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Dienstag, 21 Juli 2020 16:06

Rücktritt

Partschins - Mit heiligem Zorn hat Herbert Schönweger der Baukommission in Partschins den Rücken gekehrt. Damit verlässt nach Peter Erlacher in Naturns ein zweiter namhafter Vertreter der Umweltschutzverbände eine Baukommission.

von Erwin Bernhart

Den Rücktritt mit sofortiger Wirkung begründet Herbert Schönweger am 3. Juli so: „Die Bauprojekte werden von der Kommission zu wenig oder gar nicht nach den Kriterien der architektonischen Qualität und der Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten beurteilt. Der Ensembleschutz, gesetzlich gültig mit Gemeinderatsbeschluss ab März 2014, wird je nach Gesuchsteller und Gutdünken angewendet oder nicht. Diese Praxis ist aus meiner Sicht nicht rechtens und kann deswegen nicht mitgetragen werden.“ In einem offenen Brief benennt Schönweger Beispiele, die sich angestaut haben. „(...) Als besonders rücksichtslos ist der Neubau anstelle des Rasnerhauses. Weder die im Ensembleschutzplan vorgegebenen GEbäudeparameter, noch die Architekturelemente der Fassaden wurden befolgt. wie auch bei anderen Objekten wurde jeder Einspruch meinerseits und auch der des Heimapflegevereins ignoriert. DAs neueste Beispiel ist der Umbau des „Engelwirt“, einem schönen Renaisancebau mit Schmuckerker und Fassadenfresko in meiner Nachbarschaft. Trotz der Vorgabe des Ensembleschutzes, die Fassaden zu erhalten und dem Gutachten des Denkmalamtes mit der gleichen Aussage, genehmigte die Gemeinde die Aufstockung des Hauses. Weitere Objekte sind Ex-Hotel „Peter Mitterhofer“, „Sagbauer“ und „Kurzengut, ZUbau „mir am Ort“, Zubau „Sonne“ und andere mehr. (...)“
Weil Schönweger sich beim Verband der Umweltschutzvereine und „mit besonderer Erwartung“ beim Amt für Raumordnung Inormationen über die gesetzliche Gültigkeit der Ensembleschutzbestimmungen einhoen wollte und von beiden keine Antwort bekam, ruft er den Politikern im offen Brief zu: „Wofür also, liebe Politiker, ist das Ensembleschutzgesetz gut?“ Denn so wie es gehandhabt wird, sei es nicht das papier wert, auf das es geschrieben sei. Schönweger fragt sich besorgt: „Wie wird es erst in Zukunft mit unserer Baukultur ausschauen? Das neue Raumordnungsgesetz sieht nur urbanistische Kontrollen der Projekte vor aber ekine architektonische und ästhetische.“ Schönweger schließt mit zynischem Pessimismus: „Endlich kann jeder bauen, was ihm persönlich und manchem geltungssüchtigen Architekten gefällt. Gute ehrliche Architektur, die mit dem bestehenden Umfeld harmoniert, wird wenig Chancen haben.“ Mit Schönweger geht ein streitbarer und feinfühliger „Architekturindikator“ von der Baukommissionsbühne.

Dienstag, 21 Juli 2020 12:17

Strammer Tiroler

Ein „echtes Tirouler Murmele“ nennt unsere Sportredakteurin Sarah Mitterer den Inhalt ihres Schnappschusses, der ihr kürzlich auf dem Glurnser Köpfl geglückt ist. Wenn auch Ihnen ein Schnappschuss gelungen ist und Sie den veröffentlichen möchten, bitte an redaktion@vinschgerwind.it

Dienstag, 21 Juli 2020 12:13

Startplätze sicher, Landung unsicher

Latsch/Morter - Der Wahlkampf läuft an und wer in den Gemeinderat gewählt werden möchte, sichert sich einen Startplatz. Einen Startplatz auf der SVP-Liste gesichert hat sich der Morterer Harald Plörer. Zu Zeiten von Karl Weiss war Plörer noch Gemeindereferent, mit dem Einzug von Helmut Fischer musste er diesen Platz an Sonja Platzer abgeben. Nun beginnt das Spiel um den Referentenplatz von Neuem. Der Vinschgerwind hat in der letzen Ausgabe berichtet, dass Plörers Vorwahl im SVP-Koordinierungsausschuss daneben ging, dass Platzer als SVP-Ortsobfrau von Morter einen Rücktrittsversuch unternommen hat. Nun ist es anders gekommen: Die Vorwahl ist im Koordinierungsausschuss am 14. Juli wiederholt worden, Plörer ist mit 5 zu 1 Stimmen nominiert, Platzer hat dagegen gestimmt, bleibt aber SVP-Ortsobfrau. Beide haben sich damit einen Startplatz für die Gemeinderatswahlen gesichert. Wer als Referentin oder als Referent zum Zuge kommen wird, hängt wesentlich von den Bürgermeisterwahlen ab. Fischer, so heißt es aus Latsch, möchte Platzer nicht mehr. (eb)

Reschen - Ein lebhaftes Rennen bis zum Schluss, Sarah Giomi und Michael Hofer entscheiden das Rennen für sich. Brasi feiert den zweiten Podiumsplatz, 18 Sekunden hinter Hofer. Ploner ebenfalls auf dem Podium präsent. Giomi Gewinnerin, die Österreicherin Urach schließt mit dem zweiten Platz an. Bilora auch auf dem Podium. Franca Fiacconi nimmt es nach ihrer Verletzung nicht etwas gemütlicher, vergnügt sich aber am Lauf.

 

Die Special Edition – Reschenseelauf 2020 war ein voller Erfolg. An erster Stelle gilt ein großes Lob an die Organisatoren, die in der Lage waren, die Regeln zur Eindämmung des Virus fachmännisch umzusetzen und somit ein neues Format des Südtiroler Laufsports erfunden haben. Zwei Athleten, welche zwar nicht auf der Favoritenliste standen, glänzten mit ihren Leistungen: Michael Hofer, aus Deutschnofen (Südtirol), und die Boznerin Sarah Giomi kämpften sich an die Spitze der Ranglisten, als sich noch etwa hundert Athleten von den insgesamt ca. 2000 Läufern auf der Strecke befanden. Bei dieser Special Edition wurden die Startzeiten individuell bis 19 Uhr eingeteilt.
Zu sagen, dass es ein Erfolg war, ist eindeutig zu wenig: Die gesamten COVID-19-Vorschriften und die soziale Distanzierung einzuhalten war zwar nicht einfach, aber die individuellen Startzeiten im Abstand von 20 Sekunden waren durchaus eine gewinnbringende Entscheidung.
Die ersten Athleten sind um 7 Uhr in der Früh gestartet, als die Außentemperatur noch 7 Grad Celsius betrug. Später wärmten die Sonnenstrahlen die Gemüter der Läufer, welche bis 19 Uhr den Lauf um den Reschensee bestritten. Auch hier wurde wahrscheinlich ein neuer Rekord aufgestellt: Ein 12-Stunden-Start.
Petra Pircher, die mit einer Zeit von 1:03:49 einen vorläufig ersten Platz erzielte, sagte zu Beginn, sie sei nicht trainiert, da sie erst kürzlich zum zweiten Mal Oma wurde.
Kurz nach 12 Uhr mittags starteten die stärksten Läuferinnen. Sarah Giomi hinterließ sofort einen positiven Eindruck und beendete den Lauf mit einer Bestzeit von 58:16.Die Österreicherin Sandra Urach, welche bereits 2012 den Reschenseelauf gewann, folgte ihr mit dem Ergebnis von 58:49. Urach ließ Franca Fiacconi, Siegerin des New York Marathon von 1998, hinter sich und überholte sie bereits vor dem versunken Turm im See in Graun. Die Römerin Fiacconi absolvierte den Lauf nach einer Verletzung und war daher leider nicht in Topform. Auch für Martina Bilora war es ein Freudentag mit einer Zeit von 1:02:21, vor Pircher.
Die männlichen Athleten lieferten ein spannendes Rennen. Luca Clara startete am frühen Morgen und blieb mit seiner Zeit bis nach Mittag an erster Stelle. In der Gruppe der Besten setzte Markus Ploner entscheidende Schritte und erreichte nach 51:16 die Ziellinie. Somit galt er dann als vorübergehender Sieger der 15,3 km langen Laufstrecke. Kurz danach erreichten Johannes Hillebrand aus Deutschland und der Bozner Khalid Jbari, mit marokkanischen Wurzeln, das Ziel. Aber niemand hätte mit Jacopo Brasi aus Bergamo gerechnet, der das Trio einholte, indem er nach vorne sprang und einen wohlverdienten Pro-Sieg-Erfolg feierte. Aber die Freude von Jacopo Brasi hielt nicht lange an, denn eine halbe Stunde später kam der aus Deutschnofen stammende Michael Hofer mit einer unglaublichen Zeit von 49:57 im Ziel an. Reporter, Fotografen und Journalisten stürmten auf ihn um seine hervorragende Leistung zu würdigen.
Die Chronik des Rennens dauerte noch Stunden an, zahlreiche Sportler kämpften gegen die Zeit und gegen sich selbst. Um 18.40 Uhr trifft Jacopo Boscarini ein und erreicht mit 52:08 den vierten Platz gegen Hillebrand, der dann von Michele Belluschi mit 51:44 überholt wird. Der Rad- und Fußweg war während des Tages voller Touristen und der Reschensee wirkte wie das südtirolerische Rimini.
Die Top-Platzierungen blieben dann bis am Abend unverändert, es fehlten nur noch die Neuankömmlinge, welche es sehr schwer hatten, die beiden außergewöhnlichen Leistungen von Michael Hofer und Sarah Giomi zu schlagen: Für die beiden ist es ein besonderer Tag in einer Special Edition des Reschenseelauf.
Gerald Burger, Organisator des Reschenseelaufs, hat seinen persönlichen Kampf gegen die Pandemie gewonnen. „Sein“ Rennen hat unzählige Komplimente erhalten, während er mit dem Desinfektionsmittel seine Runden auf dem Zielgelände machte. Jeder möchte seine Hand schütteln oder zumindest „Ellbogen an Ellbogen“, wie es zurzeit Brauch ist.
„Ich bin sehr zufrieden und überwältigt - sagte Burger - mit meinem OK-Team haben wir hart gekämpft, am Ende lief alles gut und die Teilnehmer hatten ein tolles Rennen. Die Special Edition mit dem neuen Format hat uns allen gefallen. Ich halte es für ungut, ein Rennen komplett abzusagen, ohne nach alternativen Lösungen zu suchen. Wir sind auch sehr zufrieden mit unserer Region, wo am Wochenende alles voll belegt war. Ein großer Dank gilt allen Freiwilligen, den Führungskräften der Provinz, den Sponsoren, aber vor allem den Teilnehmern.“

Montag, 20 Juli 2020 13:06

Ortler Vertical

Sulden - Nach einer ganzen Woche mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein hatten die Wettergötter beschlossen, es den Teilnehmern der Ortler Vertical am 11. Juli 2020 noch schwerer zu machen. Am Samstagmorgen zogen dicke Wolken über Sulden am Ortler auf, und um die Anfangsstunde folgten Regenschauer. Die meisten der angemeldeten und anwesenden Teilnehmer entschieden sich, trotzdem zu starten und die 2,5 km lange Fahrt zur Marlt-Madonna Denkmal anzutreten.
Die Ortler Vertical war diesen Sommer aufgrund von Covid-19-Umständen eine Pop-Up-Ausgabe. Die Route führt von der Talstation des Langensteinlifts (Zentrum Sulden) über die Langensteinhütte zur schönen Marlt-Madonna aus weißem Marmor. Ein ziemlicher Aufstieg! Sieger Andreas Reiterer vom Team Telmekom Südtirol beendete das Rennen in 35.46‘.
Die Organisation dieser Ortler Vertical liegt in den Händen eines Teams von Freiwilligen, die auch die Ortler Sky Trails organisieren. Diese Laufveranstaltung findet jedes Jahr am zweiten Juliwochenende von Sulden aus statt und hat 5 Distanzen auf dem Programm:
den Stelvio Ultra Trail über 80 km, den Ortler Sky Marathon über 45 km, den Ortler-Glacier Trail über 31 km und den Ortler Ronda Classic, einen Halbmarathon. Hinzu kommt die Ortler Vertical mit ihren 2,5 km und 850 m Höhenunterschied.
Aufgrund der Covid-19-Maßnahmen mussten die langen Distanzen gestrichen werden, und die Sicherheit konnte nur an der Ortler Vertical gewährleistet werden, wo die Renner mit jeweils 1 Minute Abstand abfuhren, so dass die Distanzierung beibehalten werden konnte.
Und die Organisatoren sind bereits in Edition 2021 gestartet - hoffentlich unter besseren Bedingungen.

Mals/Vinschgau/Italien - Drei Wochen hatten Alessandro Di Nardo, Karin Thanei und ihr Team nach dem OK der Landesregierung Zeit, das VolLei Camp mit Argentario Volley aus Trient zu organisieren. Denn die im Jänner begonnene Planung war durch Corona gestoppt worden und lange war unklar, ob das Camp überhaupt stattfinden würde. Die Freude über das „grüne Licht“ war groß. 33 junge Volleyballspielerinnen im Alter von 12 bis 18 Jahren (8 Serie B –Spielerinnen) aus mehreren Regionen Italiens, darunter auch aus dem Vinschgau, konnten dann vom 4. bis 10. Juli den Volleyballsport und viel Spaß genießen – natürlich unter strenger Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen. Auch die Mädchen des Malser Mini-Volleyballteam hatten im Rahmen des Camps dreimal die Möglichkeit mit zu trainieren. Neben den Trainingseinheiten in der Halle der Sportoberschule konnten die Sportlerinnen ein spannendes Rahmenprogramm genießen, mit Bogenschießen, Yoseikan, Wanderungen, Besuch der Churburg, der Stadt Glurns, des Grauner Turms, des Schwimmbades und einiges mehr. Transportiert wurden sie mit den Sportbussen der Sportschule und des ASV Mals/Fußball. Zum Abschluss gab’s zur Überraschung noch ein Grillfest am Erlebnisberg Watles. Untergebracht waren die Mädchengruppen samt Trainerteam in den Gastbetrieben Margun, Krone und Iris. In letzterem wurde ihnen das Mittag- und Abendessen serviert. „Die Iris Chefin Ulrike hat sich hervorragend um alle gekümmert. Wir haben uns sehr wohl gefühlt“, sagt Thanei. Und Di Nardo lobte die breite Unterstützung des Camps seitens der Gemeinde Mals, des Sportvereins mit Helmut Thurner, der sich besonders eingesetzt hat, sowie viele Gewerbetreibende. Sponsoren waren: De Stefani Mals (Hauptsponsor), Zwick Vetzan, Mairösl Schlanders, Garberhof, Volksbank Mals, TTM Prad, VION und mehrere Geschäfte, die unter anderen Geschenkskörbe für die Prämierungen zur Verfügung gestellt hatten. Das erste VolLei Camp in Mals hatte Di Nardo mit dem Trainer von Argentario Volley, Maurizio Moretti und Generalmanager Patrizio Bonafini bereits im Dezember 2019 bei einem Volleyball-Meeting in Mals geplant. Das VolLei Camp, in Zusammenarbeit mit Argentario Volley wurde bereits zweimal und zwar 2017 und 2018 in Schlanders abgehalten, immer unter der Leitung von Di Nardo. Eine Trainerin in Mals war auch die zweifache Volleyball-Olympiateilnehmerin aus Peru, Carmen Pimentel, die seit Jahren Trainerin bei Argentario Volley ist. Neben Di Nardo und Thanei wirkten im OK-Team mit: Sabine Sapelza, Nadine Flora, Claudia Rauner, Fabian Pircher und Katja Mailänder. (mds)

Dienstag, 21 Juli 2020 16:04

Kaderplanungen in vollem Gange

Landesliga - Seit 8. März ruht der Fußball im ganzen Land und Ende Mai wurden die Meisterschaften schließlich für beendet erklärt. Nun konzentrieren sich die Teams auf die neue Saison, die Anfang September starten soll. Der SSV Naturns gab bereits Ende Juni seinen Kader für die Saison 2020/21 bekannt. Erste Neuverpflichtungen vermeldete auch der ASV Partschins.

Von Sarah Mitterer

Naturns ist für die neue Saison gerüstet. Nachdem die Meisterschaft 2019/20 aufgrund der Coronakrise vorzeitig beendet wurde, konnte man sich frühzeitig auf die Planung des Kaders für die Saison 2020/21 konzentrieren. Bereits Ende Mai gab der Verein bekannt, dass einige Spieler den SSV Naturns verlassen werden. Neben Peter Mair (wechselt auf den Ritten) werden auch Stephan Lanpacher (zu Tirol) und die Conci-Brüder Gianmaria und Federico (beide zum Bozner FC) nicht mehr für Naturns spielen. Ebenfalls nicht mehr im Kader der Gelb-Blauen stehen Kevin Tarneller und Torhüter Elias Kaufmann, beide wechseln nach Goldrain in die 2. Amateurliga. Neben den Abgängen konnte sich der Landesligist jedoch auch namhaft verstärken. Dem SSV Naturns gelang es, sich die Dienste von Toptorjäger Martin Gander zu sichern. Vor gut einem Jahr verließ Gander Naturns und spielte in der abgelaufenen Saison für seinen Heimatverein Prad in der 3. Amateurliga. Mit seinen 16 Treffern in neun Spielen hatte Gander wesentlichen Anteil daran, dass Prad der Wiederaufstieg in die 2. Amateurliga gelang. Ein weiterer Neuzugang ist Lukas Messmer, der zuvor beim ASV Goldrain in der 2. Amateurliga auflief. Messmer ist in Naturns kein Unbekannter, in der Saison 2015/16 feierte er mit den Naturnser Junioren den Regionalmeistertitel.
Neben den beiden Neuzugängen setzt der SSV auch auf die Power aus der eigenen Jugend. Alex Spechtenhauser, Marc Kiem, Hannes Kofler, Erind Zymeri sowie David Pitigoi werden in der neuen Saison die Chance erhalten, sich in der 1. Mannschaft zu beweisen.
Das Kommando auf der Trainerbank übernimmt weiterhin Goran Cekic, der diesen Posten im Frühjahr übernahm.
Auch Landesligist Partschins gab erste Neuverpflichtungen bekannt. Max Oberperfler, Jakob Gerstgrasser und Alexander Schnitzer werden die Abwehr verstärken, Daniel Lanthaler wird im Angriff auf Torjagd gehen und Manuel Plunger verstärkt das Partschinser Mittelfeld.

Montag, 20 Juli 2020 13:03

Bekannte Rückkehrer auf Trainerposten

Fußball - MSSV Naturns
Zwei bekannte Gesichter kehren in Naturns auf die Trainerbank zurück. Riccardo Guccione übernimmt das Amt des Torwarttrainers, Bernd Muther wird die Juniorenmannschaft leiten. (sam)

 

Montag, 20 Juli 2020 13:02

Am 5. September geht’s los!

Fußball - Am ersten Septemberwochenende (05. und 06.09.2020) sollen laut Verband die Meisterschaften von der Oberliga bis zur 2. Amateurliga starten. (sam)

Wolfgang Platter, am Tag der Hlg. Margareth, Nothelferin, 20. Juli 2020

Das Laaser Tal ist ein orographisch rechtes Seitental der Etsch im Mittelvinschgau. Es verläuft nach Süden, ist nordexponiert und liegt in seiner gesamten Ausdehnung innerhalb des Nationalparks DJI 0228Stilfserjoch. Der Valdaunbach („Tolboch“) bewältigt bei einer Gesamtlänge von ca. 8,3 km vom Sandferner bis zur Mündung in die Etsch einen Höhenunterschied von 1.850 Metern, was einem durchschnittlichen Gefälle von 23% entspricht. Das Gletschertor liegt auf ca. 2700 m MH, die Mündung in die Etsch auf 850 m. Der Talbach überwindet dieses starke Gefälle nicht gleichmäßig, sondern in drei Steilstufen, wobei jene zwei bei den Wasserfällen am Ferner und bei der „Gurgl“ im Mittellauf besonders ausgeprägt sind. Der Bach hat ein hohes Erosionspotential.

Vegetationsstufen und Wald
Innerhalb von nur 8,5 km horizontaler Entfernung kann der Wanderer, wenn er die landwirtschaftlich genutzte Talsohle des Haupttales verlässt, die Vegetationsstufen vom montanen Fichten-Lärchenwald bis zu den Pionierpflanzen als Erstbesiedlern auf den Moränen und in den Gletschervorfeldern der nivalen Stufe erleben.
Der Laaser Wirtschaftswald am Nörderberg umfasst zwischen der Tschenglser und der Kortscher Katastralgrenze 1.800 Hektar Fläche. Der Holzvorrat wird zu 60% aus Fichten, zu 34% aus Lärchen und zu 6% aus Zirben aufgebaut.

Die Laaser Berge und der Marmor
20191207 142837DSC 0423Die Laaser Berge gehören zur Ortlergruppe. In dieser Gebirgsgruppe ragen nach Hanspaul Meanra 150 Gipfel über 3.000 Meter auf, davon 23 sogar über 3.500 m. Die höchste Erhebung in den Laaser Bergen ist die Vertainspitze mit 3.541 m. Sie liegt im Suldner Zaytal, gehört aber zum Gemeindegebiet Laas und weist heute noch einen Hängegletscher auf.
Im Talschluss des Laaser Tales fallen zwischen dem Rosskopf und der Einmündung des Zaytales am Sandferner die sogenannten 1842er-Moränen auf. Sie entstanden in der „Kleinen Eiszeit“, als bei einer Temperaturabkühlung in den Jahren von 1600 bis 1843 die Gletscher im gesamten Alpenbogen wuchsen und ihren Höchststand erreichten. Ein historisches Foto von der vormaligen Troppauer Hütte zeigt, dass der Laaser Ferner zur Jahrhundertwende 1800/1900 noch über die Fernerwand herabreichte und die Seitenmoräne des Rosskopfes wenig eingetieft war.
Das neue italienische Gletscherkataster von Claudio Smiraglia und Guglielmina Diolaiuti von der Universität Mailand (2015) gibt für den Laaser Gletscher eine Fläche von 426 Hektaren an, für 1980 505 ha. Die Abnahme von 79 ha Fläche in knapp 30 Jahren entspricht einem Flächenverlust von 18,5%.
Die Gesteine des Laaser Tales sind Urgesteine vulkanischen Ursprungs aus dem Ortlerkristallin, umgewandelt vor allem in Gneise und Phyllite aus der sogenannten „Laaser Serie“. Die Marmoradern und -linsen in der Jennwand sind hingegen Einschlüsse aus fast reinem Calciumcarbonat. Sie stammen aus Ablagerungen von Kalkschlämmen am Boden eines subtropischen Lagunenmeeres. Die Entstehung des Laaser Marmors als Sedimentgestein begann vor 500 Millionen Jahren am Meeresboden. Im Zuge der Auffaltung der Alpen wurden die Kalksedimente des Meeresbodens horizontal um mehrere Hundert Kilometer nach Norden DJI 0003DSC 1966verschoben und vertikal um mehrere Hundert Meter nach oben gedrückt. Dabei erfuhr das Ausgangsmaterial bei hohem Druck von mehreren Tausend Atmosphären und bei Temperaturen von mehreren Hundert Grad C in der variszischen und in der alpidischen Metamorphose zwei Umformungen. Das Kristallgitter des Gesteins wurde neu geordnet, alle fossilen Einschlüsse wurden zerstört. Marmor enthält deshalb im Gegensatz zu Dolomit keine Fossilien mehr. Die mikrokristalline Textur des Marmors aus der Jennwand verleiht ihm eine Härte von 3,5 auf der zehnteiligen Härteskala nach Friedrich Mohs. Kompaktheit, Frosthärte und die weiße Farbe machen den Laaser Marmor zu einem begehrten Figurenstein in der Bildhauerei und zu einem Dekorationsstein in der Innen- und Außenarchitektur.

Die Almwirtschaft
Seit in der Talsohle die Landwirtschaft von der milchviehhaltenden Landwirtschaft auf den Obst- und Gemüseanbau umgestellt worden ist, sind die Bestoßungszahlen mit Rindern auf den vormals zwei Galtvieh-Almen im Laaser Tal stark gesunken. Schafhaltung hat in Laas eine jahrhundertlange Tradition. Auch heute noch werden in Laas ca. 1.000 Schafe gehalten. Die Hälfte davon werden im Laaser Tal gesömmert, die andere Hälfte in der Transhumanz zur Sommerweide in das Ötztal getrieben.
Die Gebäude der Laaser Unteren Alm wurden im letzten Jahrzehnt von der Eigenverwaltung für Bürgerliche Nutzungsrechte in Stein und Holz neu errichtet. Die Obere Alm wird in den Sommermonaten von der lokalen Alpenvereinssektion als Verpflegungsstation bewirtschaftet.
Das Laaser Tal liegt auf der Route des „Marmorrundweges“ als Mehrtagestrekkings in den Gemeinden Martell, Stilfs, Prad, Laas und Schlanders. Derzeit gibt es seitens der Eigenverwaltung für Bürgerliche Nutzungsrechte Laas Bestrebungen, die Laaser Obere Alm zu einer Schutzhütte um- und auszubauen. Meiner Meinung nach sollte die Alm aber nicht zu einer Schutzhütte ausgebaut werden. Die Naturbelassenheit, die Ruhe, die ökologische Bedeutung für die Biodiversität von Lebensräumen und Arten in diesem noch nicht überlaufenen Hochtal sollten nicht einem kurzfristigen Profitdenken und dem Rummel der Massen geopfert werden. Notwendige sanitärhygienische Anpassungen der Almhütte sind auch ohne große Neu- und Zubauten bei Erhalt der wertvollen Holzarchitektur aus Rundholzbalken denk- und machbar.


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