Montag, 30 November 2015 12:00

Im Halbstundentakt direkt nach Bozen

s9 pinggera noggler marsoSchlanders - Im Halbstundentakt können 16.500 Personen pro Tag (derzeit sind es 7.500) von Mals, ohne umzusteigen, in die Landeshauptstadt befördert werden. Dies war die zentrale Aussage bei einem Stammtischgespräch in Schlanders, organisiert vom Gemeindesozialausschuss unter der Leitung von Kunhilde von Marsoner. Martin Ausserdorfer, der Präsident der STA und Joachim Dejaco, der Generaldirektor der STA berichteten ausführlich über die notwendigen Baumaßnahmen und der Regionalassessor Josef Noggler informierte über den Wasserstoff als Energieform mit vielen Perspektiven. Vor 10 Jahren beförderte die Vinschgerbahn 1 Million Fahrgäste, derzeit sind es 2 Millionen. Mehr ist nach Dejaco nicht möglich, deshalb soll durch die Elektrifizierung und den Ankauf von neuen Flirtzügen die Kapazität erhöht werden. 150 Sitzplätze haben die derzeitigen Dieselzüge. Die neuen Flirtzüge haben 276 Sitzplätze und die Fahrgäste können bis Bozen, bzw. bis zum Brenner oder nach Innichen befördert werden, ohne umzusteigen. Um diese Züge einzusetzen und einen durchgehenden Halbstundentakt zu organisieren, sind mehrere Baumaßnahmen notwendig. Insgesamt 1.500 Oberleitungsmasten müssen entlang der Strecke aufgestellt werden. Alle 40 Meter ein Masten. Auch ein neues Signalsystem wird eingerichtet. Über ein Mobilfunknetz wird dann jede Sekunde dem Fahrdienstleiter über einen Monitor mitgeteilt wie schnell er fahren darf. Da die neuen Züge 106 m lang sind (derzeit 80 Meter) müssen auch die Bahnsteige von 80 auf 125 m verlängert werden. Umbauarbeiten sind auch im Bahnhofgelände von Mals notwendig, damit vier Zuggarnituren dort parken können. In Schlanders wird ein Geleis still gelegt und zwischen Schlanders und Laas müssen drei Kurven begradigt werden. 1917 und 1919 wird in den Sommermonaten der Zugverkehr für drei Monate eingestellt, um die notwendigen Arbeiten durchführen zu können. Die Kosten belaufen sich auf 56 Millionen. Regionalassessor Noggler erklärte seinen Beschlussantrag, die Vinschgerbahn mit Wasserstoff zu betreiben. Er zeigte sich überzeugt davon, dass Wasserstoff in Zukunft für die Mobilität und die Energieversorgung eine große Rolle spielen wird, gab aber auch zu, dass ein Umrüsten auf Wasserstoff für eine Eisenbahn in Italien totales Neuland wäre und daher die Genehmigungsprozeduren lange und schwierig wären. Er sprach sich deshalb beim Stammtisch auch für die Elektrifizierung der Vinschgerbahn aus und versprach, sich bei der Haushaltsdebatte dafür einzusetzen, dass auch die notwendigen Geldmittel zu Verfügung gestellt werden.  (hzg)

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Publiziert in Ausgabe 24/2015
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