Für die Weisskugel: Sanierung des Gipfelkreuzes
David Spath und Ludwig Golfer beim Versuch den richtigen Ort für die Bodenplatte zu finden; 2. Weisskugelkreuz ist am Gipfel wieder sicher fixiert- die Arbeit vieler hat sich ausgezahlt. Fotos: Thomas Hellrigl
Das Gipfelkreuz auf der 3. 739 Meter hohen Weisskugel steht seit 1984 hoch über den Ötztaler Alpen und ist für Bergsteiger aus aller Herren Ländern ein vertrautes Wahrzeichen. Doch der Zahn der Zeit hatte spürbar an dem Symbol genagt: Der Sockel war freigelegt und instabil, die Abspannungen hatten sich gelockert, und die prächtige Metallflamme im Zentrum des Kreuzes war den Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert. Es bestand akute Gefahr, dass das als eines der schönsten Gipfelkreuze der Ostalpen geltende Bauwerk in eine der steilen Wände abstürzen könnte. Um das Rettungsprojekt rasch umzusetzen, schlossen sich die Schnalser Bergführer David Spath und Ludwig Gorfer, Bergrettungs-Landesleiter Thomas Hellrigl aus Tartsch sowie der Langtauferar Bergführer Josef Plangger zu einer tälerüberspannenden Organisationsgruppe zusammen. Dank der finanziellen Unterstützung von AVS·Ortsstellen, Schutzhütten, Bergführern aus Vent, dem Bergsteigerdorf Matsch sowie regionalen Tourismusverbänden konnte die kostenintensive Aktion finanziert werden. Am 26. August wurde das 450 Kilogramm schwere Kreuz per Hubschrauber ins Tal geflogen.
Die Firma Metallbau in Glurns übernahm die Neukonstruktion, während Mitglieder der AVS· Ortsstelle Matsch die Flamme aufrichteten und abdichteten. Gleichzeitig wurde die neue Bodenplatte am Gipfel verankert - eine große Herausforderung auf dem sandigen Untergrund. Ein besonderer Glücksfall ereignete sich am Rande der Arbeiten: Durch den Gletscherrückgang und die Wachsamkeit eines Bergsteigers konnte am Weisskugeljoch das verschollene, historische Gipfelkreuz aus den Jahren 1948 bis 1984 entdeckt und geborgen werden. Es findet künftig einen Ehrenplatz auf der AVS Oberetteshütte. Am 6. Oktober folgte der Höhepunkt: Das runderneuerte Kreuz wurde unter Beobachtung eines Filmteams von ServusTV wieder auf den Gipfel geflogen und montiert. Nun thront es wieder sicher über den Bergen - als Symbol für die tief verwurzelte Verbundenheit und den starken Zusammenhalt über Talgrenzen hinweg.
Karin Thöni