Morandini wieder Gleichstellungsrätin: Balance Familie-Beruf fördern

Michaela Morandini ist für weitere fünf Jahre Gleichstellungsrätin. (Foto LPA) Michaela Morandini ist für weitere fünf Jahre Gleichstellungsrätin. (Foto LPA)

Michela Morandini wird erneut Gleichstellungsrätin sein. Dies hat die Landesregierung am 24. September bestätigt. Die Arbeit der Gleichstellungsrätin bleibe unverzichtbar, so LH Kompatscher.

Aus einem Dreiervorschlag des Landesbeirats für Chancengleichheit hat die Landesregierung am 24. September in Bozen die Gleichstellungsrätin für die laufende Legislaturperiode ernannt. Die Wahl fiel wieder auf Michela Morandini, die dieses Amt bereits zuvor innehatte.

Es gibt noch viel zu tun für gleiche Bedingungen

Obwohl die Gleichstellung von Frau und Mann in der Verfassung, in regionalen und Landesgesetzen verankert ist, bleibt die Wirklichkeit noch weit davon entfernt. „Frauen und Männer sollen vor allem auch bei der Arbeit gleiche Möglichkeiten haben“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher, der im Anschluss an die Regierungssitzung die Gleichstellungsrätin vorstellte. Um dies zu erreichen, brauche es verschiedene Maßnahmen. Das Amt der Gleichstellungsrätin sei eine der wichtigsten davon, sagte Kompatscher. „Sie informiert und berät nämlich jene, die wegen ihres Geschlechtes am Arbeitsplatz diskriminiert werden, und kann diese auch vor Gericht vertreten“, hob der Landeshauptmann die wichtigste Aufgabe der Gleichstellungsrätin hervor. Morandini bringt laut Kompatscher mit ihrer Ausbildung in Psychologie, Politikwissenschaften, Coaching und Beratung, aber auch mit ihrer Erfahrung die wichtigsten Voraussetzungen dafür mit.

Häufigste Probleme: Mobbing und Unvereibarkeit Familie-Beruf

Morandini erläuterete nach der Pressekonferenz: „Mobbing und multiple Diskriminierungen am Arbeitsplatz sowie Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, sind die häufigsten Probleme, mit denen sich Menschen an mich gewandt haben.“ Immer mehr nachgefragt werde die Mediation. Morandini verwies zudem auf die aktuell vielen Mütter, die im ersten Lebensjahr des Kindes kündigen, weil sie Familie und Beruf nicht unter einen Hut bekommen: 2018 waren es 986.

„Die Herausforderung für die nächsten Jahre ist, gemeinsam mit den Arbeitnehmern, aber auch mit den Arbeitgebern, Unternehmen und Verbänden neue Modelle zu entwickeln, damit Familie und Arbeit besser vereinbar sind und dazu schon vorab zu beraten“, sagte Landeshauptmann Kompatscher. Auch in Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel gelte es, gemeinsam mit allen Beteiligten Arbeitsmodelle zu finden, die Vereinbarkeit ermöglichen.

2019 hatte Gleichstellungsrätin Morandini begonnen, schon in den Abschlussklassen der berufsbildenden Schulen durch Gespräche mit den Schülern zu informieren und zu sensibilisieren. Dieser eingeschlagene Weg mit möglichst früher Bewusstseinsbildung sollte weitergangenen werden, ergänzte Kompatscher.

Unterstützung durch die Gleichstellungsrätin

Die Gleichstellungsrätin ist erste Anlaufstelle für alle, die aufgrund ihres Geschlechtes am Arbeitsplatz direkt oder indirekt diskriminiert werden. Betroffene werden kostenlos und - falls gewünscht - auch anonym informiert und beraten. Mehr zu den Diensten gibt es unter diesem Link.

SAN

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