50 Jahre Naturpark Texelgruppe
Auftakt: Zum 50-Jahr-Jubiläum wurde am 9. Mai in Naturns gefeiert.
Besonders wertvolle Landschaftsräume unter Schutz stellen – das war das Ziel, als die Landesregierung in den 1970er-Jahren ein Programm zur Ausweisung großflächiger Naturparks initiierte. Am 15. März 1976 wurde der Naturpark Texelgruppe offiziell seiner Bestimmung übergeben. Anfangs gab es viel Widerstand, vor allem von den Vertretern der Landwirtschaft, die Einschränkungen und Bürokratie befürchteten, und Ablehnung aus den Gemeinden.
„Vor 50 Jahren war die Einrichtung des Naturparks Texelgruppe ein mutiger Schritt“, erinnerte Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzlandesrat Peter Brunner bei der Jubiläumsfeier am 9. Mai im Naturparkhaus Texelgruppe in Naturns. Mittlerweile sei die Skepsis gewichen und die positiven Effekte des Naturparks anerkannt, so Brunner: „Heute sind wir stolz darauf, dass Schutz und Bewirtschaftung hier Hand in Hand gehen.“
Dass der Naturpark Texelgruppe aus der Region nicht mehr wegzudenken sei, unterstrich auch der Bürgermeister von Naturns Zeno Christanell: „Acht Gemeinden - Schnals, Naturns, Partschins, Algund, Tirol, Riffian, St. Martin in Passeier und Moos in Passeier - tragen gemeinsam Verantwortung für dieses lebendige Schutzgebiet. Es zeigt, wie ein gutes Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur gelingen kann.“
Valentin Schroffenegger, im Landesamt für Natur verantwortlich für den Naturpark Texelgruppe, betonte: „Mit über 31.000 Hektar und 2.857 Höhenmetern ist Südtirols größter Naturpark auch ein Park der Arbeit: So müssen jedes Jahr über 470 Wanderkilometer instandgehalten werden. Ein 14-köpfiges Team arbeitet im Schnitt rund 60 Tage pro Saison daran.“
Klimaforscher Georg Kaser skizzierte in seinem Impulsreferat „Klimawandel 1976 - 2026 - ...“ die Klimageschichte der letzten 50 Jahre: „Wir befinden uns derzeit ganz stark in der Phase der Klimawandelanpassung, die sehr teuer, aber unumgänglich geworden ist. Sie erfolgt in vielen Teilen jedoch ohne Transformation, das heißt ohne etwas am gesellschaftlichen System zu ändern“, so Kasers Schlussfolgerung. „Dabei wird vergessen, dass wir weiterhin das Klima anheizen. Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn die Klimaanpassungsfähigkeit wird bald erschöpft sein. Oberste Priorität muss es also sein, mehr für den Klimaschutz zu tun“, mahnte er.