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Südtirol/Vinschgau

Pilotprojekt selAvi zur „Persönlichen Assistenz“ ist gestartet

veröfftl. am 19. August 2026

Das Kernteam des Pilotprojektes selAvi informiert zum Thema „Persönliche Assistenz“ und bietet Hilfestellungen an

In Südtirol haben 1.000 Menschen mit Behinderung ein Recht auf „Persönliche Assistenz“. Doch viele konnten diese Dienstleistung bisher nicht in Anspruch nehmen, weil die Auflagen zu große Hürden darstellten. Das soll sich im Rahmen des inzwischen gestarteten Pilotprojektes selAvi nun ändern. (Der Vinschgerwind hat die Titelgeschichte der ersten Ausgabe 2026 diesem Thema gewidmet.)
Die Projektidee entstand aus den persönlichen Erfahrungen von Betroffenen. Eine der treibenden Kräfte war Anna Faccin, Präsidentin von Debra Südtirol. Das Kernteam besteht nun aus Faccin, Heidi Ulm, Silvia Rabanser und Max Silbernagl. Sie kennen das Thema Selbstbestimmung und Behinderung aus ihrem eigenen Alltag. Diese vom Gesetz vorgesehene Unterstützungsform soll besser bekannt und als Beruf institutionalisiert werden. Fachlich begleitet wird das Projekt von Anton van Gerven. Träger des Projekts ist Kolping Südtirol VFG. Selbstbestimmtes Leben ist ein Menschenrecht, festgeschrieben in der UN-BK. Im Rahmen des Pilotprojektes selAví sollen Menschen mit Behinderungen dabei unterstützt werden, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und die notwendige Assistenz zu organisieren, um ihren persönlichen Lebensweg selbst gestalten zu können. Menschen mit Behinderungen entscheiden dabei selbst, wann, wo und in welcher Form sie Unterstützung benötigen, sei es im Haushalt, in der Freizeit oder einfach im Alltag. Ziel ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, ihr Leben möglichst selbstbestimmt zu gestalten und als „Chef oder Chefin des eigenen Lebens“ Entscheidungen eigenverantwortlich treffen zu können. Maßnahmen sollen nun endlich greifen, die den Zugang zur „Persönlichen Assistenz“ für alle Menschen mit Behinderung einfacher machen. Seit dem offiziellen Projektstart am 1. März 2026 konnten bereits erste wichtige Schritte umgesetzt werden. Dazu zählen die Einrichtung einer Anlaufstelle in Brixen, individuelle Beratungsgespräche, Erstkontakte mit interessierten Personen, Informationsveranstaltungen sowie der Austausch mit Organisationen und Fachstellen im In- und Ausland. Gleichzeitig arbeitet das Team daran, das Thema „Persönliche Assistenz” in Südtirol bekannter zu machen und langfristige Strukturen aufzubauen. Das Pilotprojekt wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF+) finanziert. Weitere Partner sind das Amt für Menschen mit Behinderungen sowie Promos. Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Interessierte können sich einen Termin vormerken. (mds)

 

Informationen unter www.selavi.it