...mit allen Sinnen
Beim Kräuterschlössl in Goldrain sind die Bauarbeiten für einen Kräuterlehrpfad im Gange, aufgrund eines „Bagatelleingriffes“
Urban und Annemarie Gluderer bauen seit mehr als 20 Jahren auf biologischer Basis Kräuter an. Bei den Kunden kommt das gut an, das Geschäft floriert. Weniger gut kommen Einsatz und Kampflust der Familie Gluderer für die biologische Anbauweise bei den Nachbarbauern und überhaupt in bäuerlichen Kreisen an. So ist es nicht verwunderlich, dass das jüngste Projekt, ein „Kräuterlehrpfad“, nicht nur in Latsch die Geister spaltet. Urban und Annemarie Gluderer möchten mit dem Interreg-Projekt „Herbia“ am Kräuterschlössl das Angebot um Hofführungen erweitern. Dazu ist eine Bauleitplanänderung, in der das Landwirtschaftsgebiet um eine Zone für „Freizeitgestaltung“ ergänzt wird, vom Architekten Florian Holzknecht bei der Gemeinde Latsch eingereicht worden. Die Einleitung des Verfahrens wurde kurz nach Allerheiligen 2025 vom Gemeindausschuss einstimmig eröffnet. Mit teilweise gleichlautenden Stellungnahmen sprachen sich die Nachbarbauern und der Goldrainer Ortsbauernrat gegen das Ansinnen aus. In der Landeskommission wurde keine Entscheidung getroffen, dafür soll die Gemeinde darüber diskutieren. Der Athesia-Vinschger hat berichtet, dass bereits gebaut werde. Der Gemeinderat hat kürzlich in einer informellen Sitzung dem Ansinnen des Kräuterschlössls breiten Raum eingeräumt. BM Mauro Dalla Barba soll dabei gesagt haben, dass man sich im Vorfeld auf höchstens ein Gebäude, eine Hütte, geeinigt habe. Es soll heftigst diskutiert, Projekt und Abstände unter die Lupe genommen worden sein. Es brauche keinen Gemeinderat, wenn schon in der Zeitung stehe, dass bereits gebaut werde, schimpften manche Gemeinderäte. BM Dalla Barba wies ganz klar darauf hin, dass bei einer Freizeitanlage rigorosere Abstandsregelungen zur Anwendung gebracht werden. Das berge natürlich Konfliktpotenzial, das ohnehin bestehe, aber das nicht verstärkt werden solle. Ein Ablehnen der Umwidmung ohne stichhaltige Begründung gehe nicht gut, soll ein Gemeinderat eingeworfen haben. BM Dalla Barbas Resümee war so, dass sich die Goldrainer Kräuterbauern selbst ein Eigentor geschossen haben, indem sie den Gemeinderat mit dem Zeitungsartikel regelrecht „verarscht“ hätten. Ziel sei es nun, dass man die Diskussion und die Gründe der Ablehnung in sachlicher Form zusammenschreiben und der zuständigen Landeskommisson und den Antragstellern übermitteln werden. BM Mauro Dalla Barba sagt dem Vinschgerwind auf Nachfrage, dass die Arbeiten beim Kräuterschlössl über einen „Bagatelleingriff“ legalisiert seien.