Sternstunde der Romanik
Susanne Saewert erklärt die Apsis der St. Johannkirche
Am vergangenen Wochenende standen die vielen romanischen Kultstätten des Landes im Mittelpunkt. Im Vinschgau sind es, entlang der Via Claudia Augusta, besonders viele. Die „Tage der Romanik” lockten viele Interessierte in Kirchen, Klöster und Schlösser, und die Kulturführer:innen glänzten bei ihren Einführungen, Erklärungen und Diskussionen. Am Samstagvormittag war in der karolingischen St. Benediktskirche in Mals ein Kommen und Gehen. Die Besucher nahmen auf den Stühlen Platz und staunten über die marmornen Chorschranken mit langobardischem Dekor und über die hufeisenförmigen und damit im deutschen Sprachraum einmaligen Bogenabschlüsse der Nischen. Am Nachmittag ließ die Kulturführerin Karin Bonetta Mauern und Fresken sprechen. Dies tat Susanne Saewert vor einer großen Gruppe zur Mittagszeit in Laas und dort auch in der Krypta der St. Johannkirche. Danach wurde zum Triptychon von Jörg Hofer in der St. Sisiniuskirche gewandert. In Naturns war es die Kulturführerin Sigrid Rosa, die am Nachmittag eine größere Gruppe in der St. Prokuluskirche auf die Geheimnisse von Kirchenbau und Malereien hinwies. Die vor 100 Jahren freigelegten Fresken, vermutlich aus der späteren Karolingerzeit, waren von romanischen Fresken übermalt. Diese hat man im „Strappo”-Verfahren abgenommen, und sie sind im Prokulusmuseum prominent ausgestellt. (eb)
Besucher in der St. Benediktskirche in Mals
die zentrale Altarnische
Sigrid Rosa (links) weist die vielen Besucher auf die Geheimnisse der St. Prokuluskirche in Naturns hin