Jungbauern der Euregio gemeinsam für die Zukunft

Die Jungbauern aus dem Alpenraum sind in Südtirol zusammengekommen: v.l.: Notburga Heim, Anna Schenk, Alessio Chistè, Alessandro Stimpfl, Bettina Hechenberger, Dominik Traxl, Raffael Peer, Luca Marconcini, Angelika Springeth Die Jungbauern aus dem Alpenraum sind in Südtirol zusammengekommen: v.l.: Notburga Heim, Anna Schenk, Alessio Chistè, Alessandro Stimpfl, Bettina Hechenberger, Dominik Traxl, Raffael Peer, Luca Marconcini, Angelika Springeth

Jungbauern aus Südtirol, Trient und Tirol trafen sich am 3. August in Kurtatsch, um über ein gemeinsames, länderübergreifendes Problem zu sprechen: Das Großraubwild

 

Die Debatte um das Großraubwild ist längst schon nicht mehr nur ein bäuerliches Thema, sondern beschäftigt inzwischen die breite Bevölkerung. Die Ausbreitung von Wolf, Bär und Luchs im Alpenraum nimmt eine immer größer werdende Gefahr für die Berglandwirtschaft an. Inzwischen ist es so weit gekommen, dass einige Almen nicht mehr bewirtschaftet werden und immer mehr Tiere in den heißen Sommermonaten im Tal bleiben müssen. Noch schlimmer ist die Tatsache, dass immer mehr Bauern ihre Stalltüren für immer geschlossen haben. Die Medien in Südtirol und Tirol berichten tagtäglich über die vielen Wolfsrisse, die zurzeit stattfinden. Die Schlagzahl erhöht sich dabei rasant: zum einen fallen immer mehr Schafe und Ziegen den Raubtieren zum Opfer und zum anderen sind zunehmend auch Übergriffe auf Rinder und Pferde zu verzeichnen. In der Provinz Trient wird die Gesellschaft und die Landwirtschaft vor allem durch die hohe Anzahl an Bären geplagt, die dort anzutreffen sind.

 

Gemeinsamer Managementplan für den gesamten Alpenraum

Die Jungbauern aus Südtirol, Trient und Tirol sind sich einig: Großraubwild kennt keine Grenzen, deshalb dürfen die Gesetze dies auch nicht. Der gesamte Alpenraum muss zusammenstehen und gemeinsam handeln.

„In Österreich gibt es bereits Problemwölfe, die zum Abschuss freigegeben wurden, aber was passiert, wenn diese die Grenze überschreiten? In Italien sind es zwar immer noch Problemwölfe, dürfen aber nicht entnommen werden“, erklärte Bettina Hechenberger, Landesleiterin der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend, die sich vehement für ein grenzübergreifendes Wolfsmonitoring und -management einsetzt.

Die Jungbauern fordern eine Erfassung der genauen Anzahl an Wölfen im Alpenraum, die in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert werden, denn das Problem besteht grenzüberschreitend. Dabei soll vor allem die Transparenz bei der Meldung der Anzahl an Wölfen eine große Rolle spielen, denn es könnte sich herausstellen, dass die Population inzwischen zu hoch geworden ist und der Wolf schon gar keine bedrohte Tierart mehr ist.

 

 

Wollen wir enormes Tierleid zulassen?

„Wenn die Tiere nicht mehr auf die Almen getrieben und folgedessen diese nicht mehr bewirtschaftet werden geht die Biodiversität verloren. Einen Erholungsraum, wie wir ihn derzeit kennen mit dieser großen Artenvielfalt, wird es dann nicht mehr geben, dies wäre fatal für den Tourismus in unseren schönen Berggebieten“, argumentierte Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend Raffael Peer. „Ganz zu schweigen davon, dass der Almauftrieb und die gepflegte Kulturlandschaft zu unserer Heimat gehört, wegen der viele Touristen zu uns ins Land kommen“, ergänzte Alessio Chistè von der Agia Trentino.

Die Landwirtschaft und der Tourismus arbeiten in allen drei Ländern eng als Partner zusammen: Die Bauern pflegen die Landschaft und der Gast kann sich daran erfreuen und die Alm als Erholungsraum nutzen. Deshalb sind Herdenschutzhunde in Zusammenarbeit mit dem Tourismus unmöglich einzusetzen. Diese werden darauf trainiert die Herde zu beschützen, wenn ein Wanderer durch die Weide geht, greifen sie auch diesen an, die rechtlichen Folgen für den Besitzer des Hundes sind zu hoch, um das Risiko einzugehen.

Viele Nutztierrassen in Südtirol, Trient und Tirol sind ebenfalls vom Aussterben bedroht, auch diese sollen davor geschützt werden. Wenn Großraubwild im Alpenraum die Überhand gewinnt, wird es in ferner Zukunft diese bedrohten Rassen nicht mehr geben.

 

Höfe sterben

Bei der letzten Landwirtschaftszählung in Südtirol hat sich gezeigt, dass innerhalb von zehn Jahren 1% der Betriebe geschlossen wurden. Viele Kleinbetriebe leben von Schafen und Ziegen und sind um das Wohl ihrer Tiere bemüht. Die Tiere das gesamte Jahr über im Stall zu lassen ist keine Option, denn das Tierwohl darf nicht in Vergessenheit geraten, auf der anderen Seite sind die Nutztiere auf der Alm nicht mehr sicher – auch dies wird dazu führen, dass die Motivation einen Hof weiter zu bewirtschaften, sinken wird. Auch wenn Geld für verendete Tiere ausbezahlt wird, ist der emotionale Wert trotzdem nicht ersetzt, denn dieser kann nicht ersetzt werden.

 

Am Ende des Abends sind die Jungbauern sich einig: Die heimische Alm- und Berglandwirtschaft ist durch das Eindringen von Wolf und Bär in den intensivst genutzten Alpenraum ernsthaft gefährdet. Raubtiere wie Wolf und Bär haben hier keinen Platz. Es braucht rasch effiziente gesetzliche Grundlagen, die den Abschuss von Problem- und Schadtieren ermöglichen und die reflexartige Beeinspruchung von selbsternannten Tierschützern diverser NGOs nicht mehr zulassen. Hier fordern die Jungbauern juristische Grenzgänge in ihren Heimatländern ein. In einem Positionspapier werden alle besprochenen Punkte gesammelt und anschließend an die politischen Vertreter weitergeleitet.

 

Giovani agricoltori dell’Euregio per un futuro comune

 

Le rappresentanze di giovani agricoltori di Trentino, Alto Adige e  Tirolo si sono incontrate il 3 agosto, a Cortaccia, per confrontarsi sulla necessità di un problema comune: i grandi carnivori

 

Il problema dei grandi carnivori ormai non riguarda più solo le aziende agricole, ma è sentito da tutta la popolazione. La crescente diffusione dei grandi carnivori sulle Alpi porta con sè un pericolo sempre più grande per l’agricoltura di montagna. Da anni molte malghe non vengono più caricate con il bestiame. I media in Alto Adige e Tirolo riportano giornalmente attacchi da lupo alle greggi sui pascoli. In Trentino sia l’agricoltura che la società in generale devono confrontarsi con l’alto numero di orsi presenti.

 

Pianificare una gestione comune per lo spazio alpino

 

I giovani agricoltori di Trentino, Alto Adige e Tirolo sono concordi: i grandi carnivori non conoscono confini, per questo non devono conoscerli neanche le norme di gestione. L’area alpina deve collaborare e agire assieme. „ In Austria ci sono già lupi problematici, che sono stati assegnati al prelievo, ma cosa succede se questi lupi passano il confine? In Italia restano lupi problematici ma non possono venire prelevati“, dichiara Bettina Hechenberger, responsabile provinciale dei giovani agricoltori tirolesi (Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend).

 

I giovani agricoltori chiedono un monitoraggio del numero di lupi su tutto l’arco alpino che possa essere disponibile in una banca dati, quale base per la gestione trasfontaliera del problema. In questo contesto può venire valorizzata la trasparenza nella rilevazione del numero di lupi, perchè potrebbe emergere la vera dimensione della popolazione alpina di questa specie non più minacciata di estinzione.

 

 

Vogliamo proteggere una specie per sacrificarne 45?

„Quando gli animali allevati non possono più venire alpeggiati e di conseguenza i pascoli vengono abbandonati al bosco, si perde molta biodiversità. La funzione ricreativa delle malghe andrebbe persa completamente assieme a tutte le specie erbacee e questo sarebbe fatale per il turismo nelle regioni di montagna“, sostiene il referente provinciale dei giovani agricoltori sudtirolesi Raffael Peer (Südtiroler Bauernjugend). „ L’allevamento in malga rappresenta un pezzo fondamentale della nostra cultura contadina, una grande attrattiva per gli ospiti che vengono nella nostra regione“, sottolinea il responsabile provinciale di AGIA Trentino Alessio Chistè. L’agricoltura e il turismo collaborano in tutti i tre territori quali partner strettamente legati tra loro: i contadini curano il paesaggio, il turista lo ammira e gode della malga quali spazio di ristoro. Questa frequentazione turistica rende spesso impraticabile l’utilizzo dei cani da guardiania sulle malghe. Questi vengono addestrati a proteggere le greggi e per questo possono diventare aggressivi anche nei confronti di chiunque si avvicini ad essi. Molti malghesi temono  le conseguenze di un eventuale attacco dei cani da guardiania ai frequentatori della montagna. Soprattutto le razze tipiche in via di estinzione di Alto Adige, Trentino e Tirolo sono interessate dal problema degli attacchi da grandi carnivori sui pascoli. Questa biodiversità deve venire protetta senza lasciar prendere il sopravvento al lupo e all’orso.

 

 

 

I masi chiudono

L’ultimo censimento dell’agricoltura in Alto Adige ha registrato la chiusura di 2.000 aziende nell’arco di dieci anni. Molte piccole aziende si basano sull’allevamento di pecore e capre prestando la massima cura al benessere dei loro animali.

Senza l’utilizzo delle malghe nella stagione estiva diventa per molti un problema dover lasciare gli animali allevati in stalla tutto l’anno. L’alpeggio serve soprattutto a garantire il benessere animale, ma questo non può essere fatto a discapito della sicurezza della conduzione degli animali stessi. Anche se sono previsti rimborsi per gli animali uccisi, la paura e il valore emozionale e personale non può essere compensato e la gestione aziendale viene complicata anche a tal punto da dover chiudere l’azienda.

 

Alla fine dell’incontro i giovani agricoltori sono concordi: sarebbe molto più facile fare allevamento in montagna senza i grandi carnivori. Essendo però gli agricoltori realisti, sono consapevoli che questo nella nostra situazione non è praticabile, nonostante ciò essi chiedono tutte le condizioni possibili affinchè l’attività di allevamento in montagna venga sostenuta e la burocrazia nella gestione dei gradi carnivori sia più snella possibile. Un documento congiunto con le richieste dei giovani agricoltori dell’EUREGIO verrà inviato ai rappresentanti istituzionali.

 

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