Die erste Frau mit Doktortitel
Die erste Frau der Welt, die einen Doktortitel erhielt, war Elena Cornaro Piscopia aus Venedig. Sie wurde 1678 an der Universität Padua in Italien zur Doktorin der Philosophie promoviert. Geboren wurde sie 1646 als fünftes Kind einer venezianischen Adelsfamilie. Bereits in früher Kindheit erhielt Piscopia Unterricht in den klassischen Sprachen Latein und Griechisch, später auch in Hebräisch, Arabisch, Französisch und Spanisch. Ihr weiteres Interesse galt der Mathematik, Philosophie und Theologie. Die Bemühungen, ihr den Doktorgrad in Theologie zu verschaffen, blieben erfolglos. Eine Frau habe in der Kirche zu schweigen und könne deshalb keine Lehrbefugnis erhalten. Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden und sie konnte zu einem philosophischen Thema aus der aristotelischen Logik promovieren. Laura Bassi war 1732 die erste Frau, die in Naturwissenschaften an der Universität Bologna promovierte. Dorothea Christiane Erxleben war die erste promovierte Ärztin in Deutschland. Sie erhielt ihren Doktortitel 1754 an der Universität Halle unter Sonderbedingungen. Noch vor etwas mehr als hundert Jahren wurden Frauen in Deutschland nicht zum Studium zugelassen. Lange Zeit mussten sie um das Recht kämpfen, sich an einer Universität für ein Studium einzuschreiben. Richtig studieren durften Frauen zuerst im Großherzogtum Baden – dort wurden sie 1900 zum Studium zugelassen. Heute liegt der Frauenanteil unter den Studierenden bei circa 50 Prozent, in einigen Studienfächern sogar höher. (hzg)