, gab es mit der Zeit immer mehr Werke, die tatsächlich für diese Besetzung komponiert wurden. Einige davon werden im Programm vertreten sein, wie aber auch Arrangements klassischer Meisterwerke. Die vier Cellisten/Cellistinnen Matteo Bodini, Antonia Neussl, David Unterhofer und Salome Osenberg spielen u.a. Werke von Beethoven, Verdi, Mozart, Debussy, Schubert, Vivaldi und Tchaikovsky. Als Besonderheit werden auch Songs der Band Metallica und des Celloensembles Apoca-lyptica gespielt.

 Info: www.kulturhaus.it, Tel. 0473 737 777

Unterstützt vom Amt für deutsche Kultur, der Marktgemeinde Schlanders, der Raiffeisenkasse Schlanders, Parkhotel „Zur Linde“ und der Fa. Schönthaler A. & Söhne.

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:42

Der dreifüßige Vierbeiner

Aus dem Gerichtssaal - Diese Rubrik scheint sich einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen. Ein Anzeichen, dafür sind jedenfalls die vielen Rückmeldungen von Lesern, die mir wieder neue Geschichten zutragen. Ein regelrechter Zyklus zeichnet sich ab in der Person jenes Bergführers aus Gomagoi, der in seinen jungen Jahren eifrig „das Büchserl knallen“ ließ, ohne dabei immer mit den gesetzlichen Vorschriften im Einklang zu stehen. Ein Vorläufer des Horst Eberhöfer aus Prad also, der sich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat und vom Wild inzwischen nur mehr aufregende Fotos schießt.
Diese Geschichte vom Vierbeiner erzählte mir der Höller Manni aus Göflan, der frühere Magazineur beim „Konsortium“. Er wohnte lange Zeit im Hause des Fuchsen Sepp. Der wiederum hatte einen Hund, Sedan genannt. Das war ein arger Strolch, ein richtiger Straßenhund. Einmal geriet er sogar mit einer Pfote unter den Lastenzug, worauf er halt auf drei Beinen weiter strolchte. Auf einem seiner Streifzüge kam der Sedan eines Tages auch von Göflan bis Schlanders. Dort verbiss er sich im Hosenbein des damaligen Direktors des Registeramtes, eines gewissen Dr. Tasca. Der war über die Hundeattacke, die zerrissene Hose und den Biss in das Schienbein fuchsteufelswild und stellte den Hundehalter zur Rede. Der legte für seinen Sedan die Hand in Feuer, während der Dr. Tasca darauf beharrte, vom „quadrupedo“, also dem Vierbeiner des Fuchsen Sepp angegriffen worden zu sein. Der Streit zwischen den Beiden eskalierte und wäre wahrscheinlich vor Gericht gelandet, wenn Sepp für seinen Hund nicht ein wasserdichtes und schwer widerlegbares Alibi hätte beibringen können: der hatte nämlich nur drei Beine! So erzählt die Geschichte jedenfalls der nun in Vetzan wohnhafte Höller Manni mit dem ihm eigenen Augenzwinkern!

Peter Tappeiner,
Rechtsanwalt
peter.tappeiner@dnet.it

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:41

Außerste Vorsicht geboten

Südtirol/Vinschgau - Vertreter der Agentur für Bevölkerungsschutz haben am 22. Juli mit der Führungsebene der Bergvereine die Situation im Hochgebirge bezüglich Besteigung analysiert: Die Gletscher schrumpfen immer schneller: Durch strukturelle Veränderungen sind auch die Aufstiegsrouten einem ständigen Wandel unterworfen. Der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger: „Wir appellieren deshalb als gemeinsames Fazit dieser heutigen Bewertungskonferenz an die Eigenverantwortung aller, äußerste Vorsicht auch bei großer Erfahrung walten zu lassen und sich im Vorfeld gut bei Experten vor Ort zu informieren und entsprechend auszurüsten.“ Es gelte, Alternativrouten zu nehmen und sich nicht an vor Jahren gedruckte und deshalb überholte Wanderführer zu halten.

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:37

Grillzeit

Spieße von Schwein und Rind mit Kichererbsen-Salat

Zutaten für 4 Personen:

Spieße
- 300 g Hüfte Schwein,
ca. 2 cm groß gewürfelt
- 300 g Hüfte Rind,
ca. 2 cm groß gewürfelt
- 200 g Zucchini
- 300 g Melanzane
- Salz
- 4 rote Zwiebeln
- 3 Zweige Majoran
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- Pfeffer aus der Mühle

Kichererbsen-Salat
- 1 Dose Kichererbsen, ca. 205 g
- ½ Gurke
- 1 rote Zwiebel
- 1 Zitrone
- 1 EL Olivenöl
- Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- gemahlener Koriander


 

Zubereitung

1. Zucchini und Melanzane putzen, in mundgerechte Stücke schneiden, leicht salzen und beiseitestellen. Zwiebeln schälen und vierteln.

2. Majoranblätter von den Stielen zupfen und fein schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Beides mit Olivenöl mischen.

3. Rind- und Schweinefleisch nach Belieben mit dem vorbereiteten Gemüse auf Spieße stecken, gleichmäßig mit der Majoran-Marinade bestreichen und ca. 30 Minuten zugedeckt bei Zimmertemperatur marinieren.

4. In der Zwischenzeit Kichererbsen abgießen, die Gurke schälen und würfeln, Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden.

5. Für die Sauce Zitrone auspressen, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Koriander verrühren. Kichererbsen, Gurke und Zwiebeln unterrühren und zur Seite stellen.

6. Spieße auf dem vorgeheizten Grill bei mittlerer Hitze ca. 8–10 Minuten grillieren, dabei einmal wenden.

7. Spieße leicht mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Kichererbsensalat servieren.

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:35

Krebshilfe organisiert Sommerausflug

Vinschgau - Das Kloster Marienberg war das erste Ziel der Wandergruppe, organisiert von der Krebshilfe Vinschgau für Betroffene und Mitglieder. Neben jenen aus dem Vinschgau waren auch Mitglieder und Betroffene der Krebshilfe Meran mit dabei. Denen hatte der gebürtige Laatscher Oskar Asam während der Fahrt die Schönheiten des Tales beschrieben. Nach der hl. Messe in der Klosterkirche, zelebriert von Pater Pius, und nach der Begrüßung durch Abt Markus Spanier, führte die Historikerin Helene Dietl Laganda die Gäste in drei Gruppen nacheinander einmal in die weltberühmte Krypta, dann ins neu gestaltete Museum und schließlich zur nahen Kirche St. s15 IMG 6229Stephan. Das uralte, kleine Kirchlein ist Begräbnisstätte der Mönche und besticht durch die spezielle Architektur und durch die jüngst freigelegten Malereien aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Weiter ging die Fahrt nach Schlinig, wo im Hofschank Andrien ein köstliches Mittagessen vorbereitet worden war. Gestärkt wanderte anschließend eine Gruppe, geführt von Erich Pircher (Vorstandsmitglied in der Organisation Krebshilfe Vinschgau) über den Waalweg nach Prämajur und zur Jausenstation Planöf, während sich die andere Gruppe noch einige Zeit unter anderem beim Kartenspiel in Schlinig aufhielt und dann mit dem Bus nachkam. Bei Kaffee und Kuchen und bei Ziehharmonikamusik gespielt von Sepp Sprenger aus Laas/Tarnell klang der Tag beschwingt und fröhlich aus. Corona bedingt nicht dabei sein konnte die Präsidentin der Krebshilfe Vinschgau Helga Schönthaler. Vertreten wurde sie durch Gertraud Kaserer (Schriftführerin im Vorstand). Sie verfolgte den Ausflug über Whatsapp und bedankte sich bei ihr, bei den helfenden Kräften aus dem Vorstand und bei allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben. Ausflüge und Treffen im Rahmen der Krebshilfe dienen dem Austausch zwischen Betroffenen und bietet ihnen eine willkommene Abwechslung. (mds) 

Mittwoch, 27 Juli 2022 12:01

Ritterspielfieber steigt

Schluderns. Die Südtiroler Ritterspiele finden nach zwei Jahren Pause wiederum statt. Vom 19. bis 21. August 2022 kann mittelalterliches Leben unter dem Motto Faszination, Abenteuer und Geschichte in all seinen bunten Facetten genossen werden. Die gute Nachricht: Die Eintrittspreise werden nicht erhöht.

von Magdalena Dietl Sapelza

Das OK-Team vom Verein Südtiroler Ritterspiele lud am 22. Juli zur Pressekonferenz in die Churburg. Und das Ritterspielfieber war deutlich zu spüren. Nach der Corona Pause wird auf dem ehemaligen Flugplatz bei Schluderns wiederum zwei Tage lang buntes mittelalterliches Treiben herrschen, das Klein und Groß begeistert. „Es wird keine Erhöhung der Eintrittspreise geben, denn wir wollen bei den derzeitigen Spekulationen nicht mitmachen“, erklärt der Präsident des Vereins Südtiroler Ritterspiele, Edwin Lingg. „Auch das Kinderprogramm wird wie bisher kostenlos sein.“ Auf dem Gelände werden rund 1.500 Darsteller aus 11 Nationen in 469 Zelten wohnen und für unterschiedliche Attraktionen sorgen. 93 Marktstände werden aufgebaut. Die Akteure aus der Ukraine, Russland und Weißrussland sind wegen der politischen Lage erstmals nicht dabei. Doch sie konnten ersetzt werden. Rund um die Uhr wird Programm geboten. Neun Shows sind zu sehen, sechs Musikgruppen zu hören. Fünf Gaukler- und Artistengruppen werden ihre Künste zeigen, die Kleinen können sich über neun Attraktionen freuen. „Zu den Höhepunkten, auf die wir uns besonders freuen, zählen die Ritterturniere, das römische Streitwagenrennen, die neu gestaltete Nachtshow Historica mit bewegenden Momenten zwischen Menschen und Pferden. Auch Barockpferde und Greifvögel sind in perfekte Harmonie zu bewundern beschreibt Programmkoordinator Mirko Stocker. Für Gänshautmomente sorgen wiederum die Vollkontaktkämpfe (internationaler Wettkampf) und die Calvenschlacht. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung wird der traditionelle Umzug am Samstag durch Schluderns sein. Zur Pressekonferenz gekommen waren neben Presseleuten, BM Heiko Hauser, die Vertreter der Sponsoren Matthias Gögele FORST, Alexander Telser VION, Werner Platzer, Andrea Dietrich, Karl Schwabl RAIKA sowie Katharina Fritz von der Ferienregion Obervinschgau.
Der Vorverkauf mit ermäßigten Preisen ist bereits angelaufen. Dieses Angebot kann bis einschließlich 14. August genutzt werden. Günstig sind beispielsweise die 3-Tageskarten. Eine Familienkarte (zwei Erwachsene + drei Kinder/Jugendliche bis 15 Jahre) ist im Vorverkauf für 78 Euro erhältlich.

 

Infos: Vorverkauf online auf
www.ritterspiele.it, Direktverkauf: in den Tourismusbüros Mals und Schluderns

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:33

Der rote Teppich ist ausgerollt

 Zu Jahresmitte lässt sich die Zwischenbilanz 2022 für Südtirols Wirtschaft durchaus sehen: der Tourismus hat angezogen, die Investitionsbereitschaft bleibt robust, der Außenhandel bricht alle Rekorde, die Anzahl an lohnabhängig Beschäftigten im Allzeithoch. Unsicherheitsfaktoren wiegen aber schwer: Energiepreisschock, Rezessionsängste, Lieferengpässe, ein mögliches Wiederaufflammen der Pandemie, der Ukraine-Krieg. Trotzdem: Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Südtirols in den nächsten 12 Monaten sind die vom AFI|Arbeitsförderungsinstitut befragten Arbeitnehmer:innen wieder zuversichtlicher.

Mittwoch, 27 Juli 2022 11:00

Impressionen Gianni Bodini

Kann man die Zeit fotografieren? Zwischen den zwei Bildern liegen über 100 Jahre.
Ein Augenblick für die Erde, einige Generationen für uns und eine Mahnung, schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

Mittwoch, 27 Juli 2022 06:25

Leserbriefe Ausgabe 15-22

Tante Emma Laden

Ganz im Stil vom Tante Emma Laden: das gibt’s noch - der kleine Dorf-Lebensmittel-Laden in Taufers:
Die frischen Brötchen zum Frühstück oder was feines zum Kaffee und die würzige Salami zum Abendessen: Damit Kundinnen und Kunden Lebensmittel ganz nach ihrem Geschmack auf den Teller bekommen, gibt es Fachverkäuferinnen, sie stehen hinter den Regalen und beraten, verpacken und verkaufen, was das Zeug hält. Im kleinen „Lädeli“ in der Nachbargemeinde Taufers it. gibt es immer Spezialitäten mit reichhaltigem Buffet an Fleischwaren sowie einheimischer Käse mit einem Weinsortiment par excellence u.v.a.m. Ich bin immer wieder angenehm überrascht wie freundlich und beratend man hier empfangen wird. Da ist der Kunde noch König... Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal dem ganzem Team ein ganz großes „grazia fich“ aussprechen; es ist immer ein Vergnügen, bei Euch einzukaufen oder draußen auf der Sitzbank bei einem Bier zu Relaxen und die neusten Nachrichten in der Zeitung zu lesen. Auch die kleinen Snacks sind exzellent. Wer ein wenig Zeit hat, darf dieses nicht verpassen. Erstaunlich, in diesem Tante Emma Laden findet man fast alles was man so zum täglichen Bedarf braucht und erst noch sehr persönlich und engagiert.
Tschau ed a revair.
Giacumin Bass , 7537 Müstair

 

„Habt ihr gut gemacht“

Wenn ich mit unserer Landespolitik nie (auch mit der im VINSCHGAU) ganz einverstanden bin ,habe ich aus Medien erfahren, dass die gewissen Herren zur Unterstützung um eine ZUG-VERBINDUNG Mals-Scuol--Mals-Landeck Promi Unterstützung eines PROF.Dr.Dr.Ing.Konrad Bergmeister (er ist der Prof meines Sohnes, der in Wien studiert) dazu geholt haben. Dazu kann ich nur sagen: habt Ihr gut gemacht. Auch in unserem Land haben wir sehr intelligente Personen, die über die Landesgrenzen hinaus beliebt und geschätzt sind. Wenn ich ehrlich bin, ich werde wenn es nötig ist, immer Kritik üben, aber heute habe ich lobende Worte.
In der heutigen oft schwierigen Zeit ist ein HAUSVERSTAND mehr den je gefragt. Liebe Grüße aus Zürri u bleibs gsund.
Herbert Marseiler, Zürich, Prad

 

Fotowettbewerb:
s11 Fotografie annie spratt unsplashHobby-Fotografinnen und Hobby-Fotografen aufgepasst: Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino sucht wieder die besten Fotos aus der Euregio für den Jahreskalender 2023. Die Bürgerinnen und Bürger aus den drei Ländern der Euregio sind eingeladen, ihre Lieblingsbilder einzureichen, auf denen sie die Schönheit der drei Alpenländer eingefangen haben.
Die Teilnahme ist bis einschließlich 4. September 2022 unter www.europaregion.info/foto-wettbewerb möglich. Ein Video zum Euregio-Fotowettbewerb ist auf dem Youtube-Kanal der Euregio zu finden.

 

Dauer-Chaos am Stilfserjoch

s12 Traktor Event StilfserjochWo bleibt die viel versprochene Modellregion für nachhaltige Mobilität im Nationalpark Stilfserjoch und wo bleiben die Grundsätze für einen innovativen und achtsamen Um-gang mit den naturgegebenen Ressourcen? Diese Fragen waren in den letzten Tagen sowohl bei Einheimischen, als auch bei den Feriengästen präsenter denn je. Denn, wenn man sich das allwöchentliche Treiben entlang der Stilfserjoch-Straße anschaut, so denkt man eher an einen Rummelplatz als an eine „Modellregion für nachhaltiges Le-ben“.
Einen dieser Glanzpunkte stellte das Oldtimer-Event dar. Fast 500 Traktoren waren aus mehreren Ländern angereist, um - begleitet von Gestank und Lärm - durch die Dörfer zur Passstraße empor zu karren. Geparkt wurde zuvor natürlich am Biotop der Prader Sand. Was haben sich die verantwortlichen Beamten wohl dabei gedacht, als sie so einer Veran-
staltung in einem Nationalpark die Genehmigung erteilten und welche Rolle spielten da-bei die Verkehrssicherheit und der Klimaschutz?
Doch damit nicht genug: am darauffolgenden Tag fand der Drei-Länder-Giro auf das Stilfserjoch statt. Chaotische Szenen spielten sich auch da auf der Straße ab, da im Vor-feld nicht für die entsprechende Verkehrssicherheit und ein einheitliches Benimm - Dich- Reglement gesorgt wurde. Mitten in diesem Irrsinn machten auch wieder unzählige Sportwagenflitzer und Motorrad-Freaks die Straße unsicher. Anscheinend kann hier je-der das Gaspedal nach Lust und Laune ohne Rücksicht auf Mensch und Natur betätigen.
Wir fordern die zuständigen Behörden und Politiker auf, endlich den Versprechungen konkrete Taten folgen zu lassen und ein ökologisch ausgerichtetes Mobilitätskonzept für das Stilfserjoch umzusetzen. Es ist der falsche Weg auf der Straße millionenschwere In-vestitionen zu tätigen und motorisierte Events durchzuführen, dabei aber die Anrainer und diese einmalige Naturlandschaft mit der ständig höheren Verkehrsbelastung alleine zu lassen.
Umweltschutzgruppe Vinschgau
i.V. Eva Prantl

 

Unser Wald eine öffentliche Toilette?

s13 IMG 20220718 102951s13 UnknownGeht man in diesen Tagen in den angrenzenden Wald entlang der Radwege, im besonderen entlang des Haider und Reschen Sees fühlt man sich regelrecht angeekelt. Papiertaschentücher und die dazugehörenden Ausscheidungen an jeder Ecke, auf dem Gras, den Schwarzbeerstauden, auch direkt auf den Steigen.
Der Mensch muss halt seine Notdurft verrichten, keine Frage.
Wollen wir immer mehr Radfahrer und Wanderer anlocken und dann keine Infrastrukturen für die menschlichen Bedürfnisse zur Verfügung stellen? Aus meiner Sicht müssen unbedingt einige Klos entlang dieser Strecken aufgestellt werden (inkl. regelmäßige Reinigung!). Die derzeitigen Zustände sind untragbar und bis zum Herbst wird die Sache noch schlimmer.
Längerfristig bedarf es auch Aufklärungsarbeit. Wissen alle dass Papiertaschentücher mindestens 3 Jahren brauchen um zu verrotten? Besser wäre es Klopapier und noch besser große Grasblätter zu verwenden. Anschließend wäre zuzudecken oder einzugraben.
Margherita Köfler; Mals

 

Traktoren brauchen keine Fürsprecher

Geschätzter Don Mario! Ich habe bisher deine Beiträge im Vinschger Wind gerne gelesen und „nachgedacht“. Aber was du diesmal schreibst, schlägt jedem Fass den Boden aus. Die Gletscher fliegen uns um die Ohren, die Bäche vertrocknen, die Bauern können nicht mehr bewässern, die Waldbrände grassieren, und, und, und. Es ist seit Jahrzehnten nachgewiesen, dass der Verkehr einen wesentlichen Anteil an der Luftverschmutzung hat. Es gibt nämlich nicht nur die Traktorenausflüge: Da gibt es Oldtimertreffen, Vespatreffen, Motorradtreffen und so weiter. Das heißt, in unserem schönen Tal kommt man nicht zur Ruhe. Viele Wanderwege im Oberen Vinschgau kann man nicht mehr genießen, weil der Lärm bis auf die Berge hinauf dröhnt. Lieber Mario, setz dich einmal in Stilfser Brücke, Gomagoi oder Trafoi in einen Garten, der neben der Stilfser Joch-Straße ist, dann kannst du vielleicht die Empörung nachvollziehen. Mich wundert schon lange, warum sich die Menschen nicht mehr empören. Gegen die Klimakatastrophe hilft kein E-Motor, nicht bei Autos und auch nicht bei Fahrrädern. Es hilft nur weniger fahren. Wenn wir unsere Fahrzeuge weiterhin für notwendige Fahrten brauchen wollen, werden wir uns Auto, Motorrad und E-Bike als Spielzeug abgewöhnen müssen. Anstatt über die Empörung zu jammern, sollten wir die Natur, die wir ja noch im Überfluss haben, wieder neu entdecken lernen. Fiele das nicht auch in die Aufgaben eines Seelsorgers? Wenn Priester die Schönheit des von Menschen Geschaffenen mehr loben als Gottes wunderbare Schöpfung, dann Halleluja!
Ernst Thoma, Mals

 

Gestaltung und Zerstörung

Widersprüchlicher könnten die beiden Artikel im „Vinschger-Wind“ vom 30. 06. 2022 nicht sein: Der eine „Bereit für die Bienen“ (S. 14) zur Fertigstellung der Bienenweide am Latscher Sonnenberg, der andere von der Umweltschutzgruppe Vinschgau „Grün-Grün-Umwidmung zerstört Lebensraum mit Hecken“ über die Zerstörung eines natürlichen Heckenstreifens an der Staatsstraße zwischen Spondinig und Schluderns (S. 12). Die einen tragen mit viel Einsatz und Begeisterung zur Biodiversität bei, andere zerstören ein kostbares kleines Refugium mit brachliegender Wiese und einem natürlichen Heckenstreifen. Solche Hecken sind rar geworden und stehen laut Umweltschutzgruppe unter Naturschutz. Der wird jedoch - wie so oft, wenn es drauf ankommt - einfach übergangen. Leider!
Johanna Ratschiller, Schlanders


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