"Achtsam am Berg": Nachhaltiger Umgang mit Trinkwasser und Abfall

Bewusstsein zu schaffen für ein verantwortungsvolles Handeln am Berg, aber auch im Alltag: Das ist das Kernanliegen des Projekts "Achtsam am Berg". (Foto: LPA/Seiser Alm Marketing) Bewusstsein zu schaffen für ein verantwortungsvolles Handeln am Berg, aber auch im Alltag: Das ist das Kernanliegen des Projekts "Achtsam am Berg". (Foto: LPA/Seiser Alm Marketing)

Leitungswasser aufwerten und Abfall vermeiden: LRin Kuenzer, LR Vettorato und Hansi Pichler (IDM) haben das Projekt "Achtsam am Berg" heute (3. Juni) in Kastelruth vorgestellt.

Bewusstsein zu schaffen für ein verantwortungsvolles Handeln am Berg, aber auch im Alltag – und dies ausgehend von den Themen Trinkwasser und Abfallvermeidung: Das ist das Kernanliegen des Projekts "Achtsam am Berg", das heute (3. Juni) im Rahmen einer Pressekonferenz in Kastelruth vorgestellt wurde. Ziel ist es, Besucher und Touristiker im Dolomiten UNESCO Welterbegebiet für ein umweltfreundliches Verhalten zu sensibilisieren.

Seinen Ausgang genommen hat das Projekt, das eine Kooperation von Land Südtirol und IDM Südtirol darstellt, am Arbeitstisch der Tourismusvereine zum Dolomiten UNESCO Welterbe. "Dort entstand 2019 die Idee für ein Projekt 'plastikfreie Dolomiten'. Schnell wurde klar, dass es weitere Umweltthemen umfassen musste", erklärte die Landesrätin für Raumordnung, Landschaft und Denkmalschutz Maria Hochgruber Kuenzer. "Denn unsere Berglandschaft – und vor allem jene des Welterbegebiets - ist ein sensibler Lebensraum, in dem es besonders wichtig ist, keinen Abfall zu hinterlassen und sorgsam mit unserem hochwertigen Trinkwasser umzugehen." "Achtsam am Berg" sei somit ein wichtiger und notwendiger Schritt für die Erhaltung der Natur und richtet sich an die Eigenverantwortung von Einheimischen, Gästen und Touristikern.

Fokus auf Leitungswasser und Abfallvermeidung

Das Projekt sensibilisiert für die Verwendung von Leitungswasser als Trinkwasser und einen sorgsamen Umgang damit. "Das Leitungswasser in Südtirol ist hochwertiges Trinkwasser, nicht alle wissen das", unterstrich Umweltlandesrat Giuliano Vettorato. "Wer seine mitgebrachte Trinkflasche auffüllt oder in der Gastronomie Leitungswasser in ansprechenden Glaskaraffen anbietet, vermeidet Einwegflaschen und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz." Auch werden im Rahmen des Projekts "Achtsam am Berg" Brunnen, die ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen sind, erhoben und mit einer Plakette gekennzeichnet, sodass sie von Einheimischen und Gästen gleichermaßen genutzt werden können.

Pilotgebiet des Projekts "Achtsam am Berg" ist die Gemeinde Kastelruth mit den Tourismusvereinen Seis, Seiser Alm und Kastelruth. Nach Workshops mit den Interessensvertretern und der Erarbeitung von Maßnahmen im Jahr 2020 werden diese hier auf ihre Praxistauglichkeit überprüft und auch mit Hilfe von Pilotbetrieben verwirklicht. Für den Themenbereich Abfallvermeidung bedeutet das etwa, dass eine Wanderbox für den Rucksack entwickelt wurde, um Verpackungsabfall zu vermeiden. Entlang bestimmter Wege läuft ein "Müll-Monitoring", um Abfallmenge und Abfallart zu erheben. Informationstafeln zu den Abbauzeiten in der Natur unterstützen zudem die Sensibilisierung und sollen verhindern, dass Abfälle achtlos in der Natur zurückgelassen werden. Das gilt neben Papiertaschentüchern vor allem für Hundekotsäckchen, die zum am häufigsten vorkommenden Müll in der Natur zählen, der zudem auch nur langsam verrottet.

Grundlage für funktionierenden Tourismus

Für IDM Südtirol-Präsident Hansi Pichler ist eine intakte Landschaft und ein respektvoller Umgang damit die Basis für einen funktionierenden Tourismus: "Genau darin liegt auch die große Bedeutung des Projekts 'Achtsam am Berg'", hob Pichler hervor. "Es muss uns gelingen, für die Themen Abfall und Leitungswasser die Urlaubsgäste ebenso wie die lokale Bevölkerung zu gewinnen, um auf breiter Ebene Wirkung zu erzielen. Das Projekt 'Achtsam am Berg' versteht sich als Anstoß für weitere Initiativen zum Schutz der Umwelt, damit unsere Natur auch für künftige Generationen erhalten bleibt."

Tafeln, Karaffen, Plaketten und vieles mehr: Margareth Egger, Büroleiterin des Tourismusvereins Seis und Vertreterin des Pilotgebiets, stellte die Produkte des Projekts für Besucher und Touristiker im Detail vor. Sie betonte: "'Achtsam am Berg' hat in unserer Ferienregion eine Entwicklung angestoßen, die durch die Coronakrise noch aktueller ist: Es wurden erste konkrete Schritte für einen weitsichtigen Tourismus gesetzt, viele konnten für die Themen Trinkwasser und Abfallvermeidung begeistert werden. Herausforderung für uns ist, diese dauerhaft zu verankern, und den Samen, der mit 'Achtsam am Berg' gesät wurde, zu einer zarten Pflanze und schließlich zu einem tief verwurzelten Baum heranwachsen zu lassen."

Ausdehnung auf gesamtes Welterbegebiet

Träger des Projekts "Achtsam am Berg" sind die Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, IDM Südtirol und die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Die Umsetzung erfolgt mit Hilfe des Ökoinstitutes Südtirol-Alto Adige. Neben der Erarbeitung von verschiedenen Produkten ist auch die Erstellung eines Leitfadens mit den wichtigsten Maßnahmen zur breiten Umsetzung vorgesehen.

Das Projekt könne, so waren sich die Anwesenden heute einig, auf das Dolomiten UNESCO Welterbe Gebiet in Südtirol und in einem zweiten Moment auch auf ganz Südtirol bzw. auf die anderen Teile des Dolomiten UNESCO Welterbes ausgedehnt werden.

mpi

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