Vinschger Weine - Alle Sinne sind auf Empfang

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In den Weinbergen an den Hängen der Vinschger Sonnenseite reifen die Trauben für außergewöhnliche Spitzenweine. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ist eine kontinuierliche Qualitätssteigerung erfolgt, auch dank regelmäßiger Verkostungen.

von Magdalena Dietl Sapelza

Vier Dorfverkostungen stehen jährlich auf dem Programm des Weinbauvereins Vinschgau. Dabei sind die Vereinsmitglieder unter sich. Sie tauschen sich in ungezwungener Atmosphäre aus, verkosten die Weine und lauschen den Bewertungen der Juroren. Es wird analysiert und diskutiert.
Die erste Verkostung im Jahre 1977 in der „Moarstube“ in Galsaun beschreibt der Vinschger Wein-Pionier Leo Forcher aus Galsaun noch folgendermaßen: „Von den 33 Eigenbauweinen waren nur drei genießbar. Alle anderen waren fehlerhaft.“ Diese Zeiten sind längst vorbei. Bei den heutigen Dorfverkostungen werden kaum noch fehlerhafte Weine eingeschenkt. Die edlen Vinschger Tropfen, ob weiß, rosé oder rot, überzeugen durch ihre Spitzenqualität und durch ihre Einzigartigkeit. Forcher, jahrzehntelang Obmann des Vinschger Weinbauvereins und heute dessen Ehrenobmann, war seit der Gründung des Vinschger Weinbauvereins 1981 um die Qualitätssteigerung der Vinschger Weine bemüht. Forcher und seine Vorstandsmitglieder hatten die regelmäßigen Verkostungen iniziert und vorangetrieben. Dabei stellen die Winzer ihre Weine zur gegenseitigen Bewertung und zu Bewertung durch Fachleute aus dem Versuchszentrum für Obst und Weinbau Laimburg bereit. Sein Nachfolger als Obmann Matthias Bernhart aus Partschins setzt diese Tradition fort. Besprochen werden s34 wein2eventuelle Fehlentwicklungen bei der Kelterung, deren Vermeidung und einiges mehr. 33 Weine standen beispielsweise bei der ersten diesjährigen Verkostung im März in Kastelbell auf dem Programm. Wirklich getrunken werden von jedem Wein nur wenige Tropfen.
Unbestritten ist, die Vinschger Weine haben seit der Gründung des Weinbauvereins 1981 einen gewaltigen Qualitätssprung gemacht. Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung war unter anderem die Reduzierung der Traubendolden an den Weinreben, um mehr Klasse als Masse zu erzeugen. Die Weinreben auf den Gneis- und Schieferböden des Sonnenberges sorgen für mineralhaltige Weine, die mit einem individuellen Charakter punkten. Die Besonderheiten des Vinschger Weinbaugebietes sind die geringen Niederschlagsmengen (500 Millimeter pro Jahr) und die vielen Sonnenstunden. Das Zusammenspiel zwischen nächtlicher Abkühlung durch die nahen Gletscher des Ortlergebietes und der Ötztalen Alpen mit den warmen Temperaturen am Tag sorgt während der Reife für einzigartige Aromen und für die besondere Note des Vinschger Weines. Zu den Haupt-Weißweinsorten zählen Riesling, Weißburgunder, Müller-Thurgau, Solaris, zu den Haupt-Rotweinsorten Blauburgunder, Vernatsch und Zweigelt. Dazu kommen bei den Weißen in kleineren Mengen noch die Sorten Chardonnay, Ruländer, Gewürztraminer und Frauerler (autochthone Sorte), bei den Roten Lagrein und Cabernet. Im Weinbauverein wurde stets großer Wert auf die Aus- und Weiterbildung gelegt.

Eine große Errungenschaft des Weinbauvereins war die DOC – Schutzbezeichnung für Vinschger Weine. (DOC - denominazione di origine controllata, vergleichbar mit dem deutschen Q.b.A = Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete). Die Anbaufläche ist mittlerweile von 48 Hektar im Jahre 1981 auf heute 87 Hektar gestiegen, die Mitgliederzahlen des Vereins von 60 auf 230. Das Vinschger Weinbaugebiet reicht von der Töll bis Burgeis und umfasst 80,74 Hektar (siehe Tabelle). Auf der höchst gelegenen Weinbaufläche des Tales am Benediktinerkloster Marienberg auf 1250 Metern oberhalb von Burgeis werden seit 2011 versuchsweise Bioweine der Sorten Solaris und Cabernet Cortis kultiviert. Im Gegensatz zu anderen Regionen ist der Vinschger Weinbau nicht von großen Genossenschaften geprägt, sondern von kleinen Kellereien und Hofproduzenten, die ihre Weine als Direktvermarkter verkaufen. Und es lohnt sich in jedem Fall, die edlen Tropfen zu probieren. Die Verantwortlichen des Weinbauvereins organisieren gelegentlich auch größere Verkostungen für Publikum. Auch Winzer laden auf Wunsch gerne zu kleinen Verkostungen auf ihren Weinhöfen ein.
Der Weinbau im Vinschgau hat bereits in der Römerzeit Einzug gehalten und war seit jeher mit viel Arbeit und Fleiß verbunden. Die Terrassen an den Hängen der Sonnenseite wurden in mühevoller Handarbeit mit Trockenmauern gesichert. Und die geernteten Trauben mussten in Körben zu den Fuhrwerken gebracht und mit Pferdegespannen zu den Höfen transportiert werden. Heute stehen technische Hilfsmittel zur Verfügung, die die Pflege der Anlagen und die Ernte der Trauben erleichtern. Weinbau Hochburgen waren noch bis vor kurzem die drei Orte Kortsch, Kastelbell und Naturns. Mittlerweile breitete sich der Weinbau weiter nach Norden aus. Größere Rebanlagen sind jüngst bei Schluderns auf 900 Metern angelegt worden.

 

Weinverkostung: So läuft sie ab:
Eine Weinverkostung ist eine schöne Gelegenheit, in geselliger Runde zwanglos unterschiedliche Weine zu probieren und ganz nebenbei interessante Dinge darüber zu lernen. Schnell kommt man miteinander ins Gespräch und kann gemeinsam die geschmackliche Vielfalt der edlen Tropfen entdecken. Um die Eigenheiten eines Weins beurteilen zu können ist es wichtig, alle Sinne auf Empfang zu stellen.

1. Zuerst wird der Wein mit den Augen beurteilt. Was hat er für eine Farbe? Ist er klar oder trüb? Bildet er Schlieren im Glas (sogenannte „Kirchenfenster“)?

2. Die Nase spürt den Aromen des Weins zuerst nach. Man riecht am Wein und schwenkt dann das Glas, damit sich die Aromen durch zusätzlichen Sauerstoff weiter entfalten können.

3. Dann wird der Wein verkostet. Die Geschmacksknospen der Zunge nehmen die Aromen auf, und die Sinne werden belebt.

 

Weinbauflächen im Vinschgau: 87 ha

Weißweine 47 ha
Riesling 16 ha
Weißburgunder 12 ha
Solaris 2,9 ha

Rotweine 40 ha
Blauburgunder 20 ha
Vernatsch 11 ha
Zweigelt 6,8 ha

 

Degustazione di Vino
Una degustazione di vini è un‘ottima occasione per assaggiare casualmente diversi vini e imparare cose interessanti su di questi. Si entra subito in conversazione con gli altri e si scopre insieme la diversità di gusto delle gocce nobili. Per poter giudicare le caratteristiche di un vino, è importante usare tutti i sensi.

La viticoltura in Val Venosta esiste fin dall‘epoca romana e ha sempre comportato molto lavoro e diligenza. Le terrazze sui pendii del lato soleggiato sono state assicurate con muretti a secco in un minuzioso lavoro manuale. E l‘uva raccolta doveva essere portata sui carri in ceste e trasportata alle fattorie con squadre di cavalli. Oggi sono disponibili ausili tecnici per facilitare la cura dei terreni e la raccolta delle uve.
Fino a poco tempo fa le roccaforti della viticoltura erano i tre villaggi di Corces, Castelbello e Naturno. Nel frattempo la viticoltura si è diffusa più a nord. Recentemente sono stati piantati vigneti più grandi vicino a Sluderno a 900 metri di altitudine.

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