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Schlanders/Schaufenster#31

Der Versuch Haut und Kunst zu verbinden

veröfftl. am 19. August 2026

Der Hautarzt Wolfgang Vigl zeigt seine Bilder und Plastiken im Schaufenster von Basis Vinschgau bis Ende September. Donnerstag, Freitag und Samstag von 9:30-12:30 und von 14:30 bis 17:00 Uhr.

Wolfgang Vigl ist Hautarzt und seit 2022 im Ruhestand. Er war von 1986 – 1989 Ausbildungsarzt im Krankenhaus Schlanders, später Primararzt in Bruneck und bis zur Pensionierung Hautarzt mit eigener Praxis in Meran. Seit 2004 beschäftigt er sich als Autodidakt auch recht intensiv mit Kunst. Vor allem mit Malerei, Plastik und Literatur. Seit 2015 zeigt er in Einzel- und Gruppenausstellungen seine Werke. Am 8. August konnte er erstmals seine Plastiken und Malereien im Schaufenster der Basis Vinschgau in der Fußgängerzone ausstellen. Bis Ende September können seine Arbeiten dort besichtigt werden. Fragmente lautet der Titel der Ausstellung, ein Thema das ihn als Arzt genauso beschäftigt wie als Künstler. Der Mensch, ein Ganzes oder Teil eines größeren Ganzen und dieses wieder ein Teil eines noch größeren Ganzen? Die Haut als Organ, die uns schützt und abgrenzt und gleichzeitig die Verbindung zur Umwelt herstellt. Ist sie ein Teil oder ein Ganzes? Sie spiegelt unsere Innenwelt und unsere Reaktion auf die Außenwelt. Wir erröten, werden blass und strahlen vor Freude und Glück. Und wir verändern uns, entwickeln uns, sind nie fertig. Fragmente stehen für Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Verletzbarkeit, aber auch für den Wandel, die Entwicklungsmöglichkeit und das Potential der Transformation. Fragmente sind nicht nur Bruchstücke, Scherben und Teile eines Ganzen, es sind auch Lebensabschnitte, Augenblicke, einzelne Begegnungen, Erlebnisse, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen und uns prägen. Gefühle, Werte, Ideen und Träume sind Teile unseres Lebens, Fragmente unseres Seins. Nichts ist statisch, alles ist dynamisch. Die Spuren dieses Wandels, die Schmerzen und Freuden sind auf der Haut ablesbar, nicht nur das Alter. Die schwarzen Striche auf den Bildern sind wie Lebenslinien, die Farben wie Gefühle, die Bilder wie Spiegel unserer Seele. Die Plastiken sind Masken, die wir tragen, um uns zu verstecken, zu schützen und unsichtbar zu machen. Und irgendwo lese ich heraus: vergiss nicht zu träumen, die Masken abzulegen, dich zu entwickeln und zu zeigen wie du bist. (hzg)