Dienstag, 07 Januar 2014 00:00

„Ich denke mich ins Freie“

s16 0863Heimatbühne Schluderns - Das Tagebuch der Anne Frank“ ist ein berührender Bestseller, ein beeindruckendes Zeitdokument aus der Nazizeit. Als Theaterstück wurde es 1955 am Broadway uraufgeführt, ein Jahr später erhält die Bühnenfassung den Pulitzer-Preis für das beste Drama. An dieses Theaterstück hat sich die Heimatbühne Schluderns gewagt. Ein Wagnis. Kann ein Dorftheater ein solches Stück voller Beklemmnis, voller Beengtheit, das bekannte Ende immer vor Augen, überhaupt stemmen?
Die Heimatbühne Schluderns, alle Schauspieler, die Regie, die Technik, Bühnenbild, Maske und Kostüme, haben das Stück gemeistert. Derart gemeistert, dass die sich aus dem Stück ergebenden Stimmungen direkt auf das Publikum übertragen werden konnten: Im ersten Akt die Beengtheit, die Nervosität, auch die Hoffnungen, die die Familien Frank und Van Daan im Dachgeschoss eines Hinterhauses in Amsterdam durchleben, mittendrin die intelligente, sensible,  verträumte, pubertierende Anne Frank, glänzend gespielt von Magdalena Klotz.  Den Auftakt des zweiten Aktes bildete das Chanukka-Fest mit tragisch-freudigen Überraschungen, gefolgt von sich entladenden Spannungen, Hysterie, Beschuldigungen. Die Klammer, die die Einführungsszene - in Filmform auf Großleinwand - und die Schlussszene bilden war beeindruckend. Sehr gut gesetzt waren auch die Zitate aus dem Tagebuch, bei verhängtem Vorhang mit linksseitiger Bildbeleuchtung.
Die Heimatbühne Schluderns hat noch einige Vorstellungen vor sich und, für eine Heimatbühne untypisch, einige Schülervorstellungen eingeplant.
Kompliment für schauspielerische Leistungen und für trefflich ausgesuchte Rollenbesetzungen. (eb)

Weitere Aufführungen
sh. Theaterwind

Publiziert in Ausgabe 1/2014
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