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Naturns

Holzbau und Zukunftswald im Fokus

veröfftl. am 16. September 2026

Die Botschaft des Abends war von allen klar: Nachhaltigkeit beginnt nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits im Wald und setzt sich über die Verarbeitung und das Handwerk bis zum fertigen Gebäude fort.

Welche Rolle kann Holz für das Bauen der Zukunft spielen? Und wie müssen die heimischen Wälder bewirtschaftet werden, damit sie den Herausforderungen des Klimawandels standhalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Informationsabend in Naturns im Rahmen der Sensibilisierungskampagne „Vom Baum zum Produkt“ von IDM Südtirol und ProRamus.
Im Mittelpunkt stand die Zirbenholz-Installation „Vom Baum zum Produkt“ am Rathausplatz. Sie machte anschaulich, welchen Weg Holz vom heimischen Wald über Forstwirtschaft, Planung und Handwerk bis zum fertigen Produkt zurücklegen kann.
Die Bedeutung des Holzsektors für Südtirol ist beträchtlich. Nach Angaben von IDM sind rund 2.900 Betriebe im verarbeitenden Holzgewerbe tätig, etwa 20.000 Menschen beziehen ihr Einkommen aus dem Wald- und Holzsektor. Der Bereich erwirtschaftet jährlich rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz.
„Holz ist für uns nicht nur ein Baustoff, sondern ein Rohstoff, der unmittelbar mit unserer Landschaft, unseren Wäldern und unserer regionalen Wirtschaft verbunden ist“, betonte Bürgermeister Zeno Christanell bei der Begrüßung.
Herbert Niederfriniger von holzius zeigte anschließend unter dem Titel „Im Kreislauf: Holzbau lokal und zirkulär gedacht“, wie regionale Wertschöpfungsketten funktionieren und welche Chancen eine möglichst lange und kreislauforientierte Nutzung des Rohstoffs bietet. Architekt Jürgen Wallnöfer stellte in seinem Beitrag „Holz – der Baustoff vor unserer Haustür!“ die Möglichkeiten der Holzbauweise vor. Im Fokus standen dabei Planung, Konstruktion und die Frage, wie heimisches Holz bei modernen Bauprojekten sinnvoll eingesetzt werden kann.
Dass Naturns selbst bereits auf diese Bauweise setzt, unterstrich Bürgermeister Christanell. Erst vor kurzem wurde dank der Fördermittel aus dem Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza (PNRR) im Generationenpark ein neues Gebäude für die Kindertagesstätte und den Kindergarten in Holzbauweise errichtet. Das Projekt wurde nach den Plänen von Architekt Stephan Marx von der Vinschger Firma Lechner umgesetzt und konnte innerhalb von nur neun Monaten fertiggestellt werden.