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LandWIRtschaft 2030: Maßnahmenkatalog zur Umsetzung vorgestellt

Der Aktionsplan 2030 ist ein Maßnahmenkatalog zur Umsetzung des Strategiepapiers LandWIRtschaft 2030. (Foto: LPA/Tiberio Sorvillo) Der Aktionsplan 2030 ist ein Maßnahmenkatalog zur Umsetzung des Strategiepapiers LandWIRtschaft 2030. (Foto: LPA/Tiberio Sorvillo)

Mit Fokus auf dem Handlungsfeld "Klima&C02-Reduktion" wurde bei den Sustainability Days der Aktionsplan 2030 vorgestellt, ein Maßnahmenkatalog zur Umsetzung des Strategiepapiers LandWIRtschaft 2030.

Bei den "Sustainability Days Südtirol 2022" hat der Landwirtschaftslandesrat gemeinsam mit dem Obmann des Südtiroler Bauernbundes Leo Tiefenthaler am heutigen Mittwoch (7. September) in der Messe Bozen den Aktionsplan 2030 vorgestellt. Unter dem Motto "Landwirtschaft 2030: Südtirols nachhaltiger Weg", hatten sich Südtirols Politik mit den Interessensvertretern im Frühjahr 2022 zusammengeschlossen, um die nachhaltige Entwicklung der Südtiroler Landwirtschaft geschlossen voranzutreiben. Der nun vorgestellte Aktionsplan ist ein Maßnahmenkatalog mit rund 100 Projekten, um das gemeinsame Vorhaben umzusetzen.

Die Projekte des Südtiroler Bauernbundes, der Sektoren, des Landes Südtirol und der wissenschaftlichen Institutionen werden den sechs Handlungsfeldern des Strategiepapiers LandWIRtschaft 2030 zugeordnet: Familienbetriebe und ländlicher Raum, Klima und CO2-Reduktion, Wasser und Boden, Artenvielfalt und Landschaft, Gesundheit und Genuss sowie Dialog mit der Gesellschaft. Außerdem wurde der Punkt Monitoring & Digitalisierung hinzugefügt, um auch die digitale Weiterentwicklung der Landwirtschaft im Blick zu haben.

Der Fokus der heutigen Vorstellung lag auf dem Handlungsfeld "Klima & C02-Reduktion". Der Landwirtschaftslandesrat erklärte, dass "die Folgen des Klimawandels bereits spürbar sind. Die möglichen Anbauhöhen steigen und extreme Wetterereignisse häufen sich, die Vegetation setzt immer früher ein." In Südtirol entfallen 18 Prozent der CO2-Emissionen auf die Landwirtschaft. Auswirkungen auf das Klima seien jedoch nicht nur auf die landwirtschaftliche Produktion zurückzuführen, sondern auch auf das Konsumverhalten der nicht-bäuerlichen Bevölkerung – es brauche ein Umdenken.

Von Kohlensotffkataster bis CO2-Bonus für Holzbauweise: konkrete Projekte  

Vorgestellt wurden bei den Sustainability Days konkrete Projekte, an denen man gemeinsam mit den Partnern arbeitet, um aufzuzeigen, dass die Landwirtschaft ihren Beitrag für eine positive Klimabilanz leistet. Mit dem Kohlenstoffkataster wird die Erfassung und Bewertung der Kohlenstoff-Vorräte in landwirtschaftlich genutzten Flächen Südtirols gemessen werden, um einen Überblick zur CO₂ Bilanz erstellen zu können. Auf der anderen Seite werden mit dem CO₂-Bonus für Holzbauweise die Aufstockung des mittel- und langfristigen CO₂-Speicherstocks gefördert. Nicht zuletzt meinte der Landesrat für Landwirtschaft, dass auch ein langfristiger Blick in die Zukunft notwendig sei. Unsere vernetzte digitale Welt biete Möglichkeiten, die genutzt werden können, um einen positiven Einfluss auf die Landwirtschaft zu erzielen, so auch die Nutzung von Big Data. Das Kultivas Projekt untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Südtiroler Landwirtschaft, um künftige ideale Lagen für gewisse Kulturpflanzen hervorzuheben. Dies sind einige der zahlreichen Projekte.

Auch der Südtiroler Bauernbund hat in enger Zusammenarbeit mit den Sektoren Apfel, Wein und Milch gemeinsamen Zielvorstellungen für die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft erarbeitet. In sechs Leitsätzen und acht Leuchtturmprojekten werden die gemeinsamen Anstrengungen für die Nachhaltigkeit im Aktionsplan gelistet.

Große Anstrengungen unternimmt die Landwirtschaft auch beim Klimaschutz. Im Mittelpunkt des Leuchtturmprojektes "CO2-Fußabdruck" steht deshalb die Messung des CO2-Fußabdrucks in allen drei Sektoren Obst, Wein und Milch sowie in der Forstwirtschaft. Ziel ist ein einheitlicher Klimarechner zur Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen. "Jeder landwirtschaftliche Betrieb soll damit seine CO2-Bilanz erstellen können", erklärte Tiefenthaler. Für die Erstellung des Klimarechners gibt es eine Zusammenarbeit mit der KlimaHaus Agentur. Für den CO2-Fußabdruck wird die gesamte Produktionskette durchleuchtet. Neben den Emissionen in Stall und Wiese werden auch die Energieflüsse bei Vorleistungen wie Futtermittel oder Dünger sowie bei Verarbeitung, Lagerung und Verpackung der Lebensmittel berechnet. Erste Ergebnisse des Leuchtturmprojekts "CO2-Fußabdruck" sind Ende 2023 zu erwarten.

Die Landwirtschaft arbeite aktiv mit, um die Klimaziele zu erreichen, ohne dabei ihre Hauptfunktion – die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln – aus den Augen zu verlieren, meinen der Landesrat und der Bauernbund-Obmann am Ender der Pressekonferenz. Die Projekte der anderen Handlungsfelder werden demnächst vorgestellt.

np

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