Dienstag, 20 August 2019 12:38

Akribische Stellungnahme

Laas - Nach anfänglicher Lähmung zu Beginn des Jahres, nachdem die Landesregierung einem ersten Vorschlag zur Parkordnung vom damaligen Landesrat Richard Theiner genehmigt hatte, ist Bewegung in die Verbände und in die Gemeinden gekommen. Auch in die Gemeinde Laas.

von Erwin Bernhart

Im allerletzten Moment hat der Stilfser BM Hartwig Tschenett seinen Gemeinderat auf dem Dringlichkeitswege einberufen, um fristgerecht die Stellungnahme aus der Gemeinde Stilfs nach Bozen senden zu können. Es geht um den künftigen Parkplan, um die Parkordnung und also darum, welche Wünsche Gemeinden, Fraktionen und Verbände darin deponieren können. Was für die Leute außerhalb des Parkes selbstverständlich ist, darum müssen die Leute im Nationalpark erst kämpfen.
Die Laaser haben ihre Stellungnahme zum Parkplan und zur Parkordnung am 8. August beschlossen. Vorbereitet war die Stellungnahme mit besonderer Akribie, also mit besonderer Sorgfalt bis in die Details - bis hin zur Aufnahme von Wandersteigen in der Mobilitätskarte, zur Eintragung der oberen Alm im Laaser Tal als Schutzhütte, zur Eintragung der oberen Marmorbahn, der Eintragung der Rodelbahn, bis hin zur Erweiterung der D3-Zone beim Marmorabbau, bis hin zu erst vorzunehmenden Ergänzungen bzw. kleinen Zusammenschlüssen von Forstwegen. Die Zielsetzung des Parkplanes müsse es sein, so BM Andreas Tappeiner, dass die Leute im Park leben und sich wirtschaftlich entwickeln können. Das gelte auch für die energetische Wasssernutzung einzelner Höfe, die nicht benachteiligt werden dürfen.
Speziell auf den Marmortransport gemünzt hat die Gemeinde Laas den Vorschlag für den Parkplan dahingehend formuliert, dass der Transport ins Tal „möglichst CO2-neutral“ gestaltet werden solle. Mit dieser Formulierung lässt man sich einige Wege für den Marmortransport offen und schränkt sich nicht von vornherein auf eine bestimmte Technologie wie etwa die Wasserstofftechnologie ein.
Tappeiner wies nochmals auf den holprigen Werdegang des Vorschlages aus der Landesregierung hin, auf das dürftige und fehlerhafte Kartenmaterial, auf die ursprünglichen Termine und auch darauf, dass es einigen Druck und viele Sitzungen gebraucht habe, die Politik und vor allem die Ämter in Bozen über die vielschichtige Materie des Lebens im Nationalpark zu sensibilisieren. Das sei im Wesentlichen gelungen. Sichtbar auch daran, dass die ursprünglichen 12,5 Meter-Radien rund um die einzelnen Bauernhöfe, innerhalb der eine Erweiterung möglich gewesen wäre, letztlich gefallen und einer Punktbezeichnung der Höfe gewichen sind. Bei den Einzelgehöften soll, so der Wunsch aus dem Vinschgau, das Landesraumordnungsgesetz gelten. Einstimmig schickt der Laaser Gemeinderat seine Stellungnahme gen Bozen.

 

Publiziert in Ausgabe 17/2019
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