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CulturForum Latsch/Fraktionssaal

Seltene Erden: Segen und Fluch

von Heinrich Zoderer
Die Seltenen Erden sind 17 besondere metallische Elemente, ohne die das moderne Leben nicht denkbar ist. Sie befinden sich in jedem Handy, PC, E-Auto, Laser, in Projektoren, Elektromotoren, Magneten, Windkraftanlagen, Energiesparlampen, Radargeräten und Magnetresonanztomographien.
veröfftl. am 01. April 2026

Richard Theiner vom Weltladen Latsch konnte am 20. März den Landesgeologen Volkmar Mair zu einem hochaktuellen Vortrag begrüßen. Mair sprach über „Seltene Erden: Segen und Fluch dieser besonderen metallischen Elemente.“

Der Landesgeologe Volkmar Mair sprach am 20. März auf Einladung vom Weltladen Latsch im Fraktionssaal vom CulturForum Latsch vor zahlreichem Publikum über diese besonderen Elemente, die für die Schlüsseltechnologien notwendig sind, genauso wie Kupfer, Titan, Kobalt und Tantan. Mair sprach nicht nur über die enorme Bedeutung, sondern auch über die Vorkommen, die technisch aufwändige Gewinnung, die katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt und die große Abhängigkeit moderner Gesellschaften von den Seltenen Erden. Mit diesen Elementen wird heute Politik gemacht, genauso wie mit Gas und Öl und anderen wichtigen Ressourcen. Die Seltenen Erden sind gar nicht so selten, aber sie führten lange ein Schattendasein. Die ersten Elemente wurden 1794 von einem Chemiker in Schweden entdeckt und separiert. Die Seltenen Erden kommen nicht in reiner Form vor, sondern vermischt und fein verteilt in verschiedenen Steinen. Es sind aufwendige chemische Verfahren notwendig, um die einzelnen Elemente nach vielen komplizierten Prozessen zu gewinnen. Riesige Mengen müssen abgebaut werden, um geringe Mengen nach komplexen Verfahren zu gewinnen. Besonders nach 1984 ist der Bedarf stark gestiegen, genauso wie auch der Preis. Die größten Vorkommen befinden sich in China. Der Anteil von China an der weltweiten Produktion wurde 2014 mit 97,5 % angegeben, er sank bis 2018 auf 71 % und 2022 auf 60 %. Andere große Vorkommen sind in Australien, USA, Russland, Brasilien, Myanmar, Südafrika, Kongo, Nord- und Südkorea, aber auch in Grönland, Kanada und in der Ukraine. In Europa gibt es nur eine Lagerstätte im Eisenerzbergwerk in Kiruna in Schweden. Durch die Energiewende wird bis 2050 mit einem 60 – 300-fachen Bedarf gerechnet, so Mair. Dass beim Abbau und der Aufarbeitung riesige Umweltzerstörungen stattfinden und die Gesundheit der Menschen gefährdet werden, unterstrich Mair mit eindrucksvollen Bildern. Was tun wir morgen, wenn der Bedarf steigt? Recycling ist eine Lösung. In Europa wird bereits ein hoher Anteil vom Elektroschrott recycelt. Andererseits gibt es neue Forschungen mit Bakterien, die Metalle binden. Am Ende seines Vortrages berichtete Maier auch von Funden Seltener Erden in der Südtiroler Bergwelt. Jedoch sind die Vorkommen zu gering, um einen industriellen Abbau anzukurbeln.