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Naturns/Meran

Abschied von der Filmwerkstatt

veröfftl. am 06. Januar 2026

Karl Prossliner und Otto Mair sind seit ewiger Zeit miteinander befreundet

Anlässlich seines Abschieds zum Jahresende lud der Filmemacher Karl Prossliner am 7. Dezember 2025 Freunde und Freundinnen in seine Filmwerkstatt nach Meran. Gezeigt wurde das 7.5-stündige Meisterwerk Satanstango“ (1994) von Bèla Tarr. Der in Schwarzweiß gedrehte Film gilt als einer der längsten Kinofilme aller Zeiten und basiert auf dem gleichnamigen Roman des ungarischen Autors Làszlò Krasznahorkai, der kurz vor Weihnachten 2025 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Hubert Scheibe kommentiert den Film so: „Nach sieben Stunden Film wissen wir, wo oben und unten ist“. Auf die Frage an Karl Prossliner, warum er für seinen Abschied gerade diesen Film ausgewählt habe, antwortet er: „Weil es ein schöner Film ist!“ Hansjörg Waldner, der ebenfalls eingeladen war, sah in dem Film Ähnlichkeiten mit seiner Zeit im Obervinschgau in den 1950er Jahren. „In der Stube sitzen, nix reden. Nur langsam verging die Zeit. Leben musstest du halt - oder gehn“, so Waldner.

Karl Prossliner wurde 1953 in Mals geboren und ist in Glurns aufgewachsen. Prossliner hat als freischaffender Filmemacher eine Unzahl von Features produziert. Vor allem widmete er sich dem dokumentarischen Film. Einer seiner ersten Dokumentarfilme war „Sonderurlaub ohne Bezüge“ mit Roman Moser (1989). Ein Film, der dem Spielfilm Satanstango von Bèla Tarr ähnelt, ist der Film „Das seltsame Haus“ (1986). „Es war auch so ein langsamer Film, wo man langsam hineinkommen musste. Man muss sich darauf einlassen“, so Prossliner. Bekannt wurde Karl Prossliner mit seinen Filmreihen für das Fernsehen: Sprechen über Südtirol in 7 Folgen (1994/95), Archiv des Alltags, Bildbeschreibung und Menschenbilder. Für seine Dokumentationen erhielt Prossliner zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Prof. Klaus Gatterer Preis (2009) für sozial engagierten Journalismus, den „Goldenen Enzian“ beim Trientner Bergfilmfestival oder den „Fuji-Preis“ beim Dokumentarfilmfestival in München. (pt)

Kurt Hofer und Hansjörg Waldner beim Imbiss

Kurt Hofer und Hansjörg Waldner beim Imbiss

Karl Prossliner und Hubert Scheibe zu später Stunde

Karl Prossliner und Hubert Scheibe zu später Stunde