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CAREfamilia Südtirol:

CAREfamilia Südtirol: Neue Initiativgruppe setzt sich für Verbesserungen in der Pflege ein

Aus der erfolgreichen Petition „Wir warten nicht mehr“, die über 4.000 Unterstützungsunterschriften erzielt hat, ist die neue Initiativgruppe CAREfamilia Südtirol hervorgegangen. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, aktiv auf die dringenden Herausforderungen im Bereich der häuslichen Pflege in Südtirol aufmerksam zu machen und konkrete Verbesserungen anzustoßen.
Die Petition hat deutlich gezeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger unzufrieden mit der aktuellen Situation in der Pflege sind – besonders im Hinblick auf überlange Wartezeiten bei Pflegeeinstufungen, komplexe bürokratische Abläufe und unzureichende Unterstützung pflegender Angehöriger.
Dabei ist wichtig zu betonen, dass der Begriff „Caregiver“, der im öffentlichen Diskurs zunehmend verwendet wird, im Deutschen vor allem Pflegekraft, Betreuungsperson oder Pfleger/in bedeutet. Gemeint sind Personen, die sich um hilfsbedürftige, kranke, behinderte oder ältere Menschen kümmern – sowohl im professionellen als auch im familiären Umfeld. Je nach Kontext können auch Bezugsperson, Kinderbetreuer (bei Kindern) oder Zugehfrau als sinngemäße Bezeichnungen verwendet werden.
Zielsetzungen der Initiativgruppe
CAREfamilia Südtirol arbeitet überparteilich und sachorientiert. Die Gruppe möchte konstruktiv den Dialog mit den zuständigen Institutionen und politisch Verantwortlichen suchen. Im Zentrum ihrer Anliegen stehen:
• Stärkung der Pflege zuhause
• Überarbeitung und Anpassung der Einstufungskriterien
• Angemessene Erhöhung des Pflegegeldes
• Finanzielle und soziale Absicherung pflegender Angehöriger
• Bürokratieabbau, insbesondere bei Doppel-Dokumentationen
• Verkürzung von Wartezeiten bei Anträgen und Einstufungen
Die Herausforderungen wachsen angesichts des demografischen Wandels, der steigenden Zahl älterer Menschen sowie der Zunahme pflegebedürftiger Personen. Daher sieht CAREfamilia Südtirol dringenden Handlungsbedarf, um bestehende Einrichtungen und Bestimmungen im Pflegebereich nicht nur einzuhalten, sondern an die heutigen Realitäten anzupassen und weiterzuentwickeln.

Erste Schritte: Verbesserung der Pflegeeinstufung
Kurzfristig fokussiert sich die Initiativgruppe darauf, den langen Wartezeiten bei Pflegeeinstufungen entgegenzuwirken. Viele Betroffene warten Wochen oder Monate auf eine Einstufung – eine Verzögerung, die in akuten Pflegesituationen gravierende Folgen haben kann.
Langfristige Perspektive: Interdisziplinäre Arbeitsgruppe
In einem weiteren Schritt plant CAREfamilia Südtirol die Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die konkrete Verbesserungsvorschläge ausarbeiten wird. Diese sollen anschließend den zuständigen Stellen vorgelegt werden, um nachhaltige Lösungen für die Zukunft der Pflege in Südtirol zu ermöglichen.
Pflege betrifft uns alle
Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie betrifft nicht nur diejenigen, die heute Unterstützung benötigen oder Angehörige pflegen – sie kann jede und jeden von uns treffen. CAREfamilia Südtirol möchte das Bewusstsein dafür stärken und gemeinsam Wege finden, wie die Pflege in Südtirol menschlicher, gerechter und zukunftsfähiger gestaltet werden kann.