Coronavirus: Neue Regeln und Aufruf zur Solidarität

Pressekonferenz zu den verschärften Anti-Corona-Regeln: Die Landesregierung ruft zu Solidarität und Einhaltung der Regeln auf. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) Pressekonferenz zu den verschärften Anti-Corona-Regeln: Die Landesregierung ruft zu Solidarität und Einhaltung der Regeln auf. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Ab Montag (8. Februar) gelten in Südtirol neue und strengere Regeln zum Schutz vor Corona. Die Verordnung wird am Abend unterzeichnet. Die Landesregierung ruft zu Solidarität und Mitarbeit auf.

Die neue Dringlichkeitsmaßnahme mit strengeren Regeln zur Eindämmung des Coronavirus wird heute Abend (5. Februar) unterzeichnet. Die Verordnung gilt von Montag, 8. Februar bis Sonntag, 28. Februar. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Aufforderung unabhängig von der Uhrzeit, zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden. Die Wohnsitzgemeinde darf nur aus dringend notwendigen Gründen (Arbeit, Gesundheit) verlassen werden. Bars, Restaurants, Beherbergungsbetriebe und Geschäfte, mit Ausnahme derjenigen, die Waren verkaufen, die für das tägliche Leben notwendig sind (entsprechend den ATECO-Codes), schließen. Die Schulen stellen auf Fernunterricht um. An Orten, wo das Infektionsrisiko besonders hoch ist, gilt die Pflicht, eine FPP2-Maske zu tragen. Für Handwerks- und Produktionsbetriebe sind Corona-Tests vorgesehen.

Solidarität zeigen, um möglichst schnell wieder Freiheiten zu erreichen

"Durch die offensive Teststrategie haben wir es geschafft, die Situation in Gesundheitseinrichtungen unter Kontrolle zu halten, aber die Mutation des Viruses und das letzthin stetige Steigen der Infektionszahlen haben uns gezwungen noch mehr einzugreifen", betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher heute (4. Februar) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Landesräten Philipp Achammer, Waltraud Deeg, Giuliano Vettorato und Thomas Widmann.

In Bezug auf die neuen Einschränkungen unterstrich der Landeshauptmann, dass Regeln allein nicht genug seien. "Beim Einhalten der Regeln braucht es den Einsatz aller, vor allem auch im privaten Bereich. Es geht hier um eine Frage der Solidarität, insbesondere jenen gegenüber, die aufgrund der Einschränkungen den höchsten Preis zahlen. Nur so können wir aus dieser Situation herauskommen, nach drei Wochen ein Stück Freiheit wiedererlangen und mit mehr Hoffnung in die Zukunft blicken, die dank Impfstoffen eine allmähliche Rückkehr zur Normalität ermöglichen soll", sagte Kompatscher.

Steigende Infektionszahlen und Virusmutation zwingen zum Eingreifen

Die allererste gestern in Südtirol offiziell nachgewiesene Mutation des Coronavirs, die sich bekanntlich viel schneller verbreitet, veranlasste die Landesregierung zur Entscheidung strengere Maßnahmen einzuführen. "Die Situation ist ernst und das Engagement aller ist gefragt“, betont auch Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. Der Landesrat erklärt: "Ich glaube nach wie vor an einen Pakt miter Bevölkerung, denn wir haben es selbst in der Hand. Nur gemeinsam können wir die weiter Corona-Ausbreitung bekämpfen."

 Fernunterricht für die Grund-, Mittel- und Oberschulen

Die Mittelschulen und die Oberschulen stellen bereits ab Montag, 8. Februar, den Unterricht wieder auf den Fernmodus um, während die Grundschulen am Donnerstag, 10. Februar, in den Fernunterricht wechseln. In der Woche darauf werden die Schulen wegen der Faschingsferien geschlossen. Alle Bildungseinrichtungen, mit Ausnahme der Oberstufe, kehren nach den Faschingsferien, also am 22. Februar, wieder zum Präsenzunterricht zurück. Bei Rückkehr in den Unterricht soll massiv getestet werden (siehe eigene Pressemitteilung).

Bildungs- und Arbeitslandesrat Philipp Achammer führte aus, dass es unausweichlich geworden sei, eine Entscheidung zu treffen: "Wir haben bisher zwei Prinzipien vertreten: Menschen solange wie möglich arbeiten zu lassen und einen Präsenzunterricht ebenfalls so lange wie möglich zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen haben sich leider verändert, weshalb es unausweichlich war, diese Entscheidung zu treffen." Die teilweise Schließung der Betriebe und der Bildungseinrichtungen für die nächsten drei Wochen sei Ausdruck für das Bemühen der Landesregierung, eine für alle verträgliche Lösung zu finden, so Achammer.

"Die Zahlen zeigen, dass die in den Schulen angewandten Sicherheitsprotokolle funktionieren - sagte der italienische Bildungslandesrat Giuliano Vettorato. Die Entscheidung zur Schließung sei jedoch aufgrund der nicht abnehmenden Infektionszahlen obligatorisch. Mit dem Fernunterricht habe man positive Erfahrungen gemacht, so Vettorato.

Kleinkindbetreuung, soziale und sozio-sanitäre Dienste bleiben offen

 "Auch aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Lockdown haben wir nun besonders Familien, junge Menschen, ältere Menschen und Menschen in schwierigen Lebenslagen im Blickfeld. Darum haben wir entschieden, Dienste in diesen Bereichen, wie Kleinkindbetreuung, soziale und sozio-sanitäre Dienste, weiterhin geöffnet zu lassen“, hob Soziallandesrätin Waltraud Deeg hervor. Erfreut zeigte sich Deeg darüber, dass die Impfaktion in den Seniorenwohnheimen gut voranschreite – bisher sei bereits in 54 der 76 Heime die zweite Impfdosis verabreicht worden. Es gelte jedoch, auch und vor allem zum Schutz der schwächeren Menschen, in den kommenden drei Wochen die strengeren Regelungen einzuhalten, um danach wieder etwas mehr an Normalität leben zu können, sagte die Soziallandesrätin.

Spaziergänge sowie Individualsport von zu Hause aus möglich

Bei der Pressekonferenz wurde unterstrichen, dass Lebensmittelgeschäfte, Tabaktrafiken, Apotheken und Paraapotheken und die Geschäfte, die Güter des täglichen Bedarfs verkaufen (entsprechend den ATECO-Codes) offen bleiben. Produktions- und Handwerksbetriebe können weiterarbeiten, unter der Auflage, die Mitarbeiter regelmäßig zu testen.

Erlaubt sind weiterhin Spaziergänge sowie Individualsport von zu Hause aus, selbstverständlich unter Einhaltung der AHA-Regeln, also mit Mundschutz, Abstand und Handhygiene. Verboten bleiben Versammlungen jeglicher Art.

mb/san

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