Borkenkäfer: Leichte Entspannung, für Entwarnung zu früh

Der Borkenkäfer richtet in Südtirols Wälder weiterhin Schaden an. Landesrat Arnold Schuler (links) und Forstdienst-Abteilungsdirektor Günther Unterthiner haben die Lage bei einer Pressekonferenz erläutert. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) Der Borkenkäfer richtet in Südtirols Wälder weiterhin Schaden an. Landesrat Arnold Schuler (links) und Forstdienst-Abteilungsdirektor Günther Unterthiner haben die Lage bei einer Pressekonferenz erläutert. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Der Borkenkäfer hat sich weiter verbreitet. Mit 4000 Hektar ist die betroffen Fläche ein Drittel kleiner als 2022. Landerat Schuler und Abteilungsdirektor Unterthiner haben die Fakten dargelegt. 

4000 Hektar Waldfläche sind zu jenen 6000 Hektar hinzugekommen, die bereits 2021/22 vom Borkenkäfer befallen waren, berichtete Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstdienst, bei der heutigen (11. Dezember) Pressekonferenz. In Summe sind damit 2,6 Prozent des Südtiroler Waldes betroffen. "Eine Tendenz kann nicht abgeschätzt werden, aber es ist der Lauf der Natur, dass das Phänomen irgendwann zu Ende geht. Wir hoffen, dass wir den Höhepunkt überwunden haben", sagte Unterthiner.

Investitionen in den Wald: 120 Millionen Euro in fünf Jahren 

"Auf politischer Ebene gab es Weichenstellungen: In fünf Jahren wurden insgesamt 120 Millionen Euro an Förderungen für Interventionen in den Wäldern bereitgestellt, 50 Millionen Euro davon waren allein Bringungsprämie für Käferbäume", betonte Landesrat Arnold Schuler. Allein 2023 wurden 20 Millionen Euro bereitgestellt, 14,5 Millionen Euro davon sind bereits in Auszahlung an etwas mehr als 3000 Gesuchsteller und Gesuchstellerinnen (diese und andere Daten im Detail siehe Präsentation im Anhang). Etwa 5 Millionen Kubikmeter Schadholz wurden in den vergangenen Jahren durch Borkenkäferbefall verzeichnet, knapp ein Drittel davon – nämlich 1,5 Millionen Kubikmeter – ist bereits aufgearbeitet.

Zwei Drittel des Waldes sind Schutzwald

Die (Für-)Sorge für den Wald sei durchaus berechtigt: Immerhin sind zwei Drittel des Südtiroler Waldes Schutzwald, ein Drittel davon Objektschutzwald, also Bäume, die Infrastrukturen vor Naturgefahren schützen. "Dort liegt das Hauptaugenmerk. Es kostet die Steuerzahlenden weitaus weniger, unter anderem über Förderungen in die Gesundheit des Waldes zu investieren als in Verbauungsmaßnahmen zu ihrem Schutz“, sagte Schuler.

Vielzahl an Maßnahmen: Monitoring bis Forschung

Was wird gemacht, um das Phänomen Borkenkäfer in den Griff zu bekommen? "Wir stellen Pheromonfallen auf und schätzen durch die Anzahl eingefangener Adultkäfer die Populationsentwicklung ab, wir beobachten das Ausschwärmen der Borkenkäfer, wir betreiben Monitoring der befallenen Flächen, wir unterstützen die Waldeigentümer bei der Bringung des Holzes – durch Bringungsprämien, aber auch den kontinuierlichen Ausbau und Neubau von Wegen, damit das logistische Problem geringer wird. Die Waldeigentümer werden beraten bei der Art des Eingriffs, es wird aufgeforstet, zum Teil mit Pionierbäumen, wir betreiben in Zusammenarbeit mit Eurac, der Freien Universität Bozen und der Boku Wien Forschungsarbeit, und wir informieren Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer, Bürgerinnen und Bürger und die Gäste", fasst Unterthiner zusammen. 

Die Zeit drängt: Ende April schwärmt der Käfer aus


Bis zum 30. April 2024 – dem geschätzten Termin für das Ausschwärmen des Borkenkäfers - haben die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer nun Gelegenheit, den Vorsprung zu nutzen: Der Borkenkäfer ruht inaktiv unter der Rinde, Waldeigentümer und Abteilung Forstdienst haben diese Monate Zeit, um befallene und gefährdete Bäume aus den Wäldern zu holen.

 

uli

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