Auf den Spuren der Madrisa

geschrieben von
Nach der Kulturwanderung gab es am 30. September am Rimpfhof Musik und Erzählungen über Salige und Berggöttinnen mit: v.l.: Heike Vigl, Ulrike Kindl und Corin Curschellas Nach der Kulturwanderung gab es am 30. September am Rimpfhof Musik und Erzählungen über Salige und Berggöttinnen mit: v.l.: Heike Vigl, Ulrike Kindl und Corin Curschellas

Rimpfhof/Kulturwanderung - Zum Abschluss der Vinschger Literaturtage organisierten die Bildungsausschüsse der Gemeinde Laas in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Schlandersburg eine Kulturwanderung zum Rimpfhof. Raimund Rechenmacher, der Leiter der Bibliothek Schlandersburg, begleitete die Gruppe von Allitz zum Rimpfhof und erzählte bei der Wanderung über die Gefahren des Gadriabaches und die Geschichte des Rimpfhofes. Die Märchenforscherin Ulrike Kindl informierte am Rimpfhof über die Saligen, die in Ladinien Ganes und im Engadin Dialas genannt werden. Heike Vigl, die musizierende Geschichtenerzählerin aus Oberbozen am Ritten, trug sehr spannend die Sage von Margareta, Madrisa und Conturina und von Tanna, der Königin der Croderes, vor. Die Musikerin Corin Curschellas aus dem Graubünden umrahmte den Abend musikalisch mit dem Tischharmonium, der Shrutibox und der Maultrommel. Ulrike Kindl meinte, dass wir als Kinder der Aufklärung das Weltbild der alten Völker oft nicht begreifen. In den uralten Erzählungen treten Fruchtbarkeitsgöttinnen auf, es gibt Geschichten vom verlorenen Paradies, von Überlebenskämpfen, von Liebe, Hass und Eifersucht. Viele alte Geschichten wurden durch das Christentum überdeckt und neu interpretiert. Madrisa war eine schöne Frau, die dem jungen Senn auf der Alm bei seiner Arbeit unterstützte. Solange sie zusammen waren, gab es grüne Weiden und die Kühe lieferten viel Milch. Doch als der Vater des jungen Senners auf die Alm kam und Madrisa vertrieb, änderte sich alles. Margareta diente als Zusenn auf der Alm, bis der junge Hüterbub erkannte, dass der „Zusenn“ eine Frau war. Sie musste die Alm verlassen und aus der Almweide wurde eine öde Felsenlandschaft. In beiden Sagen wird die Geschichte des Verlorenen Paradieses oder des Goldenen Zeitalters erzählt, die wir auch aus der Bibel kennen. Nach den Erzählungen gab es in der warmen Stube Erdäpfel mit Butter, Almkäse und Kuchen, bevor die Besucher:innen mit Stirnlampen zu Fuß wieder nach Allitz zurückwanderten. (hzg)

Gelesen 171 mal

Schreibe einen Kommentar

Make sure you enter all the required information, indicated by an asterisk (*). HTML code is not allowed.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.