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Vinschgau/Paznaun

Terra Raetica Almbegegnungen

veröfftl. am 02. September 2026

Bei strömenden Regen kamen über 110 Almverantwortliche, Bäuerinnen und Bauern und politische LandwirtschaftsvertreterInnen aus der Terra Raetica zum gemeinsamen grenzüberschreitenden Almtag auf der Gamperthunalpe im Paznaun in Nordtirol zusammen. Der Maschinenring Tirol präsentierte im Praxiseinsatz auf der Weide eine mehrfunktionale Agrardrohne und verschiedene Mulch- und Entbuschungsgeräte zur Weideflächenrückgewinnung unter der fachlichen Begleitung durch den Biologen Marcel Züger. Der Bezirksbauernobmann Landeck und Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins Elmar Monz begrüßte die TeilnehmerInnen, darunter auch so einige politische Persönlichkeiten von der Ortsbäuerin von See, Christine Ladner über den Tiroler Bauernbunddirektor Peter Raggl bis zum österreichischen Nationalratsabgeordneten Josef Hechenberger. Humorvolle Grußworte aus dem Vinschgau erbrachte für die Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (GWR-Vinschgau) Obmann Stellvertreter Markus Joos: „wir haben unsere Politiker zuhause gelassen, weil ihr genug da habt“. 36 TeilnehmerInnen vertraten 15 Almen aus dem Vinschgau und den Sennereiverband Südtirol.
Technische Innovationen werden auch vor den Almen keinen Halt machen. Drohnen können ein wichtiges Instrument für den Transport im Gelände werden (z.B. Transport von Weidezäunen) und bei der Suche nach Tieren die Arbeit erleichtern. Almen sind wesentlich für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Die Sömmerung der Tiere bedeutet auch eine Futterersparnis für die Heimbetriebe, vor allem in vom Klimawandel geprägten trockenen Jahren, wie das diesjährige, in denen das hofeigene Grundfutter ansonsten nicht ausreichen würde.
Für den Bürgermeister von See Michael Zangerl repräsentiert die Almwirtschaft Leidenschaft und Traditionsbewusstsein mit Zukunftssinn. Auch nicht gern gesehene Almgäste wie Wolf und Bär waren Thema. Da der Wolf nicht zum „Schwammerlsuchen“ auf die Alm kommt, bewertet Hechenberger das neue Tiroler Jagdgesetz als das beste in ganz Europa. Wölfe können bei unmittelbarer Gefährdung von Menschen oder Nutztieren sogar von befähigtem Almpersonal „entnommen“ werden.
Teilnehmende aus dem Münstertal, Unterengadin, Landeck, Imst und Vinschgau diskutierten und tauschten Wissen und Erfahrungen bei erfreulichem Regenwetter aus.
Der grenzüberschreitende Almaustausch fand im Rahmen eines von der EU geförderten Interreg-CLLD Terra Raetica Kleinprojekts im Interreg Italien-Österreich Programm statt.