s27 2014Val Müstair - Schweren Herzens haben die Mitglieder des Kichenchors von Müstair in einer außerordentlichen Versammlung beschlossen, die Vereinstätigkeit einzustellen und den Chor aufzulösen. Grund: der Mitgliederschwund. Von den 25 Aktivmitgliedern haben fast die Hälfte den Austritt per Ende dieses Gesangsjahres eingereicht. Das bedeutet, dass nur noch 15 Sängerinnen und Sänger den Chor bilden würden - zu wenig, um effizient aufzutreten. Die meisten der Austretenden sind seit der Gründung des Chores 1973, also 41 Jahre, dabei und es ist nicht verwunderlich, dass sich nach so langer Zeit eine gewisse Müdigkeit bemerkbar macht. Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt beinahe 65 Jahre und eine Verjüngung ist, trotz intensiver Bemühungen der Verantwortlichen, nicht zu erwarten.
Der Cor da baselgia Müstair wurde im Jahre 1973 gegründet mit der Absicht, die kirchlichen Feiertage zu verschönern. Den Dirigentenstab übernahm Beat Grond, der den Chor mit großem Erfolg 30 Jahre lang leitete. Er pflegte neben dem sakralen Gesang auch das weltliche Liedgut und somit die einheimische Kultur. In seinen Tätigkeitsjahren trat der Chor, neben den kirchlichen Auftritten, jährlich mit einem Konzert in der Klosterkirche auf. Auch in die Dirigentenzeit von Beat Grond fallen die Registrationen von vier Tonträgern (CD’s) mit populären und sakralen Liedern (diese können auch weiterhin zu einem reduzierten Preis erworben werden). Das Highlight des Kirchenchors von Müstair war der Erhalt des Ehrenpreises der romanischen Radio- und Fernsehgesellschaft im Jahre 1996.
Im Jahre 2003 übernahm Don Mario Pinggera die Pastoration der Kirchgemeinde Müstair. Als diplomierter Kirchenmusiker und Organist war es nur logisch, dass er den Kirchenchor übernehmen würde. Leider dauerte sein Aufenthalt im Münstertal nur fünf Jahre. In der Person von Gernot Niederfriniger aus Mals wurde ein neuer Dirigent gefunden. Als nicht Einheimischer und der romanischen Sprache nicht kundig, war die Anstellung für ihn kein leichtes Unterfangen. Er konzentrierte sich hauptsächlich auf den kirchlichen Gesag und komponierte sogar einige Werke extra für seinen Chor, wofür ihm seine Sängerinnen und Sänger herzlich danken.
Der Chor bedankt sich beim langjährigen Dirigenten Beat Grond sowie bei den Nachfolgern Don Mario Pinggera und Gernot Niederfriniger für ihre große und erfolgreiche Arbeit. Er bittet die Bevölkerung um Verständnis für diesen emotionalen Entscheid und dankt an dieser Stelle allen Freunden, Gönnern und Passivmitgliedern für die jahrelange Treue und die finanzielle Unterstützung. (bg)

Publiziert in Ausgabe 13/2014
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