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Schlanders

Oh mein Gott

veröfftl. am 03. März 2026

Oh mein Gott, ein unterhaltsames und tiefgründiges Schauspiel von Anat Gov, hervorragend gespielt von Katharina Stemberger und Wolf Bachofner, zwei österreichische Theater- und TV-Stars in den Rollen von Ela und Gott.

Jemand ist verzweifelt. Er will nicht mehr, er kann nicht mehr. Die geheimnisvolle Person, die nur den Anfangsbuchstaben des Namens nennt, hat nur eine Stunde Zeit. Ist es ein Verrückter, ein Künstler oder eine bekannte Person? Ela, eine Psychologin, nimmt sich Zeit und will ihn gleich wieder loswerden. Er hat keine Mutter und keine Geschwister und sagt er sei Gott. Sie glaubt nicht an Gott und ist gleichzeitig irritiert als er aus ihrer Kindheit und über eine Existenzkrise aus ihrem Leben erzählt. Sie sitzen nebeneinander, stehen auf und gehen herum. Ela, gespielt von Katharina Stemberger, geht zurück bis zur Entstehung der Welt. Wolf Bachofner spielt Gott im Sprechtheater „Oh mein Gott“ von Anat Gov, einer Autorin aus Israel. Er will alles beenden und sucht doch Hilfe bei einer Psychologin und schlüpft ab und zu in die Rolle des Therapeuten. Es ist eine unterhaltsame Komödie mit viel Wortwitz, intelligenten Dialogen voller Überraschungen, aber auch mit tiefen philosophischen und theologischen Fragen. Alles war gut als Gott in fünf Tagen die Erde, die ganzen Pflanzen und Tiere erschuf. Wozu erschuf er am 6. Tag den Menschen? Wollte er einen Freund oder nur einen Gärtner, der die Pflanzen bewässert? Wollte er von den Menschen geliebt und bewundert werden oder sollten sie ihn fürchten? Hat Gott Krankheiten, Kriege und Umweltkatastrophen in die Welt gesetzt, damit die Menschen ihn um Hilfe bitte? Und warum musste Kain seinen Bruder erschlagen? Warum wurde durch die Sintflut nicht gleich alles vernichtet? Wozu die Rettung durch die Arche Noah? Und was soll die Geschichte von Hiob, diesen frommen und gottesfürchtigen Mann, der alles verloren hat? Ela stellte Gott diese Fragen und meinte, dass er nicht tot, sondern nur krank ist. Er hat seine Allmacht verloren, sich zurückgezogen und der Welt seinen Lauf gelassen. Aber in dem Moment, wo er Schwächen zeigt, ist er fähig zu lieben und kann Mitgefühl zeigen. Kann das die Welt retten und auch die Rettung für die Menschen sein? (hzg)