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Prad am Stilfserjoch

Brenta - Bären im Blick

veröfftl. am 06. Januar 2026

Der einstige Wilderer im Nationalpark Horst Ebehöfer aus Prad mutierte vom Saulus zum Paulus. Er hat das Gewehr gegen die Kamera eingetauscht

Horst Eberhöfer aus Prad sorgte einst als Wilderer im Nationalpark für Furore. 2003 beschrieb er seine Leidenschaft sogar im gleichnamigen Buch. Mittlerweile geht er nicht mehr mit seinem Gewehr auf die Pirsch, sondern mit der Kamera. Aus dem einstigen Wilderer ist ein preisgekrönter Naturfotograf und Naturschützer geworden. Fünf Jahre lang hatte Eberhöfer die Braunbären im Brenta-Gebiet beobachtet und abgelichtet. Und auch dieses Mal hat er dazu eine Publikation gestaltet. Entstanden ist der außergewöhnlich berührende Bildband „Ursus Brenta - Rückkehr der Bären in den Alpen“, eine Publikation, die Kunststatus hat. Über seine Begegnungen mit den Bären erzählte Eberhöfer Ende des Jahres 2025 bei der Buchvorstellung in „aquaprad“ auf Einladung des Prader Bildungsausschusses. Obmann Werner Altstätter zeigte sich über die „Uraufführung“ im Heimatort des Autors sehr erfreut. Eberhöfer präsentierte den vielen Interessierten im Saal anhand einer multivisuellen Show nicht nur beeindruckende Bilder, sondern brachte ihnen auch das Wesen der Bären näher. Diese seien keine blutrünstigen Monster, als welche sie in manchen Medien beschrieben werden. Bären habe ein Recht auf der Welt zu sein, genau wie die Menschen. Allerdings müsse ihnen mit Respekt begegnet werden. Wenn Bären einen Menschen rechtzeitig bemerken, ergreifen sie die Flucht. „In Bärengebieten würde ich den Touristen ein Glöckchen umhängen“, meint Eberhöfer. Und im Übrigen sei im Trentino der Tourismus wegen der Bären nicht geschrumpft, wie vielfach behauptet wird, sondern sogar angewachsen. Bei einem plötzlichen Aufeinandertreffen zwischen einem Bären und einem Menschen gelte es Ruhe zu bewahren und sich sofort niederzulegen. Der Bär werde dann schnuppern und bald verschwinden. Das Brenta - Gebiet mit den Mischwäldern und Höhlen ist, laut Eberhöfer, ein ideales Gebiet für Bären, ganz im Gegensatz zu Südtirol. Er ist jedenfalls überzeugt: „Wir können mit den Bären leben!“ (mds)