Wahlreform: „Südtirols politische Realität muss auch in Rom dargestellt werden“ - Leiter Reber plädiert für einzigen Südtirol-Wahlkreis und Verhältniswahlrecht
Für den Freien Abgeordneten Andreas Leiter Reber ist der Wunsch den Wahlkreis Bozen zugunsten einer italienischen Mehrheit abzuändern zwar abzulehnen, aber nachvollziehbar, entspringe diese Forderung doch dem Umstand, dass das derzeitige Wahlgesetz rein auf die SVP zugeschnitten sei. „Das demokratie- und autonomiepolitische Manko der derzeitigen Wahlkreise, die nur den einen, nämlich den stärksten Sieger zulassen, führten bisher meist dazu, dass weder die 26 Prozent der italienischen Volksgruppe in Südtirol noch all jene Südtiroler, die nicht SVP wählen, aus eigener Kraft einen Vertreter nach Rom schicken konnten“, so Leiter Reber.
Andreas Leiter Reber
„Es ist deshalb höchste Zeit, dass wie bei den Landtagswahlen ein einziger Wahlkreis Südtirol gebildet wird und die Südtiroler ihre Senatoren und Kammerabgeordneten nach dem Verhältniswahlrecht wählen. Somit würde eine proportionale Verteilung der Sitze gefördert und Südtirols politische Realität endlich auch im römischen Parlament dargestellt“, fordert Leiter Reber.
Der parteifrei Abgeordnete erinnert daran, dass bei Landtagswahlen rund 50 % der deutschen und ladinischsprachigen Südtiroler nicht die SVP wählen würden, bei Parlamentswahlen schicke die SVP jedoch aufgrund des Wahlgesetzes und der Ein-Personen-Wahlkreisen zu 100% ihre Vertreter nach Rom.
Leiter Reber will das Anliegen im Südtiroler Landtag behandeln, um einen möglichst gemeinsam getragenen Vorschlag für eine Wahlreform mit einem einzigen Südtiroler Wahlkreis zu ermitteln.
„Konsequenterweise müssten auch Urzìs Fratelli-Kollegen im Landtag meinen Vorschlag unterstützen, schließlich sei der Kammerabgeordnete Urzì nur deshalb Kammerabgeordneter, weil er nicht in Südtirol, sondern im Veneto über einen Wahlkreis mit Verhältniswahlrecht gewählt worden ist“, schließt Leiter Reber.