Zum Hauptinhalt springen

Burgeis

TERRA RAETICA - Landwirtschaftstagung

von Magdalena Dietl Sapelza
Am 6. März 2026 fand in der Fürstenburg bei Burgeis die zweite Winterveranstaltung zur Landwirtschaft in der TERRA RAETICA statt. Vertreter*innen aus dem Dreiländereck Südtirol, Österreich und der Schweiz beschäftigten sich mit Ökonomie und Ökologie. Es referierten die Universitätsprofessoren Gottfried und Ulrike Tappeiner.
veröfftl. am 18. März 2026

Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Politik und Schule im Saal der Fürstenburg Burgeis;

Die Landwirtschaft hat sich seit den 1950er Jahren enorm verändert und ist von einem Selbstversorger zum Marktplayer geworden. Das erklärte Universitätsprofessor Gottfried Tappeiner. Die Landwirtschaft in den Berggebieten habe gute Zukunftschancen, wenn sie sich der veränderten Gesellschaft und auch den Wünschen der Betriebsnachfolger anpasst. Neben der Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln, die sich als Marke positionieren lassen, können unterschiedliche Dienstleistungen im Tourismus, bei Waldarbeiten, Schneeräumungsdiensten, Betreuung von Kindern und Senioren usw. existenzsichernd sein, Wichtig ist dabei eine geschickte Personalführung. Ein zentraler Punkt ist die Digitalisierung. Über das Glasfasernetz soll Computerarbeit vom Hof aus möglich sein. Ein anderer Punkt ist die Stärkung der ländlichen Gebiete auch durch den Ausbau der Mobilitätsformen. Große Möglichkeiten liegen in der Energiegewinnung. „Es ist erschütternd, wie kurz das Gedächtnis der Menschen ist“, betonte Tappeiner im Hinblick auf die derzeitige Energiekrise und dem Krieg am Persischen Golf. Man sei strukturelle Themenlösungen nicht angegangen und füttere nach wie vor die Ölscheichs mit verheerenden Folgen. Dabei könnte man mit erneuerbaren Energien in Richtung Unabhängigkeit gehen. „Photovoltaikanlagen sind nicht schlimmer als Hagelnetze“, betont Tappeiner. Die Agrophotovoltaik könnte in diesem Zusammenhang eine Doppelnutzung bringen, sagte auch Universitätsprofessorin Ulrike Tappeiner. Sie plädierte für ein vernünftiges Miteinander zwischen Ökonomie und Ökologie. Eine große Herausforderung für die Landwirtschaft ist der Klimawandel. Wenn die Gletscher verschwinden, wird auch das Wasser knapp. Darauf gelte es zu reagieren und beispielsweise auf wassersparende Tropfberegnung zu setzen. Was die Produktion landwirtschaftlicher Produkte betrifft, gelte es neue Trends zu berücksichtigen. Vegetarier und Veganer werden immer mehr, und es wird sich die Frage stellen: Lohnt sich Fleischproduktion überhaupt noch? Auch der Wunsch nach Bioprodukten wird in diesem Zusammenhang steigen. „Mit den heute meist jugendlichen Vegetariern und Veganern entsteht künftig eine kaufkräftige Schicht“, erklärt Gottfried Tappeiner.
Um der Abwanderung entgegenzuwirken und die Jugend im ländlichen Raum zu halten, dürfe man Strukturen nicht vergammeln lassen, wie zum Beispiel die Diskothek FIX in Laas. „Ökonomie und Ökologie können gut miteinander auskommen, wenn man auf Augenhöhe in dieselbe Richtung schaut“, so Tappeiner. Nach dem theoretischen Teil am Vormittag stand am Nachmittag eine Betriebsführung in der Obstgenossenschaft ALPE in Laas auf dem Programm. Dabei ging es um die Abläufe in der Vermarktung, um die Aufgaben des Bonifizierungskonsortiums im Zusammenhang mit der Wasserversorgung und um die Tropfberegnung.

Es referierten die Universitätsprofessoren Gottfried Tappeiner und Ulrike Tappeiner

Es referierten die Universitätsprofessoren Gottfried Tappeiner und Ulrike Tappeiner