Burgers beleidigter Rückzug
Reschenseelauf - eine Erfolgsgeschichte endet nach 25 Jahren. Gerald Burger und das OK Team geben mit großem Bedauern das Ende des Rennens bekannt. Gestartet mit 157 Teilnehmern hat der Lauf außergewöhnliche Zahlen erreicht; der Abschied ist unglaublich. Viele Schwierigkeiten, doch vor allem fehlt die Unterstützung der lokalen Partner“, mit diesem Vorspann kündigte das Sportoffice-Portal Newspower das Ende des Reschenseelaufes an. Gerald Burger und der veranstaltende Rennerclub ziehen sich aus der Organisation zurück. Den Reschenseelauf wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Damit dürfte Gerald Burger einen endgültigen Schlusstrich über seine Entlassung als Direktor der Ferienregion Reschenpass gezogen haben. Burger geht beleidigt und gekränkt. Unbestritten ist, dass der Reschenseelauf weit über eine regionale Veranstaltung hinausgewachsen ist. „Gestartet mit 157 Teilnehmern bei der ersten Auflage ist der Lauf im Südtiroler Raum kontinuierlich gewachsen und erreichte bedeutende Zahlen, mit bis zu 4.000 Läufern aus zahlreichen Ländern. Der Reschenseelauf hat sich im Laufe der Jahre als fester Termin im europäischen Laufsportkalender etabliert und eine Sichtbarkeit erlangt, die weit über die regionalen Grenzen hinausging“, schreibt Newspower. Die Begründung für das Handtuchwerfen gleicht einem Weinen von Krokodilstränen. Von einem zunehmenden bürokratischen Aufwand, von steigendem finanziellen und organisatorischem Risiko, von sinkender Motivation, von der wachsenden Schwierigkeit, ausreichend freiwillige Helfer zu finden - mag alles dabei sein. Burger und der Rennerclub schieben aber ein „mangelnder Rückhalt durch einige lokale Partner“ nach. Newspower hat es so formuliert: „und die als unzureichend empfundene Unterstützung durch die wichtigsten lokalen Partner“. So etwas kommt im Oberland nicht gut an. Denn mit solchen Aussagen fühlen sich sämtliche Vereine und Organisationen rund um den Reschensee verunglimpft. Denn in den vergangenen Jahren herrschte in den Tagen des Reschenseelaufes regelmäßig Ausnahmezustand im Oberland. Alles rannte für den Reschenseelauf.
Gerald Burger hat sein eigenes Prestigeprojekt versenkt, sagt man im Oberland. Denn bis kurz vor der Absage waren alle Organisationen und Vereine pronto. So hat etwa die Ferienregion Reschenpass in ihrem genehmigten Haushalt die Gelder für den 26. Reschenseelauf vorgesehen, die Hauptsponsoren waren bereit, die Einschreibungen liefen bereits. Sicher ist, dass es heuer keinen Reschenseelauf geben wird. Und nächstes Jahr? (eb)