75 Jahre ASC Schlanders - Ein Jubiläum bewegt
Georg Hasenburger
Vinschgerwind: 75 Jahre: Dieses Jubiläum nimmt der ASC Schlanders zum Anlass, um zu feiern. Was ist geplant?
Georg Hasenburger: Wir haben ein abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm zusammengestellt, das am 22. Januar mit der Auftaktveranstaltung in der BASIS in Schlanders beginnt. Dort findet ein Vortrag zum Thema „Vereinssport zwischen Spaß, Leistung und psychischer Gesundheit“ statt. Eingeladen sind alle Mitglieder, Trainer, Sponsoren, Fans, Partner, Sportler und Interessierte. Im Anschluss soll es einen gemütlichen Austausch geben. Über das gesamte Halbjahr läuft außerdem unsere Jubiläums-Lotterie, die vom 22. Januar bis 4. Juli dauert. Sie umfasst drei attraktive Hauptgewinne, welche beim Festakt verlost werden.
Dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen der einzelnen Sektionen: vom Gemeindeskitag am 1. Februar in Schöneben über Vorträge, Präsentationen und Wettkämpfe bis hin zu Familien- und Aktionstagen. Den Abschluss bildet der große Festakt mit Sporttag am 4. Juli in der Matscher Au, der das Jubiläumsjahr würdig abrundet.
Vinschgerwind:Der ASC Schlanders-Raiffeisen steht für....
Hasenburger: Für Gemeinschaft, Engagement und sportliche Vielfalt. Unser Verein ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich bewegen, Ziele verfolgen und Freundschaften schließen. Wir stehen für Nachwuchsförderung, für ehrenamtliche Arbeit und für ein Miteinander, das weit über den Sportplatz hinausgeht. Der ASC ist ein Stück Dorfkultur und ein wichtiger sozialer Anker.
Vinschgerwind:Wie viele Mitglieder zählt der Verein?
Hasenburger: Der ASC Schlanders zählt aktuell rund 650 Mitglieder in sieben aktiven Sektionen (Fußball, Yolleyball, Yoseikan Budo, Tauchen, Wintersport, Fitness und Tischtennis. Diese Zahl zeigt, wie breit der Verein aufgestellt ist und wie stark er in der Bevölkerung verankert bleibt.
Vinschgerwind:Ein Blick in die Historie.
Hasenburger: Die sportlichen Wurzeln in Schlanders reichen bis in die Vorkriegszeit zurück – damals standen Turnen, Leichtathletik und Radfahren im Mittelpunkt. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte im März 1950 unter Präsident Ernst Moser, der trotz schwieriger Rahmenbedingungen Großes leistete. 1962 wurde der Verein neu gegründet – getragen von Persönlichkeiten wie Luis Schuster, Luis Wielander, Robert Privora und Rudi Schuster. In den 1960er-Jahren folgte eine Phase des Aufbruchs: der Ausbau der Sportinfrastruktur, die Stärkung des Fußballsports, 1964 der Gewinn der Vinschgauer Fußballmeisterschaft und der Ankauf von Grundstücken für Sportplatz und Schwimmbad. Diese Entwicklung zeigt, wie viel Idealismus, Mut und Gemeinschaftsgeist in diesem Verein steckt.
Vinschgerwind:Ein besonderer Höhepunkt?
Hasenburger: Der Festakt am 4. Juli 2026 wird sicher ein festlicher Höhepunkt. Dort wollen wir die Geschichte des Vereins würdigen, die Menschen feiern, die ihn geprägt haben, und gemeinsam in die Zukunft blicken. Außerdem sind den ganzen Tag sportliche Wettkämpfe aller Sektionen geplant.
Wenn man 75 Jahre Vereinsgeschichte betrachtet, wird einem bewusst, wie viel Leidenschaft, Zeit und Herzblut unzählige Menschen investiert haben. Ohne diese Begeisterung wäre der ASC nicht das, was er heute ist.
Vinschgerwind:Ein herausfordernder Moment in der Vereinsgeschichte?
Hasenburger: Es gab mehrere Phasen, die uns gefordert haben. Die sog. Reform des Sports und die damit verbundenen strukturellen Anpassungen und bürokratischen Aufwände sowie die statutarischen Anpassungen an nationale Vorgaben waren für viele Vereine eine Herausforderung – auch für uns.Die Corona-Pandemie war zweifellos eine der schwierigsten Zeiten: Trainingsausfälle, Unsicherheiten, fehlende Begegnungen – all das hat uns als Verein stark belastet. Und natürlich gab es auch Konflikte innerhalb einzelner Sektionen, wie sie in jedem großen Verein vorkommen.
Vinschgerwind:Ein Blick in die Zukunft: Wie motiviert man Kinder und Jugendliche in Zukunft für einen sportlichen Verein?
Hasenburger: Indem man ihnen Räume gibt, in denen sie sich entfalten können. Sport bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Fähigkeiten zu entdecken, Ziele zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. Wichtig sind gute Trainerinnen und Trainer, Freude am Training, Gemeinschaftserlebnisse und ein Umfeld, das Leistung anerkennt, aber nicht über alles stellt. Wir möchten zeigen, dass Sport nicht nur körperlich, sondern auch mental stärkt – und dass ein Verein ein Ort ist, an dem man wachsen kann.
Vinschgerwind: Abschließend eine persönliche Frage: Was ist für Sie wahre Größe im Sport?
Hasenburger: Wahre Größe im Sport zeigt sich für mich in der Art und Weise, wie jemand mit Leistung, Erfolg und Niederlagen umgeht. Sie zeigt sich in Fairness, Professionalität, Disziplin, Verlässlichkeit und der Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein Sportler oder eine Sportlerin beweist Größe, wenn er oder sie klare Ziele verfolgt, konsequent arbeitet und auch unter Druck strukturiert und fair bleibt. Größe bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Handeln, für das Team und für den sportlichen Prozess.