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Schnals

Start Kulturlarch 2026

veröfftl. am 27. Mai 2026

v. l. Otto Rainer (Gemeindereferent), Peter Grüner (Bürgermeister), Dietmar Rainer (Präsident Kulturverein Schnals) und die Kunsthistoriker Leo Andergassen und Hanns-Paul Ties

Auch in diesem Jahr haben sich die Verantwortlichen ein reichhaltiges Programm für die „Kulturlarch“ einfallen lassen.
Den Auftakt bildete in der Pfarrkirche von Karthaus die Vorstellung von vier gotischen Altartafeln, die nach fast 250 Jahren an ihren ursprünglichen Ort in die Kartause Allerengelberg in Schnals zurückkehren. Die Tafeln befanden sich in Südtiroler Privatbesitz und wurden über ein Aktionshaus dem Kulturverein Schnals angeboten. Nach Gutachten ausgewiesener Experten hat die Gemeinde Schnals die Altarbilder angekauft.
Der Kunsthistoriker Hanns-Paul Ties stellte die vier beidseitig bemalten Tafeln vor. Sie bildeten einst die zwei Flügel eines Flügelaltars, der aus stilistischen Gründen um 1430/50 entstanden sein dürfte. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er der Außenseite des rechten Flügels mit der Darstellung zweier Heiliger mit dem knienden Stifter, denn die Tafel enthält entscheidende Hinweise auf die Herkunft der Bilder aus der 1782 aufgehobenen Kartause Allerengelberg, dem einzigen Kartäuserkloster im historischen Tirol: Neben dem hl. Johannes dem Täufer mit Kamelhaarmantel und Gotteslamm ist dort der hl. Bischof Hugo von Lincoln aus dem Kartäuserorden mit dem Attribut des Schwans wiedergegeben. Rechts von Hugo kniet ein Kartäusermönch als Stifter vor der Ansicht eines Kartäuserklosters. Dabei handelt es sich um die älteste erhaltene Ansicht der Kartause Allerengelberg. Im Anschluss stellte Kunsthistoriker Leo Andergassen fest, dass diese Tafeln bislang vollkommen unbekannt waren, und somit für die Geschichte der Kartause Schnals einen hohen historischen Dokumentationswert haben. Es handelt sich um seltene Altartafeln, die auch für den Tiroler Raum eine Schlüsselstellung in der Altarentwicklung einnehmen werden. Die Altartafeln werden nun einer wissenschaftlich geleiteten Untersuchung und Restaurierung unterzogen. Nach einem endgültigen Standort wird noch gesucht, berichtete der Präsident des Kulturvereins Dietmar Rainer.
Im Anschluss wurde die jüngst renovierte Skulptur von Adolf Vallazza auf dem Dorfplatz präsentiert. Der Künstler (Jahrgang 1924) hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich anwesend zu sein.

 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Kulturlarch 2026 unter www.kulturverein-schnals.it