Scheidender Präsident des Kommunikationsbeirats Turk bei Kompatscher

Medienkompetenz bereits in Schulen vermitteln: Dafür sprechen sich der scheidende Präsident des Kommunikationsbeirats Turk (l.) und Landeshauptmann Kompatscher aus. (Foto: LPA/Greta Stuefer) Medienkompetenz bereits in Schulen vermitteln: Dafür sprechen sich der scheidende Präsident des Kommunikationsbeirats Turk (l.) und Landeshauptmann Kompatscher aus. (Foto: LPA/Greta Stuefer)

Nach zehn Jahren als Präsident des Kommunikationsbeirats hat Roland Turk in einem Abschiedsbesuch bei Landeshauptmann Arno Kompatscher Bilanz über die Entwicklung des Medienwesens in Südtirol gezogen.

Zehn Jahre Präsidentschaft im Landesbeirat für das Kommunikationswesen sind auch zehn Jahre Südtiroler Mediengeschichte: Dieser Meinung waren der scheidende Präsident des Kommunikationsbeirats, Roland Turk und Landeshauptmann Arno Kompatscher beim Abschiedsgespräch am gestrigen Mittwoch (20. März) im Landhaus 1 in Bozen. 

Die Medienlandschaft habe sich auch durch die Entwicklung der sozialen Netzwerke im Internet stark verändert, stellten Turk und Kompatscher fest: Die Inhalte darin würden sich äußerst schnell verbreiten und viele – vor allem jüngere – Menschen würden die sozialen Netzwerke als erste Informationsquelle nutzen. Dies wirke sich auch auf den klassischen Journalismus im Print- und Onlinebereich sowie in Fernsehen und Radio aus: Dieser sei der Information auf Grundlage von Fakten und Recherche verpflichtet. Das brauche Zeit und setze verantwortlichen Journalismus einer Art "Geschwindigkeitswettbewerb" aus.

Gerade vor diesem Hintergrund wertete Turk die gemeinsam mit dem Landesamt für Film und Medien ins Leben gerufenen Kurse für Lehrpersonen der Mittel- und Oberstufe zum Thema "Medienkompetenz" als Erfolg: "Es ist wichtig, junge Menschen möglichst früh für einen aufgeklärten und reflektierten Umgang mit Inhalten und deren Quellen zu sensibilisieren." Landeshauptmann Kompatscher dankte dem scheidenden Beiratspräsidenten für dessen Bemühen um eine korrekte Berichterstattung in Südtirol in den vergangenen zwei Amtsperioden. Zur Wahrung der Neutralität des Komminikationsbeirats habe auch Turks Parteiunabhängigkeit stark beigetragen.

Als positiv wertete Turk die staatliche Finanzierung der Medien: Sie trage zur Erhaltung der Medienvielfalt bei. Auch habe sich der Kommunikationsbeirat stets um einen sachlichen Zugang zur so genannten Par Conditio bemüht. "Sinn dieser staatlich vorgeschriebenen Regelung ist es, den wahlwerbenden Kandidatinnen und Kandidaten in Vorwahlzeiten gleichwertigen Zugang zur Öffentlichkeit zu ermöglichen", sagte Turk.

Als positive Entwicklung nannte Turk schließlich, dass die Zahl an Streitfällen zwischen den Telefonanbietern und ihren Kunden in den vergangenen Jahren fast halbiert werden konnte (von 1000 auf 600 pro Jahr): Auch dank der Aufklärungsarbeit des Beirats seien die Kunden oft besser in der Lage, eventuelle mangelhafte Dienstleistungen in Angeboten frühzeitig zu erkennen. 

Aufgaben und Zusammensetzung 

Der Landesbeirat für das Kommunikationswesen ist ein Organ des Südtiroler Landtags. Das sechsköpfige, unabhängige Garantiegremium des Medienwesens auf lokaler Ebene übernimmt Überwachungs- und Kontrollfunktionen zum Schutz der Mediennutzer und der Medienbetreiber. Gleichermaßen setzt es sich für die Erhaltung und Verbesserung der Qualität und Vielfalt im Medienwesen Südtirols ein. Am 5. März hatte der Südtiroler Landtag die sechs neuen Mitglieder des Kommunikationsbeirats namhaft gemacht, aus deren Reihen das Landtagspräsidium den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin sowie Vizepräsidenten oder -präsidentin ernennen wird. Roland Turk hatte sich nicht für eine weitere Amtszeit beworben.

Weitere Informationen sind im Portal des Kommunikationsbeirates auf der Internetseite des Südtiroler Landtags zu finden.

gst

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