Kanonentransporte und Fundstücke
Franz Angerer, Christof Anstein - beide Sprecher im Film - Melanie Platzer
„König aller Alpenspitzen
in des Österreich`s weiten Gau`n
Deiner Krondiamanten blitzen
durfte ich von Ferne schau´n.“
Dichter unbekannt 1899
1899 schreibt ein unbekannter Autor seine Ode an den Ortler und preist dabei die Schönheit und Pracht des höchsten Gipfels der Ostalpen.
Am 27. November widmete sich der Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg in seinem neuen Dokumentarfilm dieser höchsten Erhebung, die dem Verein auch den Namen gibt. Im 50-minütigen Film wurden die Erstbesteigung 1804 ebenso wie das Lawinenunglück von 1914 beleuchtet.
Im Zentrum standen jedoch die Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg: Die historischen Begebenheiten, dokumentiert im umfangreichen Bild- und Aktenmaterial, wurden den heutigen ausgeaperten Überresten gegenübergestellt. Hervorzuheben sind dabei vor allem die mühsamen Kanonentransporte über die Gletscher und Ferner und das mühsame Alltagsleben auf über 3.800 Metern, die eintönige Ernährung und die Gefahren des Krieges.
Als Rahmenprogramm stellten Vereinspräsidentin Melanie Platzer und das geschätzte Mitglied Franz Angerer mehrere Überreste und Quellen aus dem Bestand des Vereines vor. Neben dem Gedicht bereicherten Fotos- und Schriftstücke aus den Archiven in Bern, Rom, Wien und Bozen die Präsentation. Als Höhepunkt übergab Franz Angerer einen Richtbogen für ein 9 cm Geschütz, welches am Ortler eingesetzt war, an den OSV. Das Stück hat Seltenheitswert und der Verein kann sich glücklich schätzen, dieses in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Abschluss konnten vom „König aller Alpenspitzen“ noch besondere Fundstücke bestaunt, berührt und besprochen werden.