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„Robust und bodenständig“

  • Vorspann: Am vergangenen 10. Oktober war der Tag der psychischen Gesundheit. Psychologie ist heute kein Sonderthema mehr, Stigmatisierungen werden zunehmend abgebaut und die Depression ist längst von Einzelfällen hin zu einer „Volkskrankheit“ mutiert. Wie es um das Seelenheil der Vinschger und Vinschgerinnen bestellt ist und was die Psychotherapie dazu beiträgt, dazu hat der Vinschgerwind den Psychiater Stefano Egidi und den Psychologen Harald Tappeiner befragt.
  • Dachzeile: Interview
  • Redakteur: Bruno Telser

Vinschgerwind: Herr Egidi, Herr Tappeiner – wie steht es um das Seelenheil bzw. die Psyche der Vinschger und Vinschgerinnen?
Stefano Egidi: Die psychische Gesundheit im Vinschgau ist durch typische Herausforderungen ländlicher Regionen geprägt – soziale Isolation, begrenzte Freizeitangebote und eine gewisse Zurückhaltung Hilfe zu suchen. Der zunehmende Konsum von Substanzen, insbesondere Kokain, verschärft die Problematik und erschwert die Behandlung. Positiv hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit dem Dienst für Abhängigkeiten und den sozialen Diensten der Bezirksgemeinschaft, die eine abgestimmte Versorgung ermöglichen.
Harald Tappeiner: Die psychische Gesundheit im Vinschgau ist eng mit den sozialen und kulturellen Lebensbedingungen des Tales verknüpft und kann grundsätzlich eher als robust und bodenständig eingeschätzt werden. Diese Eigenschaften können helfen, Krisen zu bewältigen, führen aber auch dazu, dass psychische Probleme oft lange verborgen bleiben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass stabile familiäre Bindungen und ein unterstützendes soziales Umfeld entscheidende Schutzfaktoren für die seelische Gesundheit darstellen (COP-S Studie 2025, Institut für Allgemeinmedizin Bozen). In der psychologischen Arbeit im Vinschgau wird daher großer Wert auf die Einbindung von Angehörigen gelegt. Das Ziel unseres therapeutischen Ansatzes ist nicht nur die Linderung von Symptomen, sondern die Wiederherstellung von Selbstwirksamkeit – also dem Gefühl, das eigene Leben aktiv gestalten zu können. Dieser Empowerment-Gedanke ist zentral für unsere Arbeit: Menschen sollen wieder spüren können, dass sie Einfluss auf ihr Leben haben. Psychologische Hilfe im Vinschgau ist persönlich und auf die Stärken der Menschen ausgerichtet. Sie soll helfen, Symptome zu reduzieren, zu stabilisieren, das Selbstvertrauen zu stärken und besser mit Belastungen umzugehen.

Vinschgerwind: Suizide, auch unter jungen Menschen, sind im Vinschgau schon länger Thema. Wie hat sich dieses Phänomen in den letzten Jahren entwickelt, bzw. was hat man getan, um vorzubeugen?
Harald Tappeiner: Die Suizidprävention in Südtirol hat in den letzten Jahren deutlich an Struktur und Sichtbarkeit gewonnen. Der neue Suizidpräventionsplan 2026–2030 setzt auf neun Aktionsfelder, darunter Sensibilisierung, Medienarbeit und Krisenintervention (Caritas Südtirol). Besonders wichtig ist die Früherkennung von Risikofaktoren wie Depression, Sucht oder soziale Isolation. Im Vinschgau arbeiten wir mit einem Netzwerkansatz: Psychologische - Hilfe, medizinisch-psychiatrische Versorgung und soziale Maßnahmen greifen ineinander. Die Stärkung der Hoffnung und der Selbstwirksamkeit (Unterstützung der Patienten mit den eigenen psychischen Problemen aktiv umzugehen und das eigene Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten) sowie das Wiederentdecken innerer Ressourcen sind anerkannte zentrale Elemente der Prävention. Zudem wird mit unterschiedlichen telefonischen Hilfsdiensten wie z.B. dem Psychologischen Krisentelefon (Grüne Nummer 800 101 800) versucht, die Hemmschwelle zur Hilfe zu senken – insbesondere bei Männern, die statistisch häufiger betroffen sind. Infos unter: https://infopoint.bz/notfallkontakte/

Vinschgerwind: Als Leiter des Zentrums für psychische Gesundheit haben Sie Einblick – sind die Strukturen die psychische Gesundheit den Vinschgau betreffend ausreichend und zeitgemäß?
Stefano Egidi: Der psychiatrische Dienst in Meran und Vinschgau ist besonders organisiert: Er bietet eine vollständige Kontinuität zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Diese Struktur erlaubt eine individuelle, langfristige Betreuung und erleichtert Übergänge zwischen Krankenhaus und Gemeinde. Die Netzwerkarbeit mit den Diensten der Bezirksgemeinschaft und dem Dienst für Abhängigkeiten stärkt die Versorgung zusätzlich und ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung – insbesondere bei komplexen Fällen mit Suchtproblematik. Im Vinschgau besteht ein Personalmangel; wir sind häufig unterbesetzt, da es nicht einfach ist, Ärzte, Pflegekräfte und andere medizinische Fachkräfte zu finden, die im Vinschgau arbeiten möchten. Obwohl die Recruitmentabteilung des Sanitätsbetriebes sich sehr um diese Suche bemüht. Was die Einrichtungen betrifft, könnten wir uns eher etwas wie Tagesstätten vorstellen, in denen Patienten auch mit geringem Aufwand in Rehabilitationsmaßnahmen einbezogen werden können.

Vinschgerwind: Man sagt, der Psychologe habe den Pfarrer ersetzt. Was sagen Sie dazu?
Harald Tappeiner: Der Psychologe hat den Pfarrer nicht ersetzt, sondern eine andere Aufgabe übernommen: die professionelle Behandlung psychischer Probleme. Während Psychologen mit therapeutischen Methoden innere Prozesse verändern, begleitet die Seelsorge durch Gebet, Rituale und spirituelle Deutung.
Die Psychologie zielt speziell in der Psychiatrie auf die Linderung psychischer Symptome (Reduktion von Angst, Depression, Wahnvorstellungen, Zwangsgedanken, etc.), die Förderung von Selbstregulation und die Wiederaufnahme von Aktivitäten. Die Seelsorge hingegen verfolgt spirituelle Heilung, Sinnfindung, Versöhnung und die Stärkung der Beziehung zu Gott.
Pfarrer, SeelsorgerInnen bleiben weiterhin wichtig für Spiritualität, Sinnfragen, Gemeinschaft und Rituale – und als Gesprächspartner in Krisen. Fuer viele unsere Parientinnen ist die Spiritualitaet eine sehr wichtige hilfreiche Kraftquelle, speziell in schweren leidvollen Krisen und Phasen ihres Lebens.

Vinschgerwind: Psychiatrie und Medikamente: der ausufernde Konsum von Psychopharmaka wird zunehmend als “legaler Drogenkonsum“ bezeichnet. Was sagen sie dazu? Und ist „Chemie“ immer die beste Wahl?
Stefano Egidi: Psychopharmaka sind ein wichtiges therapeutisches Mittel, aber kein Allheilmittel. Der Begriff „legale Drogen“ verkennt ihren medizinischen Nutzen und trägt zur Stigmatisierung bei. Gerade bei komorbiden Störungen mit Substanzkonsum ist ein differenzierter Einsatz entscheidend. Medikamente sollten immer eingebettet sein in ein umfassendes Behandlungskonzept, das auch psychotherapeutische, soziale und suchtmedizinische Komponenten umfasst.

Vinschgerwind: Die Psyche betreffende Themen sind seit Jahren in aller Munde, Psychopharmaka ein Milliardengeschäft. Was hat das gebracht und warum steigen die Zahlen, zB. in punkto Depression, ständig weiter?
Stefano Egidi: Die Zunahme psychischer Erkrankungen hat viele Ursachen: gesellschaftlicher Druck, digitale Überforderung, aber auch der steigende Konsum von Substanzen wie Alkohol und Kokain. Gleichzeitig ist die Diagnostik besser geworden und die Bereitschaft, Hilfe zu suchen, gestiegen. Die Herausforderung liegt darin, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern auch strukturelle Ursachen anzugehen – etwa durch Prävention, Aufklärung und eine enge Vernetzung aller beteiligten Dienste.
Harald Tappeiner: Die Zunahme psychischer Erkrankungen wie Depressionen ist ein globales Phänomen, das auch Südtirol betrifft. Der Vinschgau bildet hier keine Ausnahme. Die Ursachen sind vielfältig: gesellschaftlicher Druck, soziale Entfremdung, wirtschaftliche und andere Unsicherheit und digitale Einflüsse. Nicht zu unterschätzen sind Instabilitäten und Brüche in Beziehungen. Psychopharmaka können bei schweren Depressionen hilfreich sein, insbesondere zur Stabilisierung in akuten Phasen. Eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie erzielt oft die besten Ergebnisse. In unserer Arbeit im Vinschgau setzen wir auf einen ressourcenorientierten Ansatz: Therapie bedeutet nicht nur Symptomfreiheit, sondern die Wiedererlangung von innerer Balance und Selbststeuerung. Bewegung, soziale Kontakte und strukturierte Tagesabläufe sind ebenso wichtig wie Medikamente – und oft nachhaltiger. Die steigenden Zahlen sind auch Ausdruck einer wachsenden Sensibilität: Menschen sprechen heute offener über psychische Belastungen und suchen häufiger Hilfe. Das ist ein Fortschritt – auch wenn die Herausforderungen groß bleiben.

7 Millionen vom Land für den neuen Watleslift

  • Dachzeile: Bozen/Watles

Die Landesregierung hat am 23. September ordentlich Geld für den bevorstehenden Neubau des Watlesliftes bereitgestellt. Mit knapp 7 Millionen Euro beläuft sich der Landesbeitrag nun auf die maximale Menge, die von der Landesrgierung zugesagt werden kann und zwar 65% der „konventionellen Kosten“. Laut vorliegendem Projekt betragen die konventionellen Kosten 10,76 Millionen Euro. Mit diesem Beitrag folgt die Landesregierung ihrer eigenen Gesetzesregelung und auch dem Argumentarium von Seiten der Toursitik & Freizeit AG.
Denn die Watles-Verantwortlichen hatten im November 2024 ein Dekret vom Direktor der Abteilung Mobilität in der Hand, mit dem 3,78 MillionenEuro für den Neubau des Watlesliftes vorgesehen waren. Der Plan war, im Langes 2025 mit dem Neubau zu starten. Bekanntlich kam es nicht dazu und die Gründe dazu legte der Präsident der Touristik&Freizeit AG Ronald Patscheider der Vollversammlung des Toursimusvereines am 3. April dar (Vinschgerwind Nr. 8/2025). In Summe haben einfach die finanziellen Voraussetzungen gefehlt.
Die Touristik &Freizeit AG hat bereits im Februar 2025 beim Land um eine Erhöhung des Beitrages angesucht und am 1. September ein Begründungsschreiben nachlegen müssen, samt einen beeidigten Wirtschafts- und Finanzplan für die neue Seilbahn. Die Touristik&Freizeit AG schreibt unter anderem: „Ohne ein angemessene Aufstockung des Beitrages ist die Tragfähigkeit der Finanzierung auf Seiten der beteiligten Akteure nicht gegeben.“ Die Modernisierung der Infrastruktur würde die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Skigebietes steigern, auf der anderen Seite sei eine Modernisierung aus technischer Sicht unausweichlich. Wenn die Erneuerung nicht finanzierbar sei und es deshalb zu einer Schließung des Ski- und Wandergebietes komme, dann hätte das unabsehbare Folgen für das umliegende Gebiet aber sicher auch für die gesamte Region, die jetzt bereits als strukturschwach eingestuft sei.
Im Obervinschgau wolle man, so frei zitiert, zusammenstehen. Denn die Ferienregion Obervinschgau „wird beim geplanten Umbau eine direkte Finanzierung über die Tourismusabgabe einbringen (rund 4 Millionen Euro über 10 Jahre, welche bereits 2022 mit einem Vollversammlungsbeschluss bestätigt wurde...)“. Zudem würden „einzelne Betriebe aus dem näheren Umfeld den Watles einen maßgeblichen Beitrag (...) leisten, in Form einer Garantie gegenüber den Banken.
Der Tourismusverein hat nachgezogen und den Gemeinderat am 25. September eine Ortstaxenerhöhung von 10 Cent beschließen lassen, die für die Finanzierung des neuen Liftes herangezogen werden. (eb)

Burgers beleidigter Rückzug

  • Dachzeile: Reschen

Reschenseelauf - eine Erfolgsgeschichte endet nach 25 Jahren. Gerald Burger und das OK Team geben mit großem Bedauern das Ende des Rennens bekannt. Gestartet mit 157 Teilnehmern hat der Lauf außergewöhnliche Zahlen erreicht; der Abschied ist unglaublich. Viele Schwierigkeiten, doch vor allem fehlt die Unterstützung der lokalen Partner“, mit diesem Vorspann kündigte das Sportoffice-Portal Newspower das Ende des Reschenseelaufes an. Gerald Burger und der veranstaltende Rennerclub ziehen sich aus der Organisation zurück. Den Reschenseelauf wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Damit dürfte Gerald Burger einen endgültigen Schlusstrich über seine Entlassung als Direktor der Ferienregion Reschenpass gezogen haben. Burger geht beleidigt und gekränkt. Unbestritten ist, dass der Reschenseelauf weit über eine regionale Veranstaltung hinausgewachsen ist. „Gestartet mit 157 Teilnehmern bei der ersten Auflage ist der Lauf im Südtiroler Raum kontinuierlich gewachsen und erreichte bedeutende Zahlen, mit bis zu 4.000 Läufern aus zahlreichen Ländern. Der Reschenseelauf hat sich im Laufe der Jahre als fester Termin im europäischen Laufsportkalender etabliert und eine Sichtbarkeit erlangt, die weit über die regionalen Grenzen hinausging“, schreibt Newspower. Die Begründung für das Handtuchwerfen gleicht einem Weinen von Krokodilstränen. Von einem zunehmenden bürokratischen Aufwand, von steigendem finanziellen und organisatorischem Risiko, von sinkender Motivation, von der wachsenden Schwierigkeit, ausreichend freiwillige Helfer zu finden - mag alles dabei sein. Burger und der Rennerclub schieben aber ein „mangelnder Rückhalt durch einige lokale Partner“ nach. Newspower hat es so formuliert: „und die als unzureichend empfundene Unterstützung durch die wichtigsten lokalen Partner“. So etwas kommt im Oberland nicht gut an. Denn mit solchen Aussagen fühlen sich sämtliche Vereine und Organisationen rund um den Reschensee verunglimpft. Denn in den vergangenen Jahren herrschte in den Tagen des Reschenseelaufes regelmäßig Ausnahmezustand im Oberland. Alles rannte für den Reschenseelauf.
Gerald Burger hat sein eigenes Prestigeprojekt versenkt, sagt man im Oberland. Denn bis kurz vor der Absage waren alle Organisationen und Vereine pronto. So hat etwa die Ferienregion Reschenpass in ihrem genehmigten Haushalt die Gelder für den 26. Reschenseelauf vorgesehen, die Hauptsponsoren waren bereit, die Einschreibungen liefen bereits. Sicher ist, dass es heuer keinen Reschenseelauf geben wird. Und nächstes Jahr? (eb)

Das Warten auf der Töll hat ein Ende

  • Dachzeile: Töll

Seit 7. August ist die neue Rad- und Fußgängerunterführung auf der Töll eröffnet. Damit konnte der ampelgeregelte Übergang abgebaut werden.
„Gerade auf den meist befahrenen Straßen unseres Landes ist es wichtig, einen effizienten Verkehrsfluss herzustellen, damit Staus vermieden werden können“, erklärte LR Daniel Alfreider, der gemeinsam mit den BM Alois Forcher, Felix Lanpacher und BMin Alexandra Ganner sowie dem Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, Ulrich Gamper, am 7. August die Ampel auf der Töll ausgeschaltet hat.
„Auch an diesem neuralgischen Verkehrspunkt haben wir nun eine Lösung gefunden, um die Fahrt zwischen dem Vinschgau und dem Burggrafenamt stressfreier zu machen“, freute sich Alfreider, denn Radfahrer und Fußgänger werden die Vinschger Staatsstraße auf der Töll künftig nicht mehr überqueren, sondern die Unterführung und die neue Brücke benutzen können. Diese unterquert die Staatsstraße etwas weiter östlich, am orografisch rechten Ufer der Etsch. Im Anschluss daran führt der Weg über eine provisorische, sogenannte Bailey-Brücke, welche die Etsch überspannt und die Unterführung mit dem, entlang der Landesstraße Algund (LS52) verlaufenden, Radweg verbindet.
In enger Abstimmung zwischen den Landesabteilungen Tiefbau und Straßendienst wurden die Arbeiten an der Töll in den vergangenen Monaten umgesetzt. Parallel dazu wurde auch der Kreisverkehr bei der Einfahrt nach Partschins verwirklicht. „Diese beiden Eingriffe werden sich positiv auf den Verkehr auf der SS38 auswirken“, zeigt sich Alfreider überzeugt.
„Durch den nun fast fertiggestellten Eingriff können Übergang und Ampel bald entfernt werden. Lediglich im Herbst ist eine kurzzeitige Wiederaufnahme des ampelgeregelten Verkehrs notwendig, um noch einige Anpassungsarbeiten vorzunehmen“, teilte der Verfahrensverantwortliche Augustin Hueber vom Amt Straßenbau West mit. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro (davon 1,65 Millionen Euro Baukosten). Die Unterführung ist 5 Meter breit und weist eine lichte Höhe zwischen zwischen 2,55 Metern und 2,80 Metern auf. Übergeben wurden die Arbeiten am 18. November 2024. In einigen Jahren soll der nun provisorisch angelegte Abschnitt des Radweges zwischen Unterführung und Anbindung an die Algunder Landesstraße durch die bis dahin geschaffene, definitive Trasse abgelöst werden. Vorgesehen ist, dass die Etsch etwas weiter flussabwärts überspannt und die LS52 nicht mehr überquert wird. „Die entsprechenden Vorbereitungen für die Ausschreibung der Planung sind bereits im Gange“, teilte Martin Stifter von der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt mit.

Etschbrücke in Laas ist komplizierte Baustelle

  • Dachzeile: Laas
  • Weitere Fotos - 1: Bildmitte Vize-BM Johann Thurner

Die Etschbrücke in Laas ist eine komplizierte Baustelle. Weil die Brücke einer Kollaudierung nicht mehr standgehalten hätte, wird sie derzeit neu gebaut. Für den Neubau wird jenes Zeitfenster genutzt, in dem die Arbeiten zur Elektrifizierung gemacht werden und der Zug nicht fährt. „Es ist eine schwierige Baustelle. Das Wichtigste ist, dass nichts passiert“, sagte Bürgermeisterin Verena Tröger bei der Ratssitzung am 26. November 2025. Nachdem es von zwei Grundbesitzern keine schriftliche Zusage für eine alternative Fußgängerbrücke auf ihrem Grund gegeben habe, ist nun ein Shuttledienst über die Marmorbrücke angelaufen.
„Dieser wird gut angenommen“, sagte Referent Dietmar Spechtenhauser. Zudem hat die STA Nein zu einer Nutzung der alternativen Fußgängerbrücke nach der Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn gesagt. Auch das habe für die Alternative eines Shuttledienstes gesprochen. 310 Euro an Tagespauschale kostet der Dienst. „Die Arbeiten sind genau im Zeitplan“, sagte Spechtenhauser. Das habe ihm Ingenieur Michael Hofer bestätigt. Obwohl fast jeden Tag unvorhergesehene Dinge zu lösen sind. Spechtenhauser: „Jeder, der einmal gebaut hat, weiß, dass ständig Unvorhergesehenes auftritt.“ Heikel ist das Abtragen auch, weil bei der alten Etschbrücke sämtliche Leitungen, wie Fernwärme, Strom usw. angebracht sind. Die Brücke werde in den nächsten Tagen herausgelupft. Zweispurig wird die neue Brücke gebaut - mit einer Hebevorrichtung im Falle von Hochwasser. Thema war die Etschbrücke bei der Gemeinderatssitzung, weil die Bürgerliste dazu eine Anfrage gestellt hat.
Eyrs war dann gleich zweimal Thema bei der Ratsitzung. Das Infrastruktur-Projekt der Feuerwehrhalle Eyrs ist um rund 400.000 € teurer geworden. Die Halle selbst werde nur 40.000 Euro mehr kosten. Die Mehrkosten für das Infrastruktur-Projekt sind durch das Anheben und Aufschütten und die Grenzmauern in Richtung Pronto und Siller entstanden. Die Einrichtung sei günstiger geworden. Das Bauende ist für März 2026 vorgesehen.
Und: Oberhalb der Tuchbleiche-Siedlung wurde einem Antrag stattgegeben, Landwirtschaftsgebiet in eine Mischzone auszuweisen. 90.000 € bekommt die Gemeinde dafür. Die Erschließung, das wurde beschlossen, dürfe nicht über den schmalen Tuchbleicheweg erfolgen. (ap)

Frischer Strom für Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders/Goldrain

Wenn im Laufe des Februar die Primärkabine in Goldrain endlich in Betrieb geht, ändert sich für Schlanders einiges, vor allem für die Betriebe, aber auch für die Haushalte. Denn die Stromversorgung für die Industriezone und für die Dörfer in der Gemeinde wird sicherer. Schlanders bereitet sich unter der Aufsicht und Beratung vom Glurnser Ingenieur Dietmar Baldauf emsig auf diese Inbetriebnahme vor. Derzeit werden in den längst vorhandenen Leerrohren neue Kabel eingezogen, an einigen Stellen werden alte Kabel ausgetauscht. Die Primärkabine in Goldrain, die so aufgeteilt ist, dass sie die Stromversorgung für die Vinschgerbahn übernehmen wird und ein anderer Teil als Einspeisepunkt für die Stromversorgung der Gemeinden Latsch und Schlanders dient, ist für die Schlanderser ein zweiter Sicherheitsanker neben der Primärkabine in Laas. Die materiellen Anteile in Goldrain sind zu je einem Drittel auf die Gemeinden Latsch und Schlanders und auf Edyna aufgeteilt. Wie bei der Kabine in Laas seit dem Sommer 2025 wird Schlanders auch in Goldrain eine Strombezugsgröße von 12 Megawatt und eine Einspeiseleistung von 12 Megawatt zugesichert. Dietmar Baldauf, der die Gemeinde Schlanders in Stromfragen zur Seite steht und bei der Organisation und bei den Kontakten mit den Firmen unterstützt, sagt, dass der Anschluss an die Primärkabine in Goldrain für den Standort Schlanders große Sicherheit bedeutet. Würde die Stromeinspeisung bei der Primärkabine in Laas ausfallen, kann künftig die Einspeisung über Goldrain erfolgen. Der größte Strombezieher in der Gemeinde, die Firma Recla, wird mit der Inbetriebnahme der Kabine in Goldrain nicht mehr am Ende des Stromnetzes stehen, sondern viel näher am Einspeisepunkt. Der Gemeindeausschuss von Schlanders hat kurz vor Weihnachten zudem die Firma EN-CO mit der Ausarbeitung einer Studie für das Mittelspannungsnetz beauftragt. EN-CO hat eine solche Studie bereits 2017 erstellt. Aufgrund der sich verändernden Schutzsysteme und der sich ändernden Stromflüsse durch die Inbetriebnahme der Primärkabine in Goldrain wird eine Ajournierung der Studie notwendig.
Auf ein noch größeres Ziel weist der Schlanderser Generalsekretär Georg Sagmeister hin: In drei jahren soll das gesamte Stromnetz der Gemeinde Schlanders erneuert und weite Teile unterirdisch verlegt sein. Dafür sind in diesen drei Jahren rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Das sei auf der Investitionsseite noch ein Biss in den sauren Apfel. Ab 2030 sollen dann die Früchte der Investitionen in die Kraftwerkskette in Schlandraun und in das Stromnetz geerntet werden. (eb)

Kultureller und kulinarischer Auftakt mit Gänsehautmomenten

  • Dachzeile: Unser Frau/Schnalstal
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2: Kulturassessor Otto Rainer
  • Weitere Fotos - 3: der Kirchenchor Schnals mit den Jagdhornbläsern Similaun
  • Weitere Fotos - 4: für die Schnnalser Spezialitätenwochen Benjamin  Raffeiner, Manfred Waldner und  Harald Rainer

Der Rahmen für die Eröffnung der Slow-Food-Spezialitätenwoche in Schnals konnte heuer nicht stimmiger sein. Als der Schnalser HGV-Obmann Benjamin Raffeiner am Samstag, den 6. September, die Gäste zu pulled lamb zu Kräuterpolenta an Peperonata bat und damit die 10. Spezialitätenwochen rund um Lammgerichte in Schnalser Gastronomiebetrieben eröffnete, waren gerade im neu errichteten „Campus Transhumanza“ in Unser Frau gleich drei Premieren über die Bühne gegangen. Im Rahmen des PNRR-Projektes „Senales Borgo in movimento” wurden Stadel in Unser Frau renoviert und mit reichlich Software ausgestattet. Unter der Moderation von Karin Tscholl und mit Ankündigung vom Schnalser Kultur-Assessor Otto Rainer wurde vor großem und interessiertem Publikum die Dauerausstellung zur Transhumanz, eine wuchtige Steinskulptur und die musikalische Premiere der Komposition „Motus“ eröffnet und vorgestellt.
Sebastian Marseiler, der gemeinsam mit Gianfranco Spitilli die Dauerausstellung „Die Suche nach Weideplätzen“ rund um die Kulturgeschichte der Transhumanz erstellt hat, erläuterte mit lebendigen Einblicken den Ductus der Ausstellung. Bis auf die Jungsteinzeit gehe die Transhumanz in Schnals zurück, so Marseiler. Ein Brandopferplatz mit Funden von Bernstein und Resten eines Webstuhles weise darauf hin. Die Schafzucht habe aufgrund des Gewinnes von Fleisch und Wolle wesentlich zur Sesshaftigkeit der Menschen geführt. Spitilli wies darauf hin, dass in der Ausstelung ein Vergleich der Tanshumanz aus 7 Ländern mit einem Blick von außen geboten werde. Harald Rainer und der Laaser Bildhauer Elias Wallnöfer stellten die „Hirt, Schaf und Hund“ darstellende große Steinskulptur aus Passeirer Gneis vor. Die Steinauswahl soll einen Bogen zwischen den Tälern darstellen, der auf einer Seite aufgerauhte Stein die Rauheit der Transhumanz symbolisieren.
Für Gänsehautmomente sorgte die Premiere des Musikstückes „Motus“, welches als spannende Zusammenarbeit von Pier Paolo Polcari und Dietmar Rainer angekündigt und als „Bewegung“ (Motus heißt Bewegung) im Zug der Schafe und in der Natur skizziert wurde. Dietmar Rainer sammelte mit der Musikkapelle Schnals, mit der Musikkapelle Katharinaberg, mit dem Kirchenchor Schnals und mit den Jagdhornbläser:innen Similaun die gesamte und geballte musikalische Kraft des Schnalstales und die Mischung der musikalischen Formationen mit elektronischen Sounds von Polcari sorgten für Magie und Begeisterung im „Campus Transhumanz“.
Nach kultureller Sättigung war der Appetit auf das von Benjamin Raffeiner angekündigte Lammgericht inmitten von Skulptur und hergerichteten Stadeln groß und die Leute haben die Spezialität sehr genossen. Schnals lockt also ab sofort neben dem archäoparc mit längerfristigem Einblick in die Schafkultur, in die von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe geadelten Transhumanz in den neuen „Campuns Transhumanz“ und den gesamten September mit wunderbaren Gerichten aus Lammfleisch in die Gasthäuser, Restaurants, Almen und Schutzhütten. (eb)

Liquidator Georg

  • Dachzeile: Schlanders

Es war eine reine Formsache, eine Pflichtübung für die Schlanderser Gemeinderäte:
Die Liquidierung der Schlandraun Konsortial GmbH. Generalsekretär Georg Sagmeister hat als Multisekretär Erfahrung im Auflösen von Konsortial GmbHs, Beispiel Rambach.
„Ich habe das einige Male gemacht und würde Liquidator machen. Umsonst“, ließ er die Gemeinderäte bei der jüngsten Sitzung am vergangenen 13. November 2025 wissen.
Die Schlandraun Konsortial GmbH hatte den Auftrag, die Kraftwerkskette im Schlandrauntal innerhalb von zwei Jahren zu bauen. Das System mit einer Konsortial GmbH zu bauen ist nicht neu. Der große Vorteil: Die Arbeiten können im Privatverhandlungswege vergeben werden. Sagmeister: „Das ist am effizientesten und kostengünstigsten so. Ansonsten wäre das Projekt schon allein an den Tiefbauarbeiten gescheitert.“
Als Partner ist das VEK, das Vinschger Energiekonsortium, mit 10 Prozent eingestiegen. Eine Beteiligung desselben, Wunsch des VEKs, wurde aber kategorisch abgelehnt. Die Finanzierung der Schlandrauner Kraftwerkskette ist, so Sagmeister bei der Sitzung wörtlich, „legendär“. 15 MillionenEuro an Darlehen hat die Gemeinde bei der Volksbank für die Finanzierung aufgenommen.
19,2 Millionen stehen nun am Ende. Die Endabrechnungen liegen vor. Sagmeister: „Das Hilfskonstrukt ist nun aufzulösen und zu erledigen.“
Denn: Die Schlandraun Konsortial GmbH hat keine Vermögensrechte. Eigentümerin der E-Werke ist die Gemeinde. Die Konzessionen liegen ebenfalls bei der Gemeinde. Auch in die Verträge mit der Beregnungsinteressentschaft ist die Gemeinde eingetreten.
Der Vorteil der Führung durch die Gemeinde: Diese zahlt keine direkten Steuern, muss keine Abschreibungen machen und kann außerordentlich Investitionsgelder hernehmen.
Die Baustellen, die, nach der Auflösung, noch offen bleiben, sind folgende: „Es wird noch etwas übrig bleiben für das nächste Jahr zu zahlen, weil die Gemeinde die Liquidität nicht hat.“ (Sagmeister) Und: Das Beregnungswerk Zahlwaal wurde zusammen mit dem Bonifizierungskonsortium realisiert. Sagmeister: „Die Endabrechnung ist noch zu diskutieren.“
Mit der Auflösung der Konsortial GmbH schien es Sagmeister und BM Christine Kaaserer eilig zu haben. Bereits für den nächsten Tag, den 14. November 2025 war der Notartermin angesetzt worden.
Übrigens: 479.128 Euro an zusätzlichen Stromeinnahmen konnte die Gemeinde Schlanders von der Kraftwerkskette im Schlandrauntal bereits generieren (Vorstellung ab Seite 50). (ap)

Mehr Sicherheit für Staben und für Kompatsch

  • Dachzeile: Naturns/Staben

Wenn ab dem 12. Januar 2026 Hubschrauber über Kompatsch und über Staben kreisen, dann bringen sie schweres Gerät auf den Berg. Denn oberhalb von Kompatsch werden zwei neue Steinschlagzäune errichtet und oberhalb von Staben werden 6 neue Steinschlagnetze errichtet. Die Bauten sind ausgeplant, die Arbeiten sind vergeben, es kann losgehen und die Bauzeit ist mit weinigen Wochen kurz.
Ziel ist es, die derzeit im Gefahrenzonenplan als rot eingezeichneten Zonen in blaue Zonen umzuwandeln.
Der Naturnser BM Zeno Christanell hat die Kompatscher und die Stabner am 16. Dezember zu einem Informationsabend eingeladen und auch um Fragen stellen zu können. Denn mit Carlo Ferretti und mit Konrad Messner waren die zwei Geologen anwesend, die die Ausführungsprojekte erarbeitet haben, Ferretti jenes für Kompatsch und Messner jenes für Staben. Bei der Erstellung des Gefahrenzonenplanes sei augenscheinlich geworden, dass sich Teile der Siedlung in Kompatsch und Teile von Staben in einer roten Zone befinden. Um für Schutz und auch für Baumöglichkeiten zu sorgen, sei man, so BM Zeno Christanell, aktiv geworden und habe für Projekte und für entsprechende Finanzierung gesorgt. die rund 700.000 Euro, die für die Steinschlagschutznezte ausgegeben werden, werden zu 80 % vom Land und zu 20% von der Gemeinde Naturns finanziert. Die Gemeinde Naturns verwendet dafür Umweltgelder von der Alperia. Es sei eine gute Nachricht, dass beide Projekte genehmigt und durchfinanziert seien, sagte Christanell bei der gut besuchten Veranstaltung und auch, dass mit den Grundeigentümern, den Eigenverwaltungen von Naturns und von Staben,die Bauten vertraglich ausgemacht seien. Lob kam von den beiden Technikern, die eine solche Umsetzungsgeschwindigkeit noch nicht gesehen haben.
Festgestellt wurde, dass mit den Schutznetzen die Zonen um eine Stufe verbessert werden, also von rot auf blau bzw. von blau auf gelb. Geklärt werden konnte, dass die bisherige blaue Zone in eine gelbe Zone umgewandelt werden kann.
Die Prozedur der Änderung des Gefahrenzonenplanes, von der Baufertigstellung über die Abnahme bis zu den Beschlüssen im Gemeinderat und in der Landesregierung kann rund ein Jahr in Anspruch nehmen. (eb)

Mitten durchs Wohnzimmer

  • Dachzeile: Kastelbell/Trumsberg

Das Ansinnen der Agrargemeinschaft Trumsberg um den Vorsitzenden Bertram Stecher, einen ehemaligen Steig zwischen dem Trumser Albl und der Stierbergalm wieder zu reaktivieren, führt in der Gemeinde Kastelbell zu Protest und zu Maßnahmen. Die Jäger im Jagdrevier Kastelbell um Revierleiter Manuel Oberhofer sehen eine wichtige Wildruhezone in Gefahr. Im ohnehin viel von Gästen und Freizeitsportlern begangenem Revier seien solche Ruhezonen enorm wichtig. Rund um diese Gemengelage hat sich in den vergangenen Wochen eine halböffentliche und letzthin eine öffentliche Debatte entwickelt, in die die Forst bzw. der Forstbezirk Vinschgau und die Forststation Latsch, der AVS, der Jagdverband, der Natur- und Umweltschutz, Wildbiologen und mit dem für Land-, Berg-, Forst- und Almwirtschaft und für die Jagd zuständigen Referenten Thomas Plack und dem Oppostionsführer im Gemeinderat, Benjamin Pixnerr, auch Gemeindevertreter involviert wurden.
Die Debatte gipfelte vorerst in einem Gipfeltreffen, in einer Onlinesitzung der genannten Behörden am Montag, den 23. Februar. Organisiert und vorangetrieben hat diese Sitzung Manuel Oberhofer. Erst auf Zuruf soll auch die Agrargemeinschaft Trumsberg dazu eingeladen worden sein. Despektierliches Desinteresse zeigte BM Gustav Tappeiner, der angekündgt hat, an der Onlinesitzung nicht teilzunehmen und stattdessen Thomas Plack schickte. Das sei anders zu lösen und zwar im Gespräch zwischen den Kontrahenten, also zwischen der Agrargemeinschaft und dem Jagdrevier, soll Tappeiner gesagt haben.
Auf Trumsberg sagt man, dass man da ein großes und unnützes Tam-Tam mache. Denn die Forst sagt, dass ein Steig, der mit Reithau und Schaufel ausgebrochen werde, kein Problem sei. Man habe 2019 das Trumser Albl neu errichtet und die Alm werde mittlerweile wieder bestoßen. Mit einem Verbindungsweg zwischen den Almen werde eine neue Attraktivität geschaffen. Genau das will man im Jagdrevier verhindern. Denn die Wanderer würden sich genau durch das Wohnzimmer des Wildes - durch die notwendige Ruhezone nämlich - bewegen. Das sagen auch die Wildbiologen und Zustimmung kam auch vom Dachverband für Natur und Umweltschutz. Zum einen. Zum anderen habe der AVS Untervinschgau gesagt, dass man keine neuen Wanderwege plane. Und: Man könne doch den vorhandenen Weg rund 300 Meter oberhalb des geplanten benutzen. Der sei zu gefährlich, sagen die Trumsberger.
Am 26. Februar kam die Angelegenheit durch Benjamin Pixner im Gemeinderat zur Sprache. Pixner wollte wissen, was der Ausschuss zum Ganzen sage. Referent Thomas Plack und BM Gustav Tappeiner winkten ab: Das Ganze betreffe nicht die Gemeindeverwaltung. Das sei Sache zwischen dem Grundbesitzer (Agrargemeinschaft Trumsberg) und den Jägern. (eb)

Parallel ausgerichtete „Genossen“

  • Dachzeile: Mals

Wie gut die bieden Tourismusvereine im Obervinschgau zusammenarbeiten und sich parallel ausrichten, wurde vor einer Woche, am 9. Oktober 2025 einmal mehr deutlich. Im Oberschulzentrum Mals liefen am Nachmittag zwei außerordentliche Vollversammlungen gleichzeitig ab. Mit demselben Inhalt: Die Tourismusvereine Reschenpass und die Ferienregion Obervinschgau wurden in Genossenschaften umgewandelt. Dazu war etwa bei der Ferienregion Obervinschgau eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig. Zu Beginn der Sitzung wurde festgestellt, dass bei 60 physisch anwesenden Mitgliedern und 102 Delegas mehr als 80 Prozent Stimmberechtigte an der Abstimmung teilnehmen. Unter der Aufsicht von Notar Gian Luigi Salaris ging die Abstimmungskaskade (Abstimmung über die Satzung, Abstimmung über die Entgelte für den Verwaltungsratspäsidenten und über den Revisor und die Wahlen des Verwaltungsrates und der Kontrollorgane) problem- und diskusssionslos über die Bühne. Der Steuerberater Devid Lechthaler wies die Anwesenden auf die Vorteile einer Genossenschaft hin und zwar in Bezug auf die Ersparnis der Mehrwertsteuer, auf die steuerliche Sicherheit, auf die klaren zivilrechtlichen Richtlinien, auf die klareren Regulierungen zum Thema Haftung. Dem würden aufwändigere Verwaltungsstrukturen und Buchhaltung und eine intensivere Prüfung von Seiten der Kontrollorgane gegenüberstehen. Für den Verwaltungsrat standen die bisherigen Mitglieder zur Verfügung, mussten aber neu gewählt werden und hatten vor Ort die konstituierende Sitzung mit Wahl des Präsidenten, der wiederum Lukas Gerstl heißt.
Ähnlich dürfte es nicht weit entfernt von der Aula Magna des Oberschulzentrums zugegangen sein. Dort haben die Mitglieder der Ferienregion Reschenpass ihren Verein ebenfalls in eine Genossenschaft umgewandelt, mit Wahl des Verwaltungsrates und darin die Wahl des Präsidenten.
Als neue „Genossen“ (ab 1.1.2026) trafen sich die Mitglieder beider Tourismusgenossenschaften vereint in der Aula Magna. Eingestimmt hat die Mitglieder der Präsident des Konsortiums „Reschensee“ Christian Maas, der sagte, dass es Ziel sei, eine „auf uns zugeschnittene Marketingstrategie zu wählen“, die einen Mehrwert für das Territorium gewährleiste. Die Direktoren Gerald Burger und Katharina Fritz erklärten nochmals die „starke Marke“ und im Anschluss wurde unter anderem die neue Homepage der gemeinsamen Destination „Reschensee“ vom IT-Experten Roland Sprenger von der „webwg“ vorgestellt. Über das Budget für die Destination „Reschensee“ (640.000 Euro) referierte Stefan Gruber von der Beraterfirma „Valmontis“. (eb)

Ritterfest: Fanfaren und Spiele

  • Dachzeile: Schluderns
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Es waren bewegende Momente als die Fanfaren der Reiter auf ihren stattlichen Pferden erklangen. Und es gab noch unzählige weitere Gänsehaut-Momente, die Groß und Klein begeisterten. Rund 20.000 BesucherInnen ließen sich das Mittelalterfest vom 22. bis 24 August 2025 in Schluderns nicht entgehen.
Um ein Fest dieser Größenordnung erfolgreich über die Bühne bringen zu können, braucht es ein Heer von Kräften. Den organisatorischen Rahmen zeichnet der Verein Südtiroler Ritterspiele vor. Die Vorarbeiten leisten fünf Vorstandsmitglieder. Es sind dies in erster Linie Edwin Lingg, als Präsident und Mirko Stocker als Programmkoordinator. Stocker ist das ganze Jahr über mit den Ritterspielen beschäftigt. Er verpflichtet beispielsweise Schausteller und Markttreiber. Im Vorstand wirken weites mit: Andreas Oberhofer, Raimund Pali, Franz Sapelza und Yvonne Eller. Der Verein verpflichtet jährlich unzählige Helferinnen und Helfer. Innerhalb von drei Wochen muss die Infrastruktur mit Arena und Tribünen aufgebaut, die Fläche für die Zelte ausgemessen werden und vieles mehr. Beim Fest selbst sind ebenfalls zahlreiche Kräfte für den Verein Südtiroler Ritterspiele im Einsatz, als Laufburschen, in den Büros, an den Kassen, als Bereitschaftsdienst, als Müllsammler, als Aufräumtrupps, als Sanitäter…. „Wir geben jährlich rund 300.000 Euro aus“, beziffert Edwin Lingg. Gute Kontakte werden mit den Sponsoren und den Ordnungskräften gepflegt.
Für die Versorgungstände sind die Obleute der Vereine zuständig. Deren Teams hatten heuer wiederum alle Hände voll zu tun und konnten ihre Vereinskassen auffüllen. Ein großes Lob geht an die Organisatoren der Kinderanimationen, die den Andrang professionell bewältigt haben. Chapeau auch den Frauen, die rund um die Uhr dafür gesorgt haben, dass die sanitären Anlagen stets sauber waren. Der Abbau der Zeltstadt erfolgte innerhalb einer Woche. Und es ist erstaunlich, wie schnell auf dem Festgelände wieder Gras wächst. Was bleibt ist ein großer wirtschaftlicher Mehrwert für Schluderns und den Vinschgau. (mds)

Sibillinische Lösung für Bettenstopp?

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Die Diskussion landete am 9. Februar im Parteiausschuss der Südtiroler Volkspartei. Es ging dabei um die Frage, ob man eine Verlängerung für die Tourismuszonen zulassen soll. Bekanntlich sollen laut Dekret des Landeshauptmannes jene Tourismuszonen verfallen, für die bis September 2026 keine Baugenehmigung vorliegt (sh. auch Vinschgerwind Nr. 3/2026). Laut Medienberichten gab es hitzige Diskussionen im Parteiausschuss über den Vorstoß von Landesrat Luis Walcher, der für eine Frist-Verlängerung von 5 Jahren war und über die heftige Kritik daran vom ehemaligen Landesrat Arnold Schuler. Letztlich hat sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen, dass der Bettenstopp grundsätzlich bleibt, dass es aber für „strukturschwache“ Gemeinden eine Ausnahme geben soll und dass sich in diesen Gemeinden der jeweiligen Gemeinderat zu den vorhandenen Tourismuszonen äußern muss. Schweigt der Gemeinderat, verfallen die Tourismuszonen im September 2026. Mehrere Vinschger Bürgermeister haben sich im Vorfeld dezidiert für eine Fristverlängerung ausgesprochen.
In der Landesregierung ist das „strukturschwach“ zu definieren. Mit diesem Auftrag aus dem Parteiausschuss, nach der SVP-Vollversammlung das zweithöchste Gremium der Partei, gehen LH Arno Kompatscher und LR Luis Walcher in Verhandlungen mit den Koalitionspartnern, die diese Richtung mittragen sollen.
In der SVP-Presseaussendung heißt es: „Einige tourismusstarke Gemeinden, wie bspw. jene in Gröden oder Gadertal, verfügen bspw. über keine offenen Tourismuszonen, sind also nicht von der Frist betroffen. Andere, strukturschwache oder abwanderungsgefährdete Gemeinden, wie Martell, Schnals oder Ulten hätten Tourismuszonen, würden eine moderate touristische Entwicklung sogar benötigen und werben daher schon seit längerem um Betriebe. Ein unausweichlicher Verfall mit Ende September 2026 wäre dort mehr als ungünstig.“ Interessant wird es nun, wie die Kriterien für „strukturschwache Gemeinden“ aussehen werden. Man beginnt also doch zu differenzieren. (eb)