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Schlanders

Abriss Frühsommer

von Angelika Ploner
Auf dem Schlanderser Kasernenareal werden Nägel mit Köpfen gemacht. Die Misurata, also jenes Gebäude, das an das Berufsbildungszentrum angrenzt, wird im Frühsommer abgerissen. Die Kommandozentrale und die Villa Ausserer werden „zeitnah“ (BM Christine Kaaserer) folgen. Will heißen: Unmittelbar danach. Die Palazzina Tagliamento und der Exerzierplatz bleiben unangetastet.
veröfftl. am 01. April 2026

Die große Mehrheit des Schlanderser Gemeinderates stimmte bei der Gemeinderatssitzung am 26. März 2026 für einen Abriss der Misurata, der Palazzina Comando und der Villa Ausserer und machte „Nägel mit Köpfen“

Es herrschte selten soviel Einigkeit im Ausschuss und - mit wenigen Ausnahmen - im Schlanderser Gemeinderat. Mit 15 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme war die Sache klar bei der Gemeinderatssitzung am 26. März 2026.
Bürgermeisterin Christine Kaaserer holte aus: „2013 hat die Gemeinde die Gelegenheit bekommen das Kasernenareal günstig zu erwerben. 3 Hektar sind seitdem im Besitz der Gemeinde, knapp 1 Hektar gehört dem Land.“ Es ist jene Fläche, wo ein Teil der Misurata steht und nun - nach 30 Jahren - endlich die Tiefbauhalle gebaut werden soll. „Die Gemeinde hat sich mit dem Kaufvertrag verpflichtet, das Grundstück baureif zu machen.“ Das Land, so Kaaserer, hätte nie gedrängt. Bis jetzt. Die Realisierung der Tiefbauhalle „soll im laufenden Jahr starten und der Zeitpunkt ist gekommen, die vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten. Wir haben die Aufforderung bekommen, den Abbruch vorzunehmen.“ Wirtschaftlich und statisch sinnvoll sei es, das ganze Gebäude der Misurata abzureißen und auch für „die Ruine Kommandogebäude und die Villa Ausserer die Voraussetzungen zu schaffen.“
Ingenieur Ulrich Innerhofer präsentierte einen rudimentären Zeit- und Kostenplan. „Bevor man zum Abbruch geht, müssen die gefährlichen Stoffe wie Mineralfasern und Asbest entfernt werden.“ Die Charakterisierung dieser Stoffe sei erfolgt. Einen Monat wird die Entsorgung der gefährlichen Stoffe in Anspruch nehmen, zwei Monate der Abriss. Die Zufahrt für diese Aktion erfolgt über die Bahnhofsstraße. Die Kostenschätzung für Baulos 1, die Misurata: 827.000 € Baukosten plus technische Spesen und IVA - insgesamt also über 1 Million Euro. Für die Palazzina Comando und die Villa Ausserer hat Innerhofer Baukosten von 790.000 € vorgesehen, dazu kommen die technischen Spesen und die IVA. Für alle drei Baulose sieht Innerhofers Kostenplan demnach rund 1,8 Millionen Euro vor.
Dabei hatte Innerhofer noch 2013 eine Kostenschätzung von 2,4 Millionen Euro für den Abriss der Gebäudlichkeiten präsentiert. Die wundersame Kostenverringerung, wenn diese bis am Ende so ist, ließ die Ratsmitglieder unbeeindruckt.
Einwände kamen lediglich von Karin Meister von der Südtiroler Freiheit, Gerda Platzgummer von der Bürgerliste und Christiane Pircher (SVP). Platzgummer unter anderem: „Sollte man nicht zuerst wissen, was man tut, bevor man abreisst?“ Meister: „Die Dringlichkeit liegt für Baulos 1 vor, für Baulos 2 und 3 nicht“ und Pircher waren unter anderem die Bäume auf dem Areal eines der Anliegen. Referent Günther Bernhart fand klare Worte: „Wir sollten frisch Nägel mit Köpfen machen. Die Situation bei der Kommandozentrale ist eh wie sie ist. Wenn wir keine konkrete Nutzung haben, und ich sehe keine, dann können wir sie auch abreißen.“