Dienstag, 23 Juli 2013 09:06

Grauner Turm im Haar

s24 DSC 0002Prad/Burgeis   - Kämmrichtung, Kammfingerscherenhaltung, Schnitt- und Designlinie, Kopfhaltung … bestimmen den Berufsalltag von Karoline Theiner. Die Friseurin aus Burgeis widmete sich  ganz ihrer Leidenschaft. Ein Seminarangebot im Internet und die Information einer Friseur-Kollegin: Pivot-Point ist die berühmteste Schneidetechnik der Welt, führten sie auf neue Wege.
Die erste Fahrt zur Pivot Point Academy: Im Stau steckend plagten sie Zweifel. „Ich griff in die Schultüte meiner Freundinnen, das Naschen lenkte mich ab“, erinnert sie sich. Angekommen, fühlte sie sich fehl am Platz.  „Ich dachte, ich fahre heim“. Doch bald spürte sie, dass sie eine Leidenschaft entdeckt hatte.
Drei Monate dauerte die Ausbildung in Obrigheim in der Nähe von Heidelberg. Sie praktizierte ein halbes Jahr im Lehrsalon der Schule, absolvierte die Prüfungen und schaffte den Meister mit Auszeichnung. Gleichzeitig machte sie den Abschluss „FachtrainerIn für Pivot-Point“ und wurde von der Pivot-Point-Akademie eingestellt.
Bei der Meisterprüfung gestaltete Karoline eine Phantasiefrisur auf einem Puppenkopf: den Rescher-See. „Ich föhnte von hinten herauf eine Wasserwelle, befestigte am selbst genähten Haarteil den Grauner Turm aus Ton und verband alles mit der Frisur.“ Vor über  100 Trainern stellte ich meine Präsentation auf der Bühne vor.
Seitdem unterrichtet Karoline  als Fachtrainerin in der Pivot Point Academy. Als eine der 20 besten TrainerInnen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz darf sie in diesen drei Ländern Seminare halten. 80000 km im Jahr zwischen Luzern, Salzburg und Köln fährt sie mit ihrem kleinen schwarzen Flitzer und steigt hie und da mit Rückenschmerzen aus dem Auto.
Seit September führt Karoline  zusätzlich einen kleinen Salon in Prad. „Ich finde es interessant, dass mir die Menschen bei der Arbeit zuschauen und sagen: So hat mir noch nie jemand die Haare geschnitten.“ Ein neuer Trend soll nicht nur im Friseursalon umsetzbar sein, sondern alltagstauglich. Nicht jede/r nehme sich täglich eine Stunde Zeit für seine Frisur, so wie sie.
Beim Frisieren vergesse sie die Zeit und alles rundherum, weil sie sich ganz in die Arbeit einlässt. Karoline Theiner fühlt sich angekommen.  (ba)

Publiziert in Ausgabe 15/2013
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