Der Frühling hält Einzug - Tipps für einen guten Start in die milde Jahreszeit zusammen mit Menschen mit Demenz

Die Tage werden länger und mit steigender Lichtintensität werden vermehrt die „Glückshormone“ Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Nützen Sie also diesen Motivationsschub auch in der gemeinsamen Alltagsgestaltung mit Menschen mit Demenz. Dies gelingt Ihnen z.B. wenn Sie die Wohnung frühlingshaft gestalten. So kann sich der Mensch mit Demenz besser daran erinnern, welche Jahreszeit gerade ist. Diese Orientierungshilfe kann möglicherweise auch wieder positive Gefühle wecken, die er mit dem Frühling verbindet.

Hier einige Ideen, wie Sie die Sinne der Person mit Demenz frühlingshaft anregen und den Frühling ins Haus bringen können:

  • Pflanzen Sie Blumenzwiebeln in Töpfe und beobachten Sie gemeinsam Tag für Tag, wie daraus Blumen wachsen. Oder kaufen Sie eine entsprechende Pflanzenschale mit Frühlingsblumen (Narzissen, Primeln, Tulpen), die gerade erblühen. Vorsicht ist bei Hyazinthen und Osterglocken geboten, da sie giftig sind. Menschen mit Demenz stecken oft nicht essbare Gegenstände in den Mund, daher stellen diese Blumen eine Gefahrenquelle dar.
  • Dekorieren Sie, wenn möglich gemeinsam mit der Person mit Demenz, die Umgebung mit frühlingshaften Elementen (z. B. Kissenbezüge und Plaids in Pastellfarben, selbstgebastelte Papierblumen, Frühlingszweige geschmückt mit Osterdekoration) Ist die betroffene Person bettlägrig, können Sie in ihrem Sichtfeld einen grünen, gelben oder orangefarbenen Dekostoff aufhängen und daran verschiedene Zweige oder Blumen befestigen.
  • Gemeinsames Singen macht zu allen Jahreszeiten Freude. Bekannte Frühlingslieder sind:

- Winter ade, scheiden tut weh

- Im Märzen der Bauer

- Es tönen die Lieder, der Frühling kommt wieder

- Komm lieber Mai und mache

Schaffen Sie durch Frühlingsgespräche Erfolgserlebnisse für Menschen mit Demenz. Zeigen Sie Frühlings- oder Osterbilder, riechen Sie an der Frühlingsblume oder Blüte und regen Sie

somit Gespräche an.

Dies kann auch durch Rätselfragen rund um den Frühling gelingen. Einige Beispiele:          

Welche Blumen blühen im Frühling?

Tulpen, Gänseblümchen,                    Schneeglöckchen, Krokus Huflattich…                                

Wann beginnt und endet der Frühling?

20. März  - 20. Juni

Bauernregeln zum Frühling?

„Wenn die Drossel schreit, ist der Frühling nicht mehr weit.“   „Der April macht was er will.“   „Frühlingsregen bringt Segen.“

Achten Sie dabei darauf, dass Sie nicht überfordern - der Spaß steht im Vordergrund und nicht die korrekte Antwort. Gehen Sie auf biografische Erlebnisse ein, lachen und singen Sie gemeinsam, oder genießen sie ganz einfach die Stille.

  • Geben Sie dem Mensch mit Demenz Gelegenheit, viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Bieten Sie Spaziergänge an, bei denen in dieser milden Jahreszeit und dem Erwachen der Natur ganz besonders auch seine Sinne aktiviert werden können. Machen Sie aufmerksam auf das Vogelgezwitscher, die sprießenden Blumen und Gräser, Farben und Gerüche. Besonders für Menschen mit Demenz ist es wichtig mit allen Sinnen spüren zu dürfen und auch wenn sich mit zunehmender Demenz manche Sinne verändern, wie z.B. die Fähigkeit zu riechen oder zu schmecken, bleibt doch immer die Möglichkeit des Spürens und Erlebens. Daher ist es umso wichtiger die Person nicht zu korrigieren, wenn sie ein Geräusch oder einen Duft nicht mehr richtig erkennt oder zuordnen kann. Es geht in der Begegnung mit Naturerfahrungen nicht um die richtige Antwort, sondern um diese wertvollen Momente des gemeinsamen Kontaktes, des Genießens und des Erlebens.
  • Gerade und besonders zur milden Jahreszeit können Sie sinnvolle Anlässe schaffen, um Bewegung zu fördern. Bewegung regt grundsätzlich die Gehirnfunktionen an, schafft Glücksgefühle und Entspannung und vermindert Zustände von Aggression und Angst. Bewegung geschieht sowohl in freier Natur als auch im eigenen Zuhause.

Versuchen Sie also grundsätzlich Menschen mit Demenz Anreize zu verschaffen, die sie animieren sich zu bewegen…und sicherlich wird Ihnen und den Menschen mit Demenz dies durch das Strahlen der Frühlingssonne erleichtert (Karin Pörnbacher).

Auch im Jahre 2023 bietet „Demenzfreundlicher Vinschgau“ das Sorgentelefon 3332986884 jeden Dienstag von 9:00 bis 11:00 Uhr und jeden Donnerstag von 17:00 bis 19:00 Uhr an. Neben diesen Dienst bieten wir in verschiedenen Orten zwischen Graun im Vinaschgau und Naturns Veranstaltungen  an. Sie reichen von Kursen und Vortragen zu den Themen Gedächtnistraining, Verlauf einer Demenz- wie können pflegende Angehörige helfen?, Alzheimer vorbeugen, Patientenverfügung bei Demenz, Rechtsgeschäfte bei Demenzkranken bis hin zu einer Open-Space-Veranstaltung zum Thema Was hilft, wenn man mit Demenz leben muss. Sehr viel Zuspruch haben in den letzten Jahren Veranstaltungen in Kleingruppen erfahren.In dieser Form bieten wir Veranstaltungen zu den Themen: Betreuung/Pflege gelingt in dem Maße, in dem Sie auf sich selber achten und Wie begegne ich Menschen mit Demenz.

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